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Full text of "Berndt, Alfred - Gebt mir vier Jahre Zeit - Dokumente zum ersten Vierjahresplan des Fuehrers (1938, 202 S.)"

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Gebt mir Vier J ahre Zeit 

Dokumente zum ersten Vierjahresplan des Fuhrers 

Alfred Ingemar Berndt 



Zentralverlag der NSDAP., Franz Eher 
1938 



Vorwort 
Zum Geleit 

l.Einleitung 

2. Von der Reichswehr zum Volksheer 

Die militarischen Bestimmungen des Versailler Diktats 

Artikel 160 

Artikel 168 

Artikel 169 

Artikel 1 73 

Artikel 1 78 

Deutschlands Wehrlosigkeit 

Frankreichs Marxisten wunschen die bewaffnete Nation 

Um ein Panzerschiff 

Die Wende 

Die allgemeine Wehrpflicht fur Deutschland! 

Ein Volk atmet auf 

Das deutsche Wehrgesetz 

Das deutsch-englische Flottenabkommen 

3. Los von Versailles! 

Adolf Hitlers Kampf um den Frieden der Welt 

Austritt aus Abrustungskonferenz und Volkerbund 

Praktische Friedenstaten gegen Genfer Theorie 

Die Episode der Einkreisungsreisen 

Die Saar wird frei 

Wieder allgemeine Wehrpflicht 

Das deutsch-englische Flottenabkommen 

Zusammenbruch der Front von Stresa 

Das Rheinland wieder frei 

Neuer deutscher Friedensplan 

Die Achse Berlin -Rom 

4. Der Weg zum Dritten Reich 

Die Fursten gingen - die Bonzen kamen 

"J eder einmal Minister" 

280 Millionen Mark fur die Parlamente 

Verantwortung im nationalsozialistischen Staat 

Mod erne Demokratie 

Keine Verfassung vom grunen Tisch 

"Erst Rechtsvereinheitlichung, dann Reichsvereinheitlichung" 

Vierjahre Reichsreform 

Die ersten Reich sgaue 

5. Volk und Rasse 

Ein Systemblatt berichtet 

Uberall Arbeitslose als Hohlenbewohner 

Nationalsozialistischer Kampf gegen die Elendsquartiere 

Wohnungsbau verdreifacht 

Ehestandsdarlehen fordern Heirat und kurbeln Wirtschaft an 

Hilfswerk "Mutter und Kind" 

Nationalsozialismus kampft fur Volksgesundheit 

Verhutung erbkranken Nachwuchses 

Uber 200 Millionen Reichsmark jahrlich fur Erbkranke 

Jugend im neuen Staat 

Arbeitsdienst fur Deutschland 



"Freie Bahn dem Tuchtigen" 
Sport schafft gesundes Volk 

6. Die Arbeitsschlacht 

Zwei Welten 

Das Brauns-Gutachten 

21,5 Millionen Menschen auf Unterstutzungen angewiesen 

"Suche Stellung beliebiger Art" 

Die Verschuldung der Arbeitslosenversicherung 

Nationalsozialismus bringt Wandlung 

Nur noch eine Million Erwerbslose 

Die Entwicklung des Arbeitseinkommens 

7. Aus jiidischer Korruption zu neuer Wirtschaftsbliite 

Die Wirtschaftsmoral in der marxistischen Republik 

Der Skandal um diejuden Sklarz 

David, Judko und Henry Barmat und ihre marxistischen Freunde 

I wan Baruch Kutisker 

Die judischen Reichsbannergenossen Sklarek 

Zentrums-Hirtsiefer und SPD.- Sudekum 

SPD.-Stadtrat Schuning und der Behala-Skandal 

Die "Frankfurter Allgemeine. . . " 

Jakob Goldschmidt und Lahusen 

Der judische Minister Asch 

Wirtschaftsbarometer in der Novemberrepublik 

Und von 1933 ab Wirtschaftsaufstieg 

Der deutsche AuBenhandel 

Die wirtschaftspolitischen Beziehungen zum Auslande 

Wandlung der Wirtschaftspolitik 

Die Aktienrechtsreform 

Eine stolze Bilanz 

8. Marxistische und nationalsozialistische Finanzpolitik 

Der Dawesplan 

Der Youngplan 

Die Gesamtleistungen Deutschlands aus dem Versailler Diktat 

Deutschlands Auslandsverschuldung 

Republikregierung als Gerichtsvollzieher gegen das Volk 

Der Niedergang der Gemeinden 

Eine Stadt meldet Konkurs an 

Steuerpolitik im nationalsozialistischen Staat 

Der schwa rze M on tag 

Der nationalsozialistische Staat greift ein 

9. Verkehr und Motorisierung 

Kraftwagenerzeugung und Kraftverkehr 

Der Luftverkehr 

Der Schienenverkehr 

Der Guterverkehr 

Die Schiffahrt 

Die Reich spost 

Die StraBen Adolf Hitlers 

Drei Baujahre sind vorbei 

10. Um Blut und Boden 

Das Reichserbhofgesetz 

Die Neubildung deutschen Bauerntums 

Reichsnahrstand als Einheitsorganisation 



Marktordnung 
Die Erzeugungsschlacht 
Provinzen werden erobert 
Wohnungen fur Landarbeiter 

11. Nationalsozialistische Sozialpolitik 

Der Verrat der Marxisten am deutschen Arbeiter 

Die Bilanz von 13 Jahren Marxismus 

Sozialismus im Dritten Reich 

Was hat der deutsche Arbeiter dadurch erreicht? 

Sanierung der Sozialversicherung 

I rival id en versich erung 

Angestellten versich erun g 

Arbeitslosen- und Wohlfahrtsunterstutzung 

HilfsmaBnahmen fur die Kriegsbeschadigten 

Klein ren tn erh ilfe 

Eine stolze Bilanz des Sozialismus der Tat 

Winterhilfswerk 

12. Von den Gewerkschaften zur Deutschen Arbeitsfront 

Der Skandal bei der "Volksfursorge" 

Viele Millionen Reichsmark bei den Gewerkschaften unterschlagen 

Gewerkschaften finanzierten Deutschlands Kriegsgegner 

Privatkonten und gefalschte Bilanzen 

Nationalsozialismus schafft Ordnung 

Volksgemeinschaft statt Klassenkampf 

Niedrigere Beitrage, h oh ere Lei stun gen 

Die Unterstutzungseinrichtungen der Deutschen Arbeitsfront 

Deutsche Arbeitsfront leistet mehr als alle Gewerkschaften 

Rechtsberatung 

J ugendfursorge 

Frauenamt 

Heimstatten- und Wohnungsbau 

Schulung und Berufserziehung 

Soziale Betreuung 

Kraft durch Freude 

13. Von der Republikjustiz zum deutschen Recht 

Ein republikanischer J ustizminister 

R epublikanische Novemberjustiz 

Die Verjudung derjustiz 

"Moderner Strafvollzug" 

Um ein neues deutsches Recht 

30Jahre Muhen um ein neues Strafrecht 

In vier Jahren nationalsozialistisches Strafrecht 

Die weitere Neuordnung des Rechtslebens 

14. Wiederaufbau der deutschen Kultur 

Ein Jude uber Deutschlands Verjudung 

"Pilgerchor" als FuBballmannschaft 

Entjudung der deutschen Kultur 

Der Aufbau der Reichskulturkammer 

Die soziale Stellung der deutschen Kunstlerschaft 

Staatspreise fur deutsche Kunstler 

Theaterskandale am laufenden Band 

Die Arbeitslosigkeit unter den Buhnenschaffenden 

Nationalsozialismus bringt Aufstieg 

Deutscher statt judischer Film 



Deutsches Musikleben ohne Deutsche 

Vier J ahre nationalsozialistischer Arbeit 

Zahl der Rundfunkhorer verdoppelt 

Deutsche Kunst statt judischer Irrsinnsprodukte 

Presse ohne J u den 

Schrifttum im neuen Staat 

Eine neue Blute deutscher Kultur 

15. I n den zweiten Vierjahresplan 

Volk und Vierjahresplan 

Vier J ahre sind um: Der Fiihrer spricht! 

Adolf Hitler am vierten Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution 

Die Revolution der Revolutionen 

Sozialismus wird Wirklichkeit 

Nicht Diktatur, sondern Volksstaat 

Die Bilanz von 1 933 

Nationalsozialistische Wirtschafts- und Sozialpolitik 

Erziehung zur Gemeinschaft 

Der Fuhrer zieht die Unterschrift unter Kriegsschuldluge zuruck 

Deutschlands AuBenpolitik seit 1933 

Nationalsozialismus rettet Europa vor dem Bolschewismus 

Um Deutschlands Gleichberechtigung 

Deutschland braucht Kolonien 

Der zweite Vierjahresplan 



Diesem Buch ist die Aufgabe gestellt, Aufklarung zu geben uber das, was der Fuhrer in 
vier Jahren schuf. Aber nur ein Bruchteil dessen, was unter nationalsozialistischer 
Staatsfuhrung in vier Jahren geleistet wurde, konnte in diesem Rahmen Erwahnung und 
Berucksichtigung finden. Erst wenn man sich mit der systematischen Aufstellung einer 
Bilanz der ersten vier J ahre nationalsozialistischer Aufbauarbeit beschaftigt, gewinnt man 
einen Uberblick uber den gewaltigen Umfang der Arbeit und der Erfolge in dieser so 
kurzen Zeitspanne. 

In funfzehn Abschnitten habe ich den Versuch gemacht, einen Uberblick uber die 
wesentlichen Punkte der ersten Vierjahresbilanz zu geben. Man konnte ebenso gut uber 
jedes dieser einzelnen Gebiete ein ganzes Buch schreiben, ohne einen Mangel an Stoff 
befurchten zu mussen. Das aber erscheint mir besonders bezeichnend fur die J ahre des 
Kampfes und des Aufbaus, die nun hinter uns liegen. Historikern der Zukunft wird es 
vorbehalten bleiben mussen, einmal diese Aufgabe zu erfullen und in einer Geschichte 
unserer Zeit der Nachwelt zu uberliefern, wie ein verarmtes, in Fesseln geschlagenes 
Volk in revolutionarem Ansturm mit eiserner Energie und zahem, unermudlichem Ringen 
unter Fuhrung Adolf Hitlers sich die Bresche in die Freiheit brach und auf den Trummern 
einer Epoche der Schmach und der Feigheit den nationalsozialistischen Staat der Ehre 
und der Arbeit errichtete. 

Der Verfasser 



Zum Geleit 

Die letzten vier Jahre standen unter dem Namen des Fuhrers. Sie werden eingehen in die 
Geschichte als die historische Zeitspanne seiner ersten grofcen Aufbauperiode; 
unverganglich werden seine Leistungen sein. In diesen vier Jahren ist Deutschland wieder 
eine Weltmacht geworden. Wir alle konnen uns wieder mit Stolz Burger dieses Reiches 
und dieses Volkes nennen. 



Arbeiter! Soldaten! Bauern! 
An Alle! 

Die alte Regierung ist gesturzt. Die alten Machthaber sind geflohen. 
Die Beauftragen des Volkes haben die Gewalt in ihre Hande genommen. 

Das Deutsche Reich ist eine Republik. 

Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt. 

Der Prasident der Vereinigten Staaten Amerikas sichert uns 
einen Frieden der Versohnung und Verstandigung zu 
ohne Annexionen und Entschadigungen. 

Der Weltfriede ist somit fur die Zukunft gesichert. 

Das franzosische und englische Volk begluckwunschen bereits das deutsche Volk zum Sturze seines 
Imperialismus. 

Die englische Marine hat die rote Flagge gehifct. 

Damit ist die Periode des Imperialismus endgultig beendet. 

Der allgemeinen Abrustung steht hinfort kein Hindernis mehr im Wege. 
Die Weltrevolution marschiert. 

Die Geheimdiplomatie ist abgeschafft. I ndem sich in Zukunft die Volker selbst regieren, 
herrscht nunmehr das Recht. 

Der Kapitalismus gehort in Zukunft einer uberwundenen Zeit an. 

J eder Werktatige erhalt gerechte Entlohnung. 

Die Republik garantiert jedem Arbeit und Brot. 

Die Lebensmittelpreise werden sofort herabgesetzt, die ungerechten Steuern beseitigt. 

Die Vollsozialisierung beginnt. 

Schieber und Wucherer werden nunmehr ihrer gerechten Strafe zugefuhrt. 

In der Republik ist kein Platz fur Korruption. 

Die Burokratie ist beseitigt, das Volk regiert sich selbst. Ein allgemeiner politischer Aufstieg wird die 
Folge sein! 

Durch diese Revolution tritt unser Volk in den Zustand einer wahren Freiheit, Schonheit und Wurde. 

Werktatige! Bildet iiberall Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrate! 

Riistet zum Kampf gegen die Reaktion! 

Nie wieder Krieg! Es lebe die Republik! Es lebe die 

Weltrevolution! 

Berlin, den 9. November 1918. 
Der Rat der Volksbeauftragten. 



1. Einleitung 



Dieser Aufruf ist am 9. November 1918 der Auftakt zur Weimarer Republik. Man kann es 
getrost jedem deutschen Arbeiter uberlassen, selbst zu beurteilen, ob eine einzige von 
diesen Versprechungen jemals zur Tat geworden ist. So beginnt die Weimarer Republik 
mit riesigen Versprechungen, mit Worten, denen niemals Taten folgen. 

Am 30. J anuar 1933 ubernimmt Adolf Hitler die Fuhrung des Deutschen Reiches. Am 11. 
Februar 1933 tritt er zum ersten Male im Berliner Sportpalast vor das deutsche Volk hin, 
um sein Programm zu entwickeln. Das einzige, was der Fuhrer vom deutschen Volke 
verlangt, sind vier Jahre Zeit. Adolf Hitler verspricht nichts, sondern fordert Mitarbeit, 
Vertrauen und Glauben: 

"Nun fragen die Gegner: Und euer Programm? Ich konnte eher die Frage an diese 
Gegner richten: Wo war euer Programm? Habt ihr das, was ihr in Deutschland 
angerichtet habt, gewollt? War das euer Programm? Oder wolltet ihr das nicht? 
Was hinderte euch, das Gegenteil zu tun? 

Wenn sie sich heute plotzlich nicht mehr erinnern wollen, daG sie die 
Verantwortung fur 14 Jahre tragen, dann werden wir die Mahner sein und die 
Anklager zugleich und dafur sorgen, dafc ihr Gewissen nicht nachlafct. 
Wenn sie sagen: 'Sagen Sie uns I hr detail liertes Programm', dann kann 
ich nur zur Antwort geben: Zu jeder Zeit ware vermutlich mein Programm 
mitganz konkreten wenigen Punkten moglich gewesen - nach eurer 
Wirtschaft, nach eurem Wirken, nach eurer Zersetzung muB man das 
deutsche Volk von Grund auf neu aufbauen, genau so wie ihr es bis in den 
Grund hinein zerstort habt. 

Und da erhebt sich nun eine Anzahl von grofcen Aufgaben vor uns. Die erste und 
damit der erste Programmpunkt: Wir wollen nicht lugen und wollen nicht 
schwindeln! Ich habe es deshalb abgelehnt, jemals vor dieses Volk 
hinzutreten und billige Versprechungen zu geben. Es kann niemand von 
Ihnen gegen mich zeugen und sagen, dafc ich je gesagt habe, daG der 
Wiederaufstieg nur eine Frage von wenigen Tagen sei. Immer und immer wieder 
predige ich: Der Wiederaufstieg der deutschen Nation ist die Frage der 
Wiedergewinnung der inneren Kraft und Gesundung des deutschen 
Volkes. 

So wie ich fast 14 J ahre gearbeitet habe, unentwegt und ohne jemals 
schwankend zu werden, am Aufbau dieser Bewegung, und so wie es mir gelang, 
von sieben Mann zu diesen zwolf Millionen zu kommen, so will ich und so wollen 
wir bauen und arbeiten an der Wiederaufrichtung unseres deutschen Volkes. Und 
so wie mir und dieser Bewegung heute die Fuhrung des Deutschen Reiches 
anvertraut worden ist, so werden wir einst dieses Deutsche Reich wieder zur 
Grofce, zum Leben zuruckfuhren, und wir sind entschlossen, uns durch gar nichts 
dabei beirren zu lassen. 

Und so komme ich zum zweiten Punkt dieses Programms. Ich will Ihnen nicht 
versprechen, dafc diese Wiederauferstehung unseres Volkes von selbst kommt. 
Wir wollen arbeiten, aber das Volk selbst muG mithelfen. Es soil nie glauben, dafc 
ihm plotzlich Freiheit, Gluck und Leben vom Himmel geschenkt wurden. Alles 
wurzelt im eigenen Willen, in der eigenen Arbeit. 

Drittens wollen wir unsere ganze Arbeit leiten lassen von einer Erkenntnis, von 
einer Uberzeugung: Glaube niemand an fremde Hilfe, niemand an Hilfe, die 
aufcerhalb unseres eigenen Volkes liegt. In uns selbst allein liegt die Zukunft des 
deutschen Volkes. Durch eigene Arbeit, durch eigenen FleiG, eigene Beharrlichkeit 
werden wir wieder emporsteigen, wie auch die Volker, einst auch Deutschland, 
nichts geschenkt erhielten, sondern selbst sich schaffen mufcten. 
Der vierte Punkt dieses Programms lautet dann: Die Gesetze des Lebens sind 
immer gleich und immer dieselben, und wir wollen den Aufbau dieses Volkes 
vornehmen nicht nach blassen Theorien, die irgendein fremdes Gehirn erdenkt, 



sondern nach den ewigen Gesetzen, die die Erfahrung, die die Geschichte zeigt 
und die wir kennen. 

Und diese Gesetze, die fassen wir in einen funften Punkt, in eine Erkenntnis 
zusammen: Die Grundlagen unseres Lebens beruhen auf zwei Faktoren, die 
niemand uns rauben kann: in unserem Volk als Substanz, Blut und Wille und 
Ingenium. Volk und Erde, das sind die beiden Wurzeln, aus denen wir unsere Kraft 
Ziehen wollen, und auf denen wir unsere Entschlusse aufzubauen gedenken. 
Damit ergibt sich als sechster Punkt klar das Ziel unseres Kampfes: die Erhaltung 
dieses Volkes fur die Zukunft, in der Erkenntnis, dafc dies allein uberhaupt fur uns 
einen Lebenszweck darstellen kann! Nicht fur Ideen leben wir, nicht fur Theorien, 
nicht fur phantastische Parteiprogramme - nein, wir leben und kampfen fur das 
deutsche Volk, fur die Erhaltung seiner Existenz, fur die Durchfuhrung seines 
eigenen Lebenskampfes in der Zukunft, und wir sind dabei uberzeugt, daG wir nur 
damit allein mithelfen an dem, was die anderen so gerne in den Vordergrund 
stellen mochten. 

Ein Weltfriede - er wird immer voraussetzen starke Volker, die ihn wunschen und 
beschutzen: eine Weltkultur - sie baut sich nur auf auf den Kulturen der Nationen, 
der Volker; eine Weltwirtschaft ist nur denkbar getragen von den Wirtschaften 
gesunder Einzelnationen. 

Und ein weiterer Punkt! Er lautet: Weil wir in der Erhaltung unseres Volkes, in der 
Durchfuhrung seines Lebenskampfes das Ziel erblicken, mussen wir die 
Ursachen des Zerfalles beseitigen und damit die Versohnung der 
deutschen Klassen herbeifuhren, ein Ziel, das man nicht in sechs Wochen 
erreicht, nicht in vier Monaten, wenn 70 Jahre an dieser Zersetzung 
arbeiten konnten: Ein Ziel, das wir nie aus den Augen verlieren! Die Parteien 
dieser Klassenspaltung mogen uberzeugt sein: Solange mich der 
Allmachtige am Leben lafct, wird mein EntschluR und mein Wille, sie zu 
vernichten, ein unabanderlicher sein. 

Niemals werde ich mich von der Aufgabe entfernen, den Marxismus und seine 
Begleiterscheinungen aus Deutschland auszurotten. Niemals werde ich hier zu 
einem KompromiG geneigt sein. Einer muB hier Sieger sein: entweder der 
Marxismus oder das deutsche Volk. Aber siegen wird das deutsche Volk! Wenn 
wir diese Versohnung der Klassen herbeifuhren, direkt oder indirekt, wollen wir 
weitergehen, dieses geeinte deutsche Volk wieder zu den ewigen Quellen seiner 
Kraft zu fuhren, wollen wir in der Erziehung unserer Kleinen den Glauben an Gott 
und den Glauben an unser Volk einpflanzen in die jungen Gehirne, und wollen 
dann weiter schreiten, wieder aufzubauen dieses Volk auf dem deutschen Bauer 
als dem Grundpfeiler jeden volkischen Lebens. Indem ich fur die deutsche Zukunft 
kampfe, muG ich kampfen fur die deutsche Scholle und muG kampfen fur den 
deutschen Bauern. Er gibt uns die Menschen in unsere Stadte. Er ist die ewige 
Quelle seit Jahrtausenden gewesen, und er muG erhalten bleiben. 
Und ich gehe dann weiter zum zweiten Pfeiler unseres Volkstums, zum deutschen 
Arbeiter, zu jenem deutschen Arbeiter, der in der Zukunft kein Fremdling 
mehr sein soil und sein darf im Deutschen Reich, und den wir 
zuruckfuhren wollen wieder in die Gemeinschaft unseres Volkes, fur den 
wir die Tore aufsprengen werden, auf dafc er mit einzieht in die deutsche 
Volksgemeinschaft als ein Trager der deutschen Nation. 
Und wir wollen dann weiter dem deutschen Geist die Moglichkeit seiner Entfaltung 
sichern, wollen den Wert der Personlichkeit, die schopferische Kraft des einzelnen 
wieder einsetzen in ihre ewigen Rechte, wollen brecnen mit alien 
Erscheinungen einer fauligen Demokratie und an ihre Stelle setzen die ewige 
Erkenntnis, dafc alles, was grofc ist, nur kommen kann aus der Kraft der 
Einzelpersonlichkeit, und dafc alles, was erhalten werden soil, wieder 
anvertraut werden muB der Fahigkeit der Einzelpersonlichkeit. 
Bekampfen wir die Erscheinungen unseres parlamentarisch-demokratischen 
Systems, so gehen wir damit sofort uber zu einem zwolften Punkt: der 
Wiederherstellung der Sauberkeit in unserem Volke, Sauberkeit auf alien 



Gebieten unseres Lebens, der Sauberkeit in unserer Verwaltung, der Sauberkeit 
im offentlichen Leben, aber auch der Sauberkeit in unserer Kultur. 
Wir wollen wiederherstellen vor allem die deutsche Ehre, 
wiederherstellen die Achtung vor ihr und das Bekenntnis zu ihr und 
wollen einbrennen in unsere Herzen das Bekenntnis zur Freiheit, wollen 
unser Volk damit aber auch wieder beglucken mit einer wirklichen 
deutschen Kultur, mit einer deutschen Kunst, mit einer deutschen 
Architektur, einer deutschen Musik, die uns die Seele wiedergeben soil. 
Und wir wollen damit erwecken die Ehrfurcht vor der grolSen Tradition unseres 
Volkes, erwecken die tiefe Ehrfurcht vor den Leistungen der Vergangenheit, die 
demutige Erinnerung an die grolSen Manner der deutschen Geschichte. Wir wollen 
unsere J ugend wieder hineinfuhren in dieses herrliche Reich unserer 
Vergangenheit, das Wirken und Schaffen unserer Vorfahren; demutig soil sie sich 
beugen vor denen, die vor uns lebten und schufen, arbeiteten und wirkten, auf 
dafc wir heute leben konnen. Und wir wollen diese J ugend vor allem erziehen zur 
Ehrfurcht vor denen, die einst das schwerste Opfer gebracht haben fur unseres 
Volkes Leben und unseres Volkes Zukunft. Denn was diese 14 J ahre auch 
verbrochen haben - das Schlimmste war, dafc sie zwei Millionen Tote um 
ihr Opfer betrogen haben. Und diese zwei Millionen, die sollen vor den Augen 
unserer J ugend sich wieder erheben als ewige Warner, als Forderer, als Zeugen 
des Opfers fur die Nation. Wir wollen die J ugend erziehen zur Ehrfurcht vor 
unserem alten Heer, an das sie wieder denken soil, und in dem sie wieder die 
gewaltige KraftaulSerung der deutschen Nation, das Sinnbild der grolSten Leistung, 
die unser Volk je in seiner Geschichte vollbracht hat, sehen soil. 
Damit wird dieses Programm der nationalen Wiedererhebung auf alien Gebieten 
des Lebens, unduldsam gegen jeden, der sich gegen die Nation versundigt, 
Bruder und Freund jedem, der mitkampfen will an der 
Wiederauferstehung seines Volkes, unserer Nation! 
Damit richte ich heute nun den letzten Appell an Sie, meine Volksgenossen. Am 
30. Januar haben wir eine Regierung ubernommen. Schlimmste Zustande 
waren in unser Volk hineingebrochen. Wir wollen sie beheben und wir 
werden sie beheben! So wie wir trotz alien Hohnes unserer Gegner in diesen 14 
Jahren so weit gekommen sind, dalS wir sie heute beseitigt haben, so werden wir 
auch die Folgen ihres Regimentes beseitigen. Um Gott und dem eigenen Gewissen 
Genuge zu tun, haben wir uns noch einmal an das deutsche Volk gewandt. Es soil 
selbst mithelfen, es soil nun selbst entscheiden. 

Wenn dieses deutsche Volk uns in dieser Stunde verlalSt, so moge uns der Himmel 
verzeihen: Wir werden den Weg gehen, der notig ist, dalS Deutschland nicht 
verkommt! Wir wollen, dalS mit der Zeit der Wiedererhebung der deutschen Nation 
nicht nur einzelne Namen verknupft sind, sondern der Name des deutschen Volkes 
selbst, daG eine Millionenbewegung hinter diese Regierung tritt, daB sie mithilft in 
ihrer Kraft und ihrem Willen, uns wieder zu starken zu diesem grolSen und 
schweren Werk. 

Ich weilS, dalS, wenn heute sich die Graber offnen wurden, die Geister der 
Vergangenheit, die einst fur Deutschland stritten und litten und starben, wurden 
emporschweben, und hinter uns wurde heute ihr Platz sein. All die grolSen Manner 
unserer Geschichte - ich weilS, sie stehen hinter uns und sehen auf unser Werk 
und unser Wirken. 

Vierzehn J ahre haben die Parteien des Zerfalls, des Novembers, der Revolution 
das Volk gefuhrt und milShandelt, vierzehn J ahre lang zerstort, zersetzt und 
aufgelost. Es ist nicht vermessen, wenn ich heute vor die Nation hintrete und sie 
beschwore: 

Deutsches Volk! Gib uns vier J ahre Zeit - dann richte und urteile Liber uns! 
Deutsches Volk, gib uns vier J ahre, und ich schwore dir, so wie wir und 
wie ich dieses Amt antrat, so will ich dann wieder gehen - ich tat es nicht 
um Gehalt und um Lohn, ich tat es um deiner selbst willen. 
Es ist der schwerste EntschlulS meines Lebens gewesen. Ich habe ihn gewagt, weil 
ich glaubte, dalS es sein mulS; ich habe ihn gewagt, weil ich uberzeugt bin, dalS 



nun nicht mehr langer gezogert werden darf; ich habe ihn gewagt, weil ich der 
Uberzeugung bin, dafc endlich unser Volk doch wieder zur Besinnung kommen 
wird und dafc, wenn es heute ungerecht urteilt und wenn Millionen uns verfluchen, 
sie einmal doch hinter uns marschieren werden, da sie einsehen werden: Er hat 
wirklich nur das Beste gewollt, obgleich es schwer war; kein anderes Ziel im Auge 
gehabt, als dem zu dienen, was uns das Hochste auf Erden ist. Denn ich kann 
mich nicht lossagen von dem Glauben an mein Volk, kann mich nicht lossagen von 
der Uberzeugung, dafc diese Nation wieder einst auferstehen wird; kann mich 
nicht entfernen von der Liebe zu diesem meinen Volk und hege felsenfest die 
Uberzeugung, dafc einmal doch die Stunde kommt, in der die Millionen, 
die uns heute verfluchen, dann hinter uns stehen und mit uns begruRen 
werden das gemeinsam geschaffene, muhsam erkampfte und bitter 
erworbene neue Deutsche Reich der Grofce und der Ehre und der Kraft, 
der Herrlichkeit und der Gerechtigkeit. 

Amen!" 



Vier J ahre Zeit hat Adolf Hitler gefordert. Die vier J ahre sind nun um. Der 
nationalsozialistische Staat braucht nach diesen vier Jahren nicht schamhaft zu 
schweigen. Er kann dem deutschen Volke eine stolze Bilanz unterbreiten. Eine Bilanz, vor 
der kein Gebiet des Lebens unseres Volkes ausgeschlossen zu werden braucht. 

Das, was in diesen vier Jahren in Deutschland geschaffen wurde, ist so vielfaltig und so 
umfangreich, dafc seine Darstellung nicht ein Buch, sondern eine ganze Bibliothek fullen 
wurde. So kann es im Rahmen dieses Buches nur Aufgabe sein, einen Uberblick uber die 
wichtigsten Lebensgebiete und das, was auf ihnen geleistet wurde, zu geben. Allein 
schon dieser Uberblick ist ein uberwaltigendes Dokument nationalsozialistischer Arbeit 
und nationalsozialistischer Politik. 

Wenn einmal die Geschichte unseres Jahrhunderts geschrieben wird, dann werden diese 
ersten vier J ahre mehr Raum erfordern als J ahrzehnte fruherer J ahrhunderte. Alle aber, 
denen das Schicksal es vergonnt hat, unsere Zeit in Deutschland tatig mitzuerleben, 
durfen von einem unbandigen Stolz erfullt sein, in einer Zeit gelebt zu haben, die Auftakt 
war zu einem neuen Jahrtausend deutscher Geschichte. 



2. Von der Reichswehr zum Volksheer 

Man schreibt den 4. November 1918, a Is zum ersten Male einem deutschen Offizier die 
Mutze vom Kopf geschlagen und der Degen zerbrochen wird. Im triiben Lampenlicht fa lit 
die schw arzw eiKrote Kokarde in den S tra Kenschm utz. Daneben liegen die 

ffiziersachselstucke. 

Und jubelnd wird die Pa role weitergegeben: Nun ist der Weltfrieden ausgebrochen! Die 
Armeen aller Lander haben die rote Fahne gehiSt! Proletarier aller Lander, vereinigt euch! 

Man schreibt den 11. November, eine Woche s pater, als die 

W affenstillstandsbedingungen dem deutschen Volke bekannt werden. Danach sind 

a bzuliefern: 

5 OOO - Geschutze (darunter 2 500 schwere und 2 500 Feldgeschutze) 
25 OOO - Maschinengewehre 
3 OOO - Minenwerfer 

1 700 - Jagd- und Bombenflugzeuge, insbesondere alle Apparate D7 und alle fur 



nachtlichen Bombenwurf bestimmten Flugzeuge 

5 OOO - Lokomotiven 

15 000 - Eisenbahnwagen 

5 000 - Lastkraftwagen. 

Eine Welle der Ernuchterung folgt den Tagen des roten Rausches. Aber dann treten die 
Schwatzer Ebert, Scheidemann, Barth, David, Conn und andere als Volksbeauftragte vor 
das Volk hin und versprechen ihm eine goldene Zukunft. 

Langsam stromen die deutschen Heere von den Fronten in die Heimat, versinkt die 
bewunderungswurdige Organisation, die die Welt sah, im Chaos. Nur ein Kern des Heeres 
ubersteht diese Monate unter Fuhrern, die mitten im Niederbruch den Kopf hochtragen. 

Am 18. J anuar 1919 beginnen im Spiegelsaal von Versailles, genau 48 J ahre nach dem 
Tag, an dem dort Bismarck das deutsche Kaiserreich ausrief, die Friedensverhandlungen. 
Sechs Monate lang schachert man um Artikel und Paragraphen. Von Woche zu Woche 
steigen die Anspruche der "Sieger". Noch am 17. Februar 1919 will man Deutschland ein 
Heer von 300.000 Mann zugestehen. Am 3. Marz sind es nur noch 200.000 Mann. Am 10. 
Marz 140.000 Mann und wenige Stunden darauf ist man bei 100.000 Mann angelangt. 

Noch immer ist das deutsche Volk im Taumel, ist die Zahl derer gering, die wieder wach 
geworden sind. Noch immer wird jede neue Ohrfeige von sogenannten Ministern und 
einer wurdelosen Presse als Zartlichkeit quittiert. Bis dann in den Junitagen die ganze 
furchtbare Konsequenz dieses unmenschlichen Vertrages dem Volke zum BewuGtsein 
kommt. Bis dann ein Aufschrei durch die Nation geht: Niemals! Niemals! Bis sogar ein 
Philipp Scheidemann zu dem Schwur sich aufschwingt, dafc die Hand verdorren moge, die 
diesen Vertrag unterzeichnet. Dieser Schwur ist inzwischen in Erfullung gegangen, denn 
die Hande derer sind verdorrt, die hier ein Volk fur Generationen in die Sklaverei fuhrten. 
Und der eitle, zahnlose Greis Scheidemann fristet sein Leben mit gestohlenen 
Gewerkschaftsgeldern jenseits der Grenzen des Deutschen Reiches. 



Die militarischen Bestimmungen 
des Versailler Diktats 

Das aber ist nur ein kleiner Ausschnitt aus all dem Furchtbaren, was allein derTeil V des 
HaGdiktats von Versailles auf militarischem Gebiete dem deutschen Volke auferlegte: 



Artikel 160 

Spatestens am 31. Marz 1920 darf das deutsche Heer nicht mehr als sieben 
Infanterie- und drei Kavallerie-Divisionen umfassen. 

Von diesem Zeitpunkt ab darf die gesamte Iststarke des Heeres der samtlichen 
deutschen Einzelstaaten nicht mehr als einhunderttausend Mann, einschliefclich der 
Offiziere und der Depots, betragen. 

Die Gesamtstarke an Offizieren, einschliefclich der Stabe, ohne Rucksicht auf deren 
Zusammensetzung, darf die Zahl Viertausend nicht ubersteigen. 

Der deutsche Grofce Generalstab und alle anderen ahnlichen Formationen 
werden aufgelost und diirfen unter keiner Gestalt neu gebildet werden. 



Artikel 168 

Die Anfertigung von Waffen, Munition und Kriegsgerat aller Art darf nur in Werkstatten 
und Fabriken stattfinden, deren Lage den Regierungen der alliierten und assoziierten 
Hauptmachte zur Kenntnisnahme mitgeteilt und von ihnen genehmigt worden ist. Die 
Regierungen behalten sich vor, die Zahl der Werkstatten und Fabriken zu beschranken. 



Artikel 169 

Binnen zwei Monaten nach I nkrafttreten des gegenwartigen Vertrages sind die 
deutschen Waffen, Munitionsvorrate und das Kriegsgerat einschliefclich jeden 
Flugabwehrgerates, die in Deutschland uber die zugelassenen Mengen hinaus vorhanden 
sind, den Regierungen der alliierten und assoziierten Hauptmachte zur Zerstorung oder 
Unbrauchbarmachung auszuliefern. Dasselbe gilt fur alle fur die Anfertigung von 
Kriegsgerat bestimmten Werkzeugen und Maschinen, abgesehen von dem, was also 
notwendig fur die Bewaffnung und Ausrustung der zugelassenen deutschen Streitkrafte 
anzuerkennen ist. 



Artikel 173 

Die allgemeine Wehrpflicht wird in Deutschland abgeschafft. 

Das deutsche Heer darf nur im Wege freiwilliger Verpflichtung aufgestellt und erganzt 
werden. 

Artikel 178 

Alle MobilmachungsmaBnahmen oder solche, die auf eine Mobilmachung 
hinzielen, sind untersagt. 

In keinem Falle durfen bei Truppenteilen, Behorden oder Staben Stamme fur 
Erganzungsformationen vorhanden sein. 

Folgender Waffenbestand wird der deutschen Armee zugestanden: 

84 OOO - Gewehre 

18 000 - Karabiner mit je 400 SchuG 

792 - schwere Maschinengewehre mit je 8 000 SchuG 

1 134 - leichte Maschinengewehre mit je 8 000 SchuG 

63 - mittlere Minenwerfer mit je 400 SchuG 

189 - leichte Minenwerfer mit je 800 SchuG 

204 - Geschutze zu 7,7 cm mit je 1 000 SchuG 

84 - Haubitzen zu 10,5 cm mit je 800 SchuB 

Das heiGt, es wurde, um den Hohn voll zu machen, dieser Zwergarmee ein 
Munitionsbestand fur bestenfalls zwei Kriegstage zugebilligt. 



Die einst so stolze deutsche Kriegsmarine wurde durch Artikel 181 des Versailler 
Vertrages auf folgenden Bestand beschrankt: 

6 - Schlachtschiffe der „Deutschland" oder „Lothringen" Klasse 

6 - kleine Kreuzer 

12 - Zerstorer 

12 - Torpedoboote 

15 000 - Mann 

Artikel 198 bestimmt: 

"Deutschland darf Luftstreitkrafte weder zu Lande noch zu Wasser als Teil 
seines Heerwesens unterhalten." 

Uber die ungeheueren Leistungen beim Waffenstillstand hinaus muGte Deutschland 
abliefern oder zerstoren: 

A. Heer 

59 897 Geschutze und Rohre, 
130 558 Maschinengewehre, 
31 470 Minenwerfer und Rohre, 

6 007 000 Gewehre und Karabiner, 
243 937 M.G.-Laufe, 

28 001 Lafetten, 

4 390 M.W.-Lafetten, 

38 750 000 Geschosse, 

16 550 000 Hand- und Gewehrgranaten, 

60 400 000 scharfe Zunder, 

491 000 000 Handwaffenmunition, 

335 000 Tonnen Geschofchulsen, 

23 515 Tonnen Kartusch-Patronenhulsen, 

37 600 Tonnen Pulver, 

79 500 Munitionsleeren, 

212 000 Fernsprecher, 

1 072 Flammenwerfer, 

31 Panzerzuge, 

59 Tanks, 

1 762 Beobachtungswagen, 

8 982 drahtlose Stationen, 

1 240 Feldbackereien, 

2 199 Pontons, 

981,7 Tonnen Ausrustungsstucke fur Soldaten, 
8 230 350 Sack Ausrustungsstucke fur Soldaten, 

7 300 Pistolen und Revolver, 
180 M.G.-Schlitten, 

21 fahrbare Werkstatten, 

12 Flak-Geschutzwagen, 

11 Protzen, 

64 000 Stahlhelme, 

174 000 Gasmasken, 

2 500 Maschinen der ehemaligen Kriegsindustrie, 

8 000 Gewehrlaufe. 



B. Luft: 

15 714Jagd- und Bombenflugzeuge, 
27 757 Flugzeugmotoren. 

C. Marine: 

Zerstortes, abgewracktes, versenktes oder ausgeliefertes Kriegsschiffmaterial der 
Marine: 

26 GroBkampfschiffe, 

4 Kustenpanzer, 

4 Panzerkreuzer, 

19 kleine Kreuzer, 

2 1 Schul- und Spezialschiffe, 

83 Torpedoboote, 

315U-Boote. 

Ferner unterlagen der Zerstorungspflicht: Fahrzeuge aller Art, Gaskampf- und zum Teil 
Gasschutzmittel, Treib- und Sprengmittel, Scheinwerfer, Visiereinrichtungen, 
Entfernungs- und SchallmeGgerat, optische Gerate aller Art, Pferdegeschirr, 
Schmalspurgerat, Felddruckereien, Feldkuchen, Werkstatten, Hieb- und Stichwaffen, 
Stahlhelme, Munitionstransportmaterial, Normal- und Spezialmaschinen der 
Kriegsindustrie, sowie Einspannvorrichtungen, Zeichnungen dazu, Flugzeug- und 
Luftschiffhallen usw. 

Die Artikel 203 bis 210 des Versailler Vertrages sehen die Einrichtung eines 
raffinierten Uberwachungssystems vor; Artikel 213 verpflichtet Deutschland zur 
Duldung jeglicher Untersuchungshandlung des Volkerbundes in militarischen 
Angelegenheiten. 

Deutschlands Wehrlosigkeit 

4578 km lang ist Deutschlands Landgrenze. 1488 km betragt die Seegrenze. Kein Land 
Europas hat so lange und so schwer zu verteidigende Grenzen. Und diese Grenzen sollen 
verteidigt werden? 

Es entfallen in diesen Jahren auf je 10 km Grenze im Westen: 

in Deutschland: in Frankreich: 

243 Mann 69 122 

2 leichte Maschinengewehre 318 

0,2 schwere Maschinengewehre 258 

0,7 leichte Geschutze 23 

keine schwere Geschutze 25 

keine Kampfwagen 41 

keine Flugzeuge 36 

An den ubrigen Grenzen sieht es nicht besser aus. 



Und Frankreich rustet weiter. Von Jahr zu Jahr steigt sein Heeresetat. Deutschland zahlt. 
Zahlt fur franzosische Rustungen. Baut Festungen gegen das eigene Land. 

Am 13. November 1930 spricht der franzosische Ministerprasident Tardieu in der 
Kammer: 

"...Hinsichtlich der Abrustungsfrage gibt es innerhalb des Volkerbundes eine 
Meinungsverschiedenheit zwischen Frankreich und Deutschland. Frankreich halt 
sich an den Friedensvertrag, der es Deutschland zur Pflicht macht, abzurusten, 
wahrend die Abrustung fur die Alliierten nur eine Moglichkeit ist..." 

Der vierte der 14 Wilsonschen Punkte lautet: 

"Austausch angemessener Burgschaften dafur, daG die Rustungen der Volker auf 
das niedrigste mit der inneren Sicherheit zu vereinbarende MaG herabgesetzt 
werden." 

I n der Note der Alliierten vom 16. J uni 1919 an Deutschland heifct es, daG die 
Bedingungen des Teiles V des Versailler Vertrages den ersten Schritt darstellen "zu der 
allgemeinen Herabsetzung und Begrenzung der Rustungen, die die bezeichneten Machte 
als eines der besten Mittel zur Kriegsverhutung zu verwirklichen suchen und die 
herbeizufuhren zu den ersten Aufgaben des Volkerbundes gehoren wird." Tardieu besitzt 
sogar die Dreistigkeit, den Abbruch aller ehemaligen militarischen Gebaude in 
Deutschland fur notwendig zu erklaren. 

Am 28. J uni 1919 haben der Sozialdemokrat Hermann Muller und der Zentrumsmann Dr. 
Bell ihre Unterschrift unter das Dokument gesetzt. 

In der Weimarer Nationalversammlung weinen einige Zentrumspolitiker Krokodilstranen. 
Dann trostet sich Herr Erzberger mit ihnen bei einem frohlichen Umtrunk. Und niemand 
hort zu, als jemand ausrechnet, dafc drei Generationen fronen miissen, um die 
Reparationszahlungen zu leisten, zu denen sich die sogenannte Reichsregierung 
verpflichtet hat, dafc noch 10 Jahre lang fremde Soldaten auf deutschem Boden stehen 
werden, daG das Rheinland fur alle Zeiten entmilitarisiert und jedem feindlichen Zugriff 
preisgegeben ist, und dafc keine andere Macht daran denkt, die Versprechung Woodrow 
Wilsons in die Tat umzusetzen: namlich abzurusten. 

I n Berlin werden deutsche Offiziere auf dem Asphalt viehisch zertreten. I n Berlin ist es 
inzwischen lebensgefahrlich geworden, sich in der Uniform eines deutschen Soldaten zu 
zeigen. In den Hotels, in denen die Offiziere der feindlichen Militarmissionen abgestiegen 
sind, wo in Lack und Leder mit der Reitpeitsche in der Hand und in goldgestickten Kappis 
die "Sieger" stolzieren, geben feiste J udenweiber Blumenstraufce mit roten Schleifchen 
ab. Voll Ekel wenden englische Offiziere sich ab. 

In den Kasernen der wenigen Truppenteile, die Deutschland behalten darf, wirken fremde 
Uberwachungskommissionen. I m Jahre 1924 findet eine neue Generalinspektion statt. 
2067 Kontrollbesuche werden gemacht, um einwandfrei festzustellen, dafc Deutschland 
wehrlos ist, wehrlos bis zum letzten Gamaschenknopf. 

Hier und da haben beherzte Manner Waffen versteckt. Marxistische Polizei spurt die 
Waffenlager auf und liefert sie den Kontrollkommissionen aus. Und willige Gerichte 
schicken die viele Monate ins Gefangnis, die es wagen, Verteidigungswaffen 
zuruckzu behalten. 



Frankreichs Marxisten 
wiinschen die bewaffnete Nation 

Am 12. November 1930 erklart der Genosse Leon Blum in der franzosischen Kammer: 
"...Wir wiinschen die bewaffnete Nation!..." In Deutschland demonstrieren die Genossen 
gegen den Wehretat unter der Parole: Zerbrecht die Gewehre! 

Am 28. Mai 1924 bringt die SPD im Deutschen Reichstag folgenden Antrag Muller 
(Franken) und Genossen ein: 

§ 92 des Strafgesetzbuches enthalt den folgenden dritten Absatz: Landesverrat im Sinne 
des Abs. 1, Nr. 1 begeht nicht, wer gesetzwidrige Zustande bekanntmacht, um ihre 
Abstellung durch deutsche Behorden zu veranlassen. 

Damit ist jeder Landesverrat legalisiert, denn jeder Landesverrater kann sich damit 
herausreden, daB er nur "gesetzwidrige Zustande" habe abstellen wollen. 

In Deutschland verraten die Marxisten im Reichstag die Nation. In Deutschland 
halt dann am 16. Dezember 1926 Genosse Scheidemann im Reichstag eine Rede zum 
Wehretat, die selbst englische und franzosische Liberale als organisierten Landesverrat 
bezeichnen. Herr Scheidemann wirft im Deutschen Reichstag der Heeresleitung ganz 
offen Bruch des Versailler Vertrages vor und verrat selbst die primitivsten und kleinsten 
Hilfsmittel, deren sich, der Not gehorchend, die militahsche Fuhrung nun einmal 
bedienen muGte. Selbst die Kleinkalibergeschutz-Vereine werden von ihm als geheime 
Truppenteile verdachtigt und jede Waffen- und Munitionslieferung mit genauen Angaben 
der Offentlichkeit preisgegeben. 

I n der franzosischen Kammer spielen diese Angaben Scheidemanns eine grofce Rolle. 
Sie dienen dazu, den riesigen franzosischen Wehretat zu begrunden, der sich 
1931/32 schliefclich nach Angaben des franzosischen Kammerabgeordneten Professor 
Antonelli auf 19,19 Milliarden Goldfranken gesteigert hat. Ein Wehretat, wie ihn 
noch nie ein Land der Erde sah. Und selbst zur Begrundung dieses Wehretats dient jene 
Landesverratsrede Scheidemanns vom Jahre 1926. Senator Eccard fuhrt sie im 
November 1930 auf einer Kundgebung des Nationalkomitees fur soziale und politische 
Studien erneut als den Beweis fur geheime deutsche Aufrustung an. 



Um ein Panzerschiff 

Am 3. September 1925 ist die Werft von Newcastle blumenbekranzt und mit Fahnen 
geschmuckt. In Paradeaufstellung stehen die Besatzungen der Schiffe. Ein riesiger 
Schiffsleib gleitet in das feuchte Element. An seinem Bug tragt er den Namen des 
grofcten englischen Admirals: "Nelson". Das erste 40.000-Tonnen-Schlachtschiff der 
britischen Marine nach dem Weltkriege ist vom Stapel gelaufen. Nur drei Monate spater 
folgt das Schwesterschiff, "Rodney". In den nachsten drei Jahren folgen weitere 15 
schwere Kreuzer von je 10.000 Tonnen. 

Auf den franzosischen Werften laufen in sieben Jahren sieben schwere 10.000-Tonnen- 
Kreuzer vom Stapel, modern und solid gebaut, eine auGerordentliche Bereicherung der 
Seemacht beider Lander. 



Am 27. Marz 1928 spricht man im Deutschen Reichstag uber die Kiellegung des 
Panzerkreuzers A. Zum ersten Male soil den wenigen schwachen, uberalterten Schiffen, 
die das Versailler Diktat Deutschland uberliefc, ein moderneres hinzugefugt werden. Der 
Reichswehrminister hat die gesamte Linke gegen sich. Herr Schiffsheizer Kuhnt von der 
SPD stellt "sachverstandig" fest, dafc mit unserer Marine doch nichts anzufangen sei, ein 
Kommunist verdachtigt, wie ublich, die deutsche Marine geheimer Absichten. Der 
Weisheit letzter SchluG ist dann die Rede des Abgeordneten Eisenberger vom Bayrischen 
Bauernbund: 

"...Man sagt, zum Schutze unseres Handels brauchen wir die Flotte. Meine Herren, 
ich meine, der Handel soil sich selber schutzen. Die Zeiten des Seeraubertums 
sind ja voruber, und der Bauer muG auch seine Kuhstalltur zumachen, damit ihm 
keine Ochsen daraus gestohlen werden." (Zurufe: Politik der offenen Tur.) 

So geistreich sprach ein Vertreter des deutschen Volkes. 

Ein Jahr ist dann noch die Panzerkreuzerfrage Agitationsobjekt der deutschen Marxisten. 
Damit haben sie den Marineleitungen anderer Lander so viel Agitationsstoff geliefert, daG 
es diesen leicht wird, ein grofces Flottenneubauprogramm mit der Gefahrlichkeit eines 
einzigen deutschen Panzerschiffes zu begrunden. 

I n Genf ist inzwischen 1926 die vorbereitende Abrustungskommission 
zusammengetreten. Das Ergebnis ihrer jahrelangen Bemuhungen ist schliefclich die 
uberraschende Feststellung, daG Frankreich und alle ubrigen Staaten bereits abgerustet 
hatten. Und die Abrustungskonferenz, die am 2. Februar 1932 zum ersten Male 
zusammentritt, kommt schliefclich zu der verbluffenden Erkenntnis, dafc Deutschlands 
Reichswehr eine Bedrohung des Friedens darstelle. Die Gleichberechtigung wird 
Deutschland auch weiterhin verweigert. Von wirklicher Abrustung ist uberhaupt nicht die 
Rede. 



Die Wende 

Der 30. J anuar 1933 bringt die Wende. Adolf Hitler stoBt das Tor zur deutschen 

Freiheitauf. Sofort werden Verhandlungen uber eine Neugestaltung der deutschen 
Rustung aufgenommen, die indessen auf so wenig Verstandnis bei der Gegenseite 
stolen, daG Deutschland gezwungen ist, sich endlich selbst sein Recht zu nehmen. 

So kommt der Tag heran, an dem eine ganze Welt zum erstenmal sich bewufct wird, daG 
man ein 70-Millionen-Volk nicht ewig in Ketten halten kann, an dem eines der festesten 
Stahlbander des Versailler Kafigs klirrend zerspringt. 

Am 15. Marz 1935 kehrt der Fuhrer uberraschend aus der Stille der Berchtesgadener 
Alpen nach Berlin zuruck. Noch am gleichen Abend findet eine lange Ministerbesprechung 
in der Reichskanzlei statt. Bis tief in die Nacht hinein brennt dann im Zimmer des Fuhrers 
das Licht. Einer wacht, damit alle anderen ruhig schlafen konnen. Einer rustet sich, eine 
ungeheure Verantwortung auf seine Schultern zu nehmen, damit alle anderen frei atmen 
konnen. 

Am 16. Marz vormittags herrscht in der Reichskanzlei wiederum eifriges Kommen und 
Gehen. I rgend etwas liegt in der Luft. Man fuhlt es schon uberall. Um 1 Uhr tritt ein 
Ministerrat zusammen. Er beschliefct das, was noch ein Jahr vorher in der ganzen Welt 
niemand fur moglich gehalten hatte, was man fur alle Zeiten abgeschafft glaubte: 



Die allgemeine Wehrpflicht fur Deutschland! 

er Ministerrat beschliefct eine Proklamation an das deutsche Volk und das "Gesetz fur den 
Aufbau der Wehrmacht vom 16. Marz 1935". 

Eine amtliche Verlautbarung schildert den Eindruck dieser denkwurdigen Sitzung des 

Ministerrats: 

"Der Eindruck, den die Proklamation auf die Mitglieder des Reichskabinetts gemacht hat, 

als der Fuhrer und Reichskanzler sie zur Kenntnis gab, war grofc. Die Mitglieder des 

Kabinetts erhoben sich spontan von ihren Platzen, und der Reichswehrminister 

Generaloberst von Blomberg brachte ein dreifaches Heil auf den Fuhrer aus, verbunden 

mit einem Gelobnis der weiteren unverbruchlichen Treue und Verbundenheit. 

Die gleiche Begeisterung herrscht auch im deutschen Volke. Gleichzeitig mit der 
Betonung der Freude und der Gluckseligkeit uber die Wahrung der deutschen Sicherheit 
durch die nunmehr beschlossene Aufrustung weiG das deutsche Volk sich eins mit seinem 
Fuhrer in dem klaren Bekenntnis zum Frieden. 

Mit der Proklamation und dem dazugehorenden Gesetz ist ein entscheidender Vorgang in 
der deutschen Geschichte erfolgt: namlich die erste grofce LiquidationsmaGnahme des 
Versailler Diktates, durch die die wesentliche Schande dieses Vertrages endgultig gelost 
worden ist." 

Um 16 Uhr empfangt der Reichsminister Dr. Goebbels die Hauptschriftleiter der Berliner 
Zeitungen und gibt ihnen den Text des Gesetzes und den Aufruf der Reichsregierung 
bekannt. Atemberaubende Stille herrscht, als Reichsminister Dr. Goebbels die 
Proklamation und das Gesetz verliest. Diese Stille lost sich dann in einer spontanen 
Kundgebung der Begeisterung der deutschen Journalisten. AnschlieGend empfangt der 
Minister die Vertreter der Auslandspresse und macht ihnen klar, dafc ausschliefclich und 
allein die Politik der ehemaligen Feinde Deutschlands den Schritt der Reichsregierung 
vom 16. Marz notwendig gemacht hat. Der Bruch des Versailler Vertrages durch die 
Siegermachte, die Verweigerung der Durchfuhrung der Abrustungsverpflichtung, die 
dieser Vertrag auch fur die anderen Machte enthalt. 



Die Proklamation, der nichts hinzuzufugen ist, hat folgenden Wortlaut: 

"An das deutsche Volk! 

Als im November 1918 das deutsche Volk - vertrauend auf die in den 14 Punkten Wilsons 
gegebenen Zusicherungen - nach viereinhalbjahrigem ruhmvollen Widerstand in einem 
Kriege, dessen Ausbruch es nie gewollt hatte, die Waffen streckte, glaubte es, nicht nur 
der gequalten Menschheit, sondern auch einer grofcen Idee an sich einen Dienst erwiesen 
zu haben. Selbst am schwersten leidend unter den Folgen dieses wahnsinnigen Kampfes, 
griffen die Millionen des deutschen Volkes glaubig nach dem Gedanken einer 
Neugestaltung der Volkerbeziehungen, die durch die Abschaffung der Geheimdiplomatie 
sowie der schrecklichen Mittel des Krieges veredelt werden sollte. Die geschichtlich 
hartesten Folgen einer Niederlage erschienen vielen Deutschen damit geradezu als 
notwendige Opfer, um einmal fur immer die Welt von ahnlichen Schrecknissen zu 
erlosen. Die Idee des Volkerbundes hat vielleicht in keiner Nation eine heifcere 
Zustimmung erweckt als in der von allem irdischen Gluck verlassenen deutschen. Nur so 
war es verstandlich, daG die in manchem geradezu sinnlosen Bedingungen der 
Zerstorung jeder Wehrmoglichkeit im deutschen Volke nicht nur angenommen, sondern 
von ihm auch erfullt worden sind. 



Das deutsche Volk und in Sonderheit seine damalige Regierungen waren uberzeugt, dafc 
durch die Erfullung der im Versailler Vertrag vorgeschriebenen 

Entwaffnungsbestimmungen entsprechend der VerheiGung dieses Vertrags der Beginn 
einer internationalen allgemeinen Abrustung eingeleitet und verburgt sein wurde. Denn 
nur in einer solchen zweiseitigen Erfullung dieser gestellten Aufgabe des Vertrages 
konnte die Berechtigung fur eine Forderung liegen, die - einseitig auferlegt und 
durchgefuhrt - zu einer ewigen Verachtlichmachung und damit 

Minderwertigkeitserklarung einer grofcen Nation werden mufcte. Damit aber konnte ein 
solcher Friedensvertrag niemals die Voraussetzung fur eine wahrhaft innere Aussohnung 
der Volker und einer dadurch herbeigefuhrten Befriedung der Welt, sondern nur fur die 
Aufrichtung eines ewig weiterzehrenden Hasses sein. 

Deutschland hat die ihm auferlegten Abrustungsverpflichtungen nach den Feststellungen 
der interalliierten Kontrollkommission erfullt." 

Die Proklamation enthalt dann noch einmal die Aufstellung der zerstorten und 
abgelieferten Waffen und Gerate, und fahrt weiter fort: 

"Nach dieser geschichtlich beispiellosen Erfullung eines Vertrages hatte das deutsche Volk 
ein Anrecht, die Einlosung der eingegangenen Verpflichtungen auch von der anderen 
Seite zu erwarten. Denn: 

1. Deutschland hatte abgerustet. 

2. Im Friedensvertrag war ausdrucklich gefordert worden, dafc Deutschland abgerustet 
werden muGte, um damit die Voraussetzung fur eine allgemeine Abrustung zu schaffen, 
d.h. es war damit behauptet, daG nur in Deutschlands Rustung allein die Begrundung fur 
die Rustung der anderen Lander lage. 

3. Das deutsche Volk war damals sowohl in seinen Regierungen als auch in seinen 
Parteien von einer Gesinnung erfullt, die den pazifistisch-demokratischen Idealen des 
Volkerbundes und seiner Grunder restlos entsprach. Wahrend aber Deutschland als die 
eine Seite der VertragsschlieGenden seine Verpflichtungen erfullt hatte, unterblieb die 
Einlosung der Verpflichtung der zweiten Vertragsseite. Das heiGt: Die hohen 
VertragsschlieGenden der ehemaligen Siegerstaaten haben sich einseitig von den 
Verpflichtungen des Versailler Vertrages gelost! 

Allein nicht genugend, daBjede Abrustung in einem irgendwie mit der deutschen 
Waffenzerstorung vergleichbaren MaGe unterblieb, nein: es trat nicht einmal ein 
Stillstand der Rustungen ein, ja im Gegenteil, es wurde die Aufrustung einer ganzen 
Reihe von Staaten offensichtlich. Was im Kriege an neuen Zerstorungsmaschinen 
erfunden wurde, erhielt nunmehr im Frieden in methodisch-wissenschaftlicher Arbeit die 
letzte Vollendung. 

Auf dem Gebiet der Schaffung machtiger Landpanzer- sowohl als neuer Kampf- und 

Bombenmaschinen fanden ununterbrochene Verbesserungen statt. Neue Riesengeschutze 

wurden gebaut, neue Spreng-, Brand und Gasbomben entwickelt. 

Die Welt aber halite seitdem wider von Kriegsgeschrei, als ob niemals ein Weltkrieg 

gewesen und ein Versailler Vertrag geschlossen worden ware. 

Inmitten dieser hochgerusteten und sich immer mehr der neuesten motorisierten Krafte 

bedienenden Kriegsstaaten war Deutschland ein machtmaGig leerer Raum, jeder Drohung 

und jeder Bedrohung wehrlos ausgeliefert. Das deutsche Volk erinnert sich des Unglucks 

und Leides von 15 Jahren wirtschaftlicher Verelendung und politischer Demutigung. 

Es war daher verstandlich, wenn Deutschland laut auf die Einlosung des Versprechens auf 

Abrustung der anderen Staaten zu drangen begann. Denn dieses ist klar: 

Einen hundertjahrigen Frieden wurde die Welt nicht nur ertragen, sondern er mufcte ihr 

von unermeGlichem Segen sein. Eine hundertjahrige ZerreiGung in Sieger und Besiegte 



aber ertragt sie nicht. 

Die Empfindung uber die moralische Berechtigung und Notwendigkeit einer 

internationalen Abrustung war aber nicht nur in Deutschland, sondern auch innerhalb 

vieler anderer Volker lebendig. Aus dem Drangen dieser Krafte entstanden die Versuche, 

auf dem Wege von Konferenzen eine Rustungsverminderung und damit eine 

internationale allgemeine Angleichung auf niederem Niveau in die Wege leiten zu wollen. 

So entstanden die ersten Vorschlage internationaler Rustungsabkommen, von denen wir 

als bedeutungsvollen den Plan MacDonalds in Erinnerung haben. 

Deutschland war bereit, diesen Plan anzunehmen und zur Grundlage von 

abzuschliefcenden Vereinbarungen zu machen. 

Er scheiterte an der Ablehnung durch andere Staaten und wurde endlich preisgegeben. 

Da unter solchen Umstanden die dem deutschen Volke in der Dezember-Erklarung 1932 

feierlich zugesicherte Gleichberechtigung keine Verwirklichung fand, sah sich die neue 

deutsche Reichsregierung als Wahrerin der Ehre und der Lebensrechte des deutschen 

Volkes aufcerstande, noch weiterhin an solchen Konferenzen teilzunehmen oder dem 

Volkerbund anzugehoren. 

Allein auch nach dem Verlassen Genfs war die deutsche Regierung dennoch bereit, nicht 

nur Vorschlage anderer Staaten zu prufen, sondern auch praktische Vorschlage zu 

machen. Sie ubernahm dabei die von den anderen Staaten selbst gepragte Auffassung, 

daG die Schaffung kurzdienender Armeen fur die Zwecke des Angriffs ungeeignet und 

damit fur die friedliche Verteidigung anzuempfehlen sei. 

Sie war daher bereit, die langdienende Reichswehr nach dem Wunsche der anderen 

Staaten in eine kurzdienende Armee zu verwandeln. I hre Vorschlage vom Winter 

1933/34 waren praktische und durchfuhrbare. I hre Ablehnung sowohl als die endgultige 

Ablehnung der ahnlich gedachten italienischen und englischen Entwurfe liefcen aber 

darauf schliefcen, daG die Geneigtheit zu einer nachtraglichen sinngemaBen Erfullung der 

Versailler Abrustungsbestimmungen bei den anderen Vertragspartnern nicht mehr 

bestand. 

Unter diesem Umstanden sah sich die deutsche Regierung veranlaBt, von sich 

aus jene notwendigen MaBnahmen zu treffen, die eine Beendigung des ebenso 

unwiirdigen wie letzten Endes bedrohlichen Zustandes der ohnmachtigen 

Wehrlosigkeit eines groften Volkes und Reiches gewahrleisten konnten. 

Sie ging dabei von denselben Erwagungen aus, denen Minister Baldwin so wahren 

Ausdruck verlieh: 

'Ein Land, das nicht gewillt ist, die notwendigen VorsichtsmaGnahmen zu seiner eigenen 

Verteidigung zu ergreifen, wird niemals Macht in dieser Welt haben, weder moralische 

noch materielle Macht.' 

Die Regierung des heutigen Deutschen Reiches aber wunscht nur eine einzige 

moralische und materielle Macht, es ist die Macht, fur das Reich und damit wohl 

auch fur ganz Europa den Frieden wahren zu konnen. 

Die deutsche Reichsregierung hat daher auch weiterhin getan, was in ihren Kraften stand 

und zur Forderung des Friedens dienen konnte. 



1. Sie hat ihren Nachbarstaaten schon vor langer Frist den AbschluB von 
Nichtangriffspakten angetragen. 

2. Sie hat mit ihrem ostlichen Nachbarstaat, Polen, eine vertragliche Regelung gesucht 
und gefunden, die dank des grofcen entgegenkommenden Verstandnisses, wie sie hofft, 
fur immer die bedrohliche Atmosphare, die sie bei ihrer Machtubernahme vorfand, 
entgiftet hat und zu einer dauernden Verstandigung und Freundschaft der beiden Volker 
fuhren wird. 

3. Sie hat endlich Frankreich die feierliche Versicherung gegeben, dafc Deutschland nach 
der erfolgten Regelung der Saarfrage nunmehr keine territorialen Forderungen mehr an 
Frankreich stellen oder erheben wird. Sie glaubt damit, in einer geschichtlich seltenen 
Form die Voraussetzung fur die Beendigung eines jahrhundertealten Streites zwischen 
zwei grofcen Nationen durch ein schweres politisches und sachliches Opfer geschaffen zu 
haben. 

Die deutsche Regierung muB aber zu ihrem Bedauern ersehen, dafc eine sich 



fortgesetzt steigernde Aufrustung der ubrigen Welt stattfindet. Sie sieht in der 

Schaffung einer sowjetrussischen Armee von 101 Divisionen, d.h. 960.000 Mann 

zugegebene Friedens- Prasenzstarke, eine Gefahr, die bei der Abfassung des Versailler 

Vertrages nicht geahnt werden konnte. 

Sie sieht in der Steigerung ahnlicher MaGnahmen bei den anderen Staaten weitere 

Beweise der Ablehnung der seinerzeit proklamierten Abrustungsidee. Es liegt der 

deutschen Regierung fern, gegen irgendeinen Staat einen Vorwurf erheben zu wollen. 

Aber sie muG heute feststellen, dafc durch nunmehr beschlossene Einfuhrung der 

zweijahrigen Dienstzeit in Frankreich die Grundlagen der Schaffung kurzdienender 

Armeen zugunsten eines langdienenden Heeres aufgegeben worden sind. 

Dies war aber mit ein Argument fur die seinerzeit von Deutschland geforderte Preisgabe 

seiner Reichswehr. 

Die deutsche Regierung empfindet es unter diesen Umstanden als eine Unmoglichkeit, 

die fur die Sicherheit des Reiches notwendigen Mafcnahmen noch langer auszusetzen 

oder gar vor der Kenntnis der Mitwelt zu verbergen. 

Wenn sie daher dem in der Rede des englischen Ministers Baldwin am 28. November 

1934 ausgesprochenen Wunsch nach einer Aufhellung der deutschen Absichten nunmehr 

entspricht, dann geschieht es: 



1. um dem deutschen Volk die Uberzeugung und den anderen Staaten die 
Kenntnis zu geben, dafc die Wahrung der Ehre und Sicherheit des Deutschen 
Reiches jetzt wieder der eigenen Kraft der deutschen Nation anvertraut wird; 

2. aber, um durch die Fixierung des Umfanges der deutschen MafSnahmen jene 
Behauptungen zu entkraften, die dem deutschen Volk das Streben nach einer 
militarise hen Hegemonie-Stellung in Europa unterschieben wollen. 

Was die deutsche Regierung als Wahrerin der Ehre und der I nteressen der 
deutschen Nation wunscht, ist, das Ausmaft jener Machtmittel sicherzustellen, 
die nicht nur fur die Erhaltung der I ntegritat des Deutschen Reiches, sondern 
auch fur die internationale Respektierung und Bewertung Deutschlands als 
eines Mitgaranten des allgemeinen Friedens erforderlich sind. 



Denn in dieser Stunde erneuert die Deutsche Regierung vor dem deutschen Volk und vor 
der ganzen Welt die Versicherung ihrer Entschlossenheit, uber die Wahrung der 
deutschen Ehre und der Freiheit des Reiches nie hinauszugehen und insbesondere in der 
nationalen deutschen Aufrustung kein Instrument kriegerischen Angriffs als vielmehr 
ausschliefclich eine Burgschaft seiner Verteidigung und damitder Erhaltung des Friedens 
bilden zu wollen. 

Die deutsche Reichsregierung druckt dabei die zuversichtliche Hoffnung aus, daG es dem 
damit wieder zu seiner Ehre zuruckfindenden deutschen Volke in unabhangig gleicher 
Berechtigung vergonnt sein moge, seinen Beitrag zu leisten zur Befriedung der Welt in 
einer freien und offenen Zusammenarbeit mit den anderen Nationen und ihren 
Regierungen. 



In diesem Sinne hat die deutsche Reichsregierung mit dem heutigen Tage das folgende 
Gesetz beschlossen: 



Gesetz fur den Aufbau der Wehrmacht 
vom 16. Marz 1935. 

Die Reichsregierung hat folgendes Gesetz beschlossen, das hiermit verkundet 
wird: 

§1 
Der Dienst in der Wehrmacht erfolgt auf der Grundlage der allgemeinen 
Wehrpflicht. 

§2 
Das deutsche Friedensheer einschlieBlich der uberfuhrten Truppenpolizeien 
gliedert sich in 12 Korpskommandos und 36 Divisionen. 

§3 
Die erganzenden Gesetze iiber die Regelung der allgemeinen Wehrpflicht sind 
durch den Reichswehrminister dem Reichsministerium vorzulegen. 

Berlin, den 16. Marz 1935." 

[Unterschriften des Fuhrers und samtlicher Mitglieder des Reichskabinetts.] 



Ein Volk atmet auf 

In den Zeitungsdruckereien herrscht Hochbetrieb. Jede Zeitung will die erste sein, die mit 
einer Extraausgabe dem Volke die Nachricht bringt. Um 18 Uhr sind die Extrablatter auf 
der StraGe. Sie sind in wenigen Minuten ausverkauft. Man reifct sie den Handlern aus den 
Handen. Eine ungeheuere Welle der Begeisterung gent uber das gesamte deutsche Volk. 
Und bald ist dann der Wilhelmsplatz schwarz von Menschen, branden immer wieder und 
wieder die Lieder der Nation gegen die Mauern, gesungen mit einer Inbrunst und 
Glaubigkeit, die nur vom 30. Januar ubertroffen wird. 

Telegraph und Telephon sind ebenfalls uberlastet. Kabeltelegramm um Kabeltelegramm 
jagen die Journalisten der Auslandszeitungen heraus, und auf dem Berliner 
Haupttelegraphenamt stauen sich die Anfragen der auslandischen Redaktionen bei ihren 
Berliner Mitarbeitern. 

Und so wie in Berlin sieht es in alien Stadten Deutschlands aus. Uberall die gleiche 
Freude und der gleiche J ubel. 

Der 17. Marz ist der Heldengedenktag fur die Gefallenen des Weltkrieges. Strahlende 
Sonne liegt an diesem Tage uber Deutschland. Am Morgen haben alle Gebaude halbmast 
geflaggt. Um 12 Uhr mittags erscheint mit dem Reichskriegsminister Generaloberst von 
Blomberg und dem Generalfeldmarschall von Mackensen der Fuhrer in der Staatsoper zur 
Heldengedenkfeier. Irgend jemand erinnert an die Inschrift, die das Gefallenendenkmal 
der 15. Ulanen in Dusseldorf tragt: 

"Wenn Tausend einen Mann erschlagen, 
das ist nicht Sieg, das ist nicht Ehr', 
Und heiGen wird's in fernen Tagen: 
Gesiegt hat doch das deutsche Heer." 

Ganz Berlin ist an diesem Tage auf den Beinen, und die Gegend um die Staatsoper 
herum, SchloGplatz und die StraGe Unter den Linden sind ein brodelndes Menschenmeer. 



Im Lustgarten sind die feldgrauen Kolonnen aufmarschiert, die nun zum ersten Male als 
Wehrmacht des jungen Dritten Reiches vor dem Fuhrer vorbeimarschieren werden. 

Nun spricht in der Staatsoper der Oberbefehlshaber der Wehrmacht und von nun an 
Reichskriegsminister. Erinnert daran, daG an diesem Tage den zwei Millionen toten 
deutschen Soldaten des Weltkrieges Genugtuung gegeben ist, dafc eine starke deutsche 
Wehr nun wieder die deutsche Ehre schutzt. Spricht von zahlreichen Ruhmestaten des 
alten deutschen Heeres und deralten deutschen Marine. Namen klingen auf: Flandern, 
Somme, Verdun, Tannenberg, Isonzo, Narew, Skagerrak, Coronel. 

"In allem unseren Tun, in allem Handeln und Dulden wollen wir aber nicht mude 
werden, uns des Opfertodes unserer gefallenen Bruder wurdig zu erweisen. Wir 
mussen im Leben die gleiche Hingabe und Vaterlandsliebe beweisen, die sie uns 
im Sterben bewiesen. Wir wollen in dieser Stunde abschworen dem Ungeiste des 
Eigennutzes, der Selbstsucht und der Uberheblichkeit. Wir wollen uns bekennen 
zu den Idealen eines starken, wehrhaften und stolzen Deutschlands, das nie mehr 
kapituliert und nie mehr seine Unterschrift unter Vertrage und Abmachungen 
setzen wird, die seine Ehre, seine Sicherheit und sein Lebensrecht 
beeintrachtigen." 

Dann tritt der Fuhrer hinaus in die Sonnenflut. Uber den Lustgarten hallen die Glocken 
des Domes. Der Prasentiermarsch klingt auf. Ein Offizier meldet dem Fuhrer die 
Fahnenkompanie. Block um Block, Kompanie um Kompanie, Batterie um Batterie 
schreitet der Fuhrer ab. In den Gesichtern der jungen Soldaten zuckt kein Muskel, aber 
ihre Augen sind voll Gluck und Glauben. I n diesem Augenblick wird symbolhaft das 
Walten des Schicksals klar, das einen unbekannten Soldaten aus jenem riesigen grauen 
Heere des GroGen Krieges dazu ausersah, nach den Jahren der Schmach und des 
Niederganges seinem Volke den Weg in die Freiheit zu bahnen. 

Dumpf wirbeln die Trommeln. Die Fahnen des GroGen Krieges senken sich, und wahrend 
SchuG um SchuG der Salutbatterie uber den Lustgarten drohnt, heften der Fuhrer und 
seine Generale an die Feldzeichen der alten Armee das Ehrenkreuz des Weltkrieges. 

Nun schreitet der Fuhrer zum Ehrenmal und verweilt einige Minuten in ernstem 
Gedenken. Dann steigen die stolzen Fahnen der Nation auf Vollmast empor. Dann 
drohnen die Trommeln und schmettern die Fanfaren. Und in wuchtigem Schritt kommt es 
vom Lustgarten heran: Zum ersten Male marschieren Teile des jungen grauen Heeres an 
ihrem Obersten Befehlshaber vorbei. Ein Schauer geht in diesem Augenblick uber die 
Hunderttausende. Der Klang alter preufcischer Marsche reifct nun alles mit. Jede 
Absperrung wird uberschwemmt. Und breite Menschenstrome wogen neben den grauen 
Kolonnen her. Berlin gibt seinen Soldaten das Geleit. 

Als am Abend der Fuhrer nach Munchen zuruckkehrt, da bereitet ihm die Hauptstadt der 
Bewegung spontan einen triumphalen Empfang. Weit draufcen vom Flugplatz 
Oberwiesenfeld bis zum Hotel "Vier Jahreszeiten", wo der Fuhrer vorubergehend 
Wohnung genommen hat, ein einziges dichtes Spalier, eine einzige inbrunstige 
J ubelkundgebung. 

Dort, wo am 9. November 1923 16 Kampfer beispielhaft ihr Leben fur die Nation gaben, 
an der Feldherrnhalle, legt der Fuhrer einen grofcen Kranz fur alle Gefallenen 
Deutschlands nieder. Ein Vorbeimarsch aller Munchner Formationen beschliefct den Tag. 



Das deutsche Wehrgesetz 

Am 21. Mai 1935 erlafct die Reichsregierung das deutsche Wehrgesetz, unter dem sich 
nun der Aufbau der neuen Wehrmacht vollzieht. Seine drei Hauptbestimmungen lauten: 

§ 1 

1. Wehrdienst ist Ehrendienst am deutschen Volke. 

2. Jeder deutsche Mann ist wehrpflichtig. 

3. Im Kriege ist uber die Wehrpflicht hinaus jeder deutsche Mann und jede 
deutsche Frau zur Dienstleistung fur das Vaterland verpflichtet. 

§ 2 

Die Wehrmacht ist der Waffentrager und die soldatische Erziehungsschule des 

deutschen Volkes. Sie besteht aus: 

dem Heere, 

der Kriegsmarine, 

der Luftwaffe. 

§ 3 

1. Oberster Befehlshaber der Wehrmacht ist der Fuhrer und Reichskanzler. 

2. Unter ihm ubt der Reichskriegsminister als Oberbefehlshaber der Wehrmacht 
Befehlsgewalt uber die Wehrmacht aus. 

Die Dauer der aktiven Wehrpflicht bei den drei Wehrmachtsteilen wird einheitlich auf ein 
Jahr festgelegt. 

Am 24. August 1936 erweitert der Fuhrer die aktive Dienstpflicht auf 2 Jahre durch 
folgenden ErlaG: 

Der Fuhrer und Reichskanzler hat folgenden ErlaG uber die Dauer der aktiven 

Dienstpflicht in der Wehrmacht vom 24. August 1936 unterzeichnet: 

Zum § 8 des Wehrgesetzes vom 21. 5. 1935 (RGBI. I S. 609) verordne ich unter 

Aufhebung meines Erlasses vom 22. 5. 1935 (RGBI. I S. 614): 

Die Dauer der aktiven Dienstpflicht bei den drei Wehrmachtsteilen wird einheitlich auf 

zwei J ah re festgesetzt. 

Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht erlafct die erforderlichen 

Ausfuhrungs- und Ubergangsbestimmungen. 

Berchtesgaden, den 14. August 1936. 

Adolf Hitler. 

v. Blomberg. 



Dazu schreibt die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz: 

"Wahrend in Berlin das grofce olympische Fest des Friedens stattfand und 

Deutschland glucklich war, seinen Gasten einen Einblick geben zu konnen in die 

Ruhe und Ordnung des heutigen Reiches, bebt die Welt an zahlreichen Stellen 

unter den Schrecknissen blutiger Burgerkriege und wilder Wirtschaftskampfe. 

Eine ziffernmaGig kleine, aber im Solde ihrer rassischen Verfilzung einen 

machtigen EinfluG ausubende internationale Hetzgruppe versucht, die Welt in das 

Chaos des kommunistischen Zusammenbruchs zu sturzen. 

Ungeheuer sind dabei die Rustungen, die den bolschewistischen Militarismus in die 

Lage setzen sollen, dieser Aufgabe zu genugen. 

Wenn nun ein bolschewistischer Machthaber in zynischer Offenheit erklart, dafc es 

die Aufgabe der bolschewistischen Armee auch sein wird, unter Umstanden jenen 



Landern, die der inneren bolschewistischen Hetze standhalten wurden, durch den 

Eingriff der Roten Armee von aufcen her die Revolution zu bescheren, so wird das 

nationalsozialistische Deutschland einer solchen Ankundigung gegenuber genau so 

wenig kapitulieren, wie es einst nicht kapituliert hat gegenuber den Drohungen 

der von Moskau bezahlten Hetzer in Deutschland selbst. 

So wie die nationalsozialistische Partei der deutschen Nation den inneren Frieden 

bewahrt, so wird die nationalsozialistische Armee dem Reiche den aufceren Frieden 

sichern. 

Die Geschichte hat uns belehrt, daG es besser ist, fur diesen Frieden - wenn 

notwendig - grofce Opfer zu bringen, als im bolschewistischen Chaos zu versinken. 

Gegenuber dem Sowjetimperialismus und seiner militaristischen Bedrohung wird 

das nationalsozialistische Deutschland als Wachter seines eigenen Friedens und 

damit als Schutzer seiner Kultur jene MaGnahmen treffen, die notwendig sind, um 

die Freiheit und Unabhangigkeit der Nation unter alien Umstanden zu 

garantieren." 



Das deutsch-englische Flottenabkommen 

Am 18. J uni 1935 wird zum ersten Male seit dem Weltkriege ein militarischer Vertrag 
zwischen dem Deutschen Reiche und einer anderen Nation geschlossen. Dieser Vertrag 
ist der erste wirkliche Beitrag zur Rustungsbegrenzung und gibt gleichzeitig der 
deutschen Kriegsmarine die notwendige Freiheit. Botschafter von Ribbentrop bestatigt in 
einem Briefe an den englischen AuGenminister Sir Samuel Hoare den Inhalt des deutsch- 
englischen Flottenabkommens. Dadurch wird die kunftige Starke der deutschen Flotte 
gegenuber der Gesamtflotte des englischen Weltreiches im Verhaltnis von 35: 100 
festgesetzt. Hinsichtlich der Unterseeboote hat das Deutsche Reich jedoch das Recht, 
eine der gesamten Unterseeboottonnage der Mitglieder des britischen Weltreichs gleiche 
Unterseeboot- Tonnage zu besitzen, ohne jedoch das Starkeverhaltnis von 35:100 
hinsichtlich der Gesamttonnage zu uberschreiten. Die Regierung des Deutschen Reiches 
verpflichtet sich, ohne Verhandlungen mit der englischen Regierung uber den Prozentsatz 
von 45 vom Hundert der englischen Unterseeboot- Tonnage nicht hinauszugehen. 

Wenige Monate spater liegen zum ersten Male seit dem Weltkrieg wieder deutsche 
Unterseeboote auf der Kieler Forde, fugen auf den deutschen Kriegsschiffwerften wieder 
SchweiG- und Nietapparate Panzerplatte an Panzerplatte zu stolzen Schiffen, die 
Deutschlands Kusten zu schutzen bestimmt sind. 

Die englische Regierung bringt zum Ausdruck, dafc die Einigung, zu der sie nunmehr mit 
der Regierung des deutschen Volkes gelangt ist und die sie als eine vom heutigen Tage 
ab gultige, dauernde und endgultige Einigung zwischen den beiden Regierungen ansieht, 
den AbschluG eines zukunftigen allgemeinen Abkommens uber eine Rustungsbegrenzung 
zwischen alien Seemachten der Welt erleichtern wird. 

17 Jahre nach jenen Tagen, an denen das stolze deutsche Heer in den Sturmen der 
Novemberrevolte zerspellte, 16 Jahre nach AbschluG des Vertrages, der Deutschland fur 
alle Zeiten in Ketten zu schlagen bestimmt war, schutzt wieder eine starke Armee 
Deutschlands Grenzen, eine von den Versailler Fesseln befreite Flotte die deutschen 
Kusten: 

brach Adolf Hitler dem deutschen Volke die Bresche in die Freiheit! 



3. Los von Versailles! 

Versailles, 28. J uni. Die Zeremonie der Unterzeichnung im Spiegelsaale zu 
Versailles begann heute nachmittag 3 Uhr. Nachdem samtliche Delegierte der 
alliierten und assoziierten Machte ihre Platze eingenommen hatten, wurden die 
deutschen Delegierten in den Saal geleitet und zu den fur sie bestimmten 
Platzen gefuhrt. Der Vorsitzende der Friedenskonferenz Clemenceau erhob sich 
und erklarte, nachdem die Bedingungen der allierten und assoziierten Machte 
von den Deutschen angenommen seien, ersuche er die deutschen 
Bevollmachtigten das Friedensdokument zu unterzeichnen. Er hob hervor, die 
Unterzeichnung des Friedensvertrages bedeute, dafc die Bedingungen in loyaler 
Weise eingehalten werden mufcten. Um 3 Uhr 12 Minuten unterschrieben die 
Reichsminister Hermann Muller und Dr. Bell als erste den Friedensvertrag. 
Hierauf unterschrieben der Reihe nach die Delegierten der alliierten und 
assoziierten Machte. Kurz vor 4 Uhr war der Akt beendet. Clemenceau hob die 
Sitzung mit der Erklarung auf, der Friede sei geschlossen. Er ersuche die 
Delegierten der alliierten und assoziierten Machte zu warten, bis die deutschen 
Bevollmachtigten sich entfernt hatten. Die Militarmission werde die deutsche 
Delegation in das Hotel des Reservoirs zuruckleiten. Die deutschen 
Bevollmachtigten verlieBen hierauf als erste den Saal und begaben sich auf 
demselben Wege, auf dem sie gekommen waren, sofort in das Hotel des 
Reservoirs zuruck. 

So begann Versailles. Die Manner, die damals ihre Unterschrift unter das Dokument 
setzten, fuhrten nur zu Ende, was ihre Genossen angefangen hatten. "Die Sitzredakteure 
der Weltgeschichte", so hat man Hermann Muller und Dr. Bell damals mit Recht benannt. 
Bezeichnend ist aus jenen Tagen der tiefsten deutschen Schmach die Erkenntnis, dafc 
jene Manner, die die Novemberrevolte herbeigefuhrt hatten, die spater sich in all den 
Jahren als Helden der Revolution feiern liefcen, zu feige und zu jammerlich waren, zu 
Ende zu fuhren und damit vor dem Volke zu verantworten, was sie am 9. November 1918 
begonnen hatten. So trat vor der entscheidenden Abstimmung der Weimarer 
Nationalversammlung Philipp Scheidemann zuruck, sprach davon, dafc die Hand 
verdorren moge, die diesen Vertrag unterzeichnen werde, und schickte dann seinen 
Genossen und Revolutionskollegen Hermann Muller vor und beschwor auf ihn den 
alttestamentarischen Fluch herab, den er grofcsprecherisch vorher in die Massen 
geschleudert hatte. 

Dem Abgeordneten Haase von der USPD. blieb es vorbehalten, den Buttel fur die Entente 
zu machen und in der Nationalversammlung eine grofce Tirade fur die Unterzeichnung des 
Versailler Vertrages loszulassen, nach dem Zentrum und SPD. mit vielen Vorbehalten wie 
immer nur der Gewalt wichen und sich zur Unterzeichnung des Vertrages bereit erklart 
hatten. Dieser Genosse Haase bekam es weiter fertig, folgendes zu erklaren: 

"Wir haben die voile Zuversicht und sind durch die lebhafte soziale 
Bewegung in den genannten Staaten in dieser Zuversicht gestarkt 
worden, dal5 der Friedensvertrag schliefSlich durch die Solidaritat des 
internationalen Proletariats, das Libera 1 1 zur Herrschaft kommen wird, 
abgeandert werden wird. Dem Ententekapitalismus konnen wir mit Fug 
und Recht zurufen: I hr hemmt uns, doch ihr zwingt uns nicht!" 

Das Charakterbild der Parlamentarier der November- Revolution ist so geblieben bis zum 
letzten Tag ihres Bestehens. Sie haben immer sich jedem Druck gefugt, waren nach 
innen grofcsprecherisch, nach aufcen feige und - bildlich gesprochen - an Prugel gewohnt, 
sahen immer nur die nach ihrer Meinung rosige Seite aller Dinge und schwarmten fur 
Silberstreifen und Weltrevolution. Sie waren zum Teil harmlose Ideologen aus 
Wolkenkuckucksheim, noch dummer, als die Polizei es erlaubte, glaubten alles und fielen 
auf alles herein, zum anderen Teil gerissene und geriebene Geschaftsmanner, die in jeder 



Situation wie Fettaugen auf der Bruhe schwammen und die uberall ohne Grundsatze und 
ohne Charakter fur sich personlich das Beste herauszuholen verstanden. So wie diese 
Parlamentarier sah die ganze deutsche AuGenpolitik von 1918 bis zum 30. Januar 1933 
aus. Scheinerfolge waren stets teuer erkauft und standen in gar keinem Verhaltnis zu 
in rem Kaufpreis. 

Es war kein Wunder, daG in den Monaten vor der Machtubernahme durch den 
nationalsozialistischen Staat, als die Reparationszahlungen zunachst einmal aufgehort 
hatten, harmlose Parlamentarier zum 25. Mai von einer nun kommenden 
Wiedergewinnung der GroGmachtstellung Deutschlands traumten. DaG das Aufhoren der 
Reparationszahlungen mit derVerarmung des deutschen Volkes, der Arbeitslosigkeit von 
Millionen und dem wirtschaftlichen Zusammenbruch erkauft worden war, dafc es bei der 
Schwache Deutschlands den sogenannten Siegermachten jederzeit freistand, 
Deutschland erneut zur Wiederaufnahme der Reparationszahlungen zu zwingen, das 
vergafcen sie nur allzugern. Sie waren sehr bescheiden und froh, wenn man sie bei ihren 
Reisen ins Ausland auch leben liefc, vielleicht einmal sogar freundlich guten Tag sagte 
und von ihnen mit einem wohlwollenden Lacheln Notiz nahm. Ein Jahr lang tagte die 
Abrustungskonferenz, versprach mit einem Wechsel auf feme Zeiten Deutschland die 
Gleichberechtigung, liefc diesem Versprechen aber nie die Tat folgen. 

Am 11. Dezember 1932 gaben die Regierungen Englands, Frankreichs und Italiens die 
Erklarung ab, "dafc einer der Grundsatze, die die Konferenz leiten soil, darin bestehen 
muG, Deutschland und den anderen durch Vertrag abgerusteten Staaten die 
Gleichberechtigung zu gewahren in einem System, das alien Nationen Sicherheit bietet". 

DaG dieses System nie gefunden werden wurde, war jedem klar, der Genfer Praktiken 
eine Reihe von Jahren verfolgt hat. Diejenigen, die als Vertreter eines schwachen und 
verarmten Deutschlands in Genf auftraten, sprachen in den Wind. Man horte sie kaum 
an, und nie waren Taten die Folge solcher Forderungen. So schuf die Genfer Liga selbst 
die Lage, in der Deutschland gezwungen war, ihr den Rucken zu kehren. 



Adolf Hitlers Kampf um den Frieden der Welt 

Als Adolf Hitler die Macht ubernahm, fand er auf dem Gebiet der AuGenpolitik nur Fesseln 
vor, aber nirgends einen AnlaG zu irgendeiner Besserung oder aktiveren Gestaltung der 
deutschen AuGenpolitik. Der Fuhrer hat J ahr um J ahr immer wieder in seinen grofcen 
Reden sein aufcenpolitisches Wollen dargelegt, den anderen Nationen immer wieder die 
Hand zur Zusammenarbeit hingestreckt und praktische Moglichkeiten fur diese 
Zusammenarbeit aufgezeigt. Wer heute die Grundsatze nationalsozialistischer 
AuGenpolitik in den ersten vier Jahren nationalsozialistischer Staatsfuhrung studieren will, 
der braucht nur die grofcen auGenpolitischen Reden des Fuhrers dieserjahre lesen. Sie 
sind geradezu ein Leitfaden fur den Kampf Deutschlands um seine aufcenpolitische 
Befreiung und die Befriedung Europas. 

Am 23. Marz 1933 hat Adolf Hitler im Deutschen Reichstag erklart: 

" Deutschland wartet seit J ahren vergebens auf die Einlosung des uns 
gegebenen Abriistungsversprechen der anderen. Es ist der aufrichtige 
Wunsch der nationalen Regierung, von einer Vermehrung des deutschen 
Heeres und unserer Waffen absehen zu konnen, sofern endlich auch die 
iibrige Welt geneigt ist, ihre Verpflichtungen zu einer radikalen 
Abriistung zu vollziehen. Denn Deutschland will nichts als gleiche 
Lebensrechte und gleiche Freiheit. Das deutsche Volk will mit der Welt in 
Frieden leben. Die Reichsregierung wird aber gerade deshalb mit alien 
Mitteln fur die endgultige Beseitigung der Trennung der Volker der Erde 



in zwei Kategorien eintreten. Die Offenhaltung dieser Wunsche fiihrt den 
einen zum MiRtrauen, den anderen zum Hal5 und damit zu einer 
allgemeinen Unsicherheit. Die nationale Regierung ist bereit, jedem Volk 
die Hand zu aufrichtiger Verstandigung zu reichen, das gewillt ist, die 
traurige Vergangenheit einmal grundsatzlich abzuschlieGen..." 

Am 17. Mai 1933 steht der Fuhrer erneut vor dem Reichstag, und das, was er sagt, ist 
das Programm des nationalsozialistischen Deutschlands auf dem Gebiete der 
AuGenpolitik. Er fordert Revision des Versailler Vertrages und seine Ersetzung durch ein 
wirklich dauerhaftes Vertragswerk, dessen Aufgabe es nicht ist, Wunden zu reifcen oder 
vorhandene offen zu halten, sondern Wunden zu schliefcen und zu heilen. 

Unter erneuter Anmeldung des deutschen Anspruches auf Gleichberechtigung erklart der 
Fuhrer zugleich die Bereitschaft, von dieser Gleichberechtigung nur in einem durch 
Verhandlungen festzustellenden Umfange Gebrauch zu machen und notigenfalls eine 
Ubergangsperiode von funfjahren fur die Herstellung einer nationalen Sicherheit 
anzunehmen, in der Erwartung, dafc nach dieser Zeit die wirtschaftliche Gleichstellung 
Deutschlands mit den anderen Staaten erfolgt. Der Fuhrer erklart gleichzeitig 
Deutschlands grundsatzliche Bereitschaft zum Verzicht auf Angriffswaffen, wenn 
innerhalb eines bestimmten Zeitraums die anderen Nationen ihre Angriffswaffen 
vernichteten und durch eine internationale Konferenz ihre Anwendung verboten wurde. 
Die Anregung Mussolinis, ein enges Arbeits- und Vertrauensverhaltnis der grofcen 
europaischen Machte England, Frankreich, Italien und Deutschland herbeizufuhren, 
begrufct der Fuhrer ebenso herzlich wie den vom amerikanischen Prasidenten Roosevelt 
am 16. Mai 1933 gemachten Vorschlag, durch Abrustungs- und Nichtangriffsverpflichtung 
den Frieden der Welt zu sichern, zumal als Grund fur die umfassenden Rustungen 
anderer Staaten nie die Furcht vor einer deutschen Invasion vorgeschoben werden 
konne. 

"Deutschland ist bereit, jedem feierlichen Nichtangriffspakt 
beizutreten, denn Deutschland denkt nicht an einen Angriff, sondern an 
seine Sicherheit. Die deutsche Regierung und das deutsche Volk werden 
sich aber unter keinen Umstanden zu irgendeiner Unterschrift notigen 
lassen, die eine Disqualifizierung Deutschlands bedeuten wurde. Der 
Versuch, dabei durch Drohungen auf Regierung und Volk einzuwirken, 
wird keinen Eindruck zu machen vermogen. Es ist denkbar, dal5 man 
Deutschland gegen jedes Recht und gegen jede Moral vergewaltigt, aber 
es ist undenkbar und ausgeschlossen, dafc ein solcher Akt von uns selbst 
durch eine Unterschrift Rechtsgultigkeit erhalten konnte. Als dauernd 
diffamiertes Volk wurde es uns auch schwer fallen, noch weiterhin dem 
Volkerbund anzugehoren." 

Die Beharrung auf dem unumstofclichen Grundsatz der Gleichberechtigung und die immer 
wieder bekundete Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit alien Volkern sind die beiden 
Pole der deutschen AuGenpolitik von 1933 bis heute geblieben. Wenn von dieser 
Bereitwilligkeit nicht in noch starkerem MaGe Gebrauch gemacht wurde, so ist das nicht 
die Schuld des deutschen Volkes und der Regierung Adolf Hitlers, wie es ebenso nicht 
Deutschlands Schuld ist, dafc man in verschiedenen Nationen die Bedeutung der 
deutschen Erklarungen nicht begreifen wollte, um sich den Ruckwirkungen dieser 
Erklarungen auf die europaische Politik und auf die Rustungen zu entziehen. Den 
Schaden, der aus dieser Einstellung erwuchs, haben alle volker tragen mussen, ohne 
ihren Regierungen die Rechnung dafur einreichen zu konnen. Man war in den 
europaischen Hauptstadten zu lange gewohnt, mit einem schwachen und fuhrerlosen 
Deutschland nach Willkur zu verfahren und wollte zunachst noch nicht glauben, dafc diese 
Zeit mit dem Jahre 1933 zu Ende sein sollte. Man hatte sonst vielleicht fruher in die 
dargebotene Hand Deutschlands eingeschlagen. 



Austritt aus Abriistungskonferenz und volkerbund 

So bleibt schliefclich nichts weiter ubrig, als die Ankundigung des Fuhrers vom 17. Mai 
1933 wahr zu machen. Am 14. Oktober 1933 verlaRt Deutschland die 
Abriistungskonferenz und erklart anschliefSend seinen Austritt aus dem 
Volkerbund. Gleichzeitig mit diesem Schritt aber wird erneut die Bereitwilligkeit der 
deutschen Reichsregierung und des deutschen Volkes betont, 

"...durch den AbschlufS kontinentaler Nichtangriffspakte auf langste Sicht 
den Frieden Europas sicherzustellen, seiner wirtschaftl ic hen Wohlfahrt zu 
dienen und am allgemeinen kulturellen Aufbau teilzunehmen." 

Im Hinblick auf Frankreich erklart der Fuhrer am gleichen Tag in seiner Rundfunkrede: 

"Es wiirde ein gewaltiges Ereignis fur die ganze Menschheit sein, 
wenn die beiden Volker einmal fur immer die Gewalt aus ihrem 
gemeinsamen Leben verbannen mochten. 

Das deutsche Volk ist dazu bereit." 



Praktische Friedenstaten gegen Genfer Theorie 

Schon kurze Zeit darauf wird der vom Fuhrer aufgestellte aulSenpolitische 
Grundsatz der direkten Verhandlungen von Staat zu Staat in die Tat umgesetzt. 

Am 26. Januar 1934 schliefct Adolf Hitler mit der polnische Regierung einen zehnjahrigen 
Nichtangriffspakt. So wird einer der gefahrlichsten Konfliktherde Europas durch einen 
entscheidenden Schritt des Fuhrers beseitigt und damit dem gesamten europaischen 
Frieden gedient. 

Zum ersten Male siegt die praktische Tat uber die Genfer Theorien. 

Trotz des Austritts aus der Abriistungskonferenz und dem Volkerbund versucht 
Deutschland zunachst weiter, auf dem Verhandlungswege die Gleichberechtigung 
insbesondere auch in militarischer Hinsicht zu erlangen. Deutschland erhebt die 
Forderung auf ein 300.000-Mann-Heer mit entsprechender Ausrustung als 
Verteidigungsarmee angesichts der Deutschland umgebenden hochgerusteten Staaten. 



Die Episode der Einkreisungsreisen 

In diesem Augenblick wittert Frankreich Gefahrfur sein zur Niederhaltung Deutschlands 
aufgerichtetes System. Es beginnt das groG angelegte franzosische Spiel, das darauf 
abzielt, die Gleichberechtigung Deutschlands zumindest so lange hintanzuhalten, bis es 
gelungen sein wurde, entweder Deutschland in ein neues Paktsystem hineinzuziehen 
oder aber Deutschland durch ein anderes Paktsystem bis zur Bewegungsunfahigkeit 
einzukreisen. Am 17. April 1934 finden die Rustungsverhandlungen ihren dramatischen 
AbschluG mit Barthous "Nein" zu den deutschen Vorschlagen uber die Erhohung des 
Heeres auf 300.000 Mann. 

Die franzosische Paktmaschine lauft auf Hochtouren. Barthou macht Einkreisungsreisen 
nach Brussel, Warschau, Prag, Bukarest und Belgrad, bereitet eine Reise nach Rom vor 
und halt enge Fuhlung mit London. Die Sowjetunion wird in das franzosische Paktsystem 
mit einbezogen und fur die europaische Politik salonfahig gemacht. Der Vorschlag eines 
Ostpaktes wird in die Debatte geworfen und Deutschland, Polen und SowjetruGland zur 



Beteiligung aufgefordert. SowjetruRland wird auf Betreiben Frankreichs in den 
Volkerbund aufgenommen. 

Die Bilanz dieser Bemuhungen ist die Erkenntnis, daG Frankreich die dargebotene Hand 
Deutschlands nicht will, sondern auf der Sicherung seiner Vorherrschaft uber Deutschland 
und der Niederhaltung des Deutschen Reiches beharrt und fur die Durchfuhrung dieser 
Politik alles zu tun bereit ist. 



Die Saar wird frei 

Das Jahr 1935 beginnt politisch mit einem aufcerordentlich freudigen Ereignis fur 
Deutschland. In der Saarabstimmung bekennen sich 477.199 Menschen oder 90,5% der 
Wahlberechtigten zum Deutschen Reich. Die Saar kehrt heim! Zwei Tage spater erklart 
der Fuhrer in seinem Dank an die Saarbewohner: 

"Eure Entscheidung, deutsche Volksgenossen von der Saar, gibt mir 
heute die Moglichkeit, als unseren opfervollen geschichtlichen Beitrag zu 
der so notwendigen Befriedung Europas die Erklarung abzugeben, dal5 
nach dem Vollzug Eurer Ruckkehr das Deutsche Reich keine territorialen 
Forderungen an Frankreich mehrstellen wird... 

Unser aller Wille ist es, dal5 dieses deutsche Ende eines so traurigen 
Unrechts zu einer hoheren Befriedung der europaischen Menschheit 
beitragen moge; denn so grolS und unbedingt unsere Entschlossenheit ist, 
Deutschland die Gleichberechtigung zu erringen und zu sichern, so sind 
wir gewillt, uns dann nicht jenen Aufgaben zu entziehen, die zur 
Herstellung einer wahren Solidaritat der Nationen gegeniiber den 
heutigen Gefahren und Noten erforderlich sind." 

Und am folgenden Tage fuhrt Adolf Hitler in einer Unterredung mit einem englischen 
Journalisten aus: 

"I ch spreche zwei Bekenntnisse offen aus: 

1. Deutschland wird von sich aus niemals den Frieden brechen, und 

2. wer uns anpackt, greift in Dornen und Stacheln. Denn ebenso, wie 
wir den Frieden lieben, lieben wir die Freiheit." 

Barthou ist tot; das Attentat auf Konig Alexander von J ugoslawien am 9. Oktober 1934 
kostete auch ihm das Leben. Die Linie der franzosischen AuGenpolitik istjedoch durch inn 
bereits so festgelegt, dafc auch seine Nachfolger wenig mehr daran zu andern vermogen. 
Sie fuhrt zwangslaufig zur Selbstbefreiung Deutschlands aus den Fesseln des Versailler 
Vertrages und zur Wiederherstellung der vollen deutschen Souveranitat. 

Am 7. Januar 1935 unterzeichnen Mussolini und Laval in Rom ein Protokoll, durch das 
Italien in das franzosische Paktsystem gegen Deutschland einbezogen wird unter 
Zugestandnissen und Versprechungen in Afrika, aus denen sich praktisch spater der 
italienisch-abessinische Krieg entwickelt. Am 3. Februar 1935 wird Deutschland das 
franzosisch-englische Londoner Protokoll vorgelegt, in dem auch der AbschluB eines 
Luftpaktes zwischen Frankreich, England, Italien, Deutschland und Belgien angeregt 
wurde. In diesem Protokoll wird noch einmal derVersuch gemacht, Deutschland vor 
eigenen Schritten zur Erzielung seiner Gleichberechtigung zuruckzuhalten. Bezuglich der 
deutschen Gleichberechtigung bringt das Protokoll jedoch nichts Neues, sondern versucht 
wiederum, auf der Basis vom Dezember 1932 Deutschland die Gleichberechtigung im 
Rahmen eines sogenannten Sicherheitssystems auf langere Sicht in Aussicht zu stellen 
und Deutschland zunachst erst einmal wieder ohne jede Gegenleistung in den Volkerbund 



hineinzubringen. Es wird alles getan, jede eigene Initiative Deutschlands zur 
Herbeifuhrung weiterer zweiseitiger Vereinbarungen mit anderen Staaten zu verhindern. 



Wieder allgemeine Wehrpflicht 

Als dann Frankreich seine militarische Kraft durch Einfuhrung der zweijahrigen Dienstzeit 
noch weiter vermehrt, da ist Deutschland gezwungen, wegen der Gefahrdung der 
eigenen Sicherheit angesichts dieser Gesamtlage zur Tat zu schreiten. Am 16. Marz 
1935 zerbricht Adolf Hitler unter dem J ubel des deutschen Volkes die Fesseln 
von Versailles, verkiindet die allgemeine Wehrpflicht und schafft Deutschland 
wieder eine eigene Wehrhoheit. Nochmals wird versucht, nunmehr die ubrige Welt zu 
friedlichen Vereinbarungen mit Deutschland zu bringen: 

"Denn in dieser Stunde erneuert die deutsche Regierung vor dem 
deutschen Volke und vor der ganzen Welt die Versicherung ihrer 
Entschlossenheit, Liber die Wahrung der deutschen Ehre und der Freiheit 
des Reiches nie hinauszugehen und insbesondere in der nationalen 
deutschen Aufrustung kein I nstrument kriegerischer An griff e, als 
vielmehr ausschlieBlich der Verteidigung und damit der Erhaltung des 
Friedens bilden zu wollen." 

Die Konferenz von Stresa ist die Antwort auf das neue deutsche Angebot. Die 
Gedankengange des Londoner Protokolls werden, obwohl sie einen Ruckschritt bedeuten, 
wiederholt und die Machte von Stresa noch einmal auf den Londoner Vertrag festgelegt. 
Die auf Verlangen Frankreichs zum 15. April nach Genf einberufene Tagung des 
Volkerbundrates verurteilt den selbstandigen Schritt Deutschlands und setzt einen 
AusschuG ein, der die Sanktionen prufen soil, die kunftig gegen einen Staat zu ergreifen 
seien, der "durch einseitige Aufkundigung seiner internationalen Verpflichtungen den 
Frieden gefahrden sollte". 

Die Reichsregierung weist am 20. April diesen VorstoG des Volkerbundrates als eine 
Kampfansage und einen neuen Versuch einer Diskriminierung Deutschlands entschieden 
zuruck und bestreitet den beteiligten Nationen das Recht, sich zum Richter uber 
Deutschland aufzuwerfen und ausgerechnet Deutschland angesichts seiner eigenen 
neuen Friedensversicherungen als den Friedensstorer hinzustellen, die dauernden 
Rechtsverletzungen der anderen, die Nichterfullung ihrer Abrustungsverpflichtung aber 
stillschweigend zu ubergehen. 

Wie richtig das Verhalten Deutschlands ist, zeigt clei AbschluR des sowjetrussisch- 
franzosischen Paktes vom 2. Mai 1935. Sowjetru Bland glaubt 1935, daG nunmehr der 
Zeitpunkt gekommen sei, aktiv in die politische Gestaltung Europas einzugreifen und der 
bolschewistischen Weltrevolution zunachst einmal durch AbschluG von Pakten und durch 
Einkreisung des wichtigsten Gegners der Sowjetunion den Boden zu bereiten. 

Uber die Stellung Deutschlands zur Sowjetunion hat vom Tage der Machtubernahme 
durch Adolf Hitler an niemals ein Zweifel bestanden. Von Anfang an hat der 
Nationalsozialismus festgestellt, dafc Nationalsozialismus und Bolschewismus wie Feuer 
und Wasser sind. Ein Paktieren zwischen diesen beiden Weltanschauungen ist ein Ding 
der Unmoglichkeit. Der Bolschewismus hat die Weltrevolution auf seine Fahne 
geschrieben. Er will den judischen Geist der Zersetzung alien anderen Volkern 
aufzwingen und sie unter seine Knute zwingen. Es braucht niemand zu wundern, wenn 
die Volker sich dagegen wehren und sich dagegen verwahren, dafc in ihren eigenen 
Grenzen unter dem Namen von kommunistischen Parteien Filialen einer Organisation 
errichtet werden, deren Aufgabe es ist, den Umsturz vorzubereiten und Land und Volk 



unter fremden EinfluG zu bringen. Die Reichsparteitage 1935 und 1936 der NSDAP. 
waren die deutliche Antwort auf diese Bestrebungen des Bolschewismus. 

Am 21. Mai 1935 nimmt der Fuhrer in seiner Reichstagsrede zu der aufcenpolitischen 
Entwicklung Stellung und wiederholt insbesondere Deutschlands Bereitschaft zum 
AbschluB von Nichtangriffspakten. Er begrundet ferner die Ablehnung des Ostpaktes: 

"Wir haben aber nicht die Moglichkeit, solche Vertrage durch 
Beistandsverpflichtungen zu erganzen, die weltanschaulich, politisch und 
sachlich fur uns untragbar sind. Der Nationalsozialismus kann nicht die 
Angehorigen des deutschen Volkes, d.h. seine Anhanger, zum Kampf 
aufrufen fur die Erhaltung eines Systems, das in unserem eigenen Staat 
zumindest als unser grimmigster Feind in Erscheinung tritt. Die 
Verpflichtung zum Frieden, ja! Eine Kampfhilfe des Bolschewismus 
wiinschen wir selbst nicht und waren auch nicht in der Lage, sie zu 
geben." 

In 13 Punkten fixiert die Reichsregierung ihre Stellungnahme zu den schwebenden 
internationalen Problemen und erklart sich noch einmal bereit, den Locarnovertrag so 
lange zu halten, als auch die anderen Vertragspartner inn einzuhalten bereit sind. Es wird 
erneut die Bereitschaft zum AbschluB eines Luftabkommens und zur Beteiligung an alien 
Besprechungen zum Ausdruck gebracht, die zur praktischen Rustungsbegrenzung fuhren 
konnen. 



Das deutsch-englische Flottenabkommen 

Als Tat folgt dieser Rede am 18. Juni 1935 das deutsch-englische Flottenabkommen, 
durch das die deutsche Flotte fur dauernd in ein Verhaltnis von 35% zur englischen Flotte 
gebracht wird. 

Um zu verhindern, dafc Deutschland weiterhin auf Konferenzen vor vollendete Tatsachen 
gestellt wird, erklart der Fuhrer, dal5 Deutschland fortab an keiner Konferenz 
mehr teilnehmen wird, an deren Programmaufstellung es nicht von vornherein 
beteiligt gewesen ist. 

Im Sommer 1935 kann man gegenuberstellen: 

1. die aufcenpolitischen Taten Deutschlands mit dem immer neuen Bemuhen zur 
Sicherung des Friedens, und 

2. das Vertragsnetz Frankreichs mit der eigensuchtigen und imperialistischen 
Zielsetzung, durch die Unfrieden und Unordnung in Europa geschaffen wird. 



Zusammenbruch der Front von Stresa 

Eine Wende in dieser Entwicklung ist am 3. Oktober 1935 der Einmarsch italienischer 
Truppen in abessinisches Gebiet Die Front gegen Deutschland fallt auseinander, Stresa 
gehort der Vergangenheit an. Die Volkerbundsmachte vereinigen sich zum ersten Male zu 
einem Sanktionskriege gegen Italien, der Italien nicht daran hindern kann, sich den 
kolonialen Raum zu schaffen, den es braucht, fur die Sanktionsmachte aber zu einem 
klaglichen und beschamenden MiBerfolg wird. 



Das Rheinland wieder frei 

Am 27. Februar 1936 wird trotz der einwandfreien Feststellungen Deutschlands, daGder 
franzosisch-sowjetrussische Pakt einen Bruch des Locarnopaktes bedeute, dieser 
von der franzosischen Kammer ratifiziert. Die Folgerung aus diesem Schritt Frankreichs 
zieht die deutsche Reichsregierung am 7. Marz 1936. Nach der Zerstorung des 
Locarnovertrages durch Frankreich und den dadurch erfolgten Zusammenbruch des 
Sicherheitssystems im Westen stellt sie zur Sicherung des Reiches die voile 
Souveranitat fur die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes wieder her. Die 
Berechtigung zu diesem Schritt, insbesondere die Berechtigung der Auffassung, dafc 
Frankreich mit dem AbschluG des Sowjetpaktes den Locarnovertrag gebrochen habe, wird 
naturlich bestritten. Der deutsche Schritt wird jedoch hingenommen, ohne daB 
Sanktionen erfolgen oder daG die garantierenden Machte des Locarnovertrages 
einschreiten. Es mehren sich im Gegenteil in alien Landern die Zeichen des 
Verstandnisses fur den deutschen Schritt, der ja nichts weiter darstellt als das, was jeder 
Staat der Welt ohne weiteres fur sich in Anspruch nimmt: die voile Souveranitat uber das 
eigene Staatsgebiet, die keinerlei Spitze gegen einen fremden Staat enthalt. 



Neuer deutscher Friedensplan 

In dem Memorandum, das am 7. Marz 1936 den Locarnomachten uberreicht wurde, um 
ihnen Mitteilung von dem deutschen EntschluG und seiner Begrundung zu machen, 
unterbreitet Deutschland wiederum zugleich neue praktische Vorschlage zur Sicherung 
des Friedens im Westen und nimmt von samtlichen an Deutschland angrenzenden 
Staaten auch Litauen nicht mehr aus, nachdem dieses sein Verhalten im Memelgebiet 
einer gewissen Korrektur unterzogen hat. 

Die darauf folgenden Plankeleien der Restlocarnomachte sind nur noch 
Ruckzugsgefechte, denen keine Bedeutung mehr zukommt. Zwei Tage nach jener 
Abstimmung, die ein Vertrauensvotum fur den Fuhrer und die Reichsregierung darstellte, 
wie es noch niemals eine Regierung der Welt besaG, am 31. Marz 1936, schlagt 
Deutschland noch einmal einen Friedensplan von 19 Punkten vor. Es wird abermals 
Deutschlands Bereitschaft festgestellt, mit jedem europaischen Staat Nichtangriffspakte 
abzuschliefcen, noch einmal wird eine allgemeine Abrustung vorgeschlagen. Die Antwort 
ist lediglich am 8. April ein franzosischer Plan auf der Basis der kollektiven Sicherheit, ein 
Plan, der also Deutschland zwingen wurde, fur fremde Interessen und zugunsten von 
fremden Staaten, mit denen Deutschland nichts gemein hat, das Leben deutscher 
Soldaten einzusetzen. Deutschland betont noch einmal, daG es in der sogenannten 
kollektiven Sicherheit eine viel grofcere Gefahr fur den Frieden Europas sahe als in dem 
AbschluG von zweiseitigen Pakten, weil das franzosische Paktsystem bei 
Streitigkeiten zwischen zwei Staaten eine Reihe von anderen zwangslaufig in 
diesen Streit mit hineinziehen wurde. 

Der deutsche Friedensplan bleibt ohne Auswirkung, weil Frankreich auf dem System der 
kollektiven Sicherheit beharrt und es sogar in Genf verankert, obwohl das Gebaude der 
kollektiven Sicherheit bereits im Rohbau starke Risse zeigt. Seine Unmoglichkeit beweist 
bereits der italienisch-abessinische Krieg und beweist weiter der spanische Burgerkrieg 
und das viele Monate wahrende Handeln um die Nichteinmischung, das schliefclich rein 
formell zu einer Kontrolle fuhrt, aber keinerlei praktische Auswirkungen zeigt. Denn 
gerade Frankreich setzt die Lieferung von Waffen und Menschen trotz aller 
KontrollmaGnahmen fort. 

Am 14. Oktober 1936 sprengt Belgien die Fesseln der kollektiven Pakte, indem der 
belgische Konig den absoluten Willen Belgiens zur Neutralitat verkundet, also zur 
absoluten Selbstandigkeit seiner Entscheidungen und zur Loslosung von alien 



Verpflichtungen einer Beistandsleistung. Dieser Wille zur Abkehr von den bestehenden 
Bundnissen und Abmachungen kommt seitdem auch bei einer Reihe anderer mittlerer 
und kleiner Staaten zum Ausdruck, die nicht automatisch in einen Krieg zu verwickelt 
werden wunschen, ohne daG sie selbst interessiert sind. 

Wahrend rings um Deutschland ein System zusammenbricht, dessen treibende Kraft der 
franzosische Imperialismus ist, schreitet Deutschland unbeirrt auf dem Wege zweiseitiger 
friedlicher Vereinbarungen fort. Am 11. Juli 1936 wird das Verstandigungsabkommen mit 
Osterreich geschlossen und so der Grund gelegt zu einer Gemeinsamkeit der beiden 
deutschen Staaten. Die Beziehungen des Reich es zu Litauen werden normalisiert. Die 
weitere Entwicklung wird gekennzeichnet durch die deutschen Angebote der 
Neutralitatsgarantien an Belgien, die Niederlande, die Schweiz und Luxemburg. 



Die Achse Berlin-Rom 

Durch die Vereinbarungen mit Italien wird die Achse Berlin-Rom zu einem bestimmenden 
Moment der europaischen Politik. Deutschland kann die Genugtuung erleben, daG das 
System der zweiseitigen Abmachungen zur Sicherung des Friedens auch von 
anderen Staaten als das zweckmafSigste anerkannt und zwischen Italien und 
Jugoslawien nach dem Vorbild der deutsch-polnischen Verstandigung ein entsprechender 
Vertrag geschlossen wird. Es ergibt sich daraus die um sich greifende Erkenntnis, dafc 
nun Abmachungen, in denen tatsachlich interessierte Staaten die zwischen ihnen 
bestehenden Gegensatze bereinigen, die Voraussetzung fur eine Friedenssicherung und 
damit fur den Gesamtfrieden Europas sein konnen. 

Am 30. J anuar 1937, am Abschlusse der ersten vier J ahre nationalsozialistischer 
Staatsfuhrung, hat der Fuhrer in seiner grofcen Reichstagsrede verkundet, dafc fur 
Deutschland nun die Zeit der Uberraschungen vorbei ist. Er hat zum Ausdruck gebracht, 
daG Deutschland infolge des Verhaltens der Vertragsmachte von Versailles zu seinen 
selbstandigen Schritten im Interesse der Sicherheit des Deutschen Reiches gezwungen 
worden ist, dafc Deutschland gar nicht beabsichtigt, nachdem es uber sein eigenes 
Staatsgebiet die unbeschrankte Hoheit wiedererlangt und zum Schutze der deutschen 
Grenzen ein Volksheer geschaffen hat, weitere selbstandige Schritte zu unternehmen. 
Damit ist alien den Behauptungen den Boden entzogen, dafc Deutschland keine Vertrage 
halte und als Vertragspartner deshalb unmoglich ist. 

Wenn der Wert auch in der Politik an den Resultaten und Erfolgen zu erkennen ist, so 
durfte das Urteil uber die nationalsozialistische deutsche AuGenpolitik seit 1933 nicht 
schwer zu fallen sein. Uberraschend klar und eindringlich zeigt sich im Lichte der rein 
historischen, allein die Tatsachen berucksichtigenden Betrachtung uber die 
nationalsozialistische Aufcenpolitik im Rahmen der gesamteuropaischen Politik die 
unbedingte Geradlinigkeit und Folgerichtigkeit der deutschen Friedenspolitik 
seit 1933. Der eiserne und unerschutterliche Wille des Fuhrers, sein unbedingtes 
Festhalten an einer als richtig erkannten Linie allein haben das Werk der 
Wiederaufrichtung, so wie es heute vor uns steht, ermoglicht. Mit Stolz und innerer 
Befriedigung darf Adolf Hitler und mit ihm das deutsche Volk auf dieses grofce Werk 
blicken. 

Die Welt aber sollte nun endlich ihre Scheuklappen, die sie vor Deutschland aufgesetzt 
hat, abnehmen, um seinen durch Taten langst erharteten und bewiesenen ehrlichen 
Friedenswillen und die konstruktiven Elemente der nationalsozialistischen deutschen 
AuGenpolitik klar zu erkennen. Sie sollte angesichts der auGenpolitischen Friedenstaten 
Adolf Hitlers nicht mehr in Schriften wuhlen, sondern sich des Wortes des Fuhrers 
erinnern: 



"Ich bin kein Schriftsteller, ich bin Politiker. Meine Korrekturen nehme ich in 
meiner AuRenpolitik vor. Meine Korrektur trage ich in das grofce Buch der 
Geschichte ein!" 



4. Der Weg zum Dritten Reich 

Es sind nicht wenige gewesen, die im November 1918 in all dem Taumel den inneren Halt 
verloren und aus dem nationalen Lager in das der Demokratie gingen, weil sie glaubten, 
dafc nun - wenn auch unter Schmerzen - ein Reich geboren werden konne, das alle 
deutschen Stamme umfafct, und so ihrem grofcdeutschen Sehnen Erfullung werden 
wurde. Die Fursten waren gefallen. Was stand noch der Schaffung eines einheitlichen, 
einigen Deutschen Reiches entgegen? Osterreich verkundete seinen Willen zum AnschluG, 
und eine Bewegung ging durch alle deutschen Volksteile Europas: Hin zum Reich! 



Die Fursten gingen - die Bonzen kamen 

Der gunstige Augenblick fand nur kleine Geister. Die Fursten gingen - die Bonzen kamen. 
Die Zerrissenheit des Reiches blieb und wuchs; wuchs in einem solchen Mafce, dafc es 
Augenblicke gab, in denen sie fast den Rahmen des Reiches sprengte. Reich gegen 
Lander und Lander gegen Reich. Das ist immer wieder das innerpolitische Thema in den 
14 Jahren Weimarer Republik gewesen. Es gab Reichsexekutionen gegen Lander, 
Landerdrohungen gegen das Reich. Regierungen wurden mit militarischer Hilfe abgesetzt. 
Gemeinden sagten den Landern den Gehorsam auf, Lander griffen in die gemeindliche 
Selbstverwaltung ein. Ferner denn je erschien der Tag, an dem einmal die Grenzpfahle 
im Innern des Reiches fallen wurden. 



"J eder einmal Minister" 

Der Drang zur Futterkrippe siegte uber den Drang zum einigen Reich. "J eder einmal 
Minister" wurde die Parole, und die Vielzahl der kleinen Landesregierungen, deren 
Ministerzahl oft im umgekehrten Verhaltnis zur GroGe des Landes anschwoll, bot 
genugend Moglichkeiten dafur. Regierungskrisen in Reich und Landern waren an der 
Tagesordnung. Womit sollte sich auch sonst die Vielzahl der Parlamente beschaftigen? 
Zur positiven Arbeit waren sie nicht fahig, so beschaftigten sie sich dann ausschliefclich 
mit reinen Machtkampfen, mit Kampfen um Formen und Posten. Nie jedoch waren die 
Folgen ihres Wirkens positive Mafcnahmen fur das deutsche Volk. 

Es ist eine Binsenweisheit, dafceine Regierung zur Erzielung grower Leistungen der 
Stetigkeit bedarf. Ein Parlament ist niemals zur Erzielung grower Leistungen fahig. Denn 
jeder geniale Plan, jede gute Idee wird im Parlament zunachst von den Vertretern der 
Parteien zerredet, von denen keine der anderen den Ruhm gonnt, Urheberin irgendeiner 
wirkungsvollen Aktion zu sein. 

So sind in den Jahren 1918 bis 1933 ganz ohne Zweifel viele gute Anregungen im 
Reichstag und den zahlreichen Parlamenten in ihren Ausschussen und Unterausschussen 
untergegangen, weil die eigene Unzulanglichkeit der Parlamentarier sie vor den 
Auswirkungen jeden grofceren Planes erschrecken liefc. Hatte jenem Reichstag ein Adolf 
Hitler seinen Plan zur Bau der Reichsautobahnen vorgelegt, man hatte ihn fur irrsinnig 
und grofcenwahnsinnig erklart, und wenn etwa der Reichstag sich schlieBlich 
herbeigelassen haben sollte, sich uberhaupt auf die Behandlung des Themas einzulassen, 



dann waren vielleicht "probeweise" 12 Kilometer Autobahn gebaut worden 
man sich fur alle Zeiten begnugt. 



damit hatte 



Die Tatsache, dafc die Zeit von 1918 bis 1933 bar jeder grofceren Leistung blieb, daG dort 
nichts geschah oder geschaffen wurde, was irgendwie uber das NormalmaG hinausgeragt 
hatte, liegt nicht zuletzt im parlamentarischen System begrundet. Wenn eine Regierung 
jeden Tage gewartig sein muG, von einem Parlament davongejagt zu werden, woher soil 
sie dann die innere Ruhe und Sammlung nehmen, Plane auf lange Sicht zu fassen und 
mit der Durchfuhrung von Aufgaben zu beginnen, fur die eine Reihe von J ahren benotigt 
wird? 

24 Regierungen hat das deutsche Volk von 1918 bis 1933 uber sich ergehen 
lassen mussen, von denen einige nur wenige Tage oder Wochen am Ruder 
waren. Der Rekord einer Regierungszeit betrug in diesen J ahren 21 Monate, 
steht aber vereinsamt auf seiner Hohe. Nur 5 von 24 Kabinetten haben langer 
als ein J ahr regiert. 

Die personliche Unzulanglichkeit der meisten Minister dieser Systemjahre ist bei dieser 
Betrachtung gar nicht in Rechnung gestellt. Es sind nicht wenige von ihnen, die 
schliefclich wegen Korruption und anderer Verbrechen vor Gericht gestellt werden mufcten 
und deren sachliche und menschliche Unzulanglichkeit sich an zahlreichen Beispielen 
schlaglichtartig zeigt. (Reichskanzler Bauern, Reichspostminister Hofle u.a.) 

Folgende Regierungen haben sich in einem Zeitraum von 14 J ahren und zwei Monaten 
am deutschen Volke versucht: 



9. ii. : 


L918 - 16. 11. 1918 


16. 11. 


ii 


29. 12. 


ii 


13. 2. 


1919 


21. 6. 


ii 


3. 10. 


ii 


27. 3. 


1920 


21. 6. 


ii 


10. 5. 


1921 


26. 10. 


ii 


22. 11. 


1922 


13. 8. 


1923 


6. 10. 


ii 


30. 11. 


ii 


3. 6. 


1924 


15. 1. 


1925 


20. 1. 


1926 


17. 5. 


ii 


29. 1. 


1927 


29. 6. 


1928 


30. 3. 


1930 


12. 10. 


1931 


2. 6. 


1932 


3. 12. 


ii 



Kabinett Ebert 

Rat der Volksbeauftragten (Ebert/Haase) 

Rat der Volksbeauftragten 

(Ebert, Ausscheiden der Unabhangigen) 

Kabinett Scheidemann (Soz.) 



1. 
2. 
1. 

1. 
2. 

1. 
2. 
1. 
2. 
1. 
2. 
3. 
4. 
2. 
1. 
2. 



Bauer (Soz.) 
Bauer (Soz.) 
H. MLiller (Soz.) 
Fehrenbach (Zentr.) 
Wirth (Zentr.) 
Wirth (Zentr.) 
Cuno 

Stresemann (DVP.) 
Stresemann (DVP.) 
Marx (Zentr.) 
Marx (Zentr.) 
Luther (DVP.) 
Luther (DVP.) 
Marx (Zentr.) 
Marx (Zentr.) 
H. MLiller (Soz.) 
Briining (Zentr.) 
Briining (Zentr.) 
v. Papen 
v. Schleicher 





7 Tage 


1 Mon. 13 " 


1 


15 " 


4 


7 " 


3 


12 " 


5 


24 " 


2 


24 " 


10 


19 " 


5 


16 " 


12 


26 " 


8 


21 " 


1 


23 " 


1 


24 " 


6 


3 " 


7 


12 " 


12 


5 " 


3 


27 " 


8 


12 " 


17 




21 


1 " 


18 


12 " 


7 


21 " 


6 


1 " 


1 


27 " 



280 Millionen Mark fur die Parlamente 

Deutschland hatte imjahre durchschnittlich 2.200 Parlamentarier zu ernahren, die sich 
auf den Reichstag und die einzelnen Landtage verteilten. Der Gesamtverbrauch an 
Parlamentariern in Reich und Landern in der Zeit von 1918 bis zum 30. Januar 1933 
betrug 10.683. Uber zehntausend kleine "Konige" haben also versucht, Deutschland zu 
regieren. Die Kosten fur diese Parlamentarier betrugen von 1919 bis 30. Januar 1933 ca. 
200 Millionen Mark, unter Ansatz der Kosten, die die Aufrechterhaltung des gesamten 
parlamentarischen Apparates (Personal, Gebaude usw.) verursachte, in 14 Jahren sogar 
280 Millionen Mark. Sie standen also im umgekehrten Verhaltnis zu den Leistungen der 
Herren. Der Schaden allerdings, den sie angerichtet haben, betragt ein Vielfaches dieser 
Summe. 



Verantwortung im nationalsozialistischen Staat 

Der nationalsozialistische Staat hat an die Stelle der Verantwortung von unten nach oben 
die Verantwortung von oben nach unten gesetzt. Sein Grundsatz lautet: Je hoher die 
Stellung, desto grower die Verantwortung. Er hat die Hoheit der Lander beseitigt, die Zahl 
der Landerminister auf das geringstmogliche MaG heruntergesetzt, die Landerparlamente 
abgeschafft, die Verwaltung verbilligt und vereinfacht und der Regierungsarbeit die 
Stetigkeit gegeben, die die allein tragfahige Grundlage fur all die grofcen Leistungen der 
letzten vier Jahre gewesen ist. 

Er hat in der Erkenntnis der Tatsache, daG nicht eine anonyme Vielheit regieren und 
bestimmen, sondern immer nur einer fuhren kann, die Regierungsarbeit aus dem 
Reichstag in das Reichskabinett verlegt und den Reichstag wieder zu dem gemacht, was 
er eigentlich sein soil, eine Vertretung des Volkes, die zur Beratung und Unterstutzung 
der Reichsregierung bestimmt ist und nicht eine Nebenregierung sein darf, die die 
praktische Regierungsarbeit lahmlegt. 



Moderne Demokratie 

I m Staate Adolf Hitlers ruht das Fundament der Regierung wieder direkt im Volke. I n 
keinem Staat der Welt ist die unmittelbare Verbindung zwischen Regierung und Volk so 
eng wie gerade im nationalsozialistischen Staat, der damit der demokratischste Staat der 
Welt ist. Wie keine Regierung der Welt hat die Regierung Adolf Hitlers J ahr um J ahr an 
das deutsche Volk appelliert und ihm Gelegenheit gegeben, in Abstimmungen zur Politik 
der Reichsregierung und wichtigen Lebensfragen der Nation Stellung zu nehmen. Sie 
konnte das in dem BewuGtsein tun, so fest im Volke verankert zu sein, dafc sie die 
Entscheidung des Volkes nicht zu scheuen brauchte. 

Am 5. Marz 1933 waren es 17.269.629 Deutsche, die sich mit 43,9 Prozent aller 
abgegebenen Stimmen bei der Reichstagswahl zum Fuhrer und zur NSDAP. bekannten. 

Am 12. November 1933, als der Fuhrer den Austritt des Deutschen Reiches aus dem 
Volkerbund bekanntgab und gleichzeitig das Volk zur Abstimmung uber diese Politik und 
zur Neuwahl des Reichstages aufrief, dokumentierte sich das Vertrauen, das er und seine 
Mitarbeiter sich in einem halben Jahre im Volke errungen hatten, dadurch, daB 
39.655.212 Deutsche bei einer Gesamtzahl von 43.053.616 Wahlern ihm und der NSDAP. 
ihre Stimme gaben. 



Als am 19. August 1934 das Gesetz uber das Staatsoberhaupt zur Abstimmung stand, 
durch den das Amt des Reichsprasidenten mit dem des Reichskanzlers vereinigt wurde, 
gaben abermals 38,4 Millionen oder 90 Prozent freudig ihrja. 

Die Kronung aber dieses Bekenntnisses des Volkes zum Fuhrer wurde der denkwurdige 
29. Marz 1936. Bei dieser Volksabstimmung lautete die Begrundung: 

"In der Absicht, dem deutschen Volke Gelegenheit zu geben, der mit dem 
heutigen Tage abgeschlossenen dreijahrigen Politik der Wiederherstellung der 
nationalen Ehre und Souveranitat des Reiches, verbunden mit dem aufrichtigen 
Bestreben nach einer wahren Volkerversohnung und -verstandigung auf der 
Grundlage gleicher Rechte und gleicher Pflichten, seine feierliche Zustimmung 
erteilen zu konnen, lose ich den Reichstag mit der Wirkung vom 28. Marz 1936 
auf. Neuwahlen zum Reichstag finden am 29. Marz 1936 statt." 

Wie immer stellte sich der Fuhrer selbst an die Spitze des Wahlvorschlages. Das, was in 
der ganzen Welt niemand fur moglich hielt, was nirgends ein Gleichnis hat, wurde zur 
Tatsache. 98,8 Prozent der Bevolkerung, 44.411.911 Deutsche, zeugten in einer 
Abstimmung fur den Fuhrer, die eine Wahlbeteiligung wie kaum jemals in der 
Welt eine Abstimmung aufwies. 

So wurde dem Sehnen des deutschen Volkes nach einer wahrhaften Demokratie im 
Staate Adolf Hitlers die Erfullung, die ihm in der Weimarer Republik versagt blieb. 



Keine Verfassung vom griinen Tisch 

Der Fuhrer hat in seiner Rede vom 11. Februar 1933 gesagt, daG der Aufbau des neuen 
nationalsozialistischen Staates sich organisch vollziehen werde. So hat der 
Nationalsozialismus nach der praktischen Beseitigung der Weimarer Verfassung darauf 
verzichtet, durch einen guten J uristen auf dem Papier eine neue Verfassung entstehen zu 
lassen und das freie Leben im jungen Staat durch papierne Formeln in Fesseln zu 
schlagen. 

In der Weimarer Republik dachte man umgekehrt. Das Wichtigste war die Verfassung auf 
dem Papier. Sie war so bruchig und so schlecht, dafc man sich erst spat dazu 
entschliefcen konnte, den Tag ihrer Einfuhrung zu feiern, dafc es der Ankundigung von 
Gratisschokolade und der kostenlosen Verabreichung von warmen Wurstchen bedurfte, 
um wirklich Volk zu diesen Feiern zu locken. Die Vater dieser Verfassung haben sie spater 
im stillen oft selbst verflucht. Bezeichnend ist die Geschichte der Entstehung der 
Verfassung von Weimar, wie sie Dr. Goebbels am 10. J uli 1928 im Reichstag 
schilderte: 

"Ich darf Ihnen jetzt ein unverdachtiges Dokument vorlegen, wie diese 
Verfassung, fur die Sie einen Nationalfeiertag einfuhren wollen, in Wirklichkeit 
zustande gekommen ist. Im Vorwarts schrieb damals ein unverdachtiger Zeuge - 
Paul Nathan - folgendes: 

'In jenen Spatherbsttagen betrat PreuG, der sonst keine Besuche zu 
machen pflegte, uberraschend meine Wohnung und legte mir eine Frage 
vor. Ebert hat mir angetragen, die deutsche Reichsverfassung der Republik 
zu entwerfen. 

(Hort! Hort! bei den Nationalsozialisten.) 
Soil ich in das Ministerium eintreten? Soil ich diesen Auftrag annehmen? 
Und ohne zu zogern, sagte ich: Naturlich, wenn Ihnen freie Hand fur die 
Schaffung einer demokratischen Verfassung garantiert wird. Eine halbe 



Stunde spater waren wir bei Theodor Wolff vom Berliner Tageblatt. 
Unmittelbar darauf trat dort auch Witting ein, der Bruder Maximilian 
Hardens, der fruhere Oberburgermeister von Posen, und wir alle, die PreuG 
zusammengerufen hatte, waren einig, dafc PreuG eine Zusage an Ebert 
geben muGte, die notige Unabhangigkeit der Bewegung vorausgesetzt, und 
so fuhr PreuG von der Jerusalemer StraGe nach der WilhelmstraGe.' 

Der einzig richtige Weg! 
(Heiterkeit.) 

Von der Jerusalemer StraGe in die WilhelmstraGe hinein; die Jerusalemer StraGe 

fabrizierte in der WilhelmstraGe dieses Machwerk, von dem Sie von uns verlangen, 

dafc wir dafur einen nationalen Feiertag einfuhren sollen." 



"Erst Rechtsvereinheitlichung, 
dann Reichsvereinheitlichung" 

Erst Rechtsvereinheitlichung, dann Reichsvereinheitlichung, das ist der Grundsatz, nach 
dem der nationalsozialistische Staat an das Problem der Reichsreform, an dem die 
Novemberrepublik so klaglich scheiterte, herangegangen ist. Organisch soil sich der 
Aufbau des neuen Reiches entwickeln. 17 Staatswesen haben bis zum Jahre 1933 noch 
ein starkes Eigenleben gefuhrt. Jedes dieser Staatswesen verfugte uber einen vollig 
eigenen Verwaltungsaufbau, uber eine eigene Polizei, uber ein eigenes Beamtentum, eine 
eigene Beamtenordnung, ein eigenes Steuerwesen und eigene Steuergesetze, uber eine 
eigene Gemeindeordnung, sofern nicht gar im gleichen Staate verschiedene 
Gemeindeordnungen galten, Kreisordnungen verschiedenster Art, eine eigene J ustiz, 
eigene Haushaltsordnungen usw. Eine territoriale Umgliederung des Reiches ist 
aber erst dann moglich, wenn in ganz Deutschland auf alien Lebensgebieten 
gleiches Recht herrscht und in ganz Deutschland ein vollig organischer 
gleichartiger Verwaltungsaufbau durchgefuhrt ist. 

Schritt fur Schritt ist der nationalsozialistische Staat in diesen vier J ahren dem grofcen 
Ziel nahergeruckt: jenem Tage, an dem endgultig die willkurlich gezogenen und nur aus 
der dynastischen Entwicklung gewordenen Landergrenzen verschwinden und an ihre 
Stelle der in Reichsgaue gegliederte nationalsozialistische Einheitsstaat tritt, der die 
Vorteile der Zentralisierung und der Dezentralisation durch eine kluge Aufgabenverteilung 
zwischen dem Reiche und den Reichsgauen in sich vereinigt. 



Vier Jahre Reichsreform 

Die Reichstagswahl vom 5. Marz 1933 gibt dem Fuhrer den notigen Ruckhalt, nunmehr 
eine Einheitlichkeit der Politik und Verwaltung und der Arbeit von Reich und Landern 
herbeizufuhren. Zunachst werden die rebellierenden Landerregierungen abgesetzt und 
zuverlassige alte Nationalsozialisten zu Reichskommissaren ernannt. Am 23. Marz 1933 
verabschiedet der Reichstag das "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich", das 
sogenannte Ermachtigungsgesetz, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Am 
gleichen Tage nimmt auch der Reichsrat das Gesetz an und schon am nachsten Tage tritt 
es in Kraft. Damit hat der Fuhrer die notwendige Vollmacht zur volligen 
Neugestaltung des Reiches in der Hand. 

Das "Vorlaufige Gesetz zur Gleichschaltung der Lander mit dem Reich" vom 31. Marz 
1933 ist der nachste Schritt. Durch dieses Gesetz werden die Landtage der Lander und 
die gemeindlichen Selbstverwaltungskorper, die Kreistage, Bezirkstage, 
Stadtverwaltungen, Gemeinderate aufgelost und nach dem Ausfall der Reichstagswahl 
vom 5. Marz 1933 umgebildet. Die Landesregierungen erhalten das Recht, selbst 
Landesgesetze zu beschliefcen und dabei von den Landesverfassungen abzuweichen. 



I hm folgt kurz darauf das "Zweite Gesetz uber die Gleichschaltung zwischen Reich und 
Landern" vom 27. April 1933, das sogenannte Reichsstatthaltergesetz, das als 
entscheidender Schritt zum Umbau des Reiches angesprochen werden kann. 

Dieses Gesetz bestimmt die Einsetzung von Reichsstatthaltern fur die deutschen Lander, 
auf die ein wesentlicher Teil der Aufgaben der Landesregierungen ubergeht, die die 
Aufsicht uber die Landesregierungen fiihren, den Ministerprasidenten und die Minister 
ernennen und entlassen, das Recht zur Auflosung und Neuwahl der Landtage und das 
Begnadigungsrecht erhalten, die Ausfuhrung und Verkundung der Landesgesetze 
ubernehmen usw. Sie sind dem Reichskanzler fur die Politik der Lander 
verantwortlich. Fur PreuGen ubernimmt der Fuhrer selbst die Aufgaben des 
Reichsstattha Iters, die er zum grofcten Teil auf den PreuGischen Ministerprasidenten, 
Hermann Goring, ubertragt. 

Nach mehrfachen Anderungen wird das Reichsstatthaltergesetz schliefclich am zweiten 
Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution durch das neue Reichsstatthaltergesetz 
vom 30. Januar 1935 ersetzt, durch das die Reichsstatthalter in noch engere Bindung 
zum Reich treten und erweiterte Befugnisse erhalten. Sie konnen nunmehr auch die 
Fuhrung der Landesregierungen direkt ubernehmen und handeln nur noch im Auftrag des 
Fuhrers, der selbst das Verfugungsrecht uber die Landesbeamten ubernimmt, das 
Gnadenrecht ausubt, die Reichsstatthalter ernennt und entlaGt und ihnen die Amtsbezirke 
zuweist. 

Schon am 30. Januar 1934, dem ersten Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution, 
hatte der Reichstag das "Gesetz uber den Neubau des Reiches" beschlossen, durch das 
bestimmt wurde: 

1. Die Volksvertretungen der Lander werden aufgehoben. 

2. Die Hoheitsrechte der Lander gehen auf das Reich uber. Die 
Landesregierungen unterstehen der Reichsregierung. 

3. Die Reichsstatthalter unterstehen der Dienstaufsicht des 
Reichsministers des I nneren. 

4. Die Reichsregierung kann neues Verfassungsrecht setzen. 

Auf diesem Gesetz baut sich praktisch seitdem die gesamte Reichsreform auf, weil durch 
dieses Gesetz ausdrucklich der Reichsregierung das Recht gegeben wird, 
Verfassungsrecht zu setzen, also langsam und Zug um Zug das Reich neu zu bauen und 
damit in der Praxis eine neue Verfassung zu schaffen. Die Hoheit der Lander 
verschwindet. Sie sind nur noch Verwaltungsbezirke des Reiches. So ist dieses Gesetz 
AbschluR einer jahrhundertelangen Epoche und Auftakt zu neuem Werden. 

Es hat nur noch formale Bedeutung, daG in Verfolg dieses Gesetzes, das die Hoheit der 
Lander beseitigt, am 14. Februar 1934 durch Reichsgesetz der Reichsrat aufgehoben wird 
und die diplomatischen Vertretungen der Lander beim Reich, Uberbleibsel aus der Zeit 
des Deutschen Zollvereins, fortfallen. Schon am 13. Oktober 1933 sind die Parlamente 
der Lander ohne Ansetzung von Neuwahlen aufgelost worden. 

Das "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom 7. April 1933 bildet die 
Grundlage zur Reinigung des gesamten Beamtentums von all den unliebsamen 
Erscheinungen, die in der Zeit der Weimarer Republik den deutschen Beamtenkorper zu 
durchsetzen begonnen hatten. Zum ersten Male wird hier der Arierparagraph 
eingefuhrt. 

Das "Deutsche Beamtengesetz" vom 26. Januar 1937 mit der " Reich sdi en ststrafordnung" 
vom gleiche Tage ist ein weiterer Schritt zur Reichsreform, denn dieses Gesetz schafft 



nunmehr ein einheitliches Recht fur alle Beamten des Reiches, der Lander, der 
Gemeinden und der sonstigen Korperschaften des offentlichen Rechts und macht sie alle 
zu mittelbaren oder unmittelbaren Reichsbeamten. Es verpflichtet die Beamten dem 
Fuhrer personlich durch Treueid zu Treue und Gehorsam bis zum Tode, zur Beachtung 
der Gesetze und gewissenhaften Erfullung der Amtspflicht. Zum ersten Male wird in 
einem Beamtengesetz Kameradschaft gegenuber den Mitarbeitern zu einer Dienstpflicht 
gemacht. Durch die Treue zum Fuhrer als dem Staatsoberhaupt wird der Beamte Diener 
des gesamten Volkes, das geeint ist durch die NSDAP., die den Staat tragt, in dessen 
Dienst der Beamte steht. So wird der Beamte im Dritten Reich zum Vollstrecker 
des Willens des von der NSDAP. getragenen Staates. 

Wenn man heute ruckschauend alle jene MaGnahmen zusammenstellt, von denen jede 
eine Stufe von jener breiten Treppe darstellt, die ins neue Reich fuhrt, dann erkennt man 
bewundernd, mit welcher Folgerichtigkeit hier Stein auf Stein gesetzt, jede Stufe erst auf 
ihre Tragfahigkeit gepruft wurde und so allmahlich ein kunstvoll gegliederter Bau 
entstand, der nicht jene Konstruktionsfehler und vielen Risse und Spalten aufweist, mit 
denen der Bau der Weimarer Republik behaftet war. 

Das "Gesetz uber Volksabstimmung" vom 14. Juli 1933 gibt der Reichsregierung die 
Moglichkeit einer unmittelbaren Volksbefragung. Das "Gesetz gegen die Neubildung von 
Parteien" vom 14. Juli 1933 macht mit dem Parteiunwesen ein Ende und das "Gesetz zur 
Sicherung der Einheit von Partei und Staat" vom 1. Dezember 1933 enthalt in seinem § 1 
bereits den Grundstein fur den gesamten Bau des Dritten Reiches, indem es den totalen 
nationalsozialistischen Staat proklamiert. Der § 1 lautet: 

"Nach dem Sieg der nationalsozialistischen Revolution ist die Nationalsozialistische 
Deutsche Arbeiterpartei die Tragerin des Staatsgedankens und mit dem Staat unloslich 
verbunden." 

Das "Gesetz uber das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches" vom 1. August 1934, 
durch das nach dem Tode des Reichsprasidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, 
das Amt des Reichsprasidenten mit dem des Reichskanzlers in der Hand des Fuhrers 
zusammengefaGt wird, ist ein Eckpfeiler im Bau des deutschen Fuhrerstaates. 

Der 30. Januar 1935 brachte dem deutschen Volke die so lange ersehnte einheitliche 
"Deutsche Gemeindeordnung" , die nun an die Stelle der zahllosen Gemeindeordnungen 
und Stadtrechte im Reich tritt und eine einheitliche Verwaltungsgrundlage fur alle 
deutschen Gemeinden bildet, die Gemeinden gleichzeitig von vielen alten hemmenden 
Bestimmungen befreit und die enge Verbindung zwischen der Arbeit der Partei und der 
Gemeinden herstellt, aus der die Krafte erwachsen, die die deutschen Gemeinden zur 
neuen Blute bringen sollen. 

Nach jahrhundertelanger Pause tagt am 15. September 1935 zum ersten Male wieder ein 
Reichstag zu Nurnberg. Und abermals werden hier Stufen ins neue Reich gebaut. Durch 
das " Reichsflaggengesetz" wird die Hakenkreuzflagge, die sieghafte Sturmfahne der 
nationalsozialistischen Revolution, zur alleinigen Reichsflagge erklart. Die alte ruhmreiche 
schwarz-weifc-rote Flagge, die ihre Trager am 9. November 1918 kampflos in den 
Schmutz sinken liefcen und die der nationalsozialistische Staat noch einmal aufzog, damit 
sie in Ehren wehe, wird an diesem Tag eingerollt und gehort der Geschichte an. Die 
Flaggen der Lander verschwinden. 

Am gleichen Tage wird das " Reichsburgergesetz" verkundet, durch das bestimmt wird, 
wer kunftig im nationalsozialistischen Staat Burgerrechte besitzt. 

Das "Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" bringt die 
gesetzliche Grundlage fur die Losung derjudenfrage und eine klare Scheidung zwischen 



Ariern und Juden. Es beseitigt gleichzeitig damit alle Zweifel und gibt die Moglichkeit, das 
J udentum allmahlich aus dem Volkskorper auszuscheiden. 

Am 17. Juni 1936 ernennt der Fuhrer auf Vorschlag des Reichs- und PreuGischen 
Ministers des Innern, Dr. Frick, den Reichsfuhrer SS. Heinrich Himmler zum Chef der 
deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern. Damit wird der Anfang gemacht zur 
Schaffung einer schlagkraftigen einheitlichen Reichspolizei, die an die Stelle des 
zersplitterten Polizeiwesens der Lander tritt. Das "Gesetz uber FinanzmaBnahmen auf 
dem Gebiet der Polizei" vom 19. Marz 1937 fuhrt diese Entwicklung weiter, die mit dem 
Inkrafttreten des deutschen Polizeigesetzes am 1. Juli 1937 ihren AbschluG findet. 

So erhalt die Polizei des nationalsozialistischen Staates ein neues Gesicht. Zwei 
MaGnahmen sind fur den Wandel auf diesem Gebiet besonders bezeichnend: Die 
Abschaffung des Gummiknuppels und die Verminderung der Polizeikrafte des Reiches um 
ein Drittel als unmittelbare Folge der Ruhe und Ordnung und der Reichssicherheit, die der 
nationalsozialistische Staat mit eherner Energie wieder hergestellt hat. Durch die 
ideenmafcige und organisatorische Verbindung der Polizei mit den Schutzstaffeln der 
NSDAP. wurde aus der Knuppelgarde marxistischer Polizeiminister eine 
nationalsozialistische Volkspolizei. Ein aufcerordentlicher Ruckgang der Kriminalitat und 
nach Durchfuhrung energischer MaGnahmen ein Absinken der Zahl der Verkehrsunfalle 
konnen unter vielen anderen als weitere Erfolge hervorgehoben werden. 

Strafbare Handlung Rechtskraftig verurteilte Personen 





1932 


1936 


Gewalt und Drohung gegen Beamte 


17 475 


6 040 


Hausfxiedensbruch 


7 210 


2 700 


Arrestbruch 


7 852 


1400 


Geldfalschung 


702 


200 


Gefahrliche Korperverletzung 


31764 


15 900 


Notigung und Bedrohung 


5 764 


2 140 


Einfacher Diebstahl 


85 315 


56 800 


Schwerer Diebstahl 


27 253 


13 800 


Unterschlagung 


38 027 


14 900 


Raub und rauberische Erpressung 


1471 


620 


Einfache Hehlerei 


10 882 


6 200 


Betrug 


57 888 


33 300 


Falschen offentlicher Urkunden 


12 604 


7 700 


Einfacher und betriiglicher Bankrott 


639 


100 



Auch die Realsteuerreform vom 1. Dezember 1936, durch die 22 Landesgesetze abgelost 
wurden, ist ein Schritt zur Reichsreform, denn es gait nunmehr im deutschen 
Reichsgebiet nur noch ein heitliches G run dsteuer- und Gewerbesteuerrecht. Dadurch, daG 
zur Erhebung der Grund- und Gewerbesteuer im gesamten Reichsgebiet nur noch die 
Gemeinden berechtigt sind, werden die Lander bei der Erhebung dieser Steuern 
ausgeschaltet und die Lasten auf Reich und Gemeinden verteilt. Es wird aber auch fur die 
Wirtschaft ein klares ubersichtliches Steuerwesen geschaffen, das aufcerordentliche 
Erleichterungen allein in der Verwaltung bringt. 



Die ersten Reichsgaue 

So ist schon Ende 1936 der Zeitpunkt gekommen, wo bereits der territorialen 
Neugliederung des Reiches vorgegriffen werden kann. Am 1. Dezember 1936 schafft das 
"Gesetz uber die Verfassung und Verwaltung der Reichshauptstadt Berlin" den 
endgiiltigen Reichsgau Berlin, das "Gesetz uber GroB-Hamburg und andere 
Gebietsbereinigungen" vom 26. Januar 1937 den Reichsgau Hamburg in seiner 
endgultigen Gestalt. Das, was Generationen vordem nicht gluckte und was gerade in der 
Novemberrepublik besonderen Schwierigkeiten begegnete, wird nun zurTatsache: der 
gesamte hamburgische Wirtschaftsraum wird zu einem einheitlichen Gebilde geformt. 
Altona, Wandsbek und Harburg-Wilhelmsburg werden in den Gau GroG-Hamburg 
eingegliedert. Damit ist der Weg frei fur eine sinnvolle Gestaltung dieses 
Wirtschaftsraumes, in dem bisher allein vier verschiedene Hafenverwaltungen 
nebeneinander arbeiteten, eine sinnvolle Gestaltung, deren Nutzniefcer in erster Linie der 
schaffende deutsche Mensch ist. 

Gleichzeitig werden in ganz Norddeutschland alle Enklaven beseitigt und die 
Staatsgrenzen abgerundet. Eine Fulle von Schwierigkeiten wird damit fur die Einwohner 
dieser Orte beseitigt. Lubeck und der oldenburgische Landesteil Eutin werden in den 
Verband der Provinz Schleswig-Holstein, Cuxhaven in die Provinz Hannover eingegliedert, 
Wilhelmshaven mit der oldenburgischen Stadt Rustringen zu einem starken 
Gemeinwesen verschmolzen, und das oldenburgische Landchen Birkenfeld an der Grenze 
der Saarpfalz in die Rheinprovinz eingegliedert. 

Ohne Ubersturzung und mit der gleichen Folgerichtigkeit wie in den ersten vier Jahren 
nationalsozialistischer Staatsfuhrung geht nun der Weg weiter, hinein in jenes grofce 
Reich aller Deutschen, das den Besten der deutschen Nation zu alien Zeiten vorschwebte 
und dem Ulrich von Hutten den Namen gab: 

Deutschland! 



5. Volk und Rasse 

Der Nationalsozialismus nimmt zum Ausgangspunkt seines Denkens und Handelns den 
lebendigen Begriff "Das Volk". Die ihm vorausgegangenen Herrschaftsformen stellten den 
Staat in den Mittelpunkt ihres Denkens und vergafcen daruber das Volk. Dieses rein 
staatliche Denken fand gerade in jenem Staate krassesten Ausdruck, der sich Volksstaat 
nannte, in der Weimarer Republik. In der Weimarer Republik spielte das Volk nur eine 
untergeordnete Rolle, war die Form alles und der Inhalt nichts. In der Weimarer Republik 
gab es bezeichnenderweise zwar ein Gesetz zum Schutze der Republik, aber kein Gesetz 
zum Schutze des Volkes. 

So ist denn auch in den Jahren von 1919 bis 1932 keine einzige wirklich groGe und 
umfassende MaBnahme zu verzeichnen, die etwa zugunsten des Volkes getroffen 
worden ware. Man uberliefc die Fursorge fur das Volk dem Zufall und verzichtete auf jede 
groGziigige Planung. Hier und da in Angriff genommene Einzelaktionen verpufften und 
blieben ohne sichtbaren Erfolg, weil es an der Zusammenfassung der Krafte und ihrer 
einheitlichen Lenkung fehlte. Weil dort, wo auf der einen Seite gegeben und geholfen 
wurde, man dafur auf der anderen Seite wieder nahm. 

So uberlieG man zum Beispiel die Betreuung aller der Unglucklichen, die aus der 
Arbeitslosenfursorge ausgesteuert waren, den Gemeinden, und dort, wo die Gemeinden 
selbst am Rande des Abgrundes standen, dem Zufall. Die naturlichen Folgen blieben nicht 
aus. Das deutsche Volk wurde zu einem sterbenden Volk: Steigende Zahlen der 
Todesfalle, sinkende Zahlen der Geburten. 



Die Zahlen der Todesfalle und der Geburten zeigen in den Jahren 1919 bis 1936 
folgende Entwicklung: 

Jahr EheschlieBungen Geburten Sterbefalle GeburtenuberschuB 



1919 


844 339 


1 260 500 


978 380 


282 120 


1920 


894 978 


1 599 287 


932 929 


666 358 


1921 


740 298 


1 581 145 


869 766 


711379 


1922 


690 944 


1 424 763 


890 507 


534 256 


1923 


588 069 


1318 489 


866 754 


451 735 


1924 


446 445 


1 290 764 


766 957 


523 807 


1925 


489 084 


1311259 


753 017 


558 242 


1926 


489 685 


1245 471 


742 955 


502 516 


1927 


545 381 


1 178 892 


765 331 


413 561 


1928 


594 631 


1 199 998 


747 444 


452 554 


1929 


597 014 


1 164 062 


814 545 


349 517 


1930 


570 241 


1 144 151 


718 807 


425 344 


1931 


522 881 


1 047 775 


734 165 


313 610 


1932 


516 793 


993 126 


707 642 


285 484 


1933 


638 573 


971 174 


737 877 


233 297 


1934 


740 165 


1 198 350 


724 758 


473 592 


1935 


650 851 


1 261 273 


791912 


469 361 


1936 


611 114 


1 279 025 


796 971 


482 054 



Aus dieser Aufstellung gent hervor, dafc nach einem anfanglichen Ansteigen der 
Geburtenzahlen und einem grofceren GeburtenuberschuB in den Jahren 1920 und 1921, 
als Millionen Frontsoldaten die immer wieder hinausgeschobene Eheschliefcung 
nachholten, im Jahre 1932 bei den Geburten zum ersten Male die Millionengrenze 
unterschritten wurde. Der GeburtenuberschuB sank in Auswirkung der Notzustande vom 
Jahre 1932 im Jahre 1933 auf wenig mehr als 200.000, und es war schon der Tag 
abzusehen, an dem er die Nullgrenze erreicht haben wurde. 1 

Vom J ahre 1934 ab machen sich deutlich die MaBnahmen des 
nationalsozialistischen Staates bemerkbar. Die Zahl der EheschlieBungen steigt auf 
eine Hohe, wie sie seit dem J ahre 1921 nicht mehr zu verzeichnen war, und senkt sich 
dann auf ein normales MaG, das aber immer noch das des besten Jahres der 
Scheinkonjunktur nach dem Kriege, des Jahres 1929, weit ubersteigt. Die 
Geburtenzahlen steigen schon im Jahre 1934 von 971.000 wieder um 230.000 weit uber 
die Millionengrenze empor und zeigen J ahr um Jahr eine weitere Besserung. 

Aber neben den absinkenden Geburtenziffern waren sehr bald noch andere 
Warnungszeichen wahrnehmbar. Durch die ungesunden Wohnungsverhaltnisse, die die 
immer steigende Arbeitslosigkeit und Verarmung des deutschen Volkes mit sich brachte, 
stieg die Seuchengefahr von J ahr zu J ahr. Der Staat war zu schwach und zu 
willenlos, ihr irgendeinen Riegel vorzuschieben. Er duldete Zustande, die geradezu als 
Brutherde fur Krankheiten angesprochen werden mussen. 



Ein System blatt berichtet 

Die Frankfurter Zeitung kann in den Zeiten vor der Machtubernahme als ein mit dem 
Weimarer System in jeder Beziehung sympathisierendes Blatt angesehen werden. Sie 
bringt am 8. Juli 1931 folgenden bezeichnenden Bericht: 

Squattersiedlung in Mannheim 

"Vor einiger Zeit brachte die Frankfurter Zeitung unter dem Titel 
'Squattersiedlung in Neuyork' eine Schilderung der erbarmungswurdigen neuen 
Armenkolonien, die sich die Neuyorker Squatter (Ansiedler) mit primitivstem 
Material erbauen auf einem stillschweigend annektierten Gelande. Auch in Mannheim 
gibt es eine solche erschutternde Squattersiedlung: Die Kolonie im Kehricht an der 
Hochuferstrafie iiber dem Neckar. Dicht neben dem Isolierspital liegt ein groBer 
quadratischer Graben, eine offentliche Schuttabladestelle. Nahe Fabriken, aber auch 
das allgemeine Krankenhaus laden hier Schutt ab. Ein pestilenzartiger Geruch erfullt 
diesen Graben. Und hier hausen die Mannheimer Neusiedler. Urspriinglich war es ein 
Geflugelzuchtverein, der hier lediglich Bretterhauschen fur das Federvieh aufschlug; 
Wohnerlaubnis gab und gibt die Stadt fur diesen Ort nicht. Allmahlich aber - seit sechs 
Jahren etwa - siedelt sich eine Kolonie Arbeitsloser dort an. Die 'Besseren' haben 
Backsteinhauschen, sie haben eine Art Abort, sie haben Ziehbrunnen. Manche aber 
haben auch diesen 'Komfort' nicht, sondern nur Bretterhiitten, auf die Dachpappe 
genagelt ist. Ein ganz Exklusiver hatte sich in die Grabenwand eine Erdhohle, mit 
Lumpen bedeckt, gebuddelt, erganzt durch ein Ofenrohr, allerdings 'nur' fur den 
Aufenthalt bei Tage. Es gibt Huhner, Enten, Ziegen, die im Schutt 'weiden'. Dieser 
Schutt wird aber zuerst von einem Kriegsbeschadigten, der die besondere Erlaubnis 
der Stadt Mannheim hat, auf 'Verwendbarkeit' kontrolliert. Erst mit dem Schutt des 
Schuttes durfen sich die Siedler und ihr Vieh beschaftigen. 

Alle Kolonisten leben sehr gern 'drauBen'. Den furchtbaren Geruch verspuren sie 
nicht mehr. Hochstens einmal, wenn - wie es vor ein paar Jahren geschah - im 
Hochsommer einige Waggons verfaulten Kases abgeladen werden. Alle haben sie fur 
ihr armseliges Heim die Zartlichkeit des Schopfers fur sein Werk. Und vergleichen es 
zufrieden mit der Dumpfheit ihrer fruheren Stadtwohnung. Hinter wackligen Zaunen 
sind Gemuse- und Blumengartchen angelegt - Pflanzen, so kummerlich und 
bleichsuchtig gedeihend in der Pestluft, wie ihre Gartner. Die ganze Kolonie im 
Kehricht aber zittert davor, daB alle eines Tages davongejagt werden aus ihrem Heim, 
auf das sie viel Arbeit und bitter erubrigte Arbeitslosenunterstutzung verwandt haben, 
und daB die Stadt Mannheim, die es sich nicht leisten kann, der Kolonie StraBen, 
Wasser und Licht zu legen, sie einem der groBen Barackenlager zufuhrt, so daB sie aus 
ihrem Ackerbaudasein im Schutt wieder dem unpersonlichen Massenelend des 
GroBstadtproletariers anheimfallen wurden." 



Uberall Arbeitslose als Hohlenbewohner 

Dieser Bericht aus Mannheim kann ohne weiteres verallgemeinert werden, denn so wie in 
dieser einen Siedlung sah es am Rande vieler grofcen Stadte aus. Alle diejenigen, die kein 
eigenes Heim mehr bezahlen konnten, fluchteten in Wohnlauben oder bauten sich aus 
Kistendeckeln und Wellblech kummerliche Hutten, in denen sie oft mit vielkopfigen 
Familien hausten. Auch moderne Hohlenbewohner konnten in den Jahren 1931/32 z.B. in 
der Umgegend von Berlin vielfach festgestellt werden. Arbeitslose, die sich in Berghange 
Hohlen hineingewuhlt hatten, um wenigstens einen witterungsgeschutzten Raum zu 
haben. 



Nationalsozialistischer Kampf 
gegen die Elendsquartiere 

Der Nationalsozialismus raumte mit all diesen Elendsquartieren radikal auf. Er ersetzt sie 
durch moderne, gesunde Kleinsiedlungen mit Licht und Luft, die dem schaffenden 
Menschen eine wirkliche Heimstatt sein konnen. Auch hier mogen zwei Zeitungsberichte 
als Schlaglicht die Entwicklung andeuten. 

Die Ostdeutsche Morgenpost bringt am 13. August 1936 aus Gleiwitz folgenden Bericht: 

"Baracken gehen in Flammen auf" 
Ein Freudenfeuer an der Toster Strafce in Gleiwitz 

"Hohe leuchtende Flammen, die Mittwoch nachmittags aus den alten 
schwarzen Wellblechbaracken an der Toster StraGe emporloderten und riesige 
Rauchwolken schrag gegen den Himmel schickten, gaben einer grofcen 
Menschenmenge und Vertretern der Behorden und Partei ein Brandschauspiel, das 
diesmal keinen dramatischen Beigeschmack hatte. Es wurden Baracken 
vernichtet, die zehn Jahre hindurch als Notunterkunfte dienen mufcten, obwohl sie 
sich in denkbar schlechtestem Zustand befanden und uberdies von Ungeziefer 
wimmelten. 

I m Jahre 1926 waren sie errichtet worden, um in einer Zeit, als die Stadt 
Gleiwitz mit ihrer Wohnungsnot an erster Stelle unter alien deutschen Stadten 
stand, eine Anzahl wohnungsloser Familien wenigstens fur kurze Zeit 
aufzunehmen. Man glaubte damals, daG bald die Errichtung von dauerhaften und 
zweckmafcigen Kleinwohnungen moglich sein wurde. Aber trotz vieler Eingaben an 
die damalige Regierung, trotz erschutternder Denkschriften, die das Gleiwitzer 
Barackenelend in Wort und Bild anschaulich schilderten, und trotz vieler 
Ministerbesuche gelang es nicht, die Mittel fur den Bau von Kleinwohnungen zu 
erhalten. Die Stadt Gleiwitz, von hohen Schulden stark belastet und unter 
schwerer Wirtschaftsnot leidend, konnte aus eigener Kraft an den Bau derartiger 
Kleinwohnungen nicht herangehen, weil ihr jegliche Mittel dafur fehlten. 

Inzwischen wurde der Zustand dieser Baracken immer schlimmer. Die 
Wellblechverkleidung war durchgerostet, die entstandenen Locher wurden mit 
Pappe uberdeckt und mit einer dicken SchichtTeer uberzogen. Die Baracken 
boten im Laufe der Zeit ein jammervolles Bild. 

Als nun nach dem nationalsozialistischen Umbruch Oberburgermeister Meyer 
die Verwaltung der Stadt Gleiwitz ubernahm, richtete er vor allem auch sein 
Augenmerk darauf, in dieser Hinsicht Wandel zu schaffen. Allmahlich konnten 
viele zum Teil noch schlechtere Notunterkunfte beseitigt und die dort 
untergebrachten Familien in neue Kleinwohnungen eingesetzt werden. Als vor 
einigen Monaten Reichsminister Dr. Frick in Gleiwitz weilte und sich von dem 
Zustand dieser Baracken uberzeugte, sicherte er seine Hilfe zu deren Beseitigung 
zu. Damals schon auGerte Oberburgermeister Meyer: 'Dann werden diese 
Baracken verbrannt!' Schneller als wohl erwartet worden war, flossen aus 
Sondermitteln, die im Rahmen des Siedlungsprogramms der Reichsregierung zur 
Beseitigung von Notstanden vorgesehen waren, namhafte Zuschusse nach 
Gleiwitz, und im Stadtteil Gleiwitz-Ohringen (Sosnitza) konnten Kleinwohnungen 
errichtet werden, in die nun die Bewohner dieser Baracken eingesetzt wurden." 

Ein weiterer Bericht zeigt ebenfalls, wie im nationalsozialistischen Staat lichte und luftige 
Siedlungen fur den Arbeiter an die Stelle grauer Massenquartiere gesetzt werden und 
insbesondere das Problem der in einer hochkapitalistischen Zeit entstandenen lichtlosen 
H in tern a user in den GroBstadten von der Staatsfuhrung des Dritten Reichs nicht 
vergessen worden ist. GewiG bleibt auf diesem Gebiet noch viel zu tun ubrig. Auch die 
Losung dieses Problems wird jedoch eines Tages groGziigig in Angriff genommen werden. 
Teillosungen wurden bereits hier und da getroffen. Im ubrigen weifc der deutsche 



Arbeiter, daft die Versa umnisse von J ahrzehnten nicht in wenigen J ahren 
aufgeholt werden konnen. 

Der Bericht lautet: 

"Schlimmer als in der Braunschweiger Altstadt ist es auch im Hamburger 
Gangeviertel nicht gewesen, das in den letzten Monaten mit der Spitzhacke 
radikal ausgerottet wurde. Fur Braunschweig war das Hamburger Verfahren 
ausgeschlossen; denn die alten Straften, in deren Hinterhausern bitteres Elend 
und schwerste Gesundheitsgefahr wohnen, sind mit ihren Hauserfronten der 
wertvolle kulturelle Besitz der Stadt, das unschatzbare Erbe niederdeutscher 
mittelalterlicher Baukunst. Der Ausweg, der gefunden wurde, ist ebenso einfach 
wie groftartig. Man bringt die Altstadt wieder in den Zustand, in dem sie sich vor 
drei- oder vierhundert Jahren befand. Denn all das Elend ruhrt von der 
Bautatigkeit des neunzehnten Jahrhunderts her, das zur Steigerung der 
Mietsertragnisse jeden Quadratmeter Hof und Raum bebaute, zahllose neue 
Wohnungen an- und einfugte und alien zusammen schlieBlich das letzte biBchen 
Licht und Luft nahm. Man zeigt mir Altstadthauser im Urzustand. 

Seit Jahr und Tag werden von der Stadt Braunschweig die Elendsquartiere 
beseitigt, Hinterhauser und Anbauten abgerissen und die verbleibenden 
Wohnungen in einen nicht nur menschenwurdigen, sondern freundlichen und 
gesunden Zustand versetzt. Auf dem wieder groft und licht gewordenen Hof des 
zuerst in Angriff genommenen Blocks grunt schon eine Grasflache, schlagen die 
im Vorjahr gepflanzten Baume aus. 600 Wohnungen, und zwar die 
schlimmsten, sind bis heute auf diese Weise saniert. Mehr als 2.000 
Volksgenossen sind aus dem Elend unmenschlicher Behausungen befreit und 
damit endgultig fur den nationalsozialistischen Staat gewonnen. Das Versprechen 
des Fuhrers bei der Machtubernahme, daft die erste Sorge der Bewegung und des 
Staates den Armsten des Volkes gelten werde, ist in Braunschweig in 
unvergleichlicher Weise wahrgemacht worden. 

Aufterdem hat die Stadt Braunschweig in ihren Grenzen die grolite 
zusammenhangende Neusiedlung des Reiches. Eine neue Mittelstadt mit 
10.000 bis 12.000 Menschen ist an der westlichen Stadtgrenze 
geschaffen worden. 2.000 Wohnungen, davon fast 400 den Richtlinien 
entsprechende Siedlerstellen, zahlt der zum Gedenken an den 13. Januar 1935 
'Saarlandsiedlung' getaufte neue Stadtteil, in dem jede Strafte den Namen einer 
saarlandischen Stadt tragt. Ein erheblicher Teil der Bewohner aus den 
abgerissenen Elendswohnungen der Altstadt ist hier untergebracht worden, eine 
ganze Anzahl, die gesund und wertvoll sind, konnten sogar in Siedlerstellen 
eingewiesen und damit bodenstandig gemacht werden. Die Miete einschlieftlich 
Amortisation auf funfunddreiftig J ahre liegt fur das Siedlungshaus mit Stall und 
groftem Garten bei 25 Reichsmark, ist also auch fur den Arbeiter ohne weiteres 
erschwinglich. 

Wenn man heute durch die moderne Siedlung geht, in der die einstigen 
Bewohner der finsteren Hinterhauser eine neue Heimat gefunden haben, dann 
sieht man an den zufriedenen und frohen Gesichtern, was diese Umsiedlung fur 
diese Menschen bedeutet." 

Ein Beweis dafur, wie allerorten, insbesondere aber in den Bergrevieren, wo die 
Wohnungsverhaltnisse aus der kapitalistischen Zeit und der Zeit der Novemberrepublik 
her besonders katastrophal waren, Siedlungen geschaffen worden sind - gesunde, lichte 
Siedlungen - zeigt ein Bericht aus der Zeitschrift/4r£>e;te/tum vom 15. August 1935, wo 
es u.a. heiftt: 

1085 Siedlerstellen im Wurmrevier 

"Schon ein Jahr nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus, am 
1. Mai 1934, konnte der Reichsleiter der DAF., Dr. Robert Ley, den ersten 
Spatenstich zur ersten DAF.-Bergarbeitersiedlung im Aachener Wurmkohlenrevier 



tun. Nach vielen Schwierigkeiten und vor allem Anfeindungen der gerade in diesen 
Gegenden wuhlenden schwarzen Kreise, die jede Leistung des Nationalsozialismus 
furchten, konnten dann Februar dieses J ahres 71 Siedlerstellen bei Aachen 
bezogen werden. Es ist an ihnen viel gelernt und viel Erfahrung gesammelt 
worden. Wo heute 71 Kumpels und ihre Familienmitglieder froh und zufrieden auf 
ihrem eigenen Boden ernten konnen, entstehen schon wieder 214 Siedlerstellen in 
der danebenliegenden Siedlung 'Begau', welche eine in sich abgeschlossene 
Gemeinde mit Schule, Gemeinschaftshaus und Kaufladen darstellen wird. 600 
weitere Stellen sind im Wurmgebiet schon wieder vorgeplant und 200 Stellen 
werden aufcerdem noch in diesem Jahr angefangen und zum Teil auch bezogen 
werden." 

I nsgesamt ergibt sich auf dem Gebiet des Kleinsiedlungsbaus mit offentlicher 
Unterstutzung von 1930 bis 1936 folgende Entwicklung: 









Mit Reichsdarlehen 






Bereitgestellte 


gefordert und 






Mittel 


fertiggestellt 


1. 


1931 bis April 1933 


83 000 000 RM 


30 969 Kleinsiedlungen 


2. 


1933 


40 000 000 " 


17 611 


3. 


1934 


72 250 000 " 


30 628 


4. 


1935 bis Ende 1936 


170 000 000 " 


91 000 " bezogen 
12 000 " im Bau 



Die fur die weitere Bewilligung zur Verfugung stehenden Mittel ermoglichen daruber 
hinaus die Bereitstellung von rund 135.000 Stellen. 



Wohnungsbau verdreifacht 

I m Wohnungsbau ergibt sich ebenfalls ein erfreuliches Bild, denn die Zahl der neu 
gebauten Wohnungen ist von J ahr zu J ahr grower geworden. Ein besonderes Augenmerk 
wurde der Schaffung mittlerer und kleiner Wohnungen fur Minderbemittelte zugewendet. 
Es wurden Wohnungen gebaut: 



1932 - 


141 265 


1933 - 


178 038 


1934 - 


283 995 


1935 - 


241 032 


1936 


- 294 600 



Ferner waren Ende 1936 noch 175.000 Wohnungen im Bau. 



Ehestandsdarlehen fordern Heirat und kurbeln Wirtschaft an 

m den Hunderttausenden, die in den Jahren des Niedergangs nicht in der Lage waren, 
einen Hausstand zu grunden, die Moglichkeit zu geben, zu heiraten, schuf der 
nationalsozialistische Staat die Ehestandsdarlehen. Am 1. Juni 1933 beschlofc das 
Reichskabinett das "Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit". I m Abschnitt V dieses 
Gesetzes ist vorgesehen, daG das Reich jungen Leuten, die heiraten mochten, aber ohne 
die erforderlichen Mittel zur Einrichtung eines eigenen Heimes sind, unverzinsliche 
Ehestandsdarlehen bis zu 1.000 RM gewahrt, die in kleinen Raten zuruckzuzahlen sind. 



Das Gesetz bestimmt weiter, daG bei der Geburt eines jeden Kindes 25 v. H. des 
ursprunglichen Darlehensbetrages erlassen werden und daG dann die Tilgung des 
Restdarlehens auf die Dauer von zwolf Monaten unterbrochen werden darf. 

Und nun der Erfolg. Die Kurve der ausgezahlten Ehestandsdarlehen ergibt folgende 
Zahlenreihe: 

1933 - 141 600 

1934 - 224 600 

1935 - 156 800 

1936 - 171 400 

Zur Erlauterung muG darauf hingewiesen werden, dafc die aufcerordentliche Steigerung 
im J ahre 1934 in erster Linie darauf zuruckzufuhren ist, dafc viele Zehntausende, die 
unter normalen Umstanden langst geheiratet hatten, nun ihre Heirat nachholten. Die 
nachsten J ahre zeigen dann ein normales Bild. Die Entwicklung des Erlasses von 
Darlehensbetragen fur lebendgeborene Kinder zeigt die nachstehende Aufstellung: 



1933 - 


13 600 


1934 - 


■ 130 000 


1935 - 


■ 155 100 


1936 - 


■ 186 700 



Wahrend 1933 noch mehr als die Halfte aller Ehen mit Hilfe von Ehestandsdarlehen 
geschlossen wurde, bewirkte der wirtschaftliche Aufstieg, daG schon Ende 1934 nur noch 
ein Funftel aller EheschlieGenden Ehestandsdarlehen in Anspruch nahm. 



Hilfswerk "Mutter und Kind" 

Gesunde Mutter und gesunde Kinder sind die Garanten der Zukunft eines Volkes, und so 
hat von 1933 ab die " Nationalsozialistische Volkswohlfahrt" neben der Schaffung des 
Winterhilfswerkes des deutschen Volkes ihre HauptstoGkraft dem grofcen Hilfswerk 
"Mutter und Kind" zugewandt und auf diesem Gebiete vollig Neues geschaffen. I nsgesamt 
wurden - von der umfangreichen Mutter- und Kinderhilfe durch Staat und Gemeinden 
abgesehen - allein von der NSV. fur Muttererholung und Kinderverschickung folgende 
Summen aufgewandt: 



Hilfswerk "Mutter und Kind" RM. 196 050 878,17 
davon fur: 

Kinderverschickung RM. 106 802 297,-- 

Muttererholung RM. 26 736 850,-- 



Wie groG die Gesamtleistungen auf dem Gebiete der Mutter- und Kinderverschickung in 
den Jahren 1925/36 gewesen sind, zeigen anschaulich folgende Aufstellungen: 



Kinderverschickung in den Jahren 1925 bis 1936 
I nland 



H 


eimverschickung 


Landverschickung 


Ausland 


Insgesam 


1925 


224 762 


95 239 


14 472 


334 473 


1926 


257 035 


81 874 


14 429 


353 338 


1927 


280 217 


60 241 


16 797 


357 255 


1928 


305 637 


38 754 


17 552 


361 943 


1929 


312 287 


30 441 


18 191 


360 889 


1930 


280 462 


30 522 


19 800 


330 784 


1931 


221 303 


40 469 


24 461 


286 233 


1932 


173 668 


60 690 


21 998 


256 356 


1933 


178 528 


129 118 


19 448 


327 094 


1934 


219 249 


370 592 


29 269 


619 110 


1935 


261 077 


328 083 


28 057 


617 217 


1936 


300 884 


273 198 


24 387 


598 469 



Anteil der NSV. an der Kinderverschickung 
in den J ahren 1933 bis 1936 

Heim- und Landesverschickung 

1933 119 448 

1934 364 868 

1935 415 571 

1936 417 072 

I nsgesamt: 1 316 959 

Diese Leistung entspricht einem Wert von RM. 106.802.297,-- 

NSV.-Mutterverschickung in den Jahren 1934 bis 1936 

Jahr: Verschickung: 

1934 40 340 

1935 65 676 

1936 69 876 
I nsgesamt: 175 892 

Diese Leistung entspricht einem Wert von RM. 26.736.850,-- 



Nationalsozialismus kampft fur Volksgesundheit 

Die staatlichen MafSnahmen auf dem Gebiete der Volksgesundheit erhielten durch 
das Gesetz uber die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens vom 3. Juli 1934 eine 
entscheidende Wendung. Dieses Gesetz wurde zur Grundlage eines volligen Neubaues 
des deutschen offentlichen Gesundheitswesens nach modernsten Gesichtspunkten. 

Das Gesetz dient dem Zweck, die verschiedenen arztlichen Arbeitsgebiete der 
Gesundheitspolizei, der Hygiene, der gesundheitlichen Fur- und Vorsorge, wie die Erb- 
und Rassenpflege, zusammenzufassen und der Reichsregierung einen einheitlichen 
Verwaltungsapparat zur Durchfuhrung der gesundheitlichen Aufgaben zur Verfugung zu 
stellen. Die Zerreissung des offentlichen Gesundheitswesens in verschiedene 
Zustandigkeitsgebiete war damit uberwunden und der Weg fur eine groGziigige 
Gesundheitspolitik frei. 

Der Aufbau des Gesundheitswesens sieht in den Grundzugen folgendermaGen aus: 

1. Abteilung Volksgesundheit im Reichsministerium des Innern. 

2. Sachverstandigenbeirat fur Bevolkerungs- und Rassenpolitik, der im Mai 1933 berufen 
wurde und dem Reichsministerium des Innern zur Beratung gesetzgeberischer 
MaGnahmen zur Verfugung steht. 

3. ReichsausschuB fur Volksgesundheitsdienst: Diesem ReichsausschuB gehoren alle 
Vereinigungen an, die sich mit der Bevolkerungspolitik, mit Erb- und Rassenpflege und 
Gesundheitsfragen beschaftigen. Der ReichsausschuB fur Volksgesundheitsdienst arbeitet 
in enger Verbindung mit dem Reichsgesundheitsamt. 

4. Das Reichsgesundheitsamt. Es ist der Abteilung "Volksgesundheit" im 
Reichsministerium des Innern angegliedert und steht zur Begutachtung 
wissenschaftlicher Fragen zur Verfugung. 

5. Die Gesundheitsamter. In samtlichen Stadt- und Landkreisen sind 
Gesundheitsamter eingerichtet worden, die Mittelpunkt des offentlichen 
Gesundheitsdienstes sind. In der Regel hat jeder Kreis und jede kreisfreie Stadt ein 
eigenes Gesundheitsamt. Die Stadt Berlin z.B. besitzt ein Hauptgesundheitsamt und 
zwanzig Bezirksgesundheitsamter. In der Regel sind die Gesundheitsamter staatliche 
Einrichtungen. Die Gesundheitsamter haben eine Fulle von Aufgaben, und zwar: 

Durchfuhrung der arztlichen Aufgaben: 

a) der Gesundheitspolizei, 

b) der Erb- und Rassenpflege einschlieGlich Eheberatung; 

c) der gesundheitlichen Volksbelehrung; 

d) der Schulgesundheitspflege, 

e) der Mutter- und Kinderberatung, 

f) der Fiirsorge fur Tuberkulose, fiir Geschlechtskranke, korperlich 
Behinderte, Sieche und Suchtige. 

AuGerdem haben die Gesundheitsamter die arztliche Mitwirkung bei MaGnahmen zur 
Forderung der Korperpflege und Leibesubungen sowie die amts-, gerichts- und 
vertrauensarztliche Tatigkeit wahrzunehmen. 

Bei den Gesundheitsamtern bestehen Beratungs stellen fur Erb- und Rassenpflege. Diese 
Beratungsstellen stehen zur freiwilligen Inanspruchnahme der gesamten Bevolkerung offen. 



Verhiitung erbkranken Nachwuchses 

Von ganz entscheidender Bedeutung fur die Gesundheitspflege und die Gesundung des 
deutschen Volkskorpers ist ferner das Gesetz zur Verhiitung erbkranken 
Nachwuchses vom 14. Juli 1933. Nach diesem Gesetz konnen erbkranke Personen 
durch einen chirurgischen Eingriff unfruchtbar gemacht werden, wenn nach den 
Erfahrungen der arztlichen Wissenschaft mit grower Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, 
daG ihre Nachkommen an schweren korperlichen und geistigen Erbschaden leiden 
werden. 

"Erbkrank im Sinne des Gesetzes ist, wer an angeborenem Schwachsinn, 
Schizophrenie, zirkularem (manisch depressivem) Irresein, erblicher Fallsucht, 
erblichem Veitstanz, erblicher Blindheit, erblicher Taubheit, schwerer erblicher 
korperlicher Mifcbildung oder an schwerem Alkoholismus leidet. 

Arzte wie andere Personen, denen in ihrer Berufstatigkeit bei Ausubung der 
Heilkunde eine Person bekannt wird, die an einer Erbkrankheit oder an schwerem 
Alkoholismus leidet, sind verpflichtet, dem Amtsarzt nach vorgeschriebenem 
Muster Meldung zu erstatten. Die gleiche Verpflichtung haben alle Personen, die 
sich mit der Heilbehandlung, Untersuchung oder Beratung von Kranken befassen. 
Der Amtsarzt wird die bei ihm eingehenden Anzeigen ordnen und hat dann den 
Antrag auf Unfruchtbarmachung zu stellen, wenn die betreffende Person oder ihr 
gesetzlicher Vertreter dies nicht selbsttun. Wenn der Antrag nach den 
obengenannten Voraussetzungen gestellt ist, so hat das Erbgesundheitsgericht, 
das aus einem Amtsrichter als Vorsitzendem, einem beamteten Arzt und einem 
weiteren fur das Deutsche Reich approbierten Arzt zusammengesetzt ist, die 
Entscheidung uber die Unfruchtbarmachung zu treffen. Das Verfahren vor dem 
Erbgesundheitsgericht ist nicht offentlich und richtet sich, soweit nicht anders 
bestimmt ist, nach den Vorschriften des Reichsgesetzes uber die freiwillige 
Gerichtsbarkeit." 

Das Gesetz zur Verhiitung erbkranken Nachwuchses wird erganzt durch das Gesetz 
gegen gefahrliche Gewohnheitsverbrecher und uber die Maftregeln der 
Sicherung und Besserung vom 24. November 1933. 

Diesen Gesetzen, die die Vermehrung Erbkranker und Minderwertiger verhuten, stehen 
die positiven MaGnahmen zur Pflege des gesunden Volksgutes gegenuber. In diesem 
Zusammenhang ist das Gesetz uber Forderung der EheschlieGung vom 1. Juni 1933 und 
vor allem das Gesetz zum Schutz der Erbgesundheit des deutschen Volkes vom 
18. Oktober 1935 zu erwahnen. 

Der Schopfer der Gesundheitsgesetze, Ministerialdirektor Dr. Gutt, bemerkt zu dem 
Erbgesundheitsgesetz: 

"Das Gesetz zum Schutz der Erbgesundheit des deutschen Volkes vom 18. 
Oktober 1935 ist ein Ehegesundheitsgesetz, ein Gesetz, das in seiner 
Auswirkung die Ehe ihrem wirklichen Zweck, namlich der Erzeugung gesunder 
Kinder, wieder zufuhren will. 

In der Erkenntnis, daG durch Eheverbote nur die schwersten Gefahren 
abgewendet werden konnen, hat sich der Gesetzgeber darauf beschrankt, 
Ehehindernisse nur in solchen Fallen zu schaffen, in denen ein 
verantwortungsbewufcter Mensch schon von sich aus eine Ehe nicht schliefcen 
wurde. 



Solche Ehen liegen nach § 1 des Gesetzes vor: 

1. Wenn einer der Verlobten an einer mit Ansteckungsgefahr 
verbundenen Krankheit leidet, die eine erhebliche Schadigung der 
Gesundheit des anderen Teiles oder der Nachkommen befurchten lafct; 

2. wenn einer der Verlobten entmundigt ist oder unter vorlaufiger 
Vormundschaft stent; 

3. wenn einer der Verlobten, ohne entmundigt zu sein, an einer 
geistigen Storung leidet, die die Ehe fur die Volksgemeinschaft 
unerwunscht erscheinen lafct; 

4. wenn einer der Verlobten an einer Erbkrankheit im Sinne des 
Gesetzes zur Verhutung erbkranken Nachwuchses leidet. 

Die letztere Bestimmung stent der EheschlieGung nicht entgegen, wenn der 
andere Verlobte unfruchtbar ist. 

Die Tatsache, ob ein Ehehindernis im Sinne dieser Bestimmungen vorliegt, ist 
von einem vom Reichsminister des Inneren zu bestimmenden Zeitpunkt ab durch 
ein Zeugnis des Gesundheitsamtes (Ehetauglichkeitszeugnis) nachzuweisen. Die 
Durchfuhrung dieser Bestimmung ist uberhaupt erst moglich geworden, nachdem 
durch eine Vereinheitlichung des staatlichen und kommunalen Gesundheitswesens 
ab 1. April 1935 in alien Stadt- und Landkreisen Gesundheitsamter eingerichtet 
worden sind. Im Rahmen der Gesundheitsamter wird es daher Aufgabe der 
Beratungsstellen fur Erb- und Rassenpflege sein, die zur Ehe entschlossenen 
Personen vor der EheschlieBung zu beraten. Um die Beratung uberall einwandfrei 
durchzufuhren, darf bis zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt die Vorlage 
des Ehetauglichkeitszeugnisses vom Standesbeamten nur dann verlangt werden, 
wenn begrundete Zweifel an der Gesundheit des einen Ehepartners bestehen. 
Nach einer angemessenen Ubergangszeit wird dann spater die Vorlage des 
Ehezeugnisses von jedem Verlobten verlangt werden. Im Falle der Versagung des 
Ehetauglichkeitszeugnisses soil in den Ausfuhrungsbestimmungen eine 
Beschwerde bei dem zustandigen Erbgesundheitsgericht und gegen dessen 
Entscheidung eine weitere Beschwerde bei dem Erbgesundheitsobergericht 
zulassig sein. 

Durch die Auswirkungen dieses Gesetzes erhalten die gesundheitspolitischen 
Bestrebungen des nationalsozialistischen Staates eine gewisse Kronung. Letzten 
Endes sind nicht die auszusprechenden Eheverbote, sondern die damit gesetzlich 
verankerte Eheberatung die wichtige Folge des Gesetzes. Alles kommt demnach 
auf die Erziehung zur Erbgesundheit und Rassereinheit an! Rasse und 
Erbgesundheit eines Menschen sind nicht zu trennen!" 



Uber 200 Millionen Reichsmark jahrlich fur Erbkranke 

Fur jeden schaffenden Deutschen sind diese Bestimmungen besonders einleuchtend, 
wenn er folgendes berucksichtigt: 

Der ZuschuG fur ein gesundes Schulkind betragt in Deutschland jahrlich RM. 75,--. 

Der ZuschuG fur ein Hilfsschulkind (schwachsinniges Kind) jahrlich RM. 300,-- bis RM. 
500,--. 

Der ZuschuG fur jedes erbkranke, taubstumme oder blinde Kind jahrlich RM. 1.500,--. 
Ein Geisteskranker kostet den Staat und die Allgemeinheit taglich RM. 6,-- bis RM. 8,-- 

Der ZuschuG fur einen Psychopathen oder geistig Minderwertigen in der 
Fursorgeerziehung jahrlich RM. 1.500,--. 



Schwerer Geisteskranke unter besonderer Aufsicht kosten taglich bis zu RM. 20,--. 

Diese Summen sind so hoch, dafc allein von den Kosten der Unterhaltung eines einzigen 
Geisteskranken pro Tage eine ganze Arbeiterfamilie leben konnte. 

140 Reichsmark betragen die Unkosten fur einen Schwergeisteskranken pro Woche. 600 
Reichsmark im Monat. Damit konnen im Monat 3-4 Arbeiterfamilien ihren Unterhalt 
bestreiten. Eine einzige Jahresbilanz macht das noch einleuchtender. Es waren imjahre 
1935/36 auf Kosten der Bezirks- und Landesfursorgeverbande in Anstalten 
untergebracht: 

Geisteskranke 199 028 

Taubstumme 4 373 

Blinde 3 629 

Epileptiker, Kruppel usw. 31 964 

238 994 Personen 

Es befanden sich insgesamt also 238.994 Personen auf offentliche Kosten in Anstalten. 
Die Kosten dafur betrugen im Rechnungsjahr 1935/36 166 Millionen Reichsmark. In 
diesen Zahlen sind nicht enthalten die Zehntausende von Erbkranken, die sich in 
Familienfursorge befinden und fur die ebenfalls erhebliche Zuschusse von den 
verschiedenen Stellen gezahlt werden. Die Ausgaben fur Erbkranke sind daher mit mehr 
als 200 Millionen Reichsmark im J ahr nicht zu hoch gegriffen. 

Die Kosten fur die Unterhaltung der Minderwertigen, Idioten, Geisteskranken und 
Verbrecher tragt das Volk, also die breite, schwer um ihre Existenz ringende Masse. Das 
weitere Ansteigen dieser Krankheiten muG auf die Dauer zu Belastungen des arbeitenden 
Volkes fuhren, die es nicht mehr zu tragen vermag. Es ist daher richtiger, rechtzeitig 
einzugreifen und durch Sterilisierung einer gewissen Gruppe von korperlich Erbkranken 
und aller Geisteskranken der Vermehrung dieser Leiden Einhalt zu tun. Es ist dabei zu 
berucksichtigen, dafc die geistig Minderwertigen sich in besonders grofcem MaGe zu 
vermehren pflegen. 

Die Gesunden haben ein Recht darauf, daG sich ihnen die besondere Fursorge des 
Staates zuwendet, und nicht jahrlich Hunderte von Millionen zur Unterhaltung von 
menschlichen Wracks ausgegeben werden mussen. 

Auch unter den Erbkranken befinden sich viele, die die Notwendigkeit der Sterilisation 
einsehen. So schreibt ein erbkrankes junges Madchen: 

"Wer ist so verroht, daG er sein Leid in seinem Kinde wiederholt sehen mochte? Habt Ihr 
je in die Augen eines kranken Kindes geschaut, so wird Euch der stumme, anklagende 
Blick verfolgen, wo I hr auch seid! Man hat doch mit Tieren Erbarmen. Warum versagt 
man es dem Menschen?" 

Deutschland steht mit seiner Erkenntnis, dafc die Vermehrung Minderwertiger verhindert 
werden muG, nicht allein da. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika, in Danemark, 
in einem Teil der Schweiz gibt es bereits ahnliche Bestimmungen und in Norwegen, 
Finnland und anderen Staaten sind ebenfalls Gesetze in Vorbereitung, die der 
Verhinderung erbkranken Nachwuchses dienen sollen. 



J ugend im neuen Staat 

Die J ugend ist die Zukunft eines Volkes und so haben der nationalsozialistische Staat und 
die nationalsozialistische Bewegung sich der J ugend in einem MaGe angenommen und ihr 
einen Platz im Staat eingeraumt, wie sie inn niemals zuvor besessen hat. 

200.000 J ungen und Madel bekannten sich um die Jahreswende 1932/33 zur Hitler- 
J ugend und standen damit in der aktiven Front fur den Fuhrer. 477 verschiedene 
J ugendorganisationen standen ihnen gegenuber. Die innere Zerrissenheit des deutschen 
Volkes zeigte sich nirgends in solchem Mafce wie gerade in der J ugend. Wollt man das 
Volk fur immer einigen und zu einem festen Block zusammenschweiGen, so bedurfte es 
dazu in erster Linie einer Einheit der J ugend. Die Hitler-J ugend schuf diese Einheit. Ende 
1933 sind fast alle ubrigen J ugendorganisationen ohne auGeren Zwang von der Bildflache 
verschwunden. 2 Millionen Jungen und Madel stehen in der Hitler-J ugend in einer Front. 

Zum J ugendfuhrer des Deutschen Reiches ernannt, schritt Baldur von Schirach auf 
diesem Wege fort; und am vierten Jahrestag der Machtubernahme kann er dem Fuhrer 
7V2 Millionen Jungen und Madel melden, die nun in der Hitler-J ugend die Heimstatt ihrer 
J ugend gefunden haben. Das Gesetz uber die Hitler-J ugend vom 1. Dezember 1936 fafct 
die gesamte J ugend innerhalb des Reichsgebietes zusammen. Damit tritt die Hitler- 
J ugend als verantwortlicher Erziehungsfaktor und als solcher vom Staate anerkannt, 
neben Elternhaus und Schule. Trotzdem verzichtet sie auf jeden aufceren Zwang und 
erfafct weiterhin die deutsche J ugend nach dem Grundsatze der Freiwilligkeit. 

Korperliche Ertuchtigung und weltanschauliche Schulung sind die beiden Pole ihrer Arbeit. 
Am 9. Dezember 1936 wird der Reich ssportfuhrer von Tschammer und Osten mit der 
korperlichen Erziehung der gesamten deutschen J ugend betraut. Leistungsabzeichen sind 
die aufceren Kennzeichen dieser Arbeit. 

200.000 Hitler-J ugendfuhrer und BDM-Fuhrerinnen konnten allein imjahre 1936 eine 
systematische weltanschauliche Schulung durchlaufen. Allein im Sommer 1936 sind in 
2.700 Freizeitlagern der Hitler-J ugend und des BDM. 670.000 Jungen und Madel erfafct 
worden. 1 Million sollen es imjahre 1937 werden. 

Ein Gesundheitsamt mit 6.000 Arzten und ebensovielen Arztinnen sorgt fur die 
gesundheitliche Uberwachung und Betreuung der J ungen und Madel in der Hitler-J ugend. 

Von J ahr zu J ahr nimmt der Landdienst der Hitler-J ugend zahlenmafcig zu, schafft die 
Bindung zwischen Stadt und Land und bringt Tausende von Hitlerj ungen wieder zum 
Bauerntum zuruck. Haushaltungsschulen des BDM. in alien Gegenden Deutschlands 
bringen den BDM.-Madeln das Rustzeug, dessen die Frau und Mutter von morgen bedarf. 

Der Reich sberufswettkampf, zum ersten Male im Jahre 1934 in Zusammenarbeit mit der 
Deutschen Arbeitsfront durchgefuhrt, ist eine Leistungspriifung der J ugend, die fur 
die ganze Welt etwas vollig Neuartiges darstellt. Zum vierten 
Reichsberufswettkampf im Jahre 1937 sind 1.830.000 schaffende J ugendliche, fast die 
gesamte werktatige J ugend Deutschlands, zurTeilnahmeangetreten, darunter 300.000 
J ugendliche aus der Landwirtschaft und 16.000 Studenten. An 4.000 Wettkampfsporten 
haben 25.000 Wettkampfleiter mit 300.000 Mitarbeitern dieses Olympia der Arbeit 
durchgefuhrt. 

Der zusatzlichen Berufsschulung wird ebenfalls grofctes Augenmerk zugewendet. 275.891 
J ungen und 92.866 Madel erhalten eine zusatzliche Berufsschulung, werden fur das 
Leben ertuchtigt, Zahlen, die immer noch im Steigen begriffen sind. 



Im Kulturleben der Nation schafft sich diese Jugend in vier Jahren eine Position, die 
Beachtung verdient. Mit Erfolg bemiiht sie sich, in Zusammenarbeit mit der Jugend der 
Welt gegenseitiges Verstandnis unter den Volkern zu wecken. 

Wie nie zuvor erlebt diese Jugend Deutschland, erwandert es sich und gewinnt es als 
kostbaren Besitz. 7,5 Millionen Ubernachtungen konnen die J ugendherbergen des 
Deutschen Reiches 1936 verzeichnen, 4,3 Millionen imjahre 1933. 339 neue 
J ugendherbergen mit 19.600 Liegestatten wurden in vier Jahren neu geschaffen, die 
Ubernachtungsgebuhren auf zwanzig bis dreiGig Pfennig herabgesetzt. 194.000 Auslander 
befinden sich 1936 bereits unter den Gasten der deutschen J ugendherbergen. Ende 1936 
stehen dem Deutschen J ugendherbergswerk 2.000 J ugendherbergen mit 250.000 Betten 
zur Verfugung. 



Arbeitsdienst fur Deutschland 

Der Gedanke des Arbeitsdienstes fur die ganze Jugend der Nation ohne Ansehen der 
Person, der Stellung und der Herkunft der Eltern ist schon in den Anfangen der 
nationalsozialistischen Bewegung eine wesentliche Forderung gewesen, und zwar 
ebensosehr aus Grunden der Volkserziehung als aus wirtschaftlichen Motiven. Die vor der 
Machtergreifung hier und da angestellten Versuche von verschiedenen Verbanden, 
Arbeitsdienstlager einzurichten, entsprachen nur selten nationalsozialistischen 
Gesichtspunkten, weil sie meist unter Fuhrung und Leitung von Behorden und 
Vereinigungen standen, die den volkserzieherischen Gesichtspunkt auGer acht liefcen und 
den Arbeitsdienst lediglich als ein gutes Mittel ansahen, erwerbslose J ugend von der 
StraGe zu bringen. Fur die Regierung Bruning war der Freiwillige Arbeitsdienst nur eine 
produktive Erwerbslosenfursorge. Die gesetzliche Handhabe zu seiner Einfuhrung gab 
ihm die Notverordnung vom 5. Juni 1931. 

Der Nationalsozialistische Arbeitsdienst ging von Anbeginn andere Wege. 1931 wurde von 
Oberst a.D. Hierl, der seit 1929 bereits Vorarbeiten geleistet hatte, im Auftrage der 
NSDAP. das erste Fuhrerlager zur Schulung von Arbeitsdienstfuhrern durchgefuhrt. Im 
Januar 1932 erfolgte die Einrichtung des ersten Arbeitsdienstlagers in Hammerstein 
(Grenzmark). AnschlieGend wurde dann der "Verein zur Umschulung freiwilliger 
Arbeitskrafte" gegrundet, um einen Arbeitsdienst nach nationalsozialistischen 
Grundsatzen einzurichten. 

Nach der Machtergreifung erfolgt sofort eine straffe Zusammenfassung aller 
Arbeitsdienstgruppen im Freiwilligen Arbeitsdienst und ihr Aufbau nach den Forderungen 
der NSDAP. Reichsarbeitsfuhrer Hierl wird am 4. Mai 1933 zum Staatssekretar fur den 
Freiwilligen Arbeitsdienst ernannt. Unter seiner Leitung wird der Freiwillige Arbeitsdienst 
auf eine vollig neue Grundlage gestellt. Neben die korperliche Arbeit tritt als 
bestimmender Faktor die weltanschauliche und korperliche Erziehung. 

Die Unterbringung findet ausschliefclich in geschlossenen Lagern bei straffer 
Lagerdisziplin statt. Der Einsatz erfolgt in erster Linie auf dem Gebiete der Landeskultur 
bei Arbeitsvorhaben, die volkswirtschaftlich wichtig sind und im normalen ArbeitsprozeG 
infolge der Hohe der Kosten nicht durchgefuhrt werden konnen. 

Bis zum 31. Marz 1934 wurde der Freiwillige Arbeitsdienst aus Mitteln des Reiches und 
der Reichsanstalt fur Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung finanziert. Mit dem 
Haushaltsjahr 1934/35 erhalt der Arbeitsdienst zum ersten Male einen eigenen Etat vom 
Reich und wird so vollig unabhangig von den Tragern der einzelnen Arbeitsvorhaben. 

Durch das Reichsarbeitsdienstgesetz vom 26. Juni 1935 wird die allgemeine gleiche 
Arbeitsdienstpflicht in ganz Deutschland eingefuhrt. Der Reichsarbeitsdienst, zu dem 



alle jungen Deutschen beiderlei Geschlechts verpflichtet sind, ist nach diesem Gesetz 
Ehrendienst am deutschen Volk. Durch inn soil die deutsche J ugend im Geist des 
Nationalsozialismus zur Volksgemeinschaft und zur wahren Arbeitsauffassung, vor alien 
Dingen zur gebuhrenden Achtung der Handarbeit erzogen werden. Nur gemeinnutzige 
und volkswirtschaftlich wertvolle Arbeiten werden vom Reichsarbeitsdienst durchgefuhrt. 

Wahrend noch im Jahre 1932 die Arbeitsvorhaben in erster Linie den Bau von Sport- und 
Spielplatzen, Straiten, Promenaden, Badeanstalten usw. betrafen, entfallt heute bei 
weitem der grofcte Teil der Tagewerke auf die Bodenverbesserung, die Entwasserung von 
Kulturland, den Hochwasserschutz, FluGregulierungen, Kultivierung von Moor- und 
Odland, Neulandgewinnung und Flurbereinigung. Auch zum Katastrophenschutz bei 
Moor- und Waldbranden, bei Uberschwemmungen, als Erntenothilfe usw. wurde der 
Reichsarbeitsdienst in erster Linie eingesetzt. 

Die Dienstzeit im Reichsarbeitsdienst betragt sechs Monate. Die Starke betragt 
einschliefclich des Stammpersonals z. Zt. 230.000 Mann. 

Der Nationalsozialistische Arbeitsdienst hat in den ersten vier Jahren 
nationalsozialistischen Aufbaus u.a. folgende Leistungen vollbracht: 

1. 120.000 ha Land wurden vor Hochwasser geschutzt, die Ernte wurde gesichert. 

2. 300.000 ha unter Nasse leidendes Land wurde entwassert und damit die Moglichkeit 
einer erheblichen Ertragssteigerung geschaffen. 

3. 25.000 ha wurden gerodet, umbrochen und durch ahnliche Bodenarbeiten verbessert. 

4. 40.000 ha durch Erbteilungen zersplitterter Besitz wurden zu geschlossenen 
Wirtschaftsflachen zusammengefaGt, durch Wege erschlossen und entwassert. 

5. 160.000 ha Kulturland wurde durch Wirtschaftswege erschlossen und so seine 
Bewirtschaftung erleichtert. 

Die Arbeitsdienstpflicht fur die weiblichejugend ist grundsatzlich durch das 
Reichsarbeitsdienstgesetz verkundet. Ihre Ausgestaltung bleibtjedoch spaterer 
gesetzlicher Regelung vorbehalten, so daG der weibliche Arbeitsdienst zur Zeit noch auf 
der Grundlage der Freiwilligkeit durchgefuhrt wird. Arbeitsdienstpflicht besteht schon 
jetzt fur Abiturientinnen mit Studiumsabsichten. Der Aufbau des weiblichen 
Arbeitsdienstes bis zur Einfuhrung der Arbeitsdienstpflicht wird schrittweise vor sich 
gehen, damit zunachst einmal auch hier die notige Fuhrerschaft herangebildet wird und 
die notwendigen Erfahrungen gesammelt werden. 

Der weibliche Arbeitsdienst war bis zum Jahre 1936 noch der Reichsanstalt fur 
Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung angegliedert und ist dann dem 
Reich sarbeitsfuhrer unterstellt worden. Er gliedert sich heute in 485 Lager mit 15.000 
Arbeitsmaiden und wird Anfang 1938 600 Lager mit 25.000 Arbeitsmaiden betragen. 

Auch im weiblichen Arbeitsdienst sind Arbeit und Schulung gleich wichtige Faktoren. Die 
weiblichen Arbeitsdienstlager werden in erster Linie in Siedlerdorfern eingerichtet und die 
Madels im Haushalt der Siedlerfrau eingesetzt. Sie helfen in Haus und Hof, kummern sich 
um die Kinder, richten in vielen Gegenden Kindergarten ein und scheuen sich vor keiner 
Arbeit. Man sieht sie ebenso bei der Feldbestellung wie bei der Ernte; Forke und Spaten 
sind ihnen genau so vertraute Handwerkszeuge wie Nadel und Faden. Standesdunkel und 
Einbildung verschwinden im weiblichen Arbeitsdienst sehr schnell, denn fur die Madels im 
Arbeitsdienst gilt es kraftig zuzupacken und nicht zimperlich zu sein. 



So wachsen mitten unterm deutschen Bauerntum in Licht und Luft die kommenden 
deutschen Mutter auf. 



"Freie Bahn dem Tuchtigen" 

Freie Bahn dem Tuchtigen" ist eine alte Parole und eine Forderung, die schon vor dem 
Weltkriege erhoben wurde. Als die Novemberrevolution kam, da ging durch die deutsche 
J ugend eine grofce Hoffnung: Nun wurde sie ohne Ansehen von Herkunft, Geburt und 
Besitz Zugang zu alien wichtigen Berufen des Staates haben, des Staates, der auch ihr 
gehort. Diese Hoffnung schlug um in eine grenzenlose Enttauschung. Der Marxismus 
hatte zwar die Parole "Freie Bahn dem Tuchtigen" ubernommen und auf seine Fahnen 
geschrieben, in der Praxis sie jedoch ubersetzt mit: "Freie Bahn dem Bonzen." Die 
Tuchtigen blieben, was sie waren. Ihnen fehlte auch die Aufstiegsmoglichkeit in der 
Republik. 

Der Nationalsozialismus ging auch auf diesem Gebiete grundsatzlich neue Wege. Er 
stellte an den Volksgenossen nicht die Frage "Woher kommst du" und "Was hast du", 
sondern "Was bist du" und "Was leistest du". Die Vielfaltigkeit der nationalsozialistischen 
Bewegung und ihrer Gliederungen gibt ohne Ansehen der Person jedem Volksgenossen 
die Moglichkeit, durch Haltung und Leistung zu den hochsten Amtern des Staates 
aufzusteigen. I m Gegensatz zu den Bonzen der Republik bekennt der Fuhrer selbst 
immer erneut mit Stolz, daG er die J ahre nicht missen mochte, in denen er als 
Bauarbeiter auf dem Gerust stand. Unter den fuhrenden Mannern von Staat und Partei, 
unter den Gauleitern und Oberprasidenten befindet sich eine ganze Anzahl von 
Handarbeitern, von denen jeder seinen Mann steht, aber keiner seine Herkunft jemals 
vergessen hat. Sie sind Volk im Volke geblieben. 

Die Auslese der Tuchtigen wird in erster Linie durch die Adolf-Hitler-Schulen, durch 
Hitler-J ugend und Jungvolk getroffen. Jederjunge, der uberdurchschnittliche Leistungen 
zeigt, kann ohne weiteres zu den Adolf-Hitler-Schulen einberufen werden. Und wer in der 
nationalsozialistischen Bewegung sich einsetzt und im Kleinen treu ist, der hat die 
Moglichkeit, durch die Lehrgange auf den Ordensburgen der NS DAP. in das Fuhrerkorps 
der nationalsozialistischen Bewegung und aus ihm in die fuhrenden Stellen des Staates 
aufzurucken. So ist im nationalsozialistischen Staat im wahren Sinne des Wortes der 
Grundsatz in die Tat umgesetzt, daG immer die Besten fuhren sollen. Und zum ersten 
Male heifct es mit Berechtigung: "Freie Bahn dem Tuchtigen!" 



Sport schafft gesundes Volk 

Welche Bedeutung der korperlichen Ertuchtigung im nationalsozialistischen Staat 
zugemessen wird, geht daraus hervor, dafc schon am 28. April 1933 ein 
Reichssportkommissar eingesetzt wurde, der am 19. J uli 1933 zum Reichssportfuhrer 
ernannt und dem das gesamte deutsche Sportleben unterstellt wurde. In den Wirrwarr 
der Vielzahl der Vereine und Verbande, die nicht selten einen grofcen Teil ihrer Kraft im 
gegenseitigen Konkurrenzkampf verbrauchten, wurde Ordnung gebracht. Alle deutschen 
Sportorganisationen wurden im Reichsbund fur Leibesubungen zusammengefaGt und 
Fachamtern die Betreuung der einzelnen Sportarten ubertragen. Es wurde damit deutlich 
zum Ausdruck gebracht, dafc der deutsche Sport eine Einheit ist und fur alle Zeiten eine 
Einheit bleiben soil. 

Durch Abkommen zwischen dem Reichssportfuhrer und dem Reichsjugendfuhrer wurden 
die J ugendgruppen der Sportverbande in die Hitler-J ugend ubergefuhrt, so daG die 
Erziehung der deutschen J ugend in korperlicher und weltanschaulicher Hinsicht in einer 



Hand liegt. Fur die Ausbildung von Sportlehrern wurde die Reichsakademie fur 
Leibesubungen geschaffen. Das Sportamt der NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" 
gibt alien Werktatigen die Moglichkeit, aufcerhalb von Sportvereinen nach Mafcgabe ihrer 
Freizeit sich sportlich zu ertuchtigen. 

Auch innerhalb der nationalsozialistischen Bewegung weist der Fuhrer 1936 dem Sport 
seinen gebuhrenden Platz zu. Er ordnet die jahrliche Austragung der NS.-Kampfspiele auf 
dem Reichsparteitag zu Nurnberg an, fur die in Nurnberg eine riesige Kampfbahn 
geschaffen wird, und beauftragt die SA. mit der Durchfuhrung. 

Zu einem Gipfelpunkt sportlichen Lebens und deutscher Leibeserziehung 
gestalteten sich die IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen 
und die XI . Olympischen Spiele zu Berlin, deren nach den Anweisungen des 
Fiihrers erfolgte Ausgestaltung von alien auslandischen Gasten vom 
I nternationalen Olympischen Komitee als Triumph der olympischen Idee und als 
Hohepunkt aller bisherigen Olympischen Spiele gefeiert wurde. 

Fur die Durchfuhrung der Olympischen Spiele wurde nach dem Plan des Architekten 
March in nur zwei Jahren das Reichssportfeld mit dem Olympia-Stadion geschaffen, eine 
Anlage, die in ihrer GroGziigigkeit an antike Vorbilder erinnert. Fur die Unterbringung der 
Teilnehmer an den XI . Olympischen Spielen wurde ein eigenes Olympisches Dorf gebaut, 
das ein Schmuckkastchen ganz besonderer Art und eine Sehenswurdigkeit wurde, die 
Hunderttausende zum Besuch anlockte. 

An den Olympischen Spielen, einschliefclich der Winterspiele, nahmen 5.798 Wettkampfer 
teil (gegen 1.215 in Los Angeles), aufcerdem 5.869 Turner. Im Olympischen Dorf waren 
6.359 Aktive, Begleiter und Offizielle untergebracht. Die Zahl der Ubernachtungen betrug 
dort 82.964. 3.800.000 Eintrittskarten wurden allein zu den Olympischen Spielen in 
Berlin verkauft, davon 1.200.000 an Auswartige und 250.00 an Auslander. Im Berliner 
Ortsverkehr wurden zum Reichssportfeld in der Zeit der Olympischen Spiele 28.000.000 
Fahrgaste befordert. 



6. Die Arbeitsschlacht 
Zwei Welten 

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den vierzehn Jahren der Novemberrepublik war 
nicht nur ein Problem der Organisation oder der Finanzen, sondern auch zum 
wesentlichen Teil ein Problem der Weltanschauung. Die im marxistischen oder rein 
kapitalistischen Denken befangenen fuhrenden Kreise der Weimarer Republik stellten das 
Kapital in den Mittelpunkt ihres Denkens, wahrend der nationalsozialistische Staat von 
der Arbeit und der Produktion ausgeht. Dort hiefc es: Kapital schafft Arbeit! Hier heifct es: 
Arbeit schafft Kapitall 

Nur so ist es zu verstehen, dafc nach den mit geborgtem Gelde herbeigefuhrten 
Glanzjahren der Republik, in denen man in Saus und Braus lebte, ohne an die Zukunft zu 
denken, in den Jahren 1928 bis 1930 man fassungs- und rettungslos dem volligen 
Zusammenbruch gegenuberstand. Nur so ist es zu verstehen, dafc e'mjahr 1931 kommen 
konnte, mit dem Bankenkrach und dem volligen Zusammenbrechen zahlreicher Getriebe, 
mit dem plotzlichen Anschwellen der Arbeitslosigkeit in hohe Millionenzahlen hinein. 
Anstatt herzhaft zuzupacken, redete und diskutierte man damals. Gutgemeinte 
Hilfsvorschlage blieben in den parlamentarischen Instanzen stecken, wurden 
Unterausschussen der Reichstagsausschusse uberwiesen und konnten niemals irgendwie 
in die Tat umgesetzt werden, weil sie bei dem weltanschaulichen Gegensatz zwischen 
den parlamentarischen Richtungen niemals eine Mehrheit gefunden hatten. 



Das Geheimnis des Erfolges der Arbeitsschlacht nach der nationalsozialistischen 
Revolution liegt in erster Linie in der straffen Zusammenfassung aller Krafte und ihre 
Hinlenkung auf ein Ziel, der Beseitigung aller Schweitzer und der schnellen 
Durchfiihrung energischer Maftnahmen ohne Rucksicht auf Proteste oder Geschrei 
solcher Krafte, fur die diese MaGnahmen etwa vorubergehend Unannehmlichkeiten im 
Gefolge hatten. Alle diese MaBnahmen wurden nicht durchgefuhrt mit Hilfe auslandischer 
Kapitalien, sondern aus eigener Kraft des deutschen Volkes. Es wurde im Gegenteil die 
Last der Auslandsschulden des Deutschen Reiches in der Zeit der Arbeitsschlacht 
erheblich vermin dert. 



Das Brauns-Gutachten 

Es ist leicht, vom nationalsozialistischen Standpunkt aus heute vernichtende Kritik an der 
Wirtschaftspolitik der vierzehn Nachkriegsjahre zu halten, weil diese Wirtschaftspolitik 
Material in solcher Fulle bietet, dafc man nach Argumenten nicht lange zu suchen braucht. 
Das bezeichnendste Dokument fur die Lage im Jahre 1931 haben die Gegner des 
Nationalsozialismus selbst geliefert: das sogenannte Brauns-Gutachten. Die unterVorsitz 
des dem Zentrum angehorenden Reichsarbeitsministers Brauns stehende 
Gutachterkommission zur Arbeitslosenfrage verfafcte 1931 ein Gutachten, das trotz aller 
Beschonigung der Lage einmal zeigt, wie es selbst nach der Erkenntnis der 
verantwortlichen Manner des Systems in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt 
aussah. Es zeigt weiter, wie man vollig ratios sich nicht zu helfen wufcte und die einzige 
Moglichkeit der Arbeitsbeschaffung - in neuen Auslandskrediten, also in fremder Hilfe, 
sah. Dieses Gutachten stellt auch fest, dafc die Einfuhrung einer allgemeinen 
Arbeitsdienstpflicht nicht in Frage komme, weil die Bereitstellung von zusatzlicher 
Arbeitsgelegenheit fur einen ganzen Jahrgang ein Kapital erfordern wurde, das bei der 
Wirtschaftsnot nicht zu beschaffen sei(M). 

Die wesentlichen Teile des Gutachtens haben folgenden Wortlaut: 



Brauns-Gutachten zur Arbeitslosenfrage 

Erster Teil 

Seit der J ahreswende 1927/28 hat sich der deutsche Arbeitsmarkt von J ahr zu 
Jahr in steigendem Tempo verschlechtert. Die Entwicklung spiegelt sich in der 
Zahl der Arbeitslosen. 

Jahresdurchschnitt Arbeitslose 

1928 1 390 987 

1929 1 896 938 

1930 3 075 580 

Ende Februar 1931 zahlten die Arbeitsamter 4 971 843 Arbeitslose. 



Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren standig 
gewachsen. Neben der volligen Arbeitslosigkeit weist auch die Kurzarbeit einen 
erheblichen Umfang auf. Von der in den Gewerkschaften organisierten 
Arbeiterschaft waren Ende Februar 

34,5 v.H. arbeitslos 
19,5 v.H. arbeiteten verkurzt 
nur 46,0 v.H. waren voll beschaftigt. 

Zweiter Teil 

Im Rahmen der geschilderten Weltkrise hebt sich die deutsche Krise durch 
besondere Eigentumlichkeiten hervor. Deutschland hatte unter dem Weltkrieg und 
seinen unmittelbaren Folgen sowie unter den jahrelangen verfehlten und darum 
vergeblichen Versuchen einer wirklichen Liquidierung des Krieges, die auch heute 
noch nicht erreicht ist, mehr als andere Lander zu leiden. So war infolge der 
starken Zerstorung des deutschen Produktionsapparates im Krieg, Ruhrkampf und 
Wahrungszusammenbruch der deutsche Wiederaufbau aus eigener Kraft allein 
nicht moglich. Es bedurfte der Hilfe des auslandischen Kapitals. Mit dieser Hilfe 
konnte sich der ohnehin starke Wille zum Wiederaufbau und zur Anpassung an die 
moderne Technik (Nationalisierung) sowie das verantwortungsvolle Streben, der 
wachsenden Menge von Erwerbstatigen Arbeitsgelegenheit zu schaffen, 
verhaltnismaGig schnell und keineswegs ohne Erfolg durchsetzen. DaG dabei 
vielfach Aufblahungen des Produktionsapparates und Kapitalfehlleitungen 
erfolgten, ist verstandlich. DerAuftrieb, den die deutsche Wirtschaft auf diese 
Weise erhielt, erzeugte auch hier eine Scheinblute, die in vielfacher Hinsicht 
nachteilig wirken muGte. Sie blendete das Ausland und uns selbst; sie fuhrte 
im Ausland zur Uberschatzung unserer Leistungsfahigkeit (Youngplan) und daheim 
zu einem Mangel an Disziplin in alien Zweigen der offentlicnen, nicht 
minder aber auch in der privaten Wirtschaft: Preisniveau, Selbstkosten der 
Wirtschaft, insbesondere Zinsen und offentliche Abgaben, zum Teil auch Lohne 
und Gehalter, alles wurde ubersteigert. 

Die deutsche Entwicklung barg ihre besonderen Gefahren, die im Augenblick des 
Umschwungs der Konjunktur die Krise beschleunigen und verscharfen mufcten. 
Der KapitalzufluG vom Ausland versiegte, der Ruckhalt an eigenem Kapital und 
Reserven reichte trotz erheblicher inlandischer Kapitalbildung nicht aus, viele 
Betriebe standen damit alsbald vor dem Zusammenbruch. Verhangnisvoll 
wirkten auf die weitere Entwicklung die innenpolitischen Spannungen ein, die 
manche Ansatze zum Besseren zerschlugen. Berechtigte Hoffnungen auf eine 
Entspannung des Kapitalmarktes wurden zunichte; die bereits 
hervorgetretene Tendenz zur Senkung des ZinsfuBes brach ab; der 
Schaffenswille bei den Unternehmern schlug in Pessimismus um, und 
weiter Kreise der Arbeiterschaft bemachtigte sich eine bis zur 
Verzweiflung gehende Mutlosigkeit. 

Sollen MaGnahmen zur Arbeitsbeschaffung nicht nur eine zeitweilige Milderung der 
Arbeitslosigkeit, sondern daruber hinaus eine Belebung der Gesamtwirtschaft 
bringen, die einer wachsenden Zahl von Arbeitskraften zugute kommt, so muG es 
sich um weitgreifende Plane und Einsatz grower Mittel handeln. Die Durchfuhrung 
eines solchen Programms bedingt keineswegs, dafc das Kapital an anderer Stelle 
der deutschen Wirtschaft entzogen wird; vielmehr soil Kapital nutzbar gemacht 
werden, welches ohne diese MaGnahmen nicht zur Verfugung stehen wurde. 

Das technische Mittel zur Bereitstellung des Kapitals sind langzeitige Kredite. 
GroGe Erschwerungen liegen allerdings darin, daG zur Zeit in Deutschland die 
Aufnahme von Kapital in ausreichendem Umfang nicht moglich ist. Die 



Heranziehung von Auslandskapital - vorausgesetzt, daG es zu ertraglichem 
ZinsfuG zu erhalten ist - ist darum erforderlich. 

Die Kommission halt die Einfuhrung einer allgemeinen Arbeitsdienstpflicht nicht 
fur ein geeignetes Mittel zur Entlastung des Arbeitsmarktes. 

Die Bereitstellung umfangreicher, fur einen ganzen Jahrgang junger Menschen 
ausreichender, zusatzlicher Arbeitsgelegenheit durch die offentliche Hand wurde 
ein Kapital erfordern, das bei der gegenwartigen Wirtschaftsnot nicht zur 
Verfugung steht." 

5 Milliarden Reichsmark wollten die Systemparteien, trotz der ungeheuren Verschuldung 
Deutschlands, der druckenden Zinslasten und der Unmoglichkeit zur Ruckzahlung der 
durch sie selbst eingegangenen Verpflichtungen aus dem Youngplan, borgen, um 
wenigstens einen Teil der Erwerbslosen wieder unterbringen zu konnen. Auch hier zeigt 
sich wieder, wie man in der ganzen Frage der Arbeitsbeschaffung ein reines 
Kapitalproblem sah und deshalb auch unfahig war, irgendeine wirkungsvolle MaGnahme 
zur Abhilfe in die Wege zu leiten. 

Ebenso vernichtend fur die Politik des Systems wie dieses Gutachten aus dem Kreis 
der Systemparteien sind die trockenen und nuchternen Berichte der Reichsanstalt 
fur Arbeits verm ittlung und Arbeitslosenversicherung aus dem gleichen Zeitraum. 
I n dem Bericht dieser Anstalt fur die Zeit vom 1. J anuar 1931 bis 31. Marz 1932 wird z.B. 
gesagt: 

"Die wirtschaftliche Entwicklung ist im ganzen Berichtszeitraum durch eine weitere 
scharfe Abwartsbewegung gekennzeichnet. Das gilt sowohl fur das Kalenderjahr 
1931 wie fur das anschliefcende erste Vierteljahr 1932. Wahrend dieser ganzen 
Zeit hat die Rucklaufigkeit der Konjunktur, die schon im Herbst 1929 begonnen 
und sich imjahre 1930 fortgesetzt, angehalten. 

Die Arbeitslosigkeit in der Landwirtschaft, in fruheren Jahren in der Hauptsache 
nur eine winterliche Erscheinung, hat im letzten J ahr in steigendem AusmaG auch 
auf die Sommermonate ubergegriffen. Die Nachfrage nach Arbeitskraften ging 
infolge der ungunstigen Wirtschaftslage der Landwirtschaft und der vermehrten 
Mitarbeit der Familienangehorigen besonders in den bauerlichen Betrieben stark 
zuruck. Auf der anderen Seite steigerte sich das Angebot an Arbeitskraften fur die 
Landwirtschaft noch dadurch erheblich, daG neben den eigentlichen erwerbslosen 
Landarbeitern auch die weiblichen Familienangehorigen der gewerblichen 
Arbeitslosen, soweit sie in den Dorfern und Kleinstadten wohnten, in 
zunehmendem MaGe Arbeit in der Landwirtschaft suchten. In der gleiche Richtung 
wirkte auch der Ruckstrom eines Teiles der vom Lande stammenden stadtischen 
erwerbslosen Arbeiterschaft auf das Land. Auch der UberschuG an landlichem 
Nachwuchs, der sonst in der I ndustrie Aufnahme fand, belastet fortschreitend den 
landlichen Arbeitermarkt. 

Das von der Reichsregierung durchgefuhrteArbeitsbeschaffungsprogramm 
muGte sich in verhaltnismaBig engen Grenzen halten; man wollte der 
Allgemeinheit keine weiteren steuerlichen Belastungen auferlegen, um daraus 
offentliche Auftrage in starkerem Umfang zu finanzieren, weil dies kaum eine 
Arbeitsvermehrung sondern wohl lediglich eine Arbeitsverschiebung bedeutet 
hatte. Andererseits sollte auch jede Erschutterung der Wahrung durch ein 
Uberspannen des offentlichen Kredits vermieden werden." 

Der nationalsozialistische Staat hat diese Auffassung schon dadurch Lugen gestraft und 
als vollig verfehlt bewiesen, daG er sein Arbeitsbeschaffungsprogramm nicht nur ohne 
Erhohung der Steuerlasten durchfuhrte, sondern sogar erhebliche Steuererleichterungen 
gewahrte. Er hat in der Erkenntnis der Tatsachen, daG Arbeit Kapital und Werte schafft 



und das Volksvermogen erhoht, die notwendigen Kredit- und Finanzmaftnahmen 
zur Arbeitsbeschaffung durchgefiihrt, ohne die Wahrung zu gefahrden. 

Der gleiche Bericht der Reichsanstalt behandelt auch die Berufsberatung und wirft ein 
erschutterndes Schlaglicht auf die Berufsnot der J u gen d vor der Machtergreifung. 

"Die Ratlosigkeit und der Pessimismus der ratsuchenden Abiturienten waren in 
der Beratungsperiode 1932 noch grower als im Vorjahre. Die Berufswahl ist mehr 
denn je zuvor beherrscht von dem Streben nach der dem deutschen Volke 
verlorengegangenen Lebenssicherheit. Eine Sicherung wird noch immervon vielen 
in volliger Verkennung der Sachlage in den akademischen Berufen gesucht. LaGt 
sich ein Studium nicht ermoglichen, so wird zunachst die mittlere 
Beamtenlaufbahn oder eine Stellung in Heer, Marine, Polizei angestrebt. Bei vielen 
jungen Leuten gehen dem Besuch der Berufsberatungsstelle lange Bemuhungen 
voran, bei einer Behorde unterzukommen; es gibt Ratsuchende, die sich bei 
siebzig oder achtzig Behorden beworben haben. Ein grower Teil der jungen Leute 
klammert sich beharrlich an diesen Wunsch und zieht es vor, unter den 
kummerlichen Verhaltnissen zu Hause zu vegetieren, statt eine Lehrstelle 
anzunehmen, 'da man doch nach vollendeter Lehrzeit arbeitslos wird'." 



21,5 Millionen Menschen 

auf Unterstiitzungen angewiesen 

1932 erreicht die Krise ihren Hohepunkt. Schon um die Jahreswende 1931/32 weist die 
Reichsanstalt fur Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in ihrem Bericht aus: 

Gemeldete Arbeitslose 6 041910 

davon: Arbeitslose mit Arbeitslosenunterstutzung 1 885 353 

Arbeitslose mit Krisenunterstutzung 1 596 065 

Arbeitslose mit Wohlfahrtsunterstutzung 1 713 231 

Sonstige Arbeitslose 847 261 

Es kommen hinzu: 

nicht gemeldete Arbeitslose 

(unsichtbare Arbeitslosigkeit) zirka 950 000 

Gesamtzahl der Erwerbslosen zirka 7 000 000 

Unter den Begriff "Sonstige Arbeitslose" fallen vor allem diejenigen Personen, die nicht 
mehr voll einsatzfahig sind, sei es wegen Krankheit, zu hohen Alters (uber sechzig Jahre) 
oder sonstigen Grunden. Hunderttausende von Menschen also sind 1932 bereits 
abgeschrieben, aus dem ProduktionsprozeR fiir immer ausgeschaltet und 

sozusagen zum alten Eisen geworfen. 

Am 30. Januar 1933 betragt die Gesamtzahl der Erwerbslosen 7 Millionen. Rechnet man 
zirka 2 Millionen Rentenempfanger, die unterstutzungsbedurftig waren, hinzu, so sind das 
9 Millionen Menschen. 12,5 Millionen Frauen und Kinder, Familienangehorige dieser 
Arbeitslosen und Rentner, sind in dieser Zeit ebenfalls auf die karge offentliche Hilfe 
angewiesen. 21,5 Millionen Menschen, der dritte Teil des ganzen Volkes, muB 
1932 in den furchterlichsten sozialen Verhaltnissen mit kleinen 
Unterstiitzungen am Leben erhalten werden. 

I m J ahre 1932 muG jeder in Arbeit stehende Deutsche im Durchschnitt neben seiner 
Familie noch einen Erwerbslosen mit erhalten. Da aber die Lebenshaltung von 30 bis 40 



v.H. der ubrigen Bevolkerung durch Kurzarbeit und Ruckgang der Kaufkraft in dieser Zeit 
ebenfalls schon auf die der Erwerbslosen heruntergedruckt ist, verteilt sich die Last der 
Unterhaltung der Erwerbslosen praktisch so, dafc im Reichsdurchschnitt jeder 
Erwerbstatige mit mehr als 200 RM. Monatseinkommen eine Familie zusatzlich 
durch Abziige von Lohn und Gehalt unterhalten mul5. Denn die kleinen 
Gewerbetreibenden und Handler sind infolge des katastrophalen Absinkens der Kaufkraft 
am Ende ihrer Krafte. Zehntausende von ihnen mussen ihre Betriebe schlieBen, ohne die 
Arbeitslosenfursorge in Anspruch nehmen zu konnen oder von ihr erfafct zu werden. Wie 
sah es in diesemjahr 1932 in Deutschland aus? Mit Schaudern denken heute noch viele 
Millionen daran. Es war nicht nur der Hunger nach Brot, der sie qualte, sondern ebenso 
die jahrelange Erwerbslosigkeit, der Hunger nach Arbeit. Es ist bezeichnend, wenn das 
Berliner Tageblatt am 15. Juli 1931 berichtet, dafc die Polizei offentliche Arbeitsstellen mit 
Bretterzaunen abdecken muG, um die Arbeitenden vor der Belastigung durch die 
Tausende von Erwerbslosen zu schutzen, die sich um solche Arbeitsstellen zu sammeln 
pflegen. Zehntausende bevolkerten die LandstraGen, Hunderttausende gingen betteln, 
andere Hunderttausende verbrachten die Sommer in Zeltlagern, um wenigstens die Miete 
zu sparen und die wenigen Pfennige Unterstutzung fur ihre Ernahrung verwenden zu 
konnen. 



"Suche Stellung beliebiger Art" 

Stellenangebote in den Anzeigenteilen der Zeitungen kamen nur noch ganz selten vor. 
I nhaber grofcerer Firmen berichten, dafc bei der Ausschreibung einer einzigen 
Buchhalterstelle oft vier- bis fiinftausend Bewerbungen eingingen, darunter solche 
von Prokuristen und Direktoren stillgelegter grower Firmen, von Arzten und 
Rechtsanwalten, Diplomvolkswirten und Menschen aus alien Berufsstanden. 
Stellengesuche dagegen fand man niemals in solchem Umfang in der deutschen Presse 
wie gerade in jenen Jahren. Auslobungen von Belohnungen fur die Beschaffung 
einer Arbeitsstelle, gleich welcher Art, waren an der Tagesordnung. Personlichkeiten 
mit umfangreichen Sprachkenntnissen und erstklassiger Vorbildung suchten 
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Die Verschuldung der Arbeitslosenversicherung 

Die Verschuldung der Reichsanstalt fur Arbeitsvermittlung und 
Arbeitslosenversicherung nahm in solchem MaGe zu, dafc das Reich mit erheblichen, 
immer weiter steigenden Summen einspringen muGte. Nach einer Aufstellung der 
Reichsanstalt liegt ihre Tragkraft bei 2.050.000 Arbeitslosen. Bis zu einer solchen Hohe 
ist sie in der Lage, aus eigener Kraft ihren Haushalt ohne UberschuG und Fehlbetrag 
auszugleichen. Die Zahl der Erwerbslosen, die am 30. Januar 1933 zu unterstutzen war, 
betragt genau das Dreifache dieser Summe. Die Folgerungen daraus sind selbstfur den 
Laien ohne weiteres klar. Auch die von den Systemregierungen vorgenommenen 
mehrfachen Steigerungen des Beitragssatzes der Erwerbstatigen vermochten die 
Finanzlage der Reichsanstalt nicht wesentlich zu bessern. 

Am 1. Januar 1930 wurde der Beitragssatz auf 3V2 v. H., 

am 1. August 1930 auf 4 1 /? v. H. und 

am 6. Oktober 1930 auf 6V2 v. H. festgesetzt. 

Der nationalsozialistische Staat hat auf die Senkung dieser auf die Dauer zweifellos 
erheblichen Belastung der Erwerbstatigen bisher verzichten mussen, um alle verfugbaren 
Mittel fur die Arbeitsbeschaffung einzusetzen, in der Erkenntnis, dafc es wichtiger ist, erst 
einmal in genugender Anzahl neue Arbeitsplatze zu schaffen und auf diese Weise 
denjenigen zu Arbeit und Brot zu verhelfen, die jahrelang ohne Arbeitsplatz waren, und 
erst in einer zweiten Etappe spater einmal daranzugehen, dann auch Belastungen 
abzubauen, die von den Erwerbstatigen als druckend empfunden werden konnten. 

Neben den Beitragen fur die Arbeitslosenversicherung erhob das Reich von 1932 ab von 
den Erwerbstatigen auch noch die sogenannte "Abgabe zur Arbeitslosen hi I fe", also einen 
weiteren Sonderbetrag, der von Lohn und Gehalt abgezogen wurde, so dafc die Abzuge 
insgesamt oft weit uber 25 v.H. des Einkommens betrugen. Diese Abgabe zur 
Arbeitslosenhilfe wurde mit Beginn des Jahres 1935 bei der Neuordnung der 
Einkommenssteuer in diese unter weitestgehender Schonung der niedrigen Einkommen 
eingebaut und damit eine fuhlbare Erleichterung fur alle Erwerbstatigen 
geschaffen. Einige Berufsgruppen, in denen die Beibehaltung des Beitragssatzes zur 
Arbeitslosenversicherung die Erhohung der Zahl der Erwerbstatigen zweifellos hatte 
behindern mussen, wurden im Jahre 1933 fur beitragsfrei erklart, und zwar die 
Hausgehilfinnen und Haushaltungsvorstande, die Land- und Forstwirtschaft, die Binnen- 
und Kustenfischerei. 

Die Verschuldung der Reichsanstalt betrug am 

31. Marz 1929 184 Millionen Reichsmark 

31. " 1930 622 Millionen Reichsmark 

31. " 1931 1 400 Millionen Reichsmark 



Heute tragt die Reichsanstalt ihren Etat nicht nur selbst, sondern sie hat daruber hinaus 
dem Reich und den Gemeinden die Lasten der Krisenfursorge abgenommen und beide 
dadurch um insgesamt 2.275 Milliarden Reichsmark entlastet. 



Nationalsozialismus bringt Wandlung 

Ein interessanter Beitrag dafur, in welchem MaGe das Lohneinkommen sich seit der 
Machtergreifung vermehrt hat, zeigt eine Aufstellung der Reichsanstalt uber das 
monatliche Aufkommen pro Kopf des Beitragszahlers, das ja vom Einkommen errechnet 
wird: 

1932 8.19 RM 

1933 8.18 " 

1934 8.96 " 

1935 9.46 " 

Wahrend noch 1930 80 v.H. der Erwerbslosen sich in der Arbeitslosen- und 
Krisenfursorge befanden und 20 v.H. in der Wohlfahrtserwerbslosenfursorge, hatte sich 
schon in zweijahren dieses Verhaltnis grundlegend geandert. Imjahre 1932 sind es nur 
noch 50 v.H. der Erwerbslosen, die sich in der Arbeitslosen- und Krisenfursorge befinden. 
Die ubrigen 50 v.H. sind also Dauererwerbslose, die auch vorubergehend keine 
Arbeitsstelle mehr erhalten konnten, um so wieder die Anwartschaft auf die 
Arbeitslosenversicherung zu erhalten, Dauererwerbslose, fur die es keinen 
Hoffnungsschimmer mehr gibt. 

Enttauscht, durch die langdauernde Arbeitslosigkeit demoralisiert, in hochster materieller 
Not, wenden sich Millionen dem Kommunismus zu. Und wiederum Millionen, denen noch 
Glaube und Hoffnung an Deutschland geblieben ist, kampfen unter dem Hakenkreuz. Die 
Anhangerschaft jener burgerlichen Mitte einschliefclich ihrer marxistischen 
Bundesgenossenschaft, der die Verantwortung fur diesen Niedergang zufallt, gerat in die 
Gefahr, vollig zerrieben zu werden. Drohend erhebt der Kommunismus sein Haupt. 

Als mitten im Chaos Adolf Hitler am 30. Januar 1933 die Zugel des Reiches 
ergreift, da setzt sich dieses ungeheure Mafc von Glauben und Vertrauen vieler 
Millionen von einem Tag zum anderen um in den Willen zur Tat. Und so kann 
schon nach zwei Monaten, am 31. Marz 1933, die Reichsanstalt fur Arbeitsvermittlung 
und Arbeitslosenversicherung feststellen: 

"...Die Entspannung imjahre 1933 in eine tatsachliche tiefgreifende 
Besserung uberfuhrt zu haben, ist das Verdienst der Regierung der 
nationalsozialistischen Revolution. Sie stellten den Wert und die Ehre der 
Arbeit - weltanschaulich - wieder in den Vordergrund. Dieser grundsatzliche 
Wandel der Anschauung liefc sie die drangenden Probleme in der Welt der 
Arbeit kiihn und wagemutig ohne Rucksicht auf burokratische 
Hemmungen anfassen und einer Losung entgegenfuhren..." 

I n der zweiten Halfte des J ahres 1933 kann als erster Gauleiter der Oberprasident von 
OstpreuGen dem Fuhrer melden: OstpreuBen ohne Arbeitslose! Das, was niemand vor 
einem J ahr fur moglich gehalten hatte, ist wahr geworden: es gibt in einer ganzen 
Provinz keine Arbeitslosen mehr. 

Am AbschluB des ersten J ahres nationalsozialistischer Arbeitsbeschaffung, also am 31. 
Marz 1934, konnte die Reichsanstalt fur Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung 
mit Stolz feststellen: 

"Hatte der Fuhrer am denkwurdigen 30. Januar 1933 dem Kampfe um die 
Beseitigung der Arbeitslosigkeit und um die Erfullung des Willens des 
Nationalsozialismus, auch den letzten deutschen arbeitslosen Volksgenossen 
wieder in Arbeit und Brot zu bringen, ein Ziel von vier Jahren gesetzt, so konnte 
bereits am Ende des ersten J ahres dieses gigantischen Kampfes ein Erfolg 



errungen werden, der in der Geschichte der Bekampfung der 
Arbeitslosigkeit einzig dasteht. 

Die Zahl der Arbeitslosen im Deutschen Reich sank von 5.598.855 am 31. 
Marz 1933 auf 2.798.324 am 31. Marz 1934, also urn 2.800.531 Oder die Halfte 
(50,0 v.H.). 

Im gleichen Zeitraum stieg auf der positiven Seite die Zahl der beschaftigten 
Arbeiter und Angestellten nach der Krankenkassenmitgliederstatistik um rund 
2.494.000 auf rund 14.687.000. Die Zahl der beschaftigten Arbeiter und 
Angestellten uberlagerte damit den Stand vom 31. Marz 1931 um rund 594.000. 
Seit Januar 1933, dem bisherigen Tiefstand der Beschaftigung und zugleich dem 
Beginn des ersten Arbeitsschlachtjahres, wurden rund 3,2 Millionen arbeitslose 
Volksgenossen wieder der Arbeit zugefuhrt, das sind 27,9 v.H. aller nach der 
Krankenkassenmitgliederstatistik uberhaupt vorhandenen Arbeiter und 
Angestellten (Krankenkassenmitglieder) . 

Der entscheidende Ruckgang der Arbeitslosigkeit, der im Berichtsjahr eintrat, 
hatte zur Folge, dafc alle Vermittlungskrafte sich dem planvollen Einsatz der 
Arbeitslosen widmen konnten, wahrend in fruheren Jahren ein wesentlicher Teil 
von ihnen fur die Betreuung und verwaltungsmafcige Bearbeitung der nicht zu 
wehrenden Not der Arbeitslosen beansprucht worden war. Hand in Hand ging 
erfreulicherweise damit auch eine gesteigerte Inanspruchnahme der Arbeitsamter 
durch diejenigen, die Stellen anzubieten hatten..." 



Nur noch eine Million Erwerbslose 

Zum ersten Male seit der Wirtschaftskrise wurde im Kampf gegen die 
Arbeitslosigkeit im September 1936 die Millionengrenze erreicht. Nur noch 
1.035.000 Erwerbslose wurden im September 1936 gezahlt, gegen 7 Millionen am 30. 
Januar 1933. Diese Statistik weist insgesamt aus: 







beschaftigte Arbeiter 
und Angestellte: 


Erwerbslose: 


Januar 


1930 


16 327 000 


3 218 000 


Juli 


11 


16 941 000 


2 765 000 


Januar 


1931 


13 970 000 


4 887 000 


Juli 


11 


15 020 000 


3 990 000 


Januar 


1932 


12 085 000 


6 042 000 


Juli 


11 


12 756 000 


5 392 000 


Januar 


1933 


11 487 000 


6 014 000 

(dazu 1 Million 

nicht mehr gemeldete 

Arbeitslose) 


Juli 


11 


13 436 000 


4 464 000 


Januar 


1934 


13 518 000 


3 773 000 


Juli 


11 


15 533 000 


2 426 000 


Januar 


1935 


14 409 000 


2 974 000 


Juli 


11 


16 640 000 


1 754 000 


Januar 


1936 


15 672 000 


2 520 000 


Juli 


11 


17 839 000 


1 170 000 


Marz 1937 


17 497 000 


1 245 000 



Im April 1937 ist zum erstenmal die Millionengrenze unterschritten worden. Die Differenz 
zwischen der Abnahme der Arbeitslosigkeit und der Zunahme der Zahl der Beschaftigten 
ist daraus zu erklaren, daB die Aufnahme von Hunderttausenden in die Wehrmacht und 



den Arbeitsdienst nicht berucksichtigt werden konnte und auBerdem der Zugang an 
Erwerbstatigen infolge der geburtenschwachen Kriegsjahrgange sich gesenkt hat 

Die unsichtbare Arbeitslosigkeit ist verschwunden. Bettler und Hausierer gibt es kaum 
noch. Dagegen besteht in einer Reihe von Gewerbezweigen bereits ein fiuhlbarer 
Facharbeitermangel, insbesondere in der Metallwirtschaft und im Baugewerbe, so daB die 
in den Notzeiten auf alle moglichen Berufe umgeschulten Facharbeiter dieser 
I ndustriezweige jetzt ihren alten Berufen wieder zugefuhrt werden mussen, damit der 
Auftragsbestand erledigt werden kann. Daruber hinaus sind zur Beseitigung des 
Facharbeitermangels bereits besondere MaBnahmen zur Heranbildung eines guten 
Nachwuchses getroffen worden. Auch in der Landwirtschaft besteht bereits ein 
erheblicher Arbeitermangel, der so weit geht, daB zur Sicherung der Ernteeinbringung im 
Jahre 1937 in Notf alien der Reichsarbeitsdienst wird eingesetzt werden mussen. 

Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, der in der gleichen Stunde, in der Adolf Hitler 
Reichskanzler wurde, seinen Anfang nahm, erhielt zum erstenmal einen gesetzlichen 
Unterbau am 1. Juni 1933 durch das "Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit". 

Dieses Gesetz ermachtigt in Abschnitt I den Reichsminister, Arbeitsschatzanweisungen im 
Gesamtbetrage bis zu 1 Milliarde Reichsmark zur Forderung der nationalen Arbeit 
auszugeben. Es bestimmt weiter im einzelnen, fur welche Arbeitsvorhaben der Einsatz 
von Reichsmitteln in Frage kommt. 

Der Abschnitt II gewahrt Steuerfreiheit fur Ersatzbeschaffungen, um die Wirtschaft 
anzuregen, in groBerem Umfange Auftrage zum Ersatz alter Maschinen, Gerate usw. zu 
erteilen. 

Der Abschnitt III fordert zu einer freiwilligen Spende zur Forderung der nationalen Arbeit 
auf, die entweder vom Arbeitseinkommen, vom Vermogen, durch Hergabe von 
Schatzanweisungen oder durch Schuldverschreibungen gezahlt werden kann. 

Abschnitt IV regelt die Uberfuhrung weiblicher Arbeitskrafte in die Hauswirtschaft und 
gewahrt fur Hausgehilfinnen, die zum Haushalt des Arbeitgebers zahlen - und zwar bis 
zur Gesamtzahl von drei Hausgehilfinnen - die bei der Erhebung der Einkommen- und 
Lohnsteuer fur Kinder vorgesehenen SteuerermaBigungen. 

Der Abschnitt V behandelt die Gewahrung der Ehestandsdarlehen, die nicht nur als Mittel 
zur Forderung der EheschlieBungen, sondern auch zur Ankurbelung der Industrien fur 
Mobel und Haushaltsgegenstande dienen sollen. 



Die Entwicklung des Arbeitseinkommens 

Will man die Besserung der Lage der Werktatigen in Deutschland umfassend darstellen, 
so muB man auch die Frage des Arbeitseinkommens aus Lohn und Gehalt behandeln. 
Man darfdabei jedoch nicht vergessen, das Gesamteinkommen aus Lohn und Gehalt 
stets in Vergleich zu setzen zur Durchschnittszahl der Beschaftigten des einzelnen J ahres. 
Es ergibt sich dann ein etwas anderes Bild. Wahrend in den Jahren der Scheinblute von 
1927 bis 1930 ein Teil der Berufsgruppen ein ganz auBerordentlich hohes Einkommen 
bezog, waren die Lohne anderer Gruppen dafur um so niedriger. Die Spanne zwischen 
den Gruppen mit dem niedrigsten und dem hochsten Einkommen war erheblich groBer 
als heute. Deutschland lebte von 1927 bis 1930 weit uber seine Verhaltnisse und 
untergrub auf diese Weise selbst seine Wettbewerbsfahigkeit auf dem Weltmarkt. Denn 
mit der uferlosen Erhohung des Einkommens stieg naturlich auch die Hohe der Preise, 
stieg in solchem MaBe, daB Deutschland im Wettbewerb gegenuber anderen Landern mit 
geringeren Preisen und geringeren Lohnen unterliegen muBte. Bei der Beurteilung der 



heutigen Zahlen muB ferner der Ausfall an Arbeitseinkommen derjenigen berucksichtigt 
werden, die heute ihre Arbeitsdienstzeit ableisten. Insgesamt betrug das 
Arbeitseinkommen aus Lohn und Gehalt im Jahre: 



1926 


33 Milliarden Reichsmark 


1928 


42,9 


1930 


41 


1932 


26 


1934 


29,8 


1936 


34,5 



Es hat in Deutschland vom Jahre 1933 ab bei Sicherung der wichtigsten Preise und der 
Wahrung bereits eine erhebliche Umschichtung der Lohnempfanger aus den 
Gruppen mit niedrigerem Einkommen in die mit hoheren Einkommen eingesetzt. 
Wahrend nach der Statistik uber die Beitragszahlung zur I nvalidenversicherung noch im 
Jahre 1933 zwei Drittel aller Lohne in der Gruppe bis zu 24 Reichsmark lagen, war im 
Jahre 1936 nur noch etwa die Halfte aller Arbeiterlohne in dieser niedrigen Gruppe. 

Es befanden sich nach Ausweis der Beitrage zur I nvalidenversicherung in der Lohnklasse: 

I II III IV V VI VII 

bis uber 6 uber 12 uber 18 uber 24 uber 30 uber 
6 RM. bis bis bis bis bis insgesamt 

12 RM. 18 RM. 24 RM. 30 RM. 36 RM. 36 RM. 

Vom Hundert der Gesamtzahl der Versicherten: 



1932 


3,9 


18,3 


22,7 


16,3 


10,7 


9,0 


19,1 


100 


1933 


4,0 


22,9 


20,9 


14,8 


10,8 


9,3 


17,3 


100 


1934 


3,8 


22,2 


17,6 


14,6 


11,7 


10,5 


19,6 


100 


1935 


4,0 


21,2 


15,8 


13,5 


11,4 


10,9 


23,2 


100 


1936 


4,0 


20,1 


14,4 


12,6 


11,2 


11,2 


26,5 


100 



Diese Tabelle zeigt also, wie sich die Gesamtzahl der Beitrage zur I nvalidenversicherung 
prozentual auf die einzelnen Lohnklassen verteilt. Es ergibt sich, daB der Anteil in den 
beiden untersten Lohnklassen, in denen sich im wesentlichen die Lehrlinge und 
Hausgehilfinnen befinden, kaum gestiegen ist. Aus den Lohnklassen 3 bis 4 dagegen sind 
zahlreiche Arbeiter in die hoheren Lohnklassen aufgeruckt, denn wahrend die Zahl der 
Beitragszahler mit Wochenlohn bis zu 18 Reichsmark von 22,7 auf 14,4 v.H. sank, stieg 
sie in der Gruppe von 24 bis 30 Reichsmark von 10,7 auf 11,2 v.H., in der Gruppe bis zu 
36 Reichsmark von 9 auf 11,2 v.H. und mit uber 36 Reichsmark Wochenlohn am 
meisten, von 19,1 auf 26,5 v.H. Nichts vermag klarer zu beweisen, daB gerade das 
soziale Los der Erwerbstatigen mit geringem Einkommen in Deutschland ganz erheblich 
verbessert worden ist. 

Einen interessanten Vergleich bildet die Entwicklung in Sowjetru Bland. Zunachst gibt es 
dort bei der Steuererhebung keine Berucksichtigung des Familienstandes und damit keine 
Entlastung der Kinderreichen. Der Reallohn des Durchschnittsarbeiters in SowjetruBland 
hat sich von 1928 bis 1936 um etwa 60 v.H. verringert. Denn es sind zwar die 
Nominallohne auf etwa das Zweieinhalbfache gestiegen, die Lebensmittelpreise jedoch 
laut Ausweis der sowjetrussischen Presse um 600 bis 1.500 v.H. Auch die Preise fur 
Wohnungsmiete und Bekleidung haben erheblich angezogen. 

Die Richtung fur die Lohnpolitik in Deutschland ist vom Fuhrer auf dem letzten Parteitag 
angegeben worden. In seiner groBen Rede sagte er: 



"Es ware der Staats- und Wirtschaftsfuhrung ohne weiteres moglich gewesen, 
die Lohne um 20, um 40 oder um 50 v.H. zu erhohen. Allein die Lohnerhohung 
ohne eine Produktionssteigerung ist ein Selbstbetrug, den das deutsche 
Volk schon einmal durchgemacht hat. Es ist nach nationalsozialistischer 
Wirtschaftsauffassung ein Wahnsinn, die Lohne zu erhohen und dabei, wenn 
moglich, die Arbeitszeit zu verkurzen, d.h. die Produktion zu beschranken. Denn 
das Gesamtlohneinkommen des Volkes verteilt sich auf die Gesamtproduktion, die 
konsumiert werden kann. Wenn mithin das Gesamtlohneinkommen um 15 v.H. 
steigt, die Gesamtproduktion aber um 15 v.H. sinkt, so wird diese Lohnerhohung 
im Auskommen des einzelnen Menschen nicht nur ergebnislos sein, sondern das 
Gegenteil wegen der Senkung der Produktion zu einer vollkommenen Entwertung 
des Geldes fuhren. " 

Die verschiedenen Aufgaben fur die Wehrhaftmachung und fur den Vierjahresplan haben 
eine unterschiedliche Entwicklung der Arbeitseinkommen und Arbeitszeiten mit sich 
gebracht. Es ist bekannt, daB in der Metallindustrie wieder voll gearbeitet wird und die 
Lohne der Facharbeiter hoher als fruher liegen, wahrend im Ruhrbergbau statt 19 
Schichten imjahre 1932 nunmehr 25,6 Schichten verfahren werden konnen. 
Andererseits hat die Rohstoffknappheit bei der Textilindustrie teilweise noch keine 
Verlangerung der Arbeitszeiten moglich gemacht. Die Textilarbeiter bekommen daher die 
Erhohung der Preise von einigen Verbrauchsgutern zu spuren. Das Beispiel zeigt uns also 
die dringende Notwendigkeit, durch unsere Arbeit neue Rohstoffe zu schaffen 
und so den Arbeitern der von der Rohstoffknappheit betroffenen I ndustrien 
wieder zur vollen Arbeit und zu vollem Arbeitslohn zu verhelfen. Ziel des zweiten 
Vierjahresplan ist die Losung der Rohstofffrage, so daB am Ende des zweiten 
Vierjahresplanes auch diejenigen Industriezweige krisenfrei gemacht sein werden, in 
denen heute noch Kurzarbeit herrscht. 

Aber auch bei einer festen Lohnpolitik konnte eine Reihe von Krisenlohnen unter keinen 
Umstanden weiter geduldet werden. So wurden die Lohne fur Tiefbauarbeiter erhoht und 
ein Mindeststundenlohn von 0,50 Reichsmark vorgesehen, der jedoch in einzelnen 
Provinzen erheblich uberschritten wird. Ebenso ist eine Lohnerhohung fur die 
Landarbeiter durchgefuhrt worden mit dem Ziel, die Barlohne gegenuber dem Deputat 
noch weiter zu steigern. 

Es ist ein besserer Sozialismus, auf zu reinen Agitationszwecken herbeigefuhrte 
Lohnerhohungen zu verzichten, dafur eine Wirtschaft allmahlich gesund zu machen und 6 
Millionen Menschen Arbeit und Brot zu bringen, als einem Teil der Erwerbstatigen immer 
neue Lohnerhohungen zuzubilligen und den anderen Teil zu zwingen, dafur mit der 
geringen Erwerbslosenunterstutzung auszukommen. Deutschland muli sich nach der 
Decke strecken und das Lohn- und Preisproblem innerhalb seiner Grenzen 
Ibsen. Das ist nicht zuletzt durch die nationalsozialistische Einsicht der deutschen 
Arbeiterschaft gelungen, die im ubrigen am Beispiel Frankreichs erlebt, wohin eine Politik 
der dauernden Lohn- und Preiserhohungen fuhrt: zur Entwertung der Wahrung und zu 
einem Wettlauf von Lohn und Preis, bei dem fast immer der Preis Sieger bleibt, so daB 
jede Erhohung der Lohne innerhalb weniger Tage durch die Erhohung der Preise 
ausgeglichen ist, weil nun einmal Lohn und Preis in einem bestimmten Verhaltnis 
zueinander stehen mussen. 

In der Arbeitsbeschaffung ist zum wesentlichen Teil die deutsche Industrie beteiligt 
gewesen. In der Zeit von 1932 bis 1936 stieg die Zahl der Industriearbeiter von 3,7 auf 
6,6 Millionen, die Zahl der Arbeitsstunden je Monat von 600 Millionen auf 1,2 Milliarden, 
die Lohnsumme je Monat von 400 Millionen auf 865 Millionen Reichsmark. In der 
Summe von 865 Millionen steckt bereits eine wesentliche Lohnerhohung, da bei 
gleichbleibenden Lohnen die Erhohung der Lohnsumme nur 800 Millionen Reichsmark 
betragen hatte. 



Wahrend noch imjahre 1932 ein wesentlicher Teil der deutschen Arbeiterschaft zur 
Kurzarbeit verdammt war und oft nur noch drei Tage in der Woche Beschaftigung hatte, 
stieg die durchschnittliche tagliche Arbeitszeit bis zum Jahre 1936 auf 7,62 Stunden. 

Ein guter VergleichsmaBstab fur die Leistungen des nationalsozialistischen Staates in der 
Arbeitsschlacht ist ein Vergleich mit der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in anderen 
Landern der Welt seit 1932. 

Dieser Vergleich zeigt: 



Deutschland 


- 70v.H 


GroGbritannien 


- 30 " " 


USA. 


- 30 " " 


Belgien 


- 40 " " 


Frankreich 


+ 60 " " 


Holland 


+ 20 " " 


Polen 


+ 60 " " 


Osterreich 


- 10 " " 



Ungeheuere Leistungen hat das Dritte Reich Adolf Hitlers in vierjahren fur den deutschen 
Arbeiter vollbracht. Es hat sich nicht nur darauf beschrankt, ihm seinen Arbeitsplatz zu 
sichern, ihm die sozialen Errungenschaften zu bringen, die der Marxismus ihm nur 
verheiBen, aber niemals erfullt hat. Nicht nur die rechtliche Stellung des Arbeiters erhielt 
einen wirklich soliden Unterbau. Auch seine Stellung in der Volksgemeinschaft wurde eine 
ganz and ere. 

Der Fuhrer selbst gab am 1. Mai 1933, dem Tage der nationalen Arbeit, die Parole: Ehre 
den Arbeiter und achte die Arbeit! So ehrst du dein Volk! 

Der Arbeiter wurde aus der Rolle eines Geduldeten, in die ihn der kapitalistische Staat 
von einst hineingedrangt hatte und aus der ihn dank der engen Bindung zum 
Kapitalismus auch der Marxismus nicht loste, wieder zuruckgefuhrt auf den Platz, der ihm 
im Volke gebuhrt. So wurde er wieder Mitbesitzer und Mittrager des Staates, der heute 
auch sein Staat ist und in dessen Fuhrung eine groBe Zahl von Arbeitsmannern wichtige 
Amter bekleidet. 



Vier Jahre nationalsozialistischen Kampfes um den deutschen Arbeiter und seinen 
Arbeitsplatz sind vorbei. Sie wurden nicht nur zu einem Zahlenerfolg fur die Regierung 
Adolf Hitlers, sondern auch zu einem ungeheuren moralischen Erfolg fur die 
nationalsozialistische Bewegung, deren Konto die Bilanz dieser vier Jahre gutzuschreiben 
ist. 



7. Aus jiidischer Korruption zu neuer 
Wirtschaftsbliite 



Die Wirtschaftsmoral 

in der marxistischen Republik 



Der Preufcische Minister fur 
Wissenschaft, Kunst und Volksbildung 
(in Urschrift): 
Durch Boten! Personlich! 

An 

den PreuG. Justizminister 

Herrn Dr. Am Zehnhoff 



Berlin, den 13. Dezember 1920. 



Von Herrn Georg Sklarz erhielt ich das beil. Schreiben. Ich gebe es I hnen im 
Original weiter, damit Sie selbst sehen, um was es sich handelt. Da in den Sklarz- 
Prozessen auch eine ganze Reihe fuhrender Politiker als Zeugen vernommen 
werden, so z.B. Scheidemann, Ulrich Rauscher (unser neuer Gesandter in der 
Republik Georgien), Reichstagsabgeordneter Otto Wels, der 1. Vorsitzende der 
Sozialdemokratischen Partei, auch meine Wenigkeit und zahlreiche andere, so 
sind diese Prozesse in der Tat nicht ohne ein gewisses politisches Interesse. Ich 
weifc wohl, dafc es ganz ungewohnlich ist, wenn ein Prozefcbeteiligter unmittelbar 
um eine Audienz bei dem hochsten Justizbeamten des Landes nachsucht, in 
Anbetracht des politischen Beigeschmacks und insbesondere der politischen 
Ausschlachtunq [im Original unterstrichen] des ganzen sogenannten Falles Sklarz 
aber ware ich I hnen doch zu Dank verpflichtet, wenn Sie hier einmal eine 
Ausnahme machen und Herrn Sklarz zu einer kurzen Rucksprache empfangen 
wollten. Haben Sie bitte die Freundlichkeit, ihm nach seiner auf dem Briefe 
vermerkten Wohnung Nachricht zukommen zu lassen, ob und wann er einmal bei 
I hnen vorsprechen darf. 

Ihr I hnen sehr ergebener 
gez. Haenisch 

Es ist schon richtig, diesen Brief schrieb ein aktiver preuSischer Minister der 
Novemberrepublik an seinen Kollegen von der Justiz, um ihn zu veranlassen, das 
Verfahren gegen einen der ubelsten Schieber jener Zeit stillschweigend einstellen zu 
lassen, weil auch der Kultusminister Haenisch (SPD.) in dieses Verfahren verwickelt war. 
Es ist einer von Hunderten solcher Briefe, die Minister und Staatssekretare, 
Parlamentarier und hohe Funktionare der Novemberrepublik sich gegenseitig schrieben, 
um entweder ihre Schiebungen decken zu lassen oder um irgendwelche ostjudischen 
Gauner von Amt zu Amt weiter zu empfehlen und ihnen so ihr Handwerk zu erleichtern. 

Dieser Brief des SPD. -Ministers wurde geschrieben in einem Jahre, in dem bereits die 
vollige Entwertung der deutschen Wahrung begann, als man den Arbeiter mit entwerteter 
Papiermark satt zu machen versuchte und das deutsche Volk durch die Inflation der 
Wahrung um seine gesamten Spargroschen betrug. In einer Zeit, in der ein wesentlicher 
Teil des deutschen Volksvermogens auslandischen Schiebern in die Hand gespielt wurde, 
die sich der Forderung hoher und hochster Stellen erfreuen konnten und bei Ministern 
und Staatssekretaren ein- und ausgingen. Ein Schieberskandal nach dem anderen 
erschutterte die Wirtschaft, und es hat an Versuchen vollig verkommener marxistischer 



Bonzen der Novemberrepublik nicht gefehlt, alle diese Skandale zu unterdrucken und 
nach Moglichkeit das Volk im unklaren daruber zu halten. 



Der Skandal um die J uden Sklarz 



Den Auftakt zu diesen Schieberskandalen lieferten die Bruder Sklarz, funfjuden, die 
schon beim Rat der Volksbeauftragten im November 1918 ein- und ausgingen und 
innerhalb eines J ahres Millionaire wurden. 

Zu den Mittatern der Bruder Sklarz gehorte der judische SPD.-Staatssekretar WeiBmann 
im PreuGischen Innenministerium, SPD.-Reichskanzler Bauer, der SPD.-Kultusminister 
Haenisch, zu seinen Freunden und Beschiitzern der SPD.-Reichsprasident Ebert, der 
SPD.-Ministerprasident Scheidemann und der SPD.-Reichswehrminister Noske, der SPD.- 
Reichswirtschaftsminister Robert Schmidt und der SPD.-Millionar Parvus-Helphand. 

Der gerissenste der Bruder Sklarz war Georg. Er fuhrte, wie alle jiidischen Schieber jener 
Zeit, ein grofces Haus, gab elegante Gesellschaften und liefc es an Geschenken furSPD.- 
Minister und -Staatssekretare und ihre Frauen niemals fehlen. Bezeichnend ist, daG der 
judische Privatsekretar von Georg Sklarz, Sonnenfeld, sein Bum in der Reichskanzlei 
hatte. Sklarz verfugte uber einen Ausweis, personlich unterschrieben vom 
Reichswehrminister Noske, der an alle Behorden die Weisung gab, dem Inhaber Schutz 
und Hilfe zu gewahren und inn insbesondere zum Ankauf von Lebensmitteln aller Art 
berechtigte. Das Brot deutscher Arbeiter wurde also bedenkenlos einem jiidischen 
Schieber fur seine Zwecke in einer Zeit ausgeliefert, in der noch Millionen hungerten. 

Aus dem Bericht des Ersten Staatsanwalts beim Landgericht Berlin vom 20. Januar 1920 
geht hervor, daG bei Sklarz ein Bild des SPD.-Ministerprasidenten Scheidemann mit 
eigenhandiger Widmung und eine Privateinladung zum SPD.-Reichswirtschaftsminister 
Robert Schmidt gefunden wurden. Noske stellte selbst der Schwiegermutter des Sklarz 
und seinen jiidischen Gehilfen die gleichen Generalausweise zur Verfugung. Sklarz erhielt 
u.a. 1919 die Lieferungen fur das Regiment "Reichstag" und andere Zweckverbande. 

Als schliefclich Versuche um Abwurgung des Verfahrens gegen Sklarz an der Ehrlichkeit 
des Staatsanwaltsrats Gutjahr scheiterten, wurde dieser einfach in ein 
Disziplinarverfahren verwickelt, beurlaubt und die Angelegenheit einem anderen 
Bearbeiter ubergeben, der auch prompt das Verfahren einstellte. Gutjahr wurde auf 
Kosten der Staatskasse vom Disziplinarhof freigesprochen. Aus der Urteilsbegrundung ist 
bezeichnend die Feststellung, dafc der judische SPD.-Staatssekretar WeiBmann, 
Staatskommissar fur die Offentliche Ordnung, zu Gutjahr wortlich gesagt hat: "Lieber 
Gutjahr, was meinen Sie, wenn ich dem Sklarz sagen wurde, geben Sie dem 
Gutjahr drei Millionen Mark, dann fafct er samtliche Protokolle so, dafc nichts 
herauskommt?" 

Das Organ der USPD., Die Freiheit, bescheinigte Herrn WeiBmann, daG er einer der 
beruchtigtsten Spieler Berlins und in alien Spielklubs zu Hause sei. WeiBmann selbst hat 
trotz vielfacher Vorwurfe, die immer wieder gegen ihn erhoben wurden, insbesondere des 
Vorwurfs der Korruption und der Schiebung, niemals wegen eines dieser Vorwurfe eine 
Klage angestrengt. 

Die nach der Machtergreifung vorgenommenen Untersuchungen haben ergeben, daG 
nicht nur alle gegen WeiBmann vorgebrachten Vorwurfe berechtigt gewesen sind, 
sondern da 15 sogar der Verdacht des Falschspiels gegen WeiBmann besteht. 



Herr WeiGmann, der Schwiegervater desjuden Alfred Kerr, blieb trotzdem bis zum 
Sommer 1932 im Amt, und keine Stelle der Republik fand sich, die es gewagt hatte, dem 
Staatssekretar des Preufcischen SPD.-Ministerprasidenten Braun den ProzeG zu machen. 
Von den funf judischen Brudern Sklarz wurde lediglich nach jahrelanger Verschleppung 
des Verfahrens Heinrich Sklarz im Jahre 1926 unter Beschrankung der Anklage auf 
wenige Punkte zu der milden Strafe von lV2jahren Gefangnis und 150.000 Mark 
Geldstrafe verurteilt. Er konnte trotzdem ungehindert seine Geschafte fortsetzen, 
wahrend der mutige Staatsanwalt Gutjahr strafversetzt wurde. 



David, J udko und Henry Barmat 
und ihre marxistischen Freunde 

Zu den Freunden der Bruder Sklarz gehorten die Bruder J udko, Henry und David Barmat. 
Als Deutschland unter der Herrschaft der Sozialdemokratie das Paradies der Schieber 
wurde, fuhlten die 

nach Holland ausgewanderten Ostjuden Barmat das Bedurfnis, sich an der Ausraubung 
Deutschlands zu beteiligen. Der judische SPD.-Abgeordnete Georg Heilmann, einer der 
prominentesten SPD.-Parlamentarier, und der SPD.-Reichskanzler Bauer, ferner der 
judische Staatssekretar Abegg im PreuGischen Innenministerium, halfen ihnen, wo sie 
konnten. Abegg wies die Regierungsprasidenten in Nordwestdeutschland an, der Familie 
Barmat behilflich zu sein mit der erlogenen Begrundung, daG sie der hollandischen 
Gesandtschaft angehorten. Die hollandische Gesandtschaft protestierte ganz energisch 
gegen diese Behauptung. Der Aufstieg der Bruder Barmat vollzog sich mit einer geradezu 
blitzartigen Schnelligkeit. Schon nach einem Jahr besafSen siefeudale Palaste, in 
denen sie rauschende Feste gaben. 

Als die ganze Herrlichkeit zusammenbrach, geriet eine ganze Reihe grower 
Unternehmungen und Banken mit in den Strudel und viele Tausende von Werktatigen 
kamen um ihren Arbeitsplatz. 70 Millionen Mark betrug der Verlust, von dem die 
Halfte die PreuBische Staatsbank und damit das deutsche Volk zu tragen hatte. 

Der Skandal war so riesengrofc, daB schliefclich der SPD.-Reichskanzler Bauer, der sich 
sogar goldene Zahnstocher hatte schenken lassen, zurucktreten muGte. Der 
Zentrumspostminister Hofle wanderte sogar vom Ministerstuhl in das Gefangnis, weil er 
den Barmatschen Gesellschaften auf Reichskosten Millionenkredite gegeben und dafur 
einige hunderttausend Mark Bestechungsgelder angenommen hatte. 

Auch im Falle Barmat setzten Versuche ein, das Verfahren abzuwurgen und nach 
Moglichkeit alles zu vertuschen. Erst 1928 wurde J udko Barmat, obwohl er das 
Reich um 38 Millionen Mark geschadigt hatte, zu nur elf Monaten Gefangnis 
verurteilt. 



I wan Baruch Kutisker 

I wan Baruch Kutisker und sein Sohn Alexander mit ihrem Freunde Michael Holzmann 
betrogen den Staat nicht um 38 Millionen Mark, wie die Barmats, sondern begnugten sich 
mit 14 Millionen Goldmark. Zu ihren intimsten Freunden gehorte der wegen zahlreichen 
Gaunereien beruchtigte SPD.-Justizrat Werthauer. 



Die judischen Reichsbannergenossen Sklarek 

Die drei Bruder Leo, Max und Willy Sklarek bandelten mit den SPD.-Bonzen der Berliner 
Stadtverwaltung an. 

Sie belieferten fast den ganzen Magistrat kostenlos oderfur wenige Pfennige mit 
Pelzmanteln, Frackanzugen und sonstiger Garderobe. Dafur hatten sie das Monopol fast 
der gesamten Wasche- und Kleiderlieferung der Stadt Berlin. Selbst die 
Unterstutzungsempfanger der Wohlfahrtsamter waren gezwungen, ihren Bedarf bei den 
Brudern Sklarek zu decken. Allein dieses Monopol genugte den Sklareks nicht, und so 
reichten sie schlieftlich Quittungen uber immer hohere Betrage fur angebliche Lieferungen 
ein, die ihnen von der Berliner Stadtbank anstandslos bezahlt wurden. 

Der Nerzpelz, den die Bruder Sklarek dem Oberburgermeister B6B geschenkt hatten, der 
auf Grund des Untersuchungsergebnisses schleunigst von einer Amerikareise 
zuruckgeholt werden muftte, kostete diesem die Stellung. Genosse Brolat, der 
Generaldirektor der Berliner Verkehrs-Gesellschaft und Vorsitzende der SPD.- 
Stadtverordnetenfraktion, lieft sich seidene Hemden, das Stuck zu 70 Mark, schenken. Zu 
den bestochenen Freunden der Sklarek gehorten ferner der SPD.-Burgermeister 
Schneider und der kommunistische Stadtrat Gaebel, die auch samtlich verurteilt wurden. 
Sie machten auf Kosten der Sklarek kostspielige und luxuriose Auslandsreisen und 
Jagdpartien. Die Freundschaft der SPD. und der KPD. erwarben sich die Sklarek durch 
Spenden fur Reichsbanner und Rote Hilfe. Dem Reichsbanner traten sie auch als 
Mitglieder bei. 

Die Gerichtsverhandlung ergab, daft bei den Gelagen, die die Sklarek mit den Bonzen der 
Stadtverwaltung abzuhalten pflegten, buchstablich der Sekt aus Weinkubeln 
getrunken und der Kaviar aus Topfen gegessen wurde. 

Dieses Mai wurde jedoch scharfer zugefaftt. I n dem Prozeft gegen die Bruder Sklarek 
lautete das Urteil gegen Leo und Willy Sklarek auf 4 J ahre Zuchthaus und 5Jahre 
Ehrverlust 



Zentrums-Hirtsiefer und SPD.- Sudekum 

Diese Skandale sind nur die bezeichnendsten aus den Jahren der Novemberrepublik. Die 
Liste kann muhelos durch eine Fulle gleichartiger Prozesse aus dem ganzen Reich erganzt 
werden. Der Skandal um den Zentrumsminister Hirtsiefer ist noch in aller Erinnerung, 
und ebenso der um den preuftischen SPD.-Finanzminister Sudekum, der sich von seinem 
eigenen Ministerium fur wenige Pfennige das ganze Schloft Glienicke mietete und dort Hof 
hielt. 



SPD. -Stadtrat Schuning und der Behala-Skandal 

Ein weiteres unerfreuliches Kapitel in der Geschichte der Korruptionsskandale der 
Republik ist der Fall Behala. Der Berliner SPD. -Stadtrat Schuning verschob 1922 mittels 
gefalschter Gutachten und verschleierter Bilanzen als Dezernentfur das stadtische 
Hafenwesen die gesamten Berliner Hafenanlagen an einen auslandischen Konzern und 
wurde dafur mit einem Riesengehalt Generaldirektor der von diesem Konzern 
gegrundeten Berliner Hafen- und Lagerhaus-AG. Die spater durchgefuhrte Untersuchung 
ergab, daft Schuning etwa RM. 100.000 Bestechungsgelder angenommen hatte. 



Die "Frankfurter Allgemeine. 



Wer erinnert sich nicht noch des Skandals um den Zusammenbruch der Frankfurter 
Allgemeinen Versicherungsgesellschaft, der in erster Linie durch ungeheuerliche 
Spekulationen der judischen Direktoren herbeigefuhrt wurde und eine ganze Reihe von 
Firmen mit in den Strudel rifc. D\ejuden Philipp Becker und Kirschbaum wurden als die 
Hauptschuldigen an dem Skandal festgestellt. Es ist bezeichnend, dafcauch hierfast 
ausschliefclich J uden durch den Zusammenbruch der Gesellschaft belastet wurden, 
darunter Hersch Chaim Ehrlich. 



Jakob Goldschmidt und Lahusen 

Der Zusammenbruch des Nordwolle-Konzerns der Gebruder Lahusen in Bremen, der das 
Ende der Darmstadter und Nationalbank mit sich brachte, kommt zu einem wesentlichen 
Teil auf das Konto des Juden./a/co£> Goldschmidt, des Hauptgeschaftsinhabers der 
Darmstadter und Nationalbank, des Allgewaltigen der deutschen Bankwelt, der einen 
wesentlichen Teil der Schuld an dem Wirtschaftszusammenbruch des Jahres 1931 tragt 
und dessen Darmstadter und Nationalbank bei ihrem Sturz Tausende von Existenzen mit 
in den Abgrund nahm. 



Der jiidische Minister Asch 

In Mecklenburg machte sich z. B. der judische Minister Asch gleichzeitig zum Direktor 
einer Filmgesellschaft, die er dann staatlich forderte und von der er neben seinem 
Ministergehalt erhebliche Summen bezog. Die Bilanz der Schiebungen, die er beging, 
betrug 76 Millionen Mark. Diese Schuld burdete er einem Lande mit 580.000 Einwohnern 
auf! 



Wirtschaftsbarometer in der Novemberrepublik 

Die Scheinblute, die mit geborgten Auslandskrediten von 1927 ab im deutschen 
Wirtschaftsleben herbeigefuhrt worden war, machte sehr schnell einer tiefen 
Ernuchterung Platz, und die Zahlen der Geschaftszusammenbruche erreichten im 
Krisenjahr 1931 einen nie dagewesenen Hohepunkt. Sie ist zugleich ein wertvolles 
Barometer des Wirtschaftslebens in der Novemberrepublik: 



Konkurs- 
antrage 



Eroffnete Eroffnete 
Konkurs- Vergleichs- 



verfahren verfahren 

1929 13 180 10 001 5 001 

1930 15 486 11 506 7 178 

1931 19 254 13 736 8 628 

1932 14 138 8 534 6 189 
1929 - 1932 zusammen: 62 058 43 777 26 996 



Und von 1933 ab Wirtschaftsaufstieg 

Von 1933-1936 dagegen ist ein standiges Abnehmen der Wirtschaftszusammenbruche zu 
verzeichnen: 



„ . Eroffnete Eroffnete 

Konkurs- „ . .. ... 

. ■■ Konkurs- Vergleichs- 
antrage , . * . 

M verfahren verfahren 

1933 7 954 3 881 1 476 

1934 6 219 2 747 774 

1935 5 955 2 936 773 

1936 5 266 2 580 569 
1933 - 1936 zusammen: 25 394 12 144 3 592 



I nsgesamt sind also von 1929-1932 89.000 Firmen auf der Strecke geblieben, uber 
dreimal so viele wie in denjahren 1933 bis 1936. Durch diese Krise des 
Wirtschaftslebens wurde die industrielle Erzeugung 1932 bis auf den Stand des 
Jahres 1895 zuriickgeworfen, und 1932 beispielsweise in Deutschland nur mehr so 
viel Eisen und Rohstahl erzeugt wie etwa 1888. Es betrug die Erzeugung 



Roheisen in t Rohstahl in t 



1929 


15 505 707 


18 454 987 


1932 


5 282 004 


7 233 534 


1933 


6 858 494 


9 288 061 


1934 


10 567 326 


13 866 844 


1935 


12 841 854 


16 446 673 


1936 


15 303 135 


19 207 964 



Auch hier wieder in wenigen Jahren ein verbluffender Wirtschaftsaufstieg, der die Zahlen 
des besten Konkjunkturjahres 1929 schon erheblich ubersteigt. Will man im ubrigen die 
Zahlen des Jahres 1929 wurdigen, so muG man berucksichtigen, dafc darin zu einem 
wesentlichen Teil Reparationslieferungen enthalten waren, fur die das Deutsche Reich 
keinen Gegenwert erhielt. Das gleiche gilt fur den zweiten besonders wichtigen Werkstoff 
der deutschen Industrie, fur die Kohle. Hier ist bis 1931 ein Teil der Forderung fur 
Reparationsleistungen abzuziehen. Die Statistik der Steinkohlen- und 
Braunkohlenforderung zeigt von 1929 bis 1936 folgendes Bild: 



Steinkohlenforderung 



1929 


163 441 000 t 


1930 


142 699 000 t 


1931 


118 640 000 t 


1932 


104 741 000 t 


1933 


109 692 000 t 


1934 


124 857 000 t 


1935 


143 003 000 t 


1936 


158 380 000 t 



} 



einschliefclich 
Reparations- 
lieferungen 



Braunkohlenforderung 

174 456 000 t 

146 010 000 t 
133 311 000 t 
122 647 000 t 
126 794 000 t 
137 274 000 t 

147 072 000 t 
161 477 000 t 



Das sind Zahlen, die fur sich selbst sprechen. Nichts vermag die Leistung des 
nationalsozialistischen Staates in den ersten vier Jahren des Aufbaues besser zu 
unterstreichen als eine solche nuchterne Wiedergabe von Ziffern. 

In der gleichen Zeit, in der die Steinkohlenforderung im Deutschen Reich um 44,4% 
stieg, betragt die Steigerung in GroGbritannien nur 10,3%, wahrend Frankreich einen 
Ruckgang von 3,5% zu verzeichnen hat. 

In der chemischen Industrie stieg der Halbstoffverbrauch (Kohle) von der MeGzahl 51 im 
Jahre 1932 auf 96 im Jahre 1936 und in der Maschinenindustrie die MeGzahl des 
Maschinenversandes von 38 im J ahre 1932 auf 98 im J ahre 1936. 



Der Gesamtwert der deutschen industriellen Erzeugung, der 1929 noch eine 
kunstliche Hohe von 83,76 Milliarden Mark erreichte, ergibt folgendes Bild: 



1929 83,76 Milliarden RM. 

1930 69,09 

1931 50,01 

1932 34,83 

1933 37,83 

1934 49,56 

1935 58,05 

1936 66,03 



} 



einschliefclich 
Reparations- 
lieferungen 



Der Verbrauch an elektrischem Strom ist besonders geeignet, den Aufstieg einer 
Wirtschaft zu illustrieren, denn er beweist, in welchem MaGe nun wieder die Rader rollen 
und die Maschinen laufen. Die Stromerzeugung von 122 Werken stieg von 13 Milliarden 
im J ahre 1932 auf 22 Milliarden Kilowattstunden im J ahre 1936. I nsgesamt wurden im 
Scheinkonjunkturjahr 1929 30,7 Milliarden Kilowattstunden erzeugt, 1936 dagegen uber 
40 Milliarden Kilowattstunden. 



Erst seit 1933 ist die deutsche Wirtschaft allmahlich wieder in den Stand gesetzt worden, 
Neu- und Erweiterungsbauten vorzunehmen, den Maschinenpark zu vergrofcern und zu 
modernisieren, die Produktionsanlagen wieder normal zu unterhalten und die 
notwendigen Ersatzanlagen zu schaffen. 

Die normale Abschreibung der vorhandenen Anlagen ohne Einrechnung notwendiger Neu- 
und Erweiterungsbauten hatte imjahre 1932 bereits 5,9 Milliarden Mark betragen 



miissen. Ein Vergleich mit der nachfolgenden Aufstellung zeigt, dafc die deutsche 
Wirtschaft 1932 bereits weitgehend von der Substanz lebte. 

Der Wert der Neu- und Ersatzanlagen zusammen betrug: 

1929 12,8 Milliarden RM., 

1932 4,2 

1933 5,1 

1934 8,3 

1935 11,0 

1936 13,8 

Die Umsatze des deutschen Handwerks betrugen im Jahre 

1929 19,3 Milliarden RM., 

1932 10,9 

1936 15,0 " " (geschatzt). 

Auch der Einzelhandel kann mit seinem Umsatz zufrieden sein, der 

1932 22,7 Milliarden RM., 
1936 27,8 
aufwies. 

Wahrend 1922 ein wesentlicher Teil der deutschen Fischereiflotte in den Hafen auflag, 
herrscht heute Mangel an Fangschiffen. Die Ertrage der deutschen Seefischerei sind 
gestiegen von 

3 390 000 dz und 53,9 Millionen RM. Wert im Jahre 1932 
auf 5 994 000 dz und 105,3 Millionen RM. Wert im J ahre 1936. 

Die Kapitalsanlagen in Lebensversicherungen, die noch am krisenfestesten waren, weisen 
die beachtliche Steigerung um 1,8 Milliarden RM. in den letzten vier Jahren auf insgesamt 
5,5 Milliarden RM. auf. 

Besonders eindrucksvoll ist die Steigerung des gesamten deutschen 
Volkseinkommens um zirka 17 Milliarden RM. innerhalb von vier Jahren. Es 
erhohte sich von 45,2 Milliarden RM. imjahre 1932 auf rund 62 Milliarden RM. 
im Jahre 1936. 



Der deutsche AuRenhandel 

Es ist ein alter kaufmannischer Grundsatz, daG man nur so viel Geld ausgeben kann, wie 
man einnimmt. Eine Ubersicht uber die Bilanz des deutschen AuGenhandels in der 
Novemberrepublik zeigt, dafc man dort ohne jede Planmafcigkeit wild darauflos 
wirtschaftete und die Scheinblute der Wirtschaft nicht zuletzt auch mit Hilfe einer durch 
Auslandskredite kunstlich gesteigerten ubermafcigen Einfuhr zustande kam. Von 1924 bis 
1929 weisen nur 2 Jahre einen ganz geringen AusfuhriiberschuG auf, wahrend die 
anderen Jahre riesige Einfuhruberschusse zeigen: 



Einfuhr Ausfuhr Saldo 





Mill. RM. 


Mill. RM. 


Mill. RM 


1924 


9 083 


6 552 


- 


2 531 


1925 


12 362 


9 290 


- 


3 072 


1926 


10 002 


10 415 


+ 


413 


1927 


14 228 


10 801 


- 


3 427 


1928 


14 001 


12 276 


- 


1 725 


1929 


13 447 


13 483 


+ 


36 


1930 


10 393 


12 036 


+ 


1 643 


1931 


6 727 


9 599 


+ 


2 872 


1932 


4 667 


5 739 


+ 


1 072 


1933 


4 204 


4 871 


+ 


667 


1934 


4 451 


4 167 


- 


284 


1935 


4 159 


4 270 


+ 


111 


1936 


4 218 


4 768 


+ 


550 



Es ist besonders interessant, dafc die Hauptniedergangsjahre 1930 bis 1932 Deutschland 
noch eine verhaltnismaGig starke Ausfuhr brachten. Es muG aber berucksichtigt werden, 
daG in dieser Ausfuhr einmal noch Sachlieferungen aufGrund der Reparationen enthalten 
sind und auGerdem eine Abzahlung der in den Jahren der Scheinblute aufgenommenen 
Auslandskredite mit Hilfe einer verstarkten Warenausfuhr vorgenommen wurde, fur die 
Deutschland in diesen Jahren keinen Gegenwert erhielt. 

AuGerdem war der Inlandsmarkt infolge der steigenden Arbeitslosigkeit und der 
Verelendung des gesamten Mittelstandes vollig zusammengebrochen, so daG die 
zinsenfressenden Lagervorrate der deutschen Wirtschaft mangels jeder 
Absatzmoglichkeit im Inlande immer mehr wuchsen und ins Ausland abgestoBen werden 
mufcten. 

Die aufcerordentlich hohe Einfuhr in den ganzen Jahren vor der Machtergreifung bestand 
zu einem wesentlichen Teil in Nahrungs- und GenuBmitteln. Man kaufte in ungeheuren 
Mengen Nahrungs- und GenuGmittel aller Art im Auslande, wahrend gleichzeitig die 
deutsche Land wirtschaft zugrunde ging und fur ihre Erzeugnisse keinen Absatz fand. Auf 
den grofcten Teil dieser Nahrungsmitteleinfuhr ist durch die Leistungssteigerung der 
deutschen Landwirtschaft seit 1933 und durch eine geordnete Marktregelung Verzicht 
geleistet worden. 

I m nationalsozialistischen Deutschland wird nur so viel vom Ausland eingekauft, daG der 
Wert der Einfuhr mit dem Wert der Ausfuhr industrieller Erzeugnisse bezahlt werden 
kann. Der AuRenhandel ist seit 1932 zunachst zahlenmafcig zuruckgegangen, zieht 
seit 1936 allerdings schon wieder an, ein Ergebnis muhevoller Arbeit und ein Zeichen 
dafur, daB die deutsche Qualitatsarbeit vom Weltmarkt nicht zu verdrangen ist. Der 
Ruckgang hatte einmal als Ursache die Wirtschaftskrise in zahlreichen Landern, die fruher 
als Absatzmarkte in Frage kamen, in den letzten Jahren aber selbst zu einer wesentlichen 
Einfuhr nicht in der Lage waren, ferner die Abwertung der Wahrungen in grofcen Teilen 
des Auslandes, die zu einem verscharften Konkurrenzkampf fuhrte, schliefclich auch die 
Boykotthetze der ausgewanderten J uden und ihrer internationalen Sippschaft. Den 
Schaden dieser Entwicklung tragen nicht Deutschland und das deutsche Volk. Denn 
inzwischen sind - abgesehen von der Belebung der Ausfuhr - die notwendigen 
MaGnahmen getroffen worden, Deutschland so weit wie moglich von jenen Waren 
unabhangig zu machen, die eingefuhrt werden mussen. Dadurch ernalten die 
deutsche I ndustrie und die deutsche Arbeiterschaft zusatzlich neue Arbeit, die 



den auslandischen Betrieben verlorengeht. Deutschland hat diese Entwicklung nicht 
absichtlich herbeigefuhrt. Die Versuche, es durch Boykott auf die Knie zu zwingen, sind 
jedoch klaglich gescheitert und haben nicht zuletzt Deutschland auf den heute 
eingeschlagenen Weg in der Gestaltung seiner Wirtschaft gefuhrt. 



Die wirtschaftspolitischen 
Beziehungen zum Auslande 

Die wirtschaftspolitischen Beziehungen Deutschlands mit dem Ausland konnten seit 1933 
auBerordentlich vielfaltig gestaltet werden. Aus der Zahl der Verbindungen und 
Vereinbarungen allein geht schon hervor, daG Deutschland gar nicht daran denkt, eine 
Isolierung anzustreben, sondern auf einen lebendigen Austausch mit den Staaten der 
Welt Wert legt. 

Handelspolitische Beziehungen bestehen in Form von Handelsabkommen, 
Freundschaftsvertragen, Vereinbarungen, Abmachungen durch Notenwechsel mit 
insgesamt 62 Staaten. Zahlungs- und Verrechnungsabkommen sind mit 32 
Landern abgeschlossen worden. Abkommen zur Vermeidung der 
Doppelbesteuerung bestehen mit 16 Landern. AuRerdem ist Deutschland an 39 
Kollektivvertragen beteiligt. 



Wandlung der Wirtschaftspolitik 

Die aufcerordentliche Leistungssteigerung in denjahren 1933 bis 1937 auf dem Gebiete 
der deutschen Wirtschaft ware nicht moglich gewesen ohne einen grundsatzlichen 
Wandel der gesamten Wirtschaftspolitik und ohne eine ganze Reihe von neuen 
gesetzgeberischen MaBnahmen, die der Durchfuhrung einer nationalsozialistischen 
Wirtschaftspolitik den gesetzmafcigen Unterbau gaben. DaG bei dieser gesetzgeberischen 
Arbeit kein Gesichtspunkt aufcer acht gelassen, sondern Zug um Zug nach einem 
einheitlichen Plan vorgegangen wurde, ist ganz besonders bezeichnend fur 
nationalsozialistische Wirtschaftsfuhrung. 

Man kann die wichtigsten wirtschaftspolitischen MaBnahmen - abgesehen von den 
MaBnahmen auf dem Kreditgebiet (siehe Abschnitt Finanzpolitik) - etwa in drei grofce 
Gruppen aufgliedern, wobei das soeben geschilderte Gebiet des AuGenhandels aufcer acht 
gelassen werden kann: 

1. Schutz und Forderung aller derjeniger Wirtschaftszweige, die, an sich 
lebensfahig, durch falsche politische Grundeinstellung und falsche MaBnahmen 
des Weimarer Systems besonders notleidend geworden waren. Das gilt in erster 
Linie fur das Handwerk und den Einzelhandel. 

2. Hochste Entfaltung aller produktiven Krafte in Deutschland, Forderung der 
Unternehmerinitiative; Hervorhebung des Wertes der schaffenden 
Personlichkeit in der Wirtschaft im Gegensatz zu anonymen 

Ka pita Igesellschaf ten (Gesetz uber die Umwandlung von Kapitalgesellschaften vom 5. 
J uli 1934) . I n diese Gruppe fa I It auch alles, was zur Erhohung der Erzeugung von 
Kraftstoffen (Energiewirtschaft) und von Rohstoffen aller Art getan wurde, weil nur dann 
in Deutschland eine gesunde Wirtschaft bluhen kann, wenn diese Stoffe verfugbar sind. 
Diese MaBnahmen beginnen bereits im Jahre 1933, haben aber erst systematische 
Zusammenfassung und konsequente Durchfuhrung im neuen Vierjahresplan erhalten. 



3. Maftnahmen zur Steuerung der Preise. Es lag von Anfang an im Plan der 
Reichsregierung, nicht eine vorubergehende "Konjunktur" auf wirtschaftlichem Gebiet 
herbeizufuhren, sondern eine dauernde Gesundung der deutschen Wirtschaft 
anzustreben. Es ware ein leichtes gewesen, nach den ersten grofcen Erfolgen der 
Arbeitsschlacht auch die Lohne zu erhohen und Preissteigerungen zuzulassen. Das hatte 
aber die Gefahr eines baldigen Ruckschlages heraufbeschworen. Dem 
nationalsozialistischen Staat konnte nichts daran liegen, vorubergehende Erfolge zu 
erzielen, um dann nach wenigen Jahren eine neue Krise mit all ihren 
Begleiterscheinungen, mit Geschaftszusammenbruchen, Preissturzen, 
Massenentlassungen in Kauf zu nehmen. Die Wirtschaftspolitik des Dritten Reichs ist 
einen anderen Weg gegangen. Sie hat den Volksgenossen Arbeit gegeben, sie hat die 
Erzeugung in der Industrie gewaltig gesteigert; die Umsatze im Handel sind 
dementsprechend gewachsen, die Mengen der Guter, die auf Schienen, 
BinnenwasserstraGen und uber See transportiert werden, haben zugenommen - im 
ganzen: die Wirtschaftspolitik hat sich bewuRt auf Erhohung der Arbeitsleistung 
und Giitererzeugung eingestellt, nicht aber auf die Steigerung der Preise (keine 
"Preiskonjunktur", sondern "Mengenkonjunktur"). 

Um den Gefahren zu begegnen, die dem nationalsozialistischen Aufbau, dem Streben 
nach dauernder gesunder Wirtschaft von der Preisseite her erwachsen konnen, wurde 
fruhzeitig bereits mit einer genauen Preiskontrolle begonnen. Im Herbst 1936 wurde die 
gesamte Preispolitik in ein einzigartiges System gebracht: Die Preisentwicklung wurde 
einem Reichskommissar fur die Preisbildung ubertragen. 

Im einzelnen sollen noch als besonders wesentliche MaGnahmen erwahnt werden: 

Auf dem Gebiet des Handwerks mit seinen 3,9 Millionen Berufstatigen wurde die 
Organisation vereinfacht und fur eine grundliche Berufsausbildung gesorgt. Durch die 
dritte Handwerksverordnung vom 18. Januar 1935 wurde festgelegt, daG nur der einen 
Handwerksbetrieb eroffnen darf, der die Meisterprufung bestanden hat. Das Handwerk 
wurde dadurch auf den Weg einer erheblichen Leistungssteigerung gefuhrt, die aufcerlich 
auch durch die Zunahme der Zahl der Meisterprufungen von 27.000 im Jahre 1932/33 
auf 67.000 im Jahre 1935/36 kenntlich geworden ist, durch die eine bessere 
Betriebsfuhrung gewahrleistet wurde. Das Handwerk wurde durch 

Lieferungsgenossenschaften und die Reichszentrale fur Handwerkslieferung, ferner durch 
Ausfuhrfdrderungsstellen auch bei GroGauftragen und im Exportgeschaft eingeschaltet. 
Es konnte sich ferner erfolgreich an den grofcen Messen beteiligen. Auch kulturell wurde 
das Handwerk gefordert und das Gesellenwandern wieder eingefuhrt, um den 
Gesichtskreis der Handwerker zu weiten. 

Der Einzelhandel, der im Novemberstaat besonders vernachlassigt und durch die 
damals ubliche Forderung der Warenhauser, Einheitspreisgeschafte und Konsumvereine 
immer mehr zuruckgedrangt worden war, hat sich ganz besonderer Forderung durch den 
nationalsozialistischen Staat zu erfreuen. Schon am 12. Mai 1933 wurde das 
Einzelhandelsschutzgesetz erlassen, durch das der Bestand der Betriebe des 
Einzelhandels gesichert wurde. Die aus der liberalistischen Zeit herruhrende 
Gewerbeordnung kannte nur das Prinzip der Gewerbefreiheit, so daB es jedermann 
freigestellt war, ein Einzelhandelsgeschaft jedes beliebigen Handelszweiges zu eroffnen. 
Es entstand dadurch eine auGerordentliche zahlenmaGige Ubersetzung des Einzelhandels 
und eine starke Durchsetzung mit sachunkundigen Elementen. Zusammenbruche von 
Firmen, unsachgemaGe Lieferung und Untergrabung des Vertrauens der Kauferschaft 
zum gesamten Berufsstand muGten die zwangslaufigen Folgen sein. 

Das Verbot der Errichtung, Erweiterung und Verlegung von Einheitspreisgeschaften 
wurde durch das Gesetz unbefristet verlangert. Fur die Neuerrichtung von Warenhausern, 
Filialunternehmen und Serienpreisgeschaften wurden einengende Bestimmungen 
getroffen, die faktisch einem Verbot der Neuerrichtung gleichkommen. Ferner wurde 
diesen Betriebsformen und den Konsumvereinen die Errichtung selbstandiger 



Handwerksbetriebe untersagt, der Abbau bereits bestehender Handwerksbetriebe 
eingeleitet und die obersten Landbehorden ermachtigt, schank- und speisewirtschaftliche 
Betriebe in Warenhausern, Kaufhausern usw. zu verbieten. 

Die Neuerrichtung von Einzelhandelsgeschaften wird jetzt von dem Nachweis der 
Sachkenntnis und der personlichen Zuverlassigkeit abhangig gemacht. Dadurch wurden 
vielfach die Halfte bis zwei Drittel der Antragsteller zuruckgewiesen, weil sie nicht die 
Gewahr boten, die Bevolkerung einwandfrei und zuverlassig mit den Gutern und Waren 
ihres Bedarfs zu versorgen. 

Das Gesetz uber die Verbrauchergenossenschaften vom 21. Mai 1935 macht die 
Errichtung von Verbrauchergenossenschaften genehmigungspflichtig. Lebensunfahige 
Verbrauchergenossenschaften werden liquidiert; das Reich stellt dafur Mittel zur 
Verfugung, um vor allem die Spareinlagen in solchen Fallen zu sichern. AuGerdem sieht 
das Gesetz vor, dafc die Spareinrichtungen aller Konsumvereine und 
Verbrauchergenossenschaften bis zum 31. Dezember 1940 abzubauen sind. Die 
Spareinrichtungen der Konsumvereine hatten mehr und mehr zu einer Aufblahung der 
Geschafte dieser Vereine gefuhrt, so daG bei einem Ruckgang des Geschaftsumsatzes auf 
das normale MaG die Einlagen der kleinen Sparer gefahrdet waren. 

Das Gesetz uber das Zugabewesen vom 12. Mai 1933 schuf wieder einen sauberen 
Wettbewerb, da die Gewahrung von Zugaben die Preisklarheit beeintrachtigte und oft auf 
Kosten der Qualitat der gekauften Waren ging. Auf dem Gebiet der Bereinigung des 
Wettbewerbs liegt auch das Gesetz uber Preisnachlasse vom 25. November 1933, das 
den Barrabatt auf 3 Prozent beschrankt. 

Mit dem Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen 
Wirtschaft vom 27. Februar 1934 und den darauf beruhenden 
Durchfuhrungsverordnungen und Erlassen hat die Reichsregierung die gesetzlichen 
Grundlagen fur die neue Organisation der gewerblichen Wirtschaft geschaffen. Die neue 
Organisation ist einheitlich, straff gegliedert und soil der staatlichen Wirtschaftsfuhrung 
dienstbar sein. In der Organisation der gewerblichen Wirtschaft sind die einzelnen 
Unternehmungen sowohl fachlich wie regional zusammengeschlossen. Die Organisation 
soil die angeschlossenen Mitglieder auf wirtschaftlichem Gebiet beraten und betreuen, 
gleichzeitig die Arbeit der Reichsregierung auf wirtschaftlichem Gebiet unterstutzen. Die 
Verbande sind also nicht wie einst privatwirtschaftliche Interessenvertretungen gegen 
irgendeine andere Berufsschicht, gegen die Arbeiterschaft oder gar gegen den Staat, 
sondern I nstrumente zum richtigen Einsatz des gewaltigen wirtschaftlichen 
Apparates und zur Erzielung von Hochstleistungen auf wirtschaftlichem Gebiet. 



Die Aktienrechtsreform 

Eine der grundsatzlichen MaGnahmen in der gesamten Wirtschaftsgestaltung ist das am 
30. Januar 1937 nach sorgfaltiger Vorbereitung verabschiedete Gesetz uber 
Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien (Aktiengesetz). Die 
Aktienrechtsreform gehort zwar zu den Agitationsparolen insbesondere der 
Sozialdemokraten, wurde von ihnen aber niemals in die Tat umgesetzt, weil der gesamte 
judisch-kapitalistische Anhang des Marxismus dadurch in seinen dunklen Geschaften 
naturgemaG erheblich behindert worden ware. Erst nach den riesigen 
Wirtschaftsskandalen und dem volligen Zusammenbruch im Sommer 1931 entschlofc sich 
die damalige Reichsregierung zu einer Notverordnung, die aber nur wenige Punkte der 
Aktienrechtsreform einer Losung entgegenfuhrte. Eine grundsatzliche Neugestaltung 
brachte erst das Gesetz vom 30. Januar 1937. 



Aktiengesellschaften sind das geeignete Mittel, die Sammlung umfangreicher Kapitalien 
und Guter zum geschlossenen Wirtschaftseinsatz zu erreichen. Es ist daher fur die 
Neugriindung von Aktiengesellschaften ein Mindestgrundkapital von 500.000 
RM. vorgesehen worden. Dem in der Systemzeit gebrauchlichen Schwindel mit Aktien 
kleiner und unbekannter Gesellschaften ist dadurch ein Riegel vorgeschoben. 

I m Aufbau der Aktiengesellschaften wurde das Fuhrerprinzip verankert. Der Vorstand 
fuhrt unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so, wie es das Wohl des Betriebes und 
seiner Gefolgschaft und der Nutzen von Volk und Reich erfordern. Fruher wurde der 
Vorstand nicht selten durch Beschlusse der Hauptversammlung, durch Beschlusse von 
sachunkundigen Elementen, deren Beweggrunde oft nur personliches Machtstreben oder 
Gewinnsucht waren, zu MaGnahmen gezwungen, die fur die Gesellschaft schadlich waren 
oder vom Vorstand nicht vertreten werden konnten. 

Wahrend fruher nicht selten weit uber hundert Aufsichtsratsposten (Jakob Goldschmidt) 
in der Hand eines Mannes vereinigt waren, der gar nicht die Moglichkeit einer Ubersicht 
uber diese grofce Zahl von Gesellschaften hatte, bestimmt der §86 des neuen Gesetzes, 
da 15 niemand mehr als zehn Aufsichtsratsposten bekleiden darf. 

Fur die Gewahrung von Gewinnbeteiligungen wurden ebenfalls Bestimmungen getroffen, 
nach denen Gewinnbeteiligungen an Vorstandsmitglieder in einem angemessenen 
Verhaltnis zu den Aufwendungen zugunsten der Gefolgschaft oder von Einrichtungen, die 
dem Gemeinwohl dienen, stehen mussen. Die Einhaltung dieser Bestimmung kann die 
Staatsanwaltschaft im Klagewege erzwingen. 

Gefahrdet eine Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien das 
Gemeinwohl, namentlich durch das Verhalten eines Tragers der Verwaltung, das groblich 
gegen das Gesetz oder gegen die Grundsatze verantwortungsbewufcter Wirtschaftsfuhrer 
verstofct, so kann das Reichswirtschaftsgericht auf Antrag des 
Reichswirtsc hafts ministers die Gesellschaft auflosen. 

Hier ist ein nationalsozialistischer Grundsatz in die Tat umgesetzt, der in der ganzen Welt 
nicht seinesgleichen hat. 



Eine stolze Bilanz 

Wie auf dem Gebiet der Finanzen, des Arbeitsmarktes und der Sozia Ipolitik, so 
kann der nationalsozialistische Staat auch auf dem Gebiet der Wirtschaft nach 
vier Jahren auf ein stolzes Ergebnis hinweisen und mit Hoffnung in die Zukunft 
blicken, die ebenso erfolgverheilSend ist, wie die Vergangenheit erfolgstrachtig 
war. Wie auf alien Lebensgebieten so ist auch auf dem Gebiet der Wirtschaft der 
Erfolg nicht das Ergebnis einer Reihe von zufalligen EinzelmaBnahmen, sondern 
einer straffen Zusammenfassung und Fiihrung der Wirtschaft mit der 
Ausrichtung auf ein grolies gemeinsames Ziel. 



8. Marxistische und nationalsozialistische 
Finanzpolitik 



Der Mann auf der Buhne des Saales stemmt die Hande fest auf das Pult: 

"Deutsche Volksgenossen! 

180 Milliarden betragt also die Summe, die Deutschland bis zum Jahre 1988 
einschliefclich der bisherigen Leistungen und Abtretungen an den Feindbund 
zahlen soil. WiGt ihr, was das bedeutet? Das bedeutet den volligen Ruin des 
Deutschen Reiches und die Ablieferung so ziemlich des gesamten 
Volksvermogens. Das bedeutet eine Schuldenlast von RM. 3.000 pro Kopfjedes 
einzelnen Deutschen einschliefclich aller Greise und Sauglinge. Das bedeutet bei 
20 Millionen Erwerbstatigen in normalen Zeiten eine Belastung von RM. 9.000 pro 
Kopf und in unserer heutigen Zeit bei der ungeheueren Zahl der Arbeitslosen, bei 
nur 13 Millionen, die in Beschaftigung stehen, eine Belastung von RM. 15.000 pro 
Kopfjedes einzelnen Erwerbstatigen. Wird euch nicht schwindlig bei dieser 
Schuldenlast? 

Und wer hat sie euch aufgeburdet? Die marxistischen Schwachlinge, die euch 
einmal ein Paradies auf Erden versprochen haben und die es schliefclich jetzt so 
weit gebracht haben, dafc wir ein ausgehungertes, uberschuldetes Volk geworden 
sind, das nun noch den Rest seines Volksvermogens abzuliefern hat. Dann werdet 
ihr nur noch Arbeitssklaven fur die neuen Besitzer des deutschen Bodens, der 
deutschen Fabriken, der deutschen Bauernhofe, fur die neuen Besitzer der 
Hauser, in denen ihr wohnt, der Strafcen, auf denen ihr geht, fur die neuen 
Besitzer selbst euerer bescheidenen Heimstatt sein. Denn dann wird euch nichts 
mehr gehoren als nur noch euer nacktes Leben und die Kraft eurer Arme. " 

Die Stimme des Redners schwillt von Satz zu Satz an. Bleich und atemlos stehen die 
Tausende von Arbeitern und Arbeitslosen, Hausfrauen und Muttern, die den weiten Saal 
fullen, in seinem Bann. Zum ersten Male dammert ihnen auf, welchen Weg sie seit 1918 
gegangen sind, und wohin er sie gefuhrt hat. 

Als der Redner schliefct, als das Heil auf den Fuhrer und das Kampflied brausend verhallt, 
da haben Hunderte einen dumpfen Druck auf den Schlafen. Selbst die Beamten der 
Severingschen Polizei, die eigentlich "den Laden auf den Leisten zu schlagen" hatten, 
stehen benommen und flusternd beiseite. RM. 15.000 pro Kopf eines jeden 
Erwerbstatigen. Ewige Fron fur fremde Machte und Hergabe selbst des bescheidensten 
Besitzes des deutschen Arbeiters zur Abtragung dieser Schuld. So deutlich und klar hat 
ihnen das noch niemand gesagt. Ob nicht die Nazis doch recht haben? Das ist nun die 
Frage, die sich die noch Zweifelnden jetzt vorlegen. Einige Wochen spater marschieren 
sie bereits in den braunen Kolonnen. 

I nzwischen meldet die Presse, dafc die fallige Rate der Reparationszahlungen auf Grund 
des Youngplanes soeben an die Bank fur Internationale Zahlungen nach Basel transferiert 
worden sei. Die Regierung unterschreibt, zahlt und schweigt. Die Massen hungern und 
werden mit leeren Worten abgespeist. 

So war das schon bei der Annahme des Dawesplanes und des Youngplanes. Die 
marxistischen Redner und die der burgerlichen Parteien setzen dem Volk im Reichstag 
und in den Versammlungen mit vielen Fachausdrucken verbramte wirtschaftliche und 
finanzpolitische Abhandlungen vor, die die Massen nicht verstehen, und erklaren dann 
jedesmal aufs neue, dafc nun ja alles in Ordnung sei und sie einen grofcen Erfolg fur 
Deutschland errungen hatten. Das wiederholt sich von Zeit zu Zeit in Abschnitten einiger 



Jahre. Man rechnet mit dem kurzen Gedachtnis des Volkes und glaubt, ihm nach einigen 
Jahren das gleiche Stuck noch einmal vorspielen zu konnen. 

Da ist der judische SPD.-Abgeordnete Hilferding einer der eifrigsten Schaumschlager. Er 
ist seines Zeichens Zahnarzt, und seine wesentlichste Beziehung zum Gebiet der Zahlen 
und Finanzen besteht in seiner langjahrigen Ubung im Wurzelziehen. Darum wurde er 
auch von der SPD. zum Reichsfinanzminister bestellt als der einzige in dieser Fraktion 
vorhandene "Fachmann". Er ist es in erster Linie, der fur die finanzielle Versklavung 
Deutschlands mitverantwortlich ist. Der deutsche Arbeiter hat noch heute schwer an dem 
zu tragen, was der Jude Hilferding ihm einbrockte. Der deutsche Arbeiter kann nicht 
mit zusammengerafften Geldern ins Ausland gehen und seinen Lebensabend 
ruhig und sorglos in einem feudalen Kurort beschlieften. So etwas kann nur Herr 
Hilferding. 

Das, was die nationalsozialistischen Redner in den Jahren des Niedergangs Tag um Tag 
voraussagten, wofur sie zuerst verlacht und dann wutend bekampft wurden, was man 
abstritt und als Ausgeburt der "Nazi-Phantasie" hinzustellen versuchte, das haben dann 
20 Millionen Deutsche ganz unmittelbar am eigenen Leibe verspuren mussen: 20 
Millionen Arbeitslose und Kleinrentner mit ihren Angehorigen. 



Der Dawesplan 

Nach dem Dawesplan, der nur durch die Spaltung der Deutschnationalen 
Reichstagsfraktion in einejasager- und eine Neinsagerhalfte moglich wurde, hatte 
Deutschland zu zahlen: 

vom 1. September 1924 bis 31. August 1925 RM. 1 000 Millionen 

1925/26 RM. 1 220 Millionen 

1926/27 RM. 1 500 Millionen 

1927/28 RM. 1 750 Millionen 

1928/29 RM. 2 500 Millionen 

ab 1929/30 jahrlich RM. 2 500 Millionen 

und einen Zuschlag, der sich auf Grund eines sogenannten "Wohlstands-lndex" 
errechnete. 

Die Zahlungen des Dawesplanes waren praktisch unbegrenzt. Ein Endtermin der 
Tributleistungen war auch im Londoner Abkommen vom 30. August 1924 nicht genannt. 
Deutschland sollte also jahrlich zweieinhalb Milliarden zuzuglich der Summe, die sich aus 
einem "Wohlstands-lndex" errechnete, so lange leisten, wie es den Siegermachten gefiel. 
Der "Wohlstands-lndex" war ubrigens so angelegt, daG er auch bei einer bloGen 
Ausdehnung der deutschen Wirtschaft mehrere hundert Millionen Reichsmark zuzuglicher 
Belastung ergeben hatte. 

I m ganzen hat Deutschland unter dem Dawesplan bis zum 31. August 1929 7,98 
Milliarden Reichsmark gezahlt. 

Eine jahrliche Leistung von zweieinhalb Milliarden Reichsmark bedeutete eine 
Jahresbelastung von 38,70 RM. pro Kopf der Bevolkerung vom Saugling bis zum Greis 
und eine tagliche Verpflichtung von RM. 6.850.000,--. 



Der Youngplan 

Der Youngplan trat am 1. September 1929 in Kraft. Bis zum 31. Marz 1930 war eine 
Ubergangsregelung vorgesehen. Dann begann ab 1. April 1930 der normale Lauf der 
Zahlungen. Nach dem Youngplan sollte Deutschland 59 Jahre lang Reparationen zahlen. 
Die Zahlungen betrugen: 

1930/31 RM. 1 795,9 Millionen 

1931/2 RM. 1 771,7 Millionen 

Sie stiegen von J ahr zu J ahr. 

nnoc/o-7 in- ■ ■ u f RM. 2 019,9 

1936/37 so ten sie sich auf ...... 

Millionen, 

1937/38 RM. 2 055,9 Millionen 

belaufen. Die hochste Zahlung war fur das J ahr 

1965/66 mit RM. 2 428,8 Millionen 

vorgesehen. Dann sanken die Zahlungen wieder. 



Im letzten J ahr 1987/88 sollten noch rund 897,8 Millionen RM. geleistet werden. 

I nsgesamt sollten auf Grund des Youngplans 115,4 Mi I Harden RM. Kriegstribute 

von Deutschland an die Siegermachte abgeliefert werden. 



Die Gesamtleistungen Deutschlands 
aus dem Versailler Diktat 

Die Gesamtleistungen Deutschlands aus dem Versailler Diktat beliefen sich bis zum 31. 
August 1929 nach deutscher Berechnung auf uber 67,5 Milliarden Reichsmark. Darin ist 
der Wert der Abtretungen und des Verlustes der Kolonien nicht enthalten. Zu dieser 
Summe von 67,5 Milliarden RM. sind noch uber 3 Milliarden auf Grunde des Youngplanes 
hinzuzuzahlen, so daG insgesamt Liber 70 Milliarden RM. geleistet wurden. 

Schon ein Bruchteil dieser wahnwitzigen Zahlungen ruinierte die gesamte deutsche 
Wirtschaft und schadigte das deutsche Volksvermogen, das schon durch den Weltkrieg 
und das Versailler Diktat aufcerordentlich geschmolzen war, so stark, dafc Deutschland 
seine Wirtschaft praktisch nur noch mit fremden Krediten aufrechterhalten konnte und 
jahrlich Milliarden im Auslande borgen muGte, um mit diesen geborgten Milliarden wieder 
die Reparationen zu bezahlen. Die Zinslast der Auslandskredite wurde einer der 
Hauptposten in den deutschen Haushalten. 

Auf Grund des Youngplans hatte Deutschland 

bei der Einstellung der Zahlungen noch zu entrichten RM. 112,3 Milliarden 

Deutschland hat gezahlt auf Grund des Versailler 

Diktats und des Youngplans vorher RM. 70,6 Milliarden 

Man mutete ihm also insgesamt eine Zahlung von RM. 182,9 Milliarden zu. 



Deutschlands Auslandsverschuldung 

Deutschlands private Auslandsverschuldung stieg bis zum Jahre 1930 infolge dieser 
wahnwitzigen Reparationszahlungen auf 33,3 Milliarden Reichsmark. Rechnet man diese 
Summe der privaten Verschuldung zu den Forderungen und Leistungen auf Grund des 
Versailler Diktats und der sich daran anschliefcenden Zahlungsplane hinzu, so kommt 
man auf eine Gesamtverschuldung Deutschlands von 216 Milliarden RM. Das Bild, 
das Redner der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei 1930 und 1931 gaben, 
wird bei dieser Berechnung noch ungunstiger und die Verschuldung pro Kopf der 
Bevolkerung noch furchtbarer. 

Erst dem nationalsozialistischen Staat ist es gelungen, die Auslandsverschuldung 
allmahlich zu senken und trotz der ungeheueren Leistungen im Inlande und der 
Anspannung des deutschen Kapitalmarktes bis zum aufcersten auch noch wesentliche 
Auslandskredite abzutragen. Insgesamt gesehen ergibt die deutsche 
Auslandsverschuldung von 1927 bis 1936 folgendes Bild: 



Datum 


Kurzfristige Langfristige Sonstige 
Kredite Kredite Aniagen 


Gesamt- 
verschuldung 


Desgl. ohne 
sonstige 
Aniagen 






In Mill 


iarden Reichsmark: 




Ende 1927 


6,6 


5,4 


4,5 


16,5 


12,0 


1928 


9,0 


7,0 


5,5 


21,5 


16,0 


1929 


11,7 


7,3 


6,0 


25,0 


19,0 


1930 


16,0 


11,3 


6,0 


33,3 


27,3 


Juli 1931 


13,1 


10,7 


5,9 


29,7 


23,8 


Nov. 1931 


10,6 


10,7 


5,3 


26,6 


21,3 


Febr. 1932 


10,1 


10,5 


5,3 


25,9 


20,6 


Febr. 1933 


8,7 


10,3 


4,2 


23,2 


19,0 


Sept. 1933 


7,4 


7,4 


4,2 


19,0 


14,8 


Febr. 1934 


6,7 


7,2 


4,2 


18,1 


13,9 


Jan. 1936 


6,5 


6,5 


4,0 


17,0 


13,0 



Republikregierung als Gerichtsvollzieher gegen das Volk 

Es war fur das deutsche Ansehen nicht gerade forderlich, daG z.B. im Verwaltungsrat der 
Reichsbahn mit der Einfuhrung des Dawesplans vier Auslander und im Generalrat der 
Reichsbank sieben Auslander Sitz und Stimme erhielten. I hre Aufgabe konnte es 
naturlich nicht sein, die Verwaltung dieser Unternehmen zum Wohle des deutschen 
Volkes zu beeinflussen, sondern nur zum Wohle ihrer Auftraggeber. Ein auslandischer 
Kommissar iiberwachte die Notenausgabe. Alle Reichsbanknoten mulSten den 
Stem pel dieses Kommissars tragen. Wesentliche Teile der Reichseinnahmen aus 
Zollen, dieTabak-, Bier- und Zuckersteuer und die Abgaben aus dem Branntweinmonopol 
wurden verpfandet, Reichsbahn und Industrie durch Schuldverschreibungen zugunsten 
der Reparationsglaubiger belastet. Der Reparationsagent Parker Gilbert uberwachte die 
deutschen Reparationsleistungen und machte den deutschen Reichsregierungen 
stets energische Vorhaltungen, wenn die Gestaltung der Reichsausgaben ihm 
irgendwie das I nteresse des deutschen Volkes vor das der Reparationsglaubiger 



zu stellen schien. Die Regierungen der Novemberrepublik wurden so praktisch zu 
Gerichtsvollziehern des Reparationsagenten gegen das deutsche Volk gemacht. 

Um bei der ungeheueren Verschuldung, den druckenden Auslandsverpflichtungen und 
den immer weiter steigenden Ausgaben fur die wachsende Zahl der Erwerbslosen den 
Reichshaushalt wenigstens einigermafcen ins Gleichgewicht bringen zu konnen, blieb den 
Regierungen der Novemberrepublik nichts weiter ubrig, als die Steuerschraube immer 
fester anzuziehen. DaG sie damit allmahlich die Wirtschaft erdrosselten und letzten Endes 
das Gegenteil von dem herbeifuhrten, was sie erreichen wollten, vermochten sie nicht zu 
ubersehen. Ein Uberblick uber die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zollen usw. von 
1928-1936 zeigt, wie 1932 die Reichseinnahmen einen nie dagewesenen Tiefstand 
erreichten. Sie betrugen: 



1928/29 9,02 Milliarden RM 

1929/30 9,17 

1930/31 9,03 

1931/32 7,79 

1932/33 6,65 

1933/34 6,85 

1934/35 8,22 

1935/36 9,65 

1936/37 11,47 



Das Etatjahr 1924 hatte infolge scharfster Sparpolitik und schon sehr hoher Steuern so 
grofce Uberschusse gebracht, daG der Bestand der Reichskasse 1924 eine Milliarde 
Reichsmark betrug. In den Jahren darauf wurde dieser UberschuG durch eine nach dem 
Urteil des heutigen Reichsfinanzministers Graf Schwerin von Krosigk vollig leichtsinnige 
Ausgabenpolitik restlos verwirtschaftet. Es begannen die Jahre der Kassennot. Von 
Zahlungstermin zu Zahlungstermin muGte das Reich die Uberbruckungskredite borgen. 
Der Kredit des Reiches selbst sank in solchem MaGe, daG der Versuch der Begebung einer 
Reichsanleihe im Sommer 1929 nur 179 Millionen erbrachte, wahrend im 
nationalsozialistischen Staate infolge des Vertrauens zur Staatsfuhrung und zur 
Wirtschaft jede Reichsanleihe in kurzer Zeit uberzeichnet ist. Die Novemberrepublik war 
schliefclich sogar gezwungen, Staatsmonopole zu errichten und zu beleihen. Sie erhielt 
gegen die Einfuhrung eines Zundwarenmonopols von dem schwedischen Zundholzkonig 
Ivar Kreuger in seiner Glanzzeit eine Anleihe von 500 Millionen RM. 



Unter dem Kabinett Bruning wurden zur Besserung der Reichshaushaltslage ferner in der 
Zeit von 1931-1932 auf Grund der Notverordnungen 23 verschiedene Steuererhohungen 
vorgenommen. Die Einkommensteuer wurde erhoht, die Zuckersteuer verdoppelt, die 
Kn sen steuer der Lohn- und Gehaltsempfanger und der Veranlagten und die Burgersteuer 
eingefuhrt, die Lohnsteuererstattung abgeschafft, die Umsatzsteuer, die Biersteuer, die 
Tabakszolle und die Steuer auf Zigarren und Zigaretten wurden weit heraufgesetzt. 



Der Niedergang der Gemeinden 

Um den Reichsetat nicht noch mehr zu belasten, muG das Reich in der Krise immer mehr 
Aufgaben den Gemeinden und Gemeindeverbanden uberlassen, die schon durch die von 
Monat zu Monat steigende Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen eine ungeheure Last zu 
ubernehmen haben. 

Am 10. Mai 1932, kurz vor dem Sturz des Kabinetts Bruning, stent der deutsch-nationale 
Abgeordnete Dr. Bang auf der Rednertribune des Reichstages: 

"Wie nahe wir ubrigens schon wahrend des letzten Etatjahres trotz aller 
Notverordnungen, trotz aller steuerlichen Nachhilfen dem Zusammenbruch waren, 
hat uns Herr Stegerwald sehr offenherzig in einer Rede am Tage nach der Hoover- 
Botschaft, am 22. J uni 1931, in Kastrop offenbart. Da sagte er: 'Wir standen um 
Haaresbreite vor dem Abgrund; das diirfe er erst jetzt offen zugeben, 
vorher habe es nicht gesagt werden durfen, um keine 
Kreditverschlechterung herbeizufuhren.' 

Ich darf im AnschluG an das gestern Gesagte hervorheben: Das Defizit der 
Stadte im letzten Jahr wird auf 350 Millionen geschatzt. Das Defizit des laufenden 
Etatjahres schatzt Dr. Mulert auf 750 Millionen, zweifellos sehr optimistisch. 

I n Bremen verklagen jetzt die Beamten und Angestellten die Stadt auf 
Gehaltszahlung. Der Burgermeister von Essen, Schafer, sagt: 'Wir stehen mitten 
in der Katastrophe.' Er erklart dann wortlich: 'Wenn es fur Gemeinden ein 
Konkursverfahren wie in der Privatwirtschaft gabe, hatte die Stadt Essen 
schon langst Konkurs anmelden mussen, denn sie kann ihre 
Verpflichtungen nicht mehr erfullen.' 

Aber auf eines mochte ich noch aufmerksam machen: Im hochsten MaGe 
ernst liegen die Dinge vor alien Dingen in Sachsen, wo Mittel fur die Unterstutzung 
der Erwerbslosen und der Unterstutzungsempfanger fast durchweg fehlen. Hier 
geht man schon die gefahrlichsten Wege, um auch nur der allerdruckendsten Not 
abzuhelfen: Eingriffe in Girokassen, Zuruckbehaltung staatlicher Steuergelder, 
Inanspruchnahme zweckgebundener Fonds usw.... 

Die reine Belastung des Steuerzahlers hat jeweils im Vergleich zum Vorjahre 
in folgender Progression zugenommen: 



1926 


0,4 Prozent, 


1927 


2,8 Prozent, 


1928 


14,7 Prozent, 


1929 


9,2 Prozent, 


1930 


12,4 Prozent, 


1931 


5,7 Prozent. 



Insgesamt hat seit 1925 eine Steigerung von 45,2 Prozent stattgefunden, und 
zwar wesentlich bei den direkten Belastungen. 

Es ist selbstverstandlich, dafc eine solche Entwicklung zum 
Zusammenbruch fiihren muB. Beim Unternehmer heiGt der Zusammenbruch 
Pleite, beim Arbeiter heifct er Arbeitslosigkeit. Nachstens werden die Steuern 
wahrscheinlich mit dem Uberfallkommando eingezogen, auf dem Lande soil es ja 
zum Teil schon so sein." 

Vier Tage vorher, am 6. Mai 1932, spricht im Reichstag zum Reichsetat der SPD.- 
Abgeordnete Dr. Breitscheid. Nach seiner Meinung ist es die bose Krise, die alle guten 
Absichten der SPD. zunichte gemacht und Deutschland in die Lage gebracht hat, die auch 
er nicht schoner zu schildern vermag, als sie ist. Irgendeine Entschuldigung muG man ja 
gegenuber der Arbeiterschaft haben. Und so ist alles, was er auf die schweren Anklagen 
gegen das marxistische System zu erwidern vermag, der kummerliche Satz zur Fraktion 
der NSDAP: 



"...Wenn Sie an die Macht kommen, wenn Sie die auGenpolitischen 
Verhandlungen zu fiihren haben, dann habe ich die grofce Furcht, daG Sie dem 
Auslande viel weitergehende Zugestandnisse machen als ein anderer..." 

Herr Breitscheid war kein grower Prophet. Denn seit dem 30. Januar 1933 ist kein Pfennig 
mehr an Reparationszahlungen an fremde Machte geleistet worden. Von Zugestandnissen 
kann angesichts der Wiederaufrichtung der deutschen Wehrhoheit, der Einfuhrung der 
allgemeinen deutschen Wehrpflicht und der Befreiung Deutschlands von den Versailler 
Fesseln selbst von Herrn Breitscheid heute auch kaum noch gesprochen werden. 



Eine Stadt meldet Konkurs an 

Die Frankfurter Zeitung bringt in Nr. 218/20 vom 22. Marz 1932 folgende Meldung: 

"Die Schlesische Boden-Credit-Actien-Bank hat, wie mitgeteilt wird, Antrag 
auf Konkurseroffnung uber die Stadt Koben a. d. Oder gestellt. Die Verschuldung 
soil sich auf 400.000 RM. belaufen. Glaubiger seien neben dem Staat zum grofcten 
Teil Breslauer Banken. - Koben ist eine Kleinstadt von 2.000-3.000 Einwohnern. 
Von der genannten Gesamtverschuldung durfte etwas weniger als die Halfte auf 
die Hypothekenbank entfallen. An Zinsen sind bereits annahernd 30.000 RM 
ruckstandig, woraus zu schliefcen ist, dafc die Stadt schon uberaus lange ihren 
laufenden Verpflichtungen nicht nachgekommen ist. Von Glaubigerseite wird 
darauf verwiesen, dafcdie Stadt ihren umfangreichen Waldbesitz zur Mobilisierung 
heranziehen konnte und mufcte. Dabei wird es freilich in erster Linie darauf 
ankommen, wie weit der Staat mithilft; denn private Interessen werden kaum zu 
annehmbaren Bedingungen zu finden sein. Vorerst scheint aber PreuGen den Fall 
als nicht besonders ernst zu empfinden; denn bei der langen Dauer der 
vorausgegangenen Verhandlungen wird auch die jetzt eingetretene Konsequenz 
vorauszusehen gewesen sein, ohne dafc die Aufsichtsbehorde AnlaG zu einer Hilfe 
sah. Es wird auch sonst beobachtet, daG PreuGen sich in erster Linie auf die 
Finanzsorgen der GroGstadte konzentriert und den kleineren Gemeinden geringere 
Beachtung zuteil werden lafct, obwohl hier nicht sehr grofce Opfer notig sein 
wurden. Immerhin ist der Konkurs einer Stadt, ob klein oder grofc, ein 
bemerkenswertes Ereignis, dessen kreditpolitische und rechtliche Folgen den 
Staat zu einer Stellungnahme zwingen werden. Das zustandige Amtsgericht hat 
einen Konkursverwalter bestellt." 

Diese Meldung berichtet keinen Einzelfall. Denn es gibt noch mehr Stadte, die in diesem 
Jahr 1932 Konkurs anmelden mussen. Die Kreditinstitute geben angesichts der 
unsicheren Wirtschaftslage Deutschlands schon seit 1929 nur noch kurz- oder 
mittelfristige Kredite an die deutschen Gemeinden. Langfristige Kredite zu geringeren 
Zinssatzen gibt es schon lange nicht mehr. So steigt die mittel- und kurzfristige 
Verschuldung lawinenartig und mit ihnen die Zinslast dafur. An jedem Monatsersten 
beginnt der Wettlauf der Gemeinden zu den Banken um die Verlangerung ihrer 
kurzfristigen Kredite. Jede Verzogerung der Verhandlungen hat zur Folge, dafc zunachst 
fur einige Zeit die Gehalter nicht gezahlt werden konnen, die Unterstutzungszahlungen 
eingestellt werden mussen und der gesamte Wirtschaftsbetrieb der Gemeinden ruht. So 
lebt man von Monat zu Monat von der Hand in den Mund. 

Erst der nationalsozialistische Staat hat dieser Zeit der Kassennot ein Ende gemacht und 
den Gemeinden mit Hilfe des Gemeindeumschuldungsgesetzes vom 21. September 1933 
durch Umwandlung der mittel- und kurzfristigen Kredite in langfristige Schulden 

wieder eine Disposition auf lange Sicht ermoglicht und sie aufcerdem von den 
untragbaren Zinslasten befreit, die allmahlich eine immer grofcere Rolle im 
Gemeindehaushalt zu spielen begonnen hatten. AuGerdem gelang es auch, die 



Gesamtverschuldung der Gemeinden wesentlich zu mindern. Die Ubersicht uber die 
Schulden der deutschen Gemeinden und Gemeindeverbande ohne Saarland zeigt 
in Milliarden Reichsmark von 1928 bis 1937 folgendes Bild: 

davon 
Gesamtverschuldung langfristige mittelfristige kurzfristige 

Inlandsschulden 







Milliarden RM. 






1928 


6,542 


2,570 


551 


974 


1929 


8,763 


3,550 


1,191 


1,048 


1930 


10,284 


4,241 


1,186 


1,745 


1931 


11,246 


5,132 


1,149 


1,762 


1932 


11,295 


5,326 


1,121 


1,668 


1933 


11,275 


5,182 


974 


1,764 


1934 


11,620 


6,903 


942 


560 


1935 


11,729 


7,305 


809 


297 


1936 


11,465 


7,659 


395 


162 


1937 


10,964 


7,395 


299 


94 



Steuerpolitik im nationalsozialistischen Staat 

Staatssekretar Fritz Reinhardt hat am 1. Marz 1937 in einer Rede mit wenigen Satzen 
Ziel und Weg der Finanz- und Steuerpolitik seit 1933 aufgezeigt: 

"Die Finanz- und Steuerpolitik seit Ubernahme der staatlichen Macht durch den 
Fuhrer ist im wesentlichen abgestellt: 

1. auf Kampf um die Verminderung der Arbeitslosigkeit, 

2. auf Sicherung der materiellen Grundlage der Finanzierung des Aufbaues einer 
starken Wehrmacht, 

3. auf Anpassung der Steuern an die bevolkerungspolitischen und sonstigen 
Grundsatze des Nationalsozialismus und neuerdings 

4. auf Vereinheitlichung der Realsteuern und auf Neugestaltung der Aufgaben und 
Lastenverteilung der Gebietskorperschaften und schlieGlich 

5. auf Neuregelung des gesamten staatlichen Finanzausgleichs." 

Von 1933 ab war es also das erste Bestreben, durch Steuersenkungen fur die Wirtschaft 
den Anreiz zu schaffen, wieder groGziigiger zu disponieren, zuruckgestellte Projekte in 
Angriff zu nehmen und damit in grofcem MaGe Arbeitskrafte neu einzustellen. So wurde 
die Einkommensteuererleichterung fur die Einstellung von Hausgehilfinnen geschaffen, 
die Gewahrung von Ehestandsdarlehen, die Steuerfreiheit fur Ersatzbeschaffungen und 
fur die Entwicklung neuer Herstellungsverfahren (Reinhardtprogramm vom 1. Juni 1933), 
die Befreiung neuer Personenkraftwagen von der Kraftwagensteuer usw. Die von 1933 
bis 1935 in etwas mehr als 2 ¥2 Jahren gewahrten unmittelbaren 
Steuersenkungen belaufen sich auf zirka 1,25 Milliarden RM. Den 
Steuersenkungen fur die breite Masse, namentlich der Lohn- und Gehaltsempfanger, 
durch die Einkommensteuerreform auf der einen Seite steht auf der anderen Seite die 
Erhohung der Korperschaftsteuer gegenuber. Die Korperschaftsteuer ist die 
Einkommensteuer der Kapitalgesellschaften, der Personenvereinigungen, der grofcen 
Vermogensmassen und der Aktiengesellschaften und Gesellschaften m.b.H. 



Bei der Einkommensteuerreform wurden die Steuersatze so gestaffelt, daG die kleineren 
Einkommen nur in geringem Mafce erfafct wurden, wahrend fur die grofceren Einkommen 
Steuersatze bis zu 50 Prozent festgesetzt wurden. Diese Steuerstaffelung ist wirklich 
sozialistisch zu nennen. Durch die Erhohung der Korperschaftsteuer ist der gleiche 
Grundsatz auch auf die Kapitalgesellschaften und Einkommen der grofcen Vermogen 
ubertragen worden. 

Ein weiterer Schritt war die Realsteuerreform, die den Haushalt der Gemeinden auf eine 
vollig neue Grundlage gestellt hat. 

Die Realsteuerreform vom 1. Dezember 1936 ist im wesentlichen eine vorbereitende 
MaGnahme fur die Reichsreform. Sie beseitigt 32 Landesgesetze und schafft fur das 
gesamte Reichsgebiet einheitliches Grundsteuer- und Gewerbesteuerrecht. Sie bestimmt 
ferner, daG die Erhebung der Grund- und Gewerbesteuer fur das gesamte Reich nur noch 
durch die Gemeinden erfolgen soil und Kreise und Lander als Steuerberechtigte 
ausscheiden. Dadurch entsteht eine Klarheit und Ubersicht im Steuerwesen, die in ganz 
anderem MaGe als vorher rechtzeitig Dispositionen fur Reich und Gemeinden moglich 
macht. Nach der Realsteuerreform wird es nur noch Reichs- und Gemeindesteuern 
geben. 



Der schwarze Montag 

Man schreibt den 13. Juli 1931. Alle deutschen GroGstadte sind in Aufruhr. Eine 
ungeheure Panik hat sich aller Wirtschaftskreise und insbesondere der Sparer 
bemachtigt. Etwas Ungeheuerliches ist geschehen. Die deutschen Banken haben ihre 
Schalter geschlossen. Die Regierung ist machtlos. Das, wovon man so lange 
munkelte, ist zurTatsache geworden. Und gleichzeitig wird bekannt, daG die durch die 
ungeheuren Betrugereien beim Nordwollekonzern und durch eine Fulle verfehlter 
Spekulationen ihres Chefs, des judischen Bankiersya/coJb Goldschmidt, an den Rand des 
Ruins gebrachte Darmstadter und Nationalbank ihre Zahlungen eingestellt hat. Was nutzt 
es, dafc das Reich die Einlagen dieser Bank garantiert? 

Vor den Bankgebauden und Depositenkassen sammeln sich Tausende von Menschen. Das 
ganze Wirtschaftsleben stockt. Es konnen keine Zahlungen mehr geleistet werden. Es 
kann niemand mehr Auftrage erhalten, und selbst die in vielen Betrieben Mitte des 
Monats falligen Gehaltszahlungen mussen unterbleiben. Eine ungeheuere Vertrauenskrise 
ist ausgebrochen. Man hort es immer wieder: "Wenn sogar eine GroGbank, die man fur 
eine der sichersten in Deutschland hielt, zusammenbrechen kann, was gibt es dann noch 
fur Sicherheiten? Wem soil man dann noch glauben und vertrauen?" Das ist die Meinung 
des kleinen Mannes, die Meinung des Sparers und die vieler Geschaftsleute. Nach Ablauf 
der Bankfeiertage wird die Hohe der Auszahlungen durch Verordnungen begrenzt. Hatte 
man das nicht getan, so ware in wenigen Tagen der Einlagebestand der deutschen 
Banken wie Schnee an der Sonne geschmolzen und an Stelle des Bankkontos ware 
wieder der Sparstrumpf getreten. 

Wie konnte es zu einer derartigen Katastrophe kommen? Erst heute, nachdem man 
Abstand von den Dingen hat, vermag man sie abschliefcend zu wurdigen und zu 
uberschauen. Das Bild, das sich bei dieser Ruckschau ergibt, ist noch vernichtender als 
das Urteil vom J ahre 1931. Denn inzwischen hat das deutsche Volk vier J ahre zaher, 
stiller und unermudlicher Aufbauarbeit erlebt. Inzwischen hates wurdigen gelernt, was 
es heifct, wenn eine Staatsfuhrung mutig und entschlossen zupackt, wenn sie ein Ziel hat 
und weiG, was sie will. 

Die Krise des Jahres 1931, die der Anfang vom Ende war und den volligen 
Zusammenbruch der Wirtschaft einleitete, hat nur das ungeheuere AusmaG annehmen 



konnen, das sie schliefclich erreichte, weil eine unfahige und unentschlossene 
Regierung es versa umte, rechtzeitig GegenmaRnahmen zu treffen, urn nach den 
Fehlern der Jahre vorher wenigstens im letzten Augenblick die Katastrophe abzuwenden. 

So beginnt der J uni 1931: Drei J ahre wirtschaftlicher Scheinblute waren fast 
ausschliefclich mit auslandischen Krediten ohne eine solide innere Basis herbeigefuhrt 
worden. Im Jahre 1930 hat die schwachliche deutsche AuBenpolitik eine weitere 
Ansehensminderung des Deutschen Reiches zur Folge. Das Vertrauen zu Deutschland 
und zur deutschen Wirtschaft sinkt immer mehr ab und mit dem Absinken des Vertrauens 
flieGt Monat um Monat ein grower Teil jener Kredite ins Ausland zuruck, denen allein die 
deutsche Wirtschaft ihre dreijahrige Scheinblute verdankt. 

Dieses AbflieGen der Auslandskredite, auf denen sich das ganze Kartenhaus der 
Wirtschaftskonjunktur aufbaut, nimmt 1931 beangstigenden Umfang an. Von Juli 1930 
bis Mai 1931 sind es 1,25 Milliarden Mark, die so der deutschen Wirtschaft wieder 
verlorengehen. Bis Ende J uli des gleichen J ahres, zwei Wochen nach dem Tage der Krise, 
betragt die Summe der abgewanderten Auslandskredite 4 Milliarden Mark. Damit 
ist das Schicksal zahlreicher deutscher Betriebe besiegelt. 

Am 10. J uni 1931 werden die schweren Verluste beim Norddeutschen Wollkonzern 
(Lahusen) in Bremen bekannt. Drei Tage spater muG der Diskontsatz der Reichsbank um 
2 Prozent erhoht werden, weil der AbfluG an Gold und Devisen durch den Abzug der 
Auslandskredite bei der Reichsbank derartige Formen angenommen hat, dafc an einem 
einzigen Tag 200 Millionen Mark an Devisen verlorengehen. Die in diese Krisenzeit 
fallende Verkundung des Reparation sfeierj ahres durch den Prasidenten Hoover der 
Vereinigten Staaten von Amerika, der der Wirtschaft der Welt Zeit geben will, sich erst 
einmal zu erholen, bringt nur eine teilweise Erleichterung fur Deutschland. Neben dem 
AbfluG der auslandischen Kapitalien beginnt dann auch die Kapitalflucht des Inlandes. Die 
Inhaber grofcerer Vermogen schaffen wesentliche Vermogenswerte ins Ausland, weil sie 
kein Vertrauen mehr in die Wahrung haben. 

Die ungeheuren Verluste, die die Darmstadter und Nationalbank beim Zusammenbruch 
des Norddeutschen Wollkonzerns in Bremen infolge der waghalsigen Spekulationen des 
J uden Jakob Goldschmidt erlitten hat, machen eine Stutzungsaktion notwendig. Die 
Reichsbank ist aufcerstande, sich an dieser Stutzungsaktion zu beteiligen, die ubrigen 
Banken sehen ebenfalls keine Moglichkeit, dem Unternehmen wirklich grundlegend zu 
helfen. 

Am 11. J uli schlagen die Banken die Verhangung von Bankfeiertagen vor unter 
rechtzeitiger vorheriger Unterrichtung der Offentlichkeit. Nach langem Zogern greift 
schlieBlich die Reichsregierung - viel zu spat und ohne vorherige Unterrichtung der 
Offentlichkeit - auf dieses Mittel zuruck und gibt damit dem gesunkenen Vertrauen zum 
deutschen Bank- und Kreditwesen den letzten entscheidenden StoG. Mangels genugender 
Aufklarung ist der Geruchtebildung Tur und Tor geoffnet. Es setzt ein Sturm auf die 
Banken an. Gleichzeitig teilt die Darmstadter und Nationalbank die endgultige 
SchlieGung ihrer Schalter mit. Zwar ubernimmt das Reich die Garantie fur die Einlagen, 
aber erst nach langer Zeit konnen die Inhaber der Konten wieder beschrankt uber ihren 
Besitz verfugen. Die Zwischenzeit hat jedoch ausgereicht, zahlreichen Betrieben den 
GnadenstoB zu geben. Zur Herstellung einer Beruhigung und zur Verhinderung einer 
Verschleuderung aller deutschen Wertpapiere mussen die Borsen auf eine Reihe von 
Wochen geschlossen werden. Erst nach 2 Monaten ist es so weit, dafc sie ihren Betrieb 
mit gewissen Einschrankungen wieder aufnehmen konnen. 

Und was hatte nun eine energische Reichsregierung in diesen Wochen der Krise tun 
konnen? Dr. Schacht, damals Reichsbankprasident a.D., hat es immer wieder gesagt: 
Man hatte einmal ein Transfermoratorium aussprechen mussen, d.h. Einstellung der 
Uberweisung in Deutschland angelegter Kapitalien ins Ausland, zum anderen den 



auslandischen Glaubigern es freistellen konnen, den deutschen Schuldner auf ein 
Reichsmarkkonto bei einer deutschen Bank zahlen zu lassen. Die gekundigten Kapitalien 
waren so in Deutschland geblieben und hatten zunachstvon den Glaubigern zwangslaufig 
irgendwie wieder der deutschen Wirtschaft nutzbar gemacht werden mussen. 

Uber den Hauptschuldigen am Zusammenbruch der Darmstadter und Nationalbank, den 
heutigen Emigranten Jakob Goldschmidt und seine Schiebungen brachte der Volkische 
Beobachter am 28. Juni 1931 folgenden zusammenfassenden Uberblick: 

"Der Bankjude Jakob Goldschmidt und der Zusammenbruch der 'Danat'. - 
Vom Stinnes- Liquidator zum 125fachen Aufsichtsrat und Ehrendoktor! - 
Riesige Borsenspekulationen und ihre Folgen! 

Jakob Goldschmidt hatte sich als Aufsichtsrat in 125 der grofcten 
Aktiengesellschaften hineingedrangt, er kontrollierte mit seinem Stabe von 
hauptsachlich judischen Direktoren rund 1.200 Aktiengesellschaften (zum 
Vergleich diene, dafc an der Berliner Borse nur 740 Aktiengesellschaften notiert 
werden). Diesen mit so ungeheuren Machtmitteln ausgestatteten judischen 
Bankier (nach der Sud deutschen Sonntagspost) mit seiner gutglaubigen und 
groGziigigen Danatbank soil nun Carl Lahusen (der Generaldirektor der 
Norddeutschen Wollkammerei in Bremen) getauscht haben, denn Jakob 
Goldschmidt, der geniale Bankier, der Befehlshaber der grofcen Armee von 
Industrieunternehmungen, war 'kein Fachmann und traute dem Lahusen'. Man 
mochte sagen: Ach, wie herzig! Das gutejakoble ist getauscht durch einen 
I ndustriellen, von dessen I ndustrie er nichts verstand, dem er aber 43 Millionen 
Mark Kredite anvertraute! Wenn die Danatbank 43 Millionen Mark, d.h. dreiviertel 
ihres Aktienkapitals, der Nordwolle als Kredit gegeben hat, so kann man deren 
Oberhauptling, diesen Bankier Jakob Goldschmidt, mit einem Hasardeur 
vergleichen, der mit seinem Gluck stieg und verdient fiel. Die Leute, welche durch 
die Beratung der Danatbank ihr Geld in Nordwolle-Aktien anlegten, haben es 
restlos verloren, denn statt 240 Prozent, wie sie noch vor zwei Jahren an der 
Borse notiert wurden, werten sie heute noch 2 Prozent oder nichts. Mit wessen 
Geldern spekulierte dieser 'ernste Bankier'? Mit den Einlagen von 
Hunderttausenden gutglaubiger Sparer! J akob Goldschmidt sanierte mit 
800.000 Mark den marxistischen Vorwarts. Flossen diese 800.000 Mark aus 
Goldschmidts Privatmitteln oder zahlen sie die enttauschten Sparer, die ihre 
Spargroschen zur Danatbank trugen?" 



Der nationalsozialistische Staat greift ein 

Der nationalsozialistische Staat hat es nach der Machtergreifung als eine seiner ersten 
Aufgaben betrachtet, sofort eine Konsolidierung des Bank- und Kreditwesens in die Wege 
zu leiten. Es wurde ein UntersuchungsausschuB fur das Bankwesen eingesetzt, der 
insbesondere die Ursachen des Bankenkrachs und der Kreditkrise von 1931 prufte und 
folgende Fehler feststellte: 

1. unrichtiges Verhalten der Leitung der Kreditinstitute, 

2. ubermafcige Aufnahme kurzfristiger Auslandskredite, 

3. Uberschatzung der Dauerhaftigkeit des auslandischen Kapitalzuflusses durch 
die Bankleiter. Als Folgerung daraus Finanzierung des langfristigen 
Anlagebedarfs zunachst mit kurzfristigen Mitteln in einem Umfang, der die 
tragbaren Grenzen uberschritt, 

4. Einraumung viel zu hoher Kredite an GroGfirmen und Konzerne und 
Vernachlassigung der viel krisenfesteren mittleren und kleinen Betriebe, 

5. unzureichende Liquiditat der deutschen Banken. 



Der UntersuchungsausschuG hob in seinem Bericht die Tatsache hervor, daG der 
nationalsozialistische Staat grofcere und umfangreichere Aufgaben dem Volke gegenuber 
zu erfullen hat als das fruhere liberalistisch-marxistische Regime, und deshalb in weit 
starkerem Umfange einsatzfahige Geldmittel braucht. 

Die Herstellung eines den Aufgaben des nationalsozialistischen Staates entsprechenden 
Geld- und Kapitalmarktes muG das Kernstuck einer jeden Neuordnung sein. Der 
UntersuchungsausschuG forderte deshalb: 

1. Beaufsichtigung aller Kreditinstitute, 

2. Unterwerfung aller Kreditinstitute unter einen Genehmigungszwang, 

3. Sicherstellung einer ausreichenden Liquiditat, 

4. Trennung von Geldmarkt und Kapitalmarkt und damit Sicherung des 
Spargeschafts, 

5. [Punkt 5 fehlt leider in unserer Vorlage; Anm. d. Scriptorium] 

6. Uberwachung des Kreditgeschafts und weitgehende Publizitat, 

7. zweckmafcige Zusammensetzung des Aufsichtsamts. 

Diese grundlegende Umgestaltung des gesamten Bank- und Kreditwesens wurde bereits 
mit dem Gesetz uber das Kreditwesen vom 5. Dezember 1934 durchgefuhrt. Durch 
dieses Gesetz sind Kapital und Banken, die vorher die absoluten Herrscher des 
Wirtschaftslebens waren, zu Dienern der Volkswirtschaft und der Volksgesamtheit 
gemacht worden, die nach den staatspolitischen und gesamtwirtschaftlichen 
Erfordernissen gelenkt werden und unter steter Kontrolle stehen. Alle Kreditinstitute 
haben jetzt Jahresbilanzen einzureichen, die grofceren Monatsausweise. Die Liquiditat, 
also die Zahlungsfahigkeit der Banken, ist durch besondere Vorschriften sichergestellt 
und die Grenze der Kreditgewahrung fur jedes einzelne Institut genau festgelegt, so dafc 
sich ein Bankskandal wie der der Darmstadter und Nationalbank nicht mehr wiederholen 
kann. Die Gewahrung von grofceren und die Einraumung von ungedeckten Krediten wird 
durch das neue Gesetz erschwert und eine Grenze fur den Eigenbesitz an Aktien, Kuxen 
und nicht borsengangigen Schuldverschreibungen fur die Banken eingefuhrt. Ferner wird 
das Notenausgaberecht ausschliefclich der Reichsbank ubertragen; das Reich erhalt ein 
Aufsichtsrecht uber die Staatsbanken. 

1937 beseitigt der Fuhrer auch den letzten auslandischen EinfluB auf die Deutsche 
Reichsbank, der seinerzeit durch den Dawes- Plan geschaffen wurde. 

Durch das Gesetz zur Anderung des Borsengesetzes vom 5. Marz 1934 und das Gesetz 
uber den Wertpapierhandel vom 4. Dezember 1934 wird die Zahl der Borsen von 21 auf 
9 verringert. Die Borsen werden der Reichsaufsicht unterstellt und aus judischen 
Spielhollen wieder zu wirtschaftlichen Umschlagplatzen gemacht. Es wird so verhindert, 
dafc der Aufbau im nationalsozialistischen Staat durch unverantwortliche Borsenmanover, 
wie sie in der November- Regierung an der Tagesordnung waren, gestort wird. 

Ferner werden durch geeignete MaGnahmen die deutschen Borsen entjudet. Was das 
bedeutet, zeigt ein Uberblick uber das deutsche Bank- und Borsenwesen vor 1933. So 
waren z.B. 1930 485 Privatbanken vollig in judischen Handen. Bei einem grofcen Teil der 
ubrigen Banken war so starker judischer EinfluB vorhanden, daG man sie ebenfalls als 
judisch ansprechen konnte. Fast samtliche leitenden Posten in den Grofcbanken und 
insbesondere der D-Banken waren in judischen Handen. 

An der Berliner Borse saGen im Vorstand der Wertpapierborse 25 J uden und 11 
Nichtjuden, im Vorstand der Produktenborse 12 J uden und 4 Nichtjuden, im Vorstand der 
Metallborse 10 J uden und 2 Nichtjuden. Von 147 Vorstandsmitgliedern waren insgesamt 
116 J uden. An der Berliner Wertpapierborse befanden sich 1930 unter 1.474 



Borsenbesuchern 1.200 J uden. An der Produkten- und Metallborse machten diejuden 
etwa 99 Prozent der Besucher aus. 

I mmer wieder wurde vor der Machtubernahme der Zusammenbruch von 
Zwecksparunternehmungen gemeldet, die wie Pilze aus der Erde geschossen waren. Es 
waren ausschliefclich kleine Sparer, Arbeiter, die ihr Geld diesen Unternehmungen 
anvertrauten. Das Gesetz uber die Auflosung der Zwecksparunternehmungen vom 13. 
Dezember 1935 hat die minderbemittelte Bevolkerung vor weiterer Schadigung bewahrt. 

Alle diese MaGnahmen setzen sich um in eine immer weitere Steigerung des 
Vertrauens zum Staat und zur Wirtschaft. Nichts vermag besser diese 
Vertrauenssteigerung zu beweisen als die Entwicklung der Spareinlagen bei den 
Sparkassen. Ihre Steigerung betragt von 1933 bis 1937 3,31 Milliarden Reichsmark oder 
29,7 v.H.: 

Entwicklung der Spareinlagen 
bei den Sparkassen 



Ende 1929 


11 564 Millionen RM 


" 1930 


12 913 


" 1931 


11 776 


" 1932 


11 450 


" 1933 


12 110 


" 1934 


12 814 


" 1935 


13 785 


Febr. 1937 


14 756 



Ferner setzt eine immer starker fortschreitende Senkung der Zinsen und damit 
Entlastung der Wirtschaft ein. Wahrend z.B. die tatsachliche Verzinsung der Pfandbriefe 
im Monatsdurchschnitt 1932 8,4 Prozent betrug, sind es Ende 1935 nur noch 4,7 Prozent. 
Der Zinssatz fur kurzfristige Kredite sank im Monatsdurchschnitt von 5,9 Prozent im 
J ahre 1932 auf 3,3 Prozent im J ahre 1936. 

Das Gesetz uber die Durchfuhrung einer ZinsermaBigung bei Kreditanstalten vom 24. 
Januar 1935 und das Gesetz uber ZinsermaBigung bei den often tlich en An lei hen vom 27. 
Februar 1935 sind die ersten entscheidenden Schritte zu einem umfassenden Zinsabbau, 
uber den die Reichsbank in ihrem Bericht uber das Jahr 1936 sagt: 

"Die Zinssatze nahmen entsprechend den Zielen der Geldmarktpolitik eine in 
der groGen Linie weiterhin nach unten gerichtete Entwicklung. Der 
Privatdiskontsatz pafcte sich der jeweiligen Marktlage an und konnte mehrmals auf 
den in der Nachinflationszeit noch nicht wieder erreichten niedrigen Stand von 
2 7 /8 Prozent gesenkt werden. Der Satz fur tagliches Geld bewegte sich fast 
standig unter 3 Prozent, auch der Diskont fur Reichsschatzanweisungen konnte 
ermafcigt werden. 

Der Anfang 1935 eingeleitete und mit Erfolg durchgefuhrte organische 
Zinsabbau, der eines der wesentlichsten Ziele der Kapitalmarktpolitik der letzten 
J ahre bildete, wurde durch das Gesetz vom 2. Juli 1936 uber Hypothekenzinsen 
auch auf das schwer ubersehbare, aber wichtige Gebiet der Privathypotheken 
ausgedehnt, deren Verzinsung noch vielfach weit uber den landesublichen Satzen 
gelegen hatte. Damit wurde eine Voraussetzung fur die Angleichung der Zinssatze 
fur Hypotheken des freien Marktes an die bereits gesenkten Satze der 
Anstaltshypotheken geschaffen. Entsprechend dem bei den fruheren 
Zinssenkungen aufrechterhaltenen Grundsatz der Freiwilligkeit und mit Rucksicht 



auf die Verschiedenartigkeit der am Hypothekenmarkt vorliegenden 
Kreditverhaltnisse wurden Art und AusmaG der Zinssenkung grundsatzlich der 
freien Vereinbarung zwischen Glaubigern und Schuldnern uberlassen. Als 
angemessen wurde ein Zinssatz bis 5 Prozent fur erststellige und bis 5y2-6 
Prozent fur zweistellige Hypotheken bezeichnet. Auch auf dem Gebiete der 
Industrieschuldverschreibungen, auf die sich infolge ihrer Eigenart allgemeine 
gesetzliche MaGnahmen nicht anwenden lieGen, haben sich die in ihren Anfangen 
schon im Jahre 1935 vorhandenen Bestrebungen zur Zinssenkung weitgehend 
durchgesetzt, nachdem schon bei den neu herausgegebenen Schuldtiteln dieser 
Art niedrigere Zinssatze gewahlt worden waren. Fur den groGten Teil der 
Industriegesellschaften, die bei ihren Konversionsangeboten durchweg einen 
vollen Erfolg zu verzeichnen hatten, hat sich ebenfalls ein Satz von 5, in einigen 
Fallen sogar von 4 ¥2 Prozent ergeben." 

Die beste Wurdigung der Arbeit dieser vier J ahre auf dem Gebiet des Finanzwesens ist 
das, was der Reichswirtschaftsminister und Reichsbankprasident Dr. Schacht am 16. 
Marz 1937 sagte: 

"Ich darf heute feststellen, dafc wir, obwohl das Kreditvolumen uber den 
ursprunglich ubersehbaren Rahmen hinaus ausgeweitet werden muGte, die 
finanziellen Dinge dieser vier Jahre hindurch, sowohl aufbringungsmafcig als auch 
wahrungspolitisch, gemeistert haben. Damit haben jene Propheten aufcerhalb 
unserer Grenzpfahle unrecht bekommen, die uns schon lange den 
Zusammenbruch von Wirtschaft und Wahrung vorausgesagt haben. Es hilft diesen 
falschen Propheten nichts, dafcsie nun die Meisterung unserer bisherigen 
Finanzierungsvorhaben hier und da als ein 'Wunder' bezeichnen. Fur einen 
Finanzpolitiker gibt es keine Wunder. 

Wir wissen sehr gut, auf welchen Gebieten unsere Mittel unerschopflich sind 
und auf welchen es hochster Klugheit bedarf, um mit dem nur sparlich 
Vorhandenen die gesteckten Ziele zu erreichen. Wir haben nie einen Zweifel 
daruber gelassen, dafc die Finanzierung zu diesen letzteren Gebieten gehort, 
allerdings auch nie daruber, dafc wir trotzdem an dieser Frage nicht scheitern 
werden, weil und solange wir nicht ins Blaue hinein finanzieren. Das Besondere 
und Schwierige der deutschen Lage liegt nur darin, dafc infolge von Krieg, 
Inflation, Reparationen und Systemmifcwirtschaft die kapitalmafcige 
Untermauerung der deutschen Wirtschaft mangelhaft ist. 

Freilich wird unser Schmerz daruber, dafc Deutschland nicht zu den reichen 
Landern gehort, gemildert, wenn wir bei einem Rundblick in Europa feststellen 
mussen, daG auch die reichen Lander nicht ohne Sorge sind. Geld allein macht 
nicht glucklich, man muB es auch richtig anwenden konnen. 

Das ganze Geheimnis, woher denn eigentlich das Geld fur unsere grofcen 
Vorhaben, wie Arbeitsbeschaffung und Wehrhaftmachung, kommt, ist in 
Wirklichkeit nichts anderes als eine Angelegenheit der finanziellen Disziplin. Wie 
es nicht immer die zahlenmafcig grofceren Heere sind, die Schlachten gewinnen, 
sondern oft genug die straffe Fuhrung einer kleinen Armee die Entscheidung 
erzwingt, so kommt es auch bei knappen finanziellen Mitteln in erster Linie darauf 
an, wie sie eingesetzt werden. Bereits in den ersten Monaten nach der 
endgultigen Machtergreifung wurden alle Faden des deutschen Geld- und 
Kapitalwesens in einer Hand vereinigt und damit eine Handhabe gewonnen, durch 
die der Geld- und Kapitalmarkt in seiner Leistungsfahigkeit entscheidend 
gesteigert wurde. Obenan stand die Emissionsbeschrankung, die den Vorrang der 
Finanzierungsbedurfnisse des Reiches sicherstellte. Hinzu kamen die 
Neuordnungen des Bank-, Kredit- und Borsenwesens, die nach und nach auf alle 
Kreditbeziehungen ausgedehnte Zinssenkung, durch die allmahlich das uberhohe 
Zinsniveau in Deutschland abgebaut werden konnte, ferner die Ordnung der 
offentlichen, insbesondere der kommunalen Haushalte und schlieBlich eine Reihe 
von kleineren EinzelmaGnahmen. 

In dem MaGe, wie das Kreditwesen in Deutschland wuchs, mufcten unsere 



Bestrebungen darauf abgestellt sein, die in die Wirtschaft hinausfliefcenden Gelder 
wieder einzufangen. Das geschah einmal dadurch, dafc wir langfristige 
Reichsanleihen auflegten. Die bisherigen Konsolidierungserfolge sind bekannt und 
zeigen, in welchem erfreulichen Umfange wir auf diesem Wege voranschreiten 
konnten. Das geschah ferner dadurch, dafc wir auch die kurzfristig zur Verfugung 
stehenden Mittel der Wirtschaft im Wege der Solawechselaktion der Deutschen 
Golddiskontbank oder auf andere Weise heranzogen, sie den offentlichen 
Finanzierungsvorhaben dienstbar machten und damit wahrungsmafcig nachteilige 
Auswirkungen der Kreditausweitung ausschalteten." 

Und heute steht der nationalsozialistische Staat gerade auch auf dem Gebiete 
der Finanzgebarung fester denn je, weil er nicht wie die Regierungen der 
parlamentarischen Zeit nach fremder Hilfe ausschaut, sondern auf die eigene 
Kraft vertraut! 



9. Verkehr und Motorisierung 



Kraftwagenerzeugung und Kraftverkehr 

Auf wenigen Gebieten des deutschen Aufbaus ist der Erfolg geschickter 
Verbrauchslenkung und Verbrauchssteigerung so sichtbar geworden wie gerade auf 
dem Gebiet der Motorisierung. Der Fuhrer selbst, der einmal das Wort sprach: "Ich liebe 
das Auto, weil es mir Deutschland erschlossen hat", hat die Bedeutung der Motorisierung 
als erster erkannt. Wenige Tage nach der Machtubernahme hat er gegen die Bedenken 
vieler Verbande und burokratischer Stellen die ersten Weisungen gegeben, die zur 
Ankurbelung der deutschen Kraftfahrzeugproduktion notwendig waren. 

Das Geburtsland des Automobils, Deutschland, in dem Daimler und Benz wirkten, hatte 
der Verbreitung des Automobils als Beforderungsmittel eine solche Fulle burokratischer 
Hemmungen bereitet, dafc schon vor dem Weltkriege andere Lander es zahlenmafcig weit 
uberflugelt hatten und die Vereinigten Staaten von Amerika an der Spitze der 
Automobilproduktion standen. 

Der Weltkrieg und die Verarmung und Ausplunderung Deutschlands in den Jahren danach 
bewirkten, dafc selbst kleine Staaten in bezug auf den Automobilbestand im Verhaltnis 
zur Bevolkerungszahl und sogar absolut weit vor Deutschland rangierten. Der 
wirtschaftliche Niedergang und die marxistische Theorie, dafc das Automobil ein 
Luxusfahrzeug sei, hatten zur Folge, dafc die Drosselung der Kraftwagenerzeugung 1932 
einen so erschreckenden Umfang annahm, dafc die Produktion sogar unter die kleiner 
Lander absank. 

Die Aufbauzahlen, die heute auf dem Gebiet des Kraftverkehrs verzeichnet 
werden konnen, sind stolze Dokumente nationalsozialistischer Leistung. Wie auf 

alien Gebieten, so wurde auch hier die Leistungssteigerung in erster Linie moglich durch 
die Vereinfachung der Organisation und die Zusammenfassung der Krafte. Die 
Verkeh rsh oh eit ging von den Landern auf den Reichsverkehrsminister uber. Das 
Durcheinander auf dem Gebiet des StraBenwesens, das zu unhaltbaren Zustanden und 
zum Verfall des deutschen Strafcennetzes gefuhrt hatte, wurde durch 
Zusammenfassung des gesamten deutschen StraBenwesens unter dem 
Generalinspektor fur das deutsche Strafcenwesen uberwunden. Die 
verkehrspolizeilichen Befugnisse wurden auf den Reichsfuhrer SS. und Chef der 
deutschen Polizei ubertragen, der in Zusammenarbeit mit dem NSKK., der grofcen 



Einheitsorganisation der Kraftfahrt, eine grofczugige umfangreiche Verkehrserziehung in 
die Wege leitete. Die vielen Verbande der Automobilbesitzer und des Automobilsports 
wurden in den "Deutschen Automobilclub" uberfuhrt, und der deutsche Kraftsport erhielt 
in der "Obersten nationalen Sportbehorde fur die deutsche Kraftfahrt" seine Spitze. 

Die erste wesentliche und entscheidende MaGnahme bildete das "Gesetz uber Anderung 
des Kraftfahrzeugsteuergesetzes vom 10. April 1933", das die Aufhebung der 
Kraftfahrzeugsteuer fur alle neuen in den Verkehr genommenen 
Personenkraftfahrzeuge brachte. Schon zwei Monate spater wurde im "Gesetz zur 
Verminderung der Arbeitslosigkeit" vom 1. J uni 1933 eine erhebliche steuerliche 
Erleichterung fur Ersatzbeschaffungen der Wirtschaft herbeigefuhrt und damit der Ersatz 
einer Fulle von alten Nutzfahrzeugen gegen neue ermoglicht. 

Das Einkommensteuergesetz vom 16. Oktober 1934 gab den Angehorigen der freien 
Berufe, Gewerbetreibenden, den Land- und Forstwirten die Moglichkeit, Kraftfahrzeuge 
noch im Jahre der Anschaffung abzuschreiben. 

Die Idee der Motorisierung wurde in das ganze Volk getragen und in beispielloser Weise 
zum Siege gefuhrt. So nahm auch das ganze Volk Anteil an den grofcen internationalen 
Rennerfolgen der deutschen Kraftfahrzeugindustrie, die die Weltgeltung des deutschen 
Automobilwesens wieder hoben und Deutschland an die Spitze des Automobilsports 
brachten. 

Die / Internationale Automobilausstellung zu Berlin wurde zu einer standigen Einrichtung 
gemacht und erhielt ihre uberragende Bedeutung dadurch, daG das Staatsoberhaupt des 
Deutschen Reiches personlich siejahr umjahr mit einer Ansprache eroffnete. Die 
ReichsstraBenverkehrsordnung vom 28. Mai 1934 beseitigte die Zersplitterung der 
Verkehrsbestimmungen und pafcte sie den modernsten Erfordernissen an. 

Die Zulassung fabrikneuer Personen und Lastkraftwagen zeigt von 1932 bis 1936 
folgendes Bild: 





Personenkraftwagen: 


Lastkraftwagen 


1932 


41 118 


7 030 


1933 


82 048 


11 573 


1934 


130 938 


23 509 


1935 


180 193 


37 332 


1936 


213 248 


49 982 



Das bedeutet eine Verfunffachung des Inlandabsatzes von Personenkraftwagen und eine 
Versiebenfachung des Absatzes von Lastkraftwagen in vier Jahren. 

Die Zahl der Personenkraftwagen betrug: 

1932 561 000 

1936 961 000, 

die der Lastkraftwagen: 

1932 174 000 

1936 235 000. 

Von den 561.000 Personenkraftwagen, die 1932 im Verkehr waren, wurden bis Mitte 
1936 weitere 123.000 durch neue ersetzt, von den 174.000 Lastkraftwagen von 1932 
39.000. 



In Deutschland entfielen: 
1932 auf 100 Einwohner 1 Kraftwagen 
1936 " 54 " 1 

Den Wert und den Umfang der Kraftfahrzeugerzeugung und die Zahl der beschaftigten 
Arbeiter zeigt folgende Aufstellung: 







Arbeiter: 


Produktion: 






1930 


54 999 


676 100 000 Reichsmark 




1931 


46 960 


475 100 000 






1932 


34 392 


295 500 000 






1933 


51 036 


480 400 000 






1934 


80 858 


807 400 000 






1935 


100 937 


1 163 100 000 






1936 


115 000 


1 375 000 000 






Personenkraftwagen: 


Lastkraf twagen : 


Kraftrader 


1930 




77 333 


18 690 


98 574 


1931 




62 563 


15 034 


51 148 


1932 




43 448 


8 234 


36 262 


1933 




92 226 


13 261 


40 534 


1934 




147 418 


27 325 


88 312 


1935 




205 606 


41 496 


117 651 


1936 




240 292 


57 000 


138 000 



Der Wert der Ausfuhr an Kraftfahrzeugen stieg von 



48,7 Millionen Reichsmark imjahre 1932 
auf 105,1 " " " " 1936. 



Die Erfindung des Bunagummis, des synthetischen Kautschuks, gab Deutschland die 
Moglichkeit, die Vorarbeiten zu leisten fur eine ausreichende Versorgung der deutschen 
Automobilindustrie mit Gummireifen eigener Produktion, deren Haltbarkeit um 30 v.H. 
hoher a Is die der Reifen aus Naturgummi ist. Die Erzeugung von synthetischem Treibstoff 
zeigt ebenfalls eine erfreuliche Entwicklung. 



Der Luftverkehr 

Die Entwicklung des Luftverkehrs in den Jahren 1932 bis 1936 ist ebenfalls ein 
erfreulicher Beweis fur die Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft. 

Beforderte Fluggaste: 



1929 


96 835 


1930 


93 677 


1931 


98 167 


1932 


98 489 


1933 


123 036 


1934 


165 846 


1935 


209 875 


1936 


286 320 



Fracht- und Gepackbeforderung: 

1929 2 070 Tonnen 

1930 2 176 

1931 2 230 

1932 2 092 

1933 2 520 

1934 3 218 

1935 3 892 

1936 4 847 



Der Schienenverkehr 

Die Reichsbahn, die seit den Jahren der mit geborgten Mitteln herbeigefiihrten 
Scheinkonjunktur ein immer weiteres Abgleiten des Verkehrs verzeichnen muGte, kann 
seit 1933 ebenfalls mit erfreulichen Zahlenreihen aufwarten: 



Von der Reichsbahn beforderte Personen: 



1931 
1932 
1933 
1934 
1935 
1936 



1,578 Milliarden 

1,305 

1,241 

1,360 

1,489 

1,611 



Wagenstellung der Reichsbahn - arbeitstaglich: 



Durchschnitt 


1931 


112 600 




1932 


99 800 




1933 


104 900 




1934 


117 500 




1935 


124 300 




1936 


135 200 



Der Giiterverkehr 

Ein uberzeugender Beweis fur den wirtschaftlichen Aufstieg ist eine Ubersicht uber die 
Entwicklung des Guterverkehrs von 1932 bis 1936. 





Eisenbahn 


Binnenschiffahrt 


Ubersee 




Tonnen 


Tonnen 


Tonnen 


1932 


266 800 000 


73 600 000 


33 400 000 


1933 


295 100 000 


78 000 000 


36 500 000 


1934 


347 600 000 


94 300 000 


42 600 000 


1935 


385 400 000 


100 800 000 


44 100 000 


1936 


430 500 000 


116 300 000 


51 000 000 



Die Schiffahrt 

Als ganz besondere Leistung ist dabei die Steigerung des Guterverkehrs nach Ubersee 
anzusprechen. Wer 1932 in einen der deutschen GroGhafen kam, der konnte feststellen, 
dafc der wesentlichste und wertvollste Teil der deutschen Handelsflotte entweder 
aufgelegt war oder beschaftigungslos in den Hafen lag. Unter den Erwerbslosen der 
Hafenstadte nahm das seemannische Personal bei weitem die erste Stelle ein. Die 
stillgelegte Tonnage ist gefallen von 

28,0 v. H. der Gesamttonnage am 1. April 1933 auf 
1,6 v. H. " " " 1. Januar 1937. 



1932 wurden auf deutschen Werften 67 Seeschiffe mit 126.000 Bruttoregistertonnen neu 
gebaut, imjahre 1936 hingegen 384 Seeschiffe mit 1.102.000 Bruttoregistertonnen. 



Die Reichspost 

Die Reichspost kann als Beweis fur das Wachsen des allgemeinen Wohlstandes 
insbesondere ein Anwachsen der Zahl der Fernsprechstellen von 

2 941 000 imjahre 1933 auf 

3 390 000 " " 1936 verzeichnen 

und eine Steigerung der Zahl der beforderten Pakete 

von 224 188 000 imjahre 1932 auf 
292 001 000 " " 1936. 



Die StraKen Adolf Hitlers 

Die Reichsautobahnen gaben in vierjahren dem deutschen Verkehrswesen ein neues 
Gesicht. Am 23. September 1933 tat der Fuhrer den ersten Spatenstich zu dem grofcen 
Werk. Nach knapp drei Jahren konnte der Fuhrer bereits den tausendsten Kilometer 
dieser fur die Ewigkeit gebauten StraGen eroffnen. Die Gesamtplanung dieser 
modernsten AutostraGen der Welt betragt 7.000 km. Am 31. Dezember 1936, kaum 
langer als drei Jahre nach Baubeginn, ergibt sich folgende Ubersicht: 

1. zum Bau freigegebene Strecken 4402 km 

2. im Bau befindliche Strecken 1589,8 " 

3. dem Verkehr ubergebene Strecken 1086 

Unter diesen dem Verkehr ubergebenen Strecken befinden sich bereits lange 
VerbindungsstraGen, die Strecken 

Berlin - Hannover 

Berlin - Stettin 

Bremen - Hamburg 

Dusseldorf - Koln 

Nauheim - Frankfurt/ Ma in - Mannheim - Heidelberg - Bruchsal 

Munchen - Rosenheim - Berchtesgaden 

Halle - Leizpig - Bayreuth 

Breslau - Kreibau 

und weitere Strecken in Sachsen, Schlesien, OstpreuGen und im Rheinland. 

Die bis Ende 1936 geleisteten Tagewerke betrugen 66.190.000, die Ausgaben 
1.423.500.000 RM, die laufenden Auftrage 1.324.300.000 RM. 

Die Zahl der Arbeiter betrug 1936 im Sommer rd. 121.000 auf den Baustellen und etwa 
120.000 in den Lieferbetrieben. 



Beim Bau der Reichsautobahnen wurden verbraucht: 

Zement 2 255 000 Tonnen 

Kies und Sand 10 183 000 

Schotter 3 008 000 
Pflastersteine 742 000 

Stahlkonstruktion 163 025 

Sonstiges Eisen 164 772 

"Ich weiB daher auch, daB das, was heute mit einem Fest beginnt, fur viele 
Hunderttausende Muhe und Schweifc bedeuten wird. Ich weift, daB dieserTag 
des Festes vergeht, daB die Zeiten kommen, da Regen, Frost und Schnee dem 
einzelnen die Arbeit sauer und schwer machen wird, aber es ist notwendig, 
diese Arbeit muB getan werden, uns hilft niemand, wenn wir uns nicht selbst 
helfen!" 

So sprach der Fiihrer am 23. September 1933 zu den deutschen Arbeitern. 

Die nationalsozialistische Volksgemeinschaft hat es als ihre Pflicht angesehen, gerade den 
Reichsautobahnarbeitern ihre schwere Arbeit nach Moglichkeit zu erleichtern. Wo die 
Entfernung der Baustellen von Verkehrsmitteln und grofcen Stadten die Einrichtung von 
Wohnlagern fur die Arbeiter notwendig machte, sind in Zusammenarbeit mit der 
Deutschen Reichsarbeitsfront und der NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" diese 
Wohnstatten anheimelnd und freundlich ausgestattet worden. Buchereien wurden 
eingerichtet, Rundfunkapparate zur Verfugung gestellt, Sportmoglichkeiten geschaffen. 
Die NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" hat sich der Feierabendgestaltung der 
Autobahnarbeiter angenommen, und die Reichsautobahnbuhne, die in Omnibussen von 
Lager zu Lager fahrt, hat ihnen schon manchen Abend verschont. 



Drei Baujahre sind vorbei 

Wenn der zweite Vierjahresplan abgeschlossen sein wird, dann wird der erste 
Abschnitt des groBen Werkes der Reichsautobahn abgeschlossen und 
Deutschland urn eine Sehenswurdigkeit reicher sein. 

Zweitausend Jahre sind es her, seit die Romer den Limes, ihren Grenzwall, bauten, der 
noch heute von ihrer Zeit erzahlt. In weiteren zweitausend Jahren werden noch die 
Spuren dieser Strafcen da sein, an denen heute Hunderttausende wirken. 



10. Um Blut und Boden 

Ein Musterbeispiel dafur, was auf einem bestimmten Arbeitsgebiet durch 
Zusammenfassung aller Krafte und durch eine einheitliche groBzugige Planung geleistet 
werden kann, ist die Bilanz der deutschen Landwirtschaft fur die Zeit vom 30. Januar 
1933 bis zum 30. Januar 1937. Mit eiserner Konsequenz ist hier auf einen einzigen 
Gesichtspunkt hingearbeitet worden: die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes zu 
erkampfen. Alle anderen Gesichtspunkte mufcten hinter diesen einen zurucktreten. Der 



erreichte Erfolg ist so grofc, die Ubersicht des Geleisteten so packend, daG die Geschichte 
dieses Kampfes um das tagliche Brot des deutschen Volkes fast zu einer dramatischen 
Schilderung wird. 

Als der Fuhrer die Macht ergreift, da ist das deutsche Bauerntum gerade mit seinen 
Kraften am Ende. Die Fruhjahrsbestellung 1933 ist bereits gefahrdet und die 
wirtschaftliche Lage so katastrophal, dafc sich fur landwirtschaftlichen Boden kaum noch 
Kaufer finden. Sie wird am eindrucksvollsten beleuchtet durch eine Aufstellung der 

durchgefiihrten Zwangsversteigerungen 
land- und forstwirtschaftlicher Grundstucke: 



Jahre: 


Anzahl: 


Flache in Hektar 


1924/26 


4 282 


37 754 


1927/29 


7 900 


200 110 


1930/32 


17 157 


462 485 



Der Umfang der in den Jahren 1924 bis 1932 zur Zwangsversteigerung gekommenen 
Flache entspricht der landwirtschaftlich genutzten Flache des Landes Thuringen. Fur 
weitere 1.019.000 Hektar Bauernland war 1930-1932 die Zwangsversteigerung bereits 
eingeleitet. 

Die durchgreifende Wirkung der nationalsozialistischen Rettungsaktion zeigt ein 
Vergleich der Zahl der Zwangsversteigerungen vor und nach der Machtubernahme: 



Jahre: 


Anzahl: 


Flache in Hektar: 


1931/32 


12 825 


320 432 


1933/34 


3 180 


55 913 



Die erste durchgreifende MaGnahme, um zunachst einmal die Lawine der 
Zwangsversteigerungen zum Halten zu bringen, wurde die Anordnung eines allgemeinen 
Vollstreckungsschutzes, an den sich dann eine wirklich groBzugige 
EntschuldungsmaBnahme und eine fuhlbare Zinssenkung anschlossen. 



Entwicklung der landwirtschaftlichen Verschuldung: 

1924/25 Zunahme um 1 400 Millionen Reichsmark 



1925/26 


11 


800 




1926/27 


11 


700 




1927/28 


11 


" 1 200 




1928/29 


11 


900 




1929/30 


11 


600 




1930/31 


11 


200 




1931/32 


11 


100 




1932/33 


Ruckgang 


um 200 




1933/34 


m 


200 




1934/35 


11 


300 




1935/36 


" 


200 





Das Reichserbhofgesetz 

Voraussetzung fur einen wirklichen Erfolg des Kampfes um die deutsche Nahrungsfreiheit 
mufcten MaGnahmen zur Sicherung und gegen die Zersplitterung des landwirtschaftlichen 
Besitzstandes sein. Zwei Tage vor dem ersten Erntedankfest der deutschen Nation, am 
29. September 1933, verabschiedet das Reichskabinett das Reichserbhofgesetz, durch 
das die deutsche Ackerscholle den Einflussen des kapitalistischen Bodenrechtes, das den 
Boden als Handelsware behandelte, entzogen wurde. Das Reichserbhofgesetz bestimmt, 
daG die bauerlichen Erbhofe grundsatzlich unverauBerlich, unteilbar, unbelastbar und 
gegen Zwangsvollstreckung geschutzt sind. Um in Interesse des deutschen Volkes und 
seiner Nahrungsfreiheit und im Interesse der Gesunderhaltung des deutschen 
Bauerntums als der unversiegbaren Blutquelle des deutschen Volkes eine 
ordnungsmafcige Bewirtschaftung der Erbhofe zu alien Zeiten zu sichern, wird im 
Erbhofgesetz weiter festgelegt, dafc entsprechend dem nationalsozialistischen Grundsatz, 
daG Eigentum verpflichtet, jedem Bauern, der seinen Betrieb schuldhaft vernachlassigt 
und verkommen lafct oder nicht ordnungsmafcig bewirtschaftet, vom Anerbengericht die 
Verwaltung und NutznieGung des Erbhofes oder sogar das Eigentum selbst entzogen 
werden kann. In weniger schweren Fallen kann das Anerbengericht auf Antrag des 
Landesbauernfuhrers die Wirtschaftsuberwachung des schuldigen Bauern durch einen 
Vertrauensmann oder Treuhander anordnen. 

Ministerprasident Goring hat im Rahmen des zweiten Vierjahresplans im Marz 1937 diese 
Bestimmungen auf samtliche ubrigen landwirtschaftlichen Betriebe ausgedehnt, so dafc 
jeder Landwirt, der seinen Betrieb nicht ordnungsmafcig verwaltet, unter Aufsicht gestellt 
oder zur Zwangsverwaltung gezwungen werden kann. Durch das Gesetz uber die 
Neuregelung des Verkehrs mit landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen 
Grundstucken vom 1. Februar 1937 ist ungeeigneten Elementen der Erwerb 
landwirtschaftlicher Grundstucke unmoglich gemacht. 

So wurde folgerichtig zuerst der Boden und seine ordnungsmafcige 
Bewirtschaftung durch geeignete Maftnahmen unbedingt sichergestellt. 

Am 1. Oktober 1936 waren in Deutschland 700.000 Bauernhofe, 35,3 Prozent der forst- 
und landwirtschaftlich genutzten Flache Deutschlands, zu Erbhofen erklart. 



Die Neubildung deutschen Bauerntums 

Eine weitere MaGnahme war die mit Energie und GroGziigigkeit in Angriff genommene 
Neubildung deutschen Bauerntums. Man ging dabei von dem Gesichtspunkt aus, dafc die 
Neubauernstellen auch einmal unter weniger gunstigen Wirtschaftsverhaltnissen als 
Lebensgrundlage einer kinderreichen Familie ausreichen mussen. Es wurde daher auf 
eine entsprechende Landausstattung der Neubauernstellen besonderer Wert gelegt. Auch 
hier zeigt ein Vergleich, wie man vor der Machtergreifung durch viel zu kleine 
Bauernstellen den Siedler sofort wieder der Not auslieferte und wie sich seitdem die 
Verhaltnisse gewandelt haben. 

Es entfielen bei Siedlerstellen: 



auf die 




vor der 


nach der 


GroGenklassen: 




Machtubernahme: 


Machtubernahme 


unter 2 Hektar 




29,3% 


5, 1% 


von 2 - 10 Hektar 




25,3% 


26,0% 


von 10 Hektar und da 


ruber 


45,4% 


68,9% 



Dementsprechend betrug die DurchschnittsgrolSe der Neusiedlerstellen: 



1919 - 


1932 


10,5 Hektar 


1933 




12,3 


1934 




15,0 


1935 




17,5 



Durch das nationalsozialistische Siedlungswerk wurden den strebsamen, tiichtigen und 
rassisch wertvollen Landarbeitern neue Aufstiegsmoglichkeiten eroffnet. So betrug der 
Anteil der Landarbeiter an der Zahl der angesetzten Neubauern 1933/34 uber 35 Prozent, 
1935 uber 36 Prozent im Reich sdurchschnitt. 



Reichsnahrstand als Einheitsorganisation 

Neben der Sicherung des Bodens wurde als zweite grofce Mafcnahme die 
Zusammenfassung der gesamten Krafte des Bauerntums in einer Organisation 

durchgefuhrt. Viele hundert Organisationen, Vereine und Vereinchen wurden beseitigt. 
Bauer und Landarbeiter, Landhandel und die landwirtschaftlichen Gewerbe wurden durch 
das Gesetz uber den vorlaufigen Aufbau des Reichsnahrstandes vom 19. September 1933 
zu einem einsatzfahigen und schlagkraftigen Instrument der deutschen 
Ernahrungswirtschaft zusammengefaGt: dem Reichsnahrstand. 



Marktordnung 

Die Schaffung einer umfassenden Marktordnung hatte die Losung folgender Aufgaben 
zum Ziel: 

a) Uberschaubarkeit des Bedarfs und der Erzeugung, 

b) Ausrichtung der Erzeugung nach dem wirklichen Bedarf und Anpassung des 
Verbrauchs an die deutschen Erzeugungsmoglichkeiten, 

c) wirtschaftlichste Lenkung der Erzeugung zu den Bedarfsstatten (Verringerung 
der Handelsspanne), 

d) Ausschaltung aller Schwankungen und Storungen am Markte, 

e) gleichbleibende Preise auf mittlerer Linie fur alle lebenswichtigen 
Nahrungsmittel. 

Trager der Marktordnung sind die Marktverbande des Reichsnahrstandes 
(Hauptvereinigung, Wirtschaftsverbande, wirtschaftliche Vereinigungen). 

Die Regelung des landwirtschaftlichen Preisproblems muftte nun die nachste 
Aufgabe des Reichsnahrstandes sein, um der Wirtschaft durch normale gleichbleibende 
Preise Dispositionen auf lange Sicht zu ermoglichen und die in der Zeit des Niedergangs 
entstandene unertragliche Preisspanne zwischen landwirtschaftlichen und 
industriellen Preisen zu beseitigen. 



Es sanken: 



1. die Schlachtviehpreise von 1929 - 1933 um 51%, 

2. die Preise fur tierische Erzeugnisse von 1929 - 1933 um 41%, 

3. die Preise fur pflanzliche Nahrungsmittel von 1929 - 1933 um 26%, 

dagegen: 

4. die Preise fur totes I nventar -, n -, n nr>->-> ~>r,n/ 

... . . . _ ... . von 1929 - 1933 um 20%, 

(Maschinen und Gerate) 

5. die Preise fur Dungemittel von 1929 - 1933 um 16%. 



Von 1933 ab steigen die vorher immer weiter gesunkenen Verkaufserlose der deutschen 
Landwirtschaft wieder an: 



1931/32 


7,4 Milliarden Reichsmark 


1932/33 


6,4 


1933/34 


7,4 


1934/35 


8,3 


1935/36 


8,8 



Die Erzeugungsschlacht 

Durch diese Steigerung der Einnahmen der Landwirtschaft konnten ihr die Mittel zur 
verstarkten Durchfuhrung der Erzeugungsschlacht zugefuhrt werden. Aus eigener Kraft 
konnte so ein ganzer Stand darangehen, seine Leistungsfahigkeit im Dienste des 
Volksganzen zu erhohen. 

In welchem Mafce die deutsche Landwirtschaft ihre Krafte zur Erhohung der Erzeugung 
einsetzte, zeigt eine Ubersicht uber die Ausgaben fur Dungemittel: 

Sie betrugen: 

1932/33 522 Millionen Reichsmark 

1933/34 567 

1934/35 626 

1935/36 723 

Durch die Senkung der Dungemittelpreise im Rahmen des Vierjahresplanes wird der 
Verbrauch an kunstlichen Dungemitteln in Zukunft noch erheblich gesteigert werden. 



Um 140% gestiegen sind die Ausgaben der Landwirtschaft fur Maschinen und Gerate. Sie 
betrugen: 

1932/33 138 Millionen Reichsmark 

1933/34 177 

1934/35 234 

1935/36 327 

Die Aufwendungen fur eine Verbesserung der Wirtschaftsbauten (Scheunen, Stalle usw.) 
betrugen: 





Wohnungs- und 


Gebaude- 


Unterhaltung der 




Wirtschaftsbauten: 


unterhaltung: 


Betriebseinrichtung 


1932/33 


157 Mill. RM. 


203 Mill. RM. 


475 Mill. RM. 


1933/34 


181 " 


217 " 


514 " 


1934/35 


196 " 


228 " 


581 " 


1935/36 


190 " 


225 " 


697 " 



Die deutsche Landwirtschaft hat damit nicht nur ihre eigene Leistungsfahigkeit fur die ihr 
ubertragenen Aufgaben gesteigert, sondern gleichzeitig zur Arbeitsbeschaffung fur 
Industrie und Handwerk mafcgebend beigetragen. 

Die Ubersicht Liber das nach diesen Vorbereitungen in vier Jahren Geschaffene 
und Erreichte spricht starker als alle Erlauterungen. 

Ein erheblicher Teil der Viehwirtschaft war fruher auf den Bezug auslandischer 
Futtermittel angewiesen. Durch die Erzeugungsschlacht ist es gelungen, die 
betriebseigene Futtergrundlage wesentlich zu verbessern. So betrug die 

Steigerung der Futteranbauflache in Hektar: 

Kornermais: Luzerne: Grunmais: SuBlupine: 

1933 3 700 315 000 

1934 6 300 318 000 45 600 

1935 15 800 366 000 55 900 12 200 

1936 19 300 404 000 59 000 25 000 

Durch die Zuchtung der SuBlupine, deren Anbau weiter rasch steigen wird, erhalt die 
Viehwirtschaft, insbesondere auf den leichten Boden Ostdeutschlands, an Stelle der 
schwer verwendbaren Bitterlupine ein wichtiges neues eiweifchaltiges Futtermittel, denn 
die SuBlupine sammelt auf den sandigen Boden in den Trockengebieten Stickstoff aus der 
Luft und bereichert den Boden mit Humus und Wasser. 

Eine weitere wichtige Moglichkeit, die inlandische Futtererzeugung zu steigern, ist durch 
Ausdehnung des Anbaues von Zwischenfruchten ausgenutzt worden, durch den vor allem 
aber auf ein und derselben Flache innerhalb einesjahres zwei bzw. innerhalbvon zwei 
Jahren drei Ernten erzielt werden, was bei der deutschen Raumenge von 
aufcerordentlicher Bedeutung ist. 

Infolge verstarkter Dungergabe und Pflege stiegen die durchschnittlichen Ertrage der 
vorhandenen Grunflachen ganz bedeutend an. So betrug der 



Ernteertrag in Doppelzentner je Hektar: 

Bewasserungs- Andere 





Klee: 


Luzerne: 


wiesen: 


Wieser, 


1934 


42,1 


50,7 


40,6 


31,6 


1935 


48,4 


64,3 


50,7 


41,7 


1936 


60,4 


71,3 


54,8 


50,6 



Gerade die Steigerung des Ertrages der Wiesen und Weiden ist von grower Bedeutung, da 
1,3 Millionen Hektar, ein Sechstel der Dauergrunflache, im Zuge der Erzeugungsschlacht 
in Ackerland umgewandelt werden muG und es gilt, auf der verringerten Flache den 
gleichen Heuertrag zu erzielen. 

Die vergrofcerte Menge der erzeugten Futtermittel muG sparsam verwertet und vor 
Verderb geschutzt werden. Es wurde daher der Errichtung von Garfutterbehaltern durch 
Zahlung von Beihilfen aus Reichsmitteln besonderes Augenmerk zugewendet. Der Erfolg 
kann sich sehen lassen: 

Errichtung von Garfutterbehaltern: 

Anzahl der Behalter: In halt: 

1918 - 1932 30 000 800 000 cbm 

1933 20 000 500 000 " 

1934 35 000 1 000 000 " 

1935 68 000 1 600 000 " 

Ende 1936 betrug der Fassungsraum der vorhandenen G a rf utter be ha Iter 5.000.000 cbm. 

Ferner wurde die Heugewinnung modernisiert und die Zahl der Kartoffeldampfkolonnen 
zur Einsauerung der Futterkartoffel von 228 auf 2.000 gesteigert. 

In einer hochkapitalistischen Zeit wurde der einst so riesige deutsche Schafbestand bis 
auf einen geringen Bruchteil vermindert, weil man die Wolle um einige Mark billiger im 
Ausland kaufen konnte. Im nationalsozialistischen Staat gilt der Grundsatz, dafc das 
billigste Erzeugnis letzten Endes immer das aus eigener Erzeugung ist. Es wurde daher 

1933 begonnen, den deutschen Schafbestand zur Vermehrung der Wollerzeugung 
wieder wesentlich zu erhohen. 

Der Erfolg: 

1933 3 387 000 Schafe 

1934 3 483 000 

1935 3 922 000 

1936 4 324 000 

1934 muGte infolge der durch Trockenheit schlechten Futtermittelernte der 
Rindviehbestand verringert werden. Die Folgen waren Butter- und Milchnot. Schon zwei 
Jahre spater ist die Notmafcnahme ausgeglichen und der Bestand an Rindvieh groBer als 
zuvor. Allein im Jahre 1936 betrug die Vermehrung 1,2 Millionen Stuck oder 6,1 v.H. 

Deutschland braucht Milch und Butter. Die Vermehrung der Milchleistung muGte nicht nur 
durch Erhohung des Rindviehbestandes, sondern auch durch Erhohung der Milchleistung 
der Kuhe herbeigefuhrt werden. So wurde die Milchleistungskontrolle bis Ende 1936 



schon auf 4 Millionen Kuhe ausgedehnt und dadurch die Moglichkeit geschaffen, durch 
fachmannische Futterberatung die zur Verfugung stehende Milchmenge erheblich zu 
erhohen. Zur besseren Ausnutzung des Milchfettgehalts und damit zur Erhohung der 
Butterqualitat und der Butterproduktion wurde die Buttererzeugung nach Moglichkeit in 
die Molkereien verlegt und die Molkereiwirtschaft modernisiert und ausgebaut. Auch hier 
sind die Erfolge aufcerordentlich beachtlich: 

Landbutter- Molkereibutter- Buttererzeugung 
erzeugung erzeugung insgesamt 

1933 171 000 t 253 445 t 424 445 t 
1936 76 000 t 380 000 t 456 000 t 

Der Bestand an Schweinen wurde auf 22,62 Millionen Stuck vermehrt. 

Der Geflugelbestand wurde ebenfalls erheblich verbessert. Die Zahl der Huhner stieg 
alleine von 1935 auf 1936 um 2,2 Millionen Stuck (2,5 v.H.), die der Ganse um 402.000 
Stuck (17,4 v.H.), die der Enten um 133.000 Stuck (5,1 v.H.). Bei den Hennen wurde 
durch Verjungung des Bestandes eine Verbesserung der Legeleistung herbeigefuhrt. 

Die Verbesserung der Ackerbauleistung ist starker vom Wetter abhangig, so dafc sich erst 
nach langeren Zeitraumen ein klares Bild uber den Erfolg der einzelnen MaGnahmen 
ergibt. Hier wurde insbesondere fur eine Verbesserung der Saatzuchten und eine 
Beseitigung des fruheren Sortenwirrwarrs und ungeeigneter Saaten gesorgt. 

Anbau von Hochzucht in Hektar: 

Getreide: Olfruchte: Hulsenfruchte: Kartoffel: 

1934 13 000 300 400 33 000 

1935 37 000 1 100 3 400 44 000 

1936 72 000 4 600 9 100 82 000 

Diese Anbauvermehrung ist sehr wichtig, weil bei Verwendung deutscher Hochzuchtsaat 
fur Getreide die Ertrage erfahrungsgemafc um etwa 3 Doppelzentner je Hektar, bei 
Kartoffeln um je 25 Doppelzentner je Hektar steigen. 

Die Ausdehnung des Hackfruchtbaues ist fur die Steigerung der Ackerertragnisse von 
grofcter Bedeutung. Daher ist der Zuckerrubenbau stark gesteigert worden. 

Anbauflache fur Zuckerruben: 



1932 


276 000 Hektar 


1933 


304 000 


1934 


356 000 


1935 


373 000 


1936 


400 000 



Der Verbrauch an Zucker, einem der wertvollsten Nahrungsmittel, hat sich seit 1932 um 
reichlich 15 v.H. vermehrt. AuGerdem wird die Zuckerrube in wachsendem Umfang als 
Futtermittel verwertet. 

Um erne Ausdehnung der Schweinemast und damit eine Erhohung des deutschen 
Schweinebestandes im Interesse der Volksernahrung herbeizufuhren, wurde unter 



Erhohung des Preises fur Fabrikkartoffeln der Kartoffelanbau ausgedehnt, um auf diese 
Weise die Produktion von Kartoffelflocken zur Schweinemast zu vervielfachen. 

Wahrend Deutschland noch vor einem Jahrhundert seinen Bedarf an Faserpflanzen selbst 
decken konnte, ging der Anbau in der Zeit der industriellen Entwicklung infolge der 
vermehrten Einfuhr auslandischer Faserpflanzen bis auf einen ganz geringen Bruchteil 
zuruck. Seit 1933 wird der Anbau von Raps, Rubsen, Flachs und Hanf wieder gesteigert. 
Die Anbauflache betrug in Hektar bei: 

Raps u. Rubsen: Flachs: Hanf: 

1933 5 103 4 889 211 

1934 26 738 8 740 366 

1935 47 023 22 276 3 636 

1936 51 950 44 082 5 733 



Die Zahl der Flachsrostereien wurde von 22 auf 95 vermehrt, um eine Auswertung der 
Faserstoffe sicherzustellen. 



Provinzen werden erobert 

Deutschland muB es erreichen, sich aus eigenem Boden wenigstens bei 
sparsamem Verbrauch ohne Einfuhr ernahren zu konnen, wenn eine Einfuhr 
landwirtschaftlicher Erzeugnisse infolge der Weltmarktlage sich als unmoglich 
erweisen sollte. Die deutsche landwirtschaftliche Produktion besitzt erhebliche 
Steigerungsmoglichkeiten durch Verbesserung der landwirtschaftlichen 
Nutzflachen. Hier konnen noch Provinzen im Frieden erobert werden. 

17,4 Millionen Hektar deutschen Bodens sind verbesserungsbedurftig, und zwar durch 



Ackerdranung 

Entwasserung von Grunland 

Bewasserung von Acker- und Grunland 3,5 

Flurbereinigung 5,0 

Beschlickung und Bemergelung 0,4 

Schutz vor Hochwasser 1,0 



4,0 Mill. Hektar 
3,5 



Nimmt man bei Durchfuhrung dieser MaGnahmen eine durchschnittliche 
Ertragssteigerung von 20 v.H. an, was sehr vorsichtig gerechnet ist, so ergibt sich, in 
Neuland umgerechnet, ein Gewinn von 3,4 Millionen Hektar. Hinzu kommt 
Neulandgewinnungsmoglichkeit durch Kultivierung von Moor- und Odland von 2,0 
Millionen Hektar und durch Verlandung an der Kuste von 0,1 Millionen Hektar. Das 
entspricht einer Neulandgewinnungsmoglichkeit von insgesamt 5,5 Millionen 
Hektar, dem Umfang der landwirtschaftlich genutzten Flache von Brandenburg, 
Pommern, Grenzmark Posen-WestpreuGen und Mecklenburg. Eine gewaltige Arbeit ist 
also zu leisten. 



Welche Bedeutung der Nationalsozialismus im Rahmen des Landeskulturwerks der 
Bodengewinnung und -verbesserung zugewendet hat, zeigt ein Vergleich in 
Vierjahresabschnitten 1929-1932, 1933-1936, 1937-1940. 

Dieser Vergleich gibt folgendes Bild: 

Leistung Leistung Leistung 

1929-1932 1933-1936 1937-1940 

Staatliche Beihilfen und Kredite 298 Mill. RM. 1 060 Mill. RM. 1 500 Mill. RM. 

Geleistete Tagewerke 41 " " 123 " i! 188 " 

Verbesserte Flache 0,327 " ha 1,500 " ha 2,500 " ha 

Neulandgewinnung bei durch- 

schn. 20 v.H. Ertragssteigerung 85 000 ha 300 000 ha 600 000 ha 



Haupttrager des Landeskulturwerkes ist der Reichsarbeitsdienst, dessen Arbeiten zu 
68 v.H. aus Landeskulturarbeiten, einschliefclich 15 v.H. fur Wirtschaftswegebau, 
bestehen. Neben zahlreichen kleineren Landeskulturarbeiten ist er auf 30 
GroGarbeitsstellen eingesetzt, die allein eine Flache von 600.000 Hektar umfassen, was 
etwa der landwirtschaftlich genutzten Flache Thuringens entspricht. 

Wohnungen fur Landarbeiter 

Die deutsche Ernahrung ist nur gesichert, wenn neben dem deutschen Bauern ein 
leistungsfahiger, zufriedener und zu aufopfernder Mitarbeit bereiter deutscher 
Landarbeiter steht. Eine der Hauptsorgen zur Erreichung dieses Ziels ist die 
Unterbringung der Landarbeiter in einwandfreien Wohnungen, die ihnen ein 
angenehmes Heim und ein hausliches Gluck im Kreise ihrer Familie bieten. Ferner mufc 
der Landjugend durch Schaffung von neuem Wohnungsraum die Moglichkeit gegeben 
werden, fruhzeitig eine Familie zu grunden. Schon im Rahmen des ersten Vierjahresplans 
ist auf diesem Gebiet aus eigener Kraft der Landwirtschaft viel getan worden. Durch die 
Verordnung des Ministerprasidenten Goring vom 10. Marz 1937 hat der Bau von 
Landarbeiterwohnungen eine weitere systematische Forderung erhalten. Es sind erneut 
44 Millionen RM. fur den Bau von Landarbeiterwohnungen zur Verfugung gestellt worden. 
Schon gegen eine monatliche Rente von 12 bis 14 Reichsmark ist hiernach die Erstellung 
einer Landarbeiterwohnung ermoglicht. Die Reichsanstalt fur Arbeitsvermittlung und 
Arbeitslosenversicherung bewilligte ebenfalls fur den Bau von Landarbeiterwohnungen 
Zuschusse aus ihren Mitteln. 

So hat der deutsche Reichsnahrstand in vier Jahren folgendes geleistet: 

1. Den deutschen Boden der Spekulation entzogen. 

2. Den Bauernstand gesundet. 

3. Einen leistungsfahigen Landarbeiterstamm herangezogen und durch 
Inangriffnahme der Losung des Wohnungsproblems in der 
Landwirtschaft verankert. 

4. Den Viehbestand durch systematische MaRnahmen erheblich erhoht. 

5. Den landwirtschaftlichen Anbau durch Verlagerung vieler Fruchtarten 
und Anbau neuer Fruchtsorten den Bedurfnissen angepaftt. 

6. Durch Verbesserung der Saatzucht die Ertragnisse des Anbaus erhoht. 

7. Eine groRzugige Bodenverbesserung in Angriff genommen, die einer 
Vermehrung der Anbauf lache um 5,5 Millionen Hektar entspricht. 



Mit einer stolzen Bilanz der ersten vier J ahre kann nun der deutsche Reichsnahrstand in 
den zweiten Vierjahresplan hineinmarschieren. 



11. Nationalsozialistische Sozialpolitik 



Der Verrat der Marxisten am deutschen Arbeiter 

Vor den Litfafcsaulen stauen sich die Massen und lesen den Aufruf der 
"Volksbeauftragten". Hinter roten Fahnen marschieren mit umgehangten Gewehren, die 
Mutze schief auf dem Ohr, untergehakt, Zivilisten und Soldaten. Und immer wieder rufen 
sie in Sprechchoren Parolen in die Strafcen hinein, Parolen, die sie begierig aufgenommen 
haben. 

Ein Lastwagen mit Flugblattern rattert heran. Im Nu sind die Zehntausende von Blattern 
vergriffen. Am Strafcenrand balgen sich noch einige um die letzten Exemplare. Von 
Hauserblock zu Hauserblock wird es mit Windeseile weitergetragen: "Habt ihr es schon 
gehort! Die englische Marine hat die rote Flagge gehifct. Jetzt wird sozialisiert. Die 
Bergwerke und die grofcen Betriebe gehoren jetzt uns. Mit den Schlotbaronen ist es aus. - 
Wilson hat ja ausdrucklich versprochen, dafc wireinen gerechten Frieden bekommen 
sollen. Wir sollen nur zuerst den Kaiser fortjagen." 

"Das deutschen Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt!" verkundet am 9. November 1918 
Philipp Scheidemann. Stampfer, Barth, David, Cohn, Rosenfeld, Ledebour, Bauer, Haase, 
Dittmann, die judisch-marxistischen Parlamentarier aller Schattierungen erzahlen es 
allerort stolz dem deutschen Volk. 

Sie versprechen dem Arbeiter ein Paradies auf Erden, in dem er werde schalten und 
walten konnen, wie er wolle. Sie malen ihm die Zukunft in den rosigsten Farben. 

Schon nach 14 Tagen ubersturzen sich die Versprechungen, denn der Kampf um die 
breite Masse beginnt. Die Unabhangigen wollen die SPD. ubertrumpfen und Liebknechts 
Spartakusbund die Unabhangigen. Sie steigern sich gegenseitig in einen Taumel hinein, 
der an Wahnsinn grenzt. 

Der deutsche Arbeiter ist zermurbt und mude. So nimmt er diese Versprechungen 
begierig auf, denn wer vier J ahre Not erlebt hat, dem ist jeder Wechsel auf bessere 
Zeiten ein Himmelsgeschenk. 

Die Kapitalisten haben sich schnell von ihrem Schreck erholt. In Wirklichkeit sind sie die 
Gewinner der Revolution. Der Vorwarts meldet, dafc der unabhangige Sozialdemokrat 
Simon, Mitinhaber einer Bankfirma(l), zum Unterstaatssekretar im Finanziministerium 
ernannt worden sei. Und er meldet dann sehr bald die Besetzung weiterer wirtschaftlicher 
Schlusselpunkte mit Bank- und Borsenjuden. Das gesamte raffende Kapital schliefct sich 
in jenen Tagen in der Deutschen Demokratischen Partei zusammen, die vom Tage ihrer 
Grundung an zum getreuesten Weggenossen der Sozialdemokratie wird. So marschieren 
nun die Anhanger der Sozialdemokratie und das Grofckapital in einer Front und Hand in 
Hand. 

Der Arbeiter merkt davon nichts. Und wahrend die Bonzen sich ihre Sozialisierung durch 
fette Aufsichtsratsposten und lohnende Pfrunden von den verhafcten Kapitalisten 
abkaufen lassen, demonstrieren in den Stadten die Arbeiter fur den Sozialismus, knattern 
die Maschinengewehre, farbt das Blut irregeleiteter Arbeiter und tapferer Soldaten das 
Pflaster der StraGen. Schon wenige Monate nach Ausrufung der Weimarer Republik durch 



Philipp Scheidemann steht es fest: Die Marxisten werden den Sozialismus in Deutschland 
niemals verwirklichen. Schon erscheinen im Vorwarts Aufsatze, die zur Besonnenheit und 
Rune mahnen und plotzlich fur den Begriff "Sozialisierung" neue Formulierungen bringen, 
die von alien radikalen Forderungen befreit sind. Denn allmahlich ist den 
sozialdemokratischen Gewerkschaftssekretaren selbst etwas bange vor dem Mut 
geworden, den sie im ersten Ansturm zeigen zu miissen geglaubt hatten, und sie suchen 
nun nach einem glaubwurdigen Ausweg. Nur noch die radikalen Genossen sprechen in 
den Massenversammlungen der Vorstadte von der Sozialisierung, werden aber verhalten 
und leise, wenn einer jener Geldgeber des Marxismus aus dem Berliner Banken-, 
Konfektions- und Borsenviertel oder der Berliner Synagogengemeinde in ihre Nahe 
kommt. 

Die bescheidene Anzahlung auf die Sozialisierung ist schliefclich das Betriebsrategesetz 
vom 4. Februar 1920. Alles andere bleibt fur alle Ewigkeit gestundet. Auch dieses 
Betriebsrategesetz wird in den parlamentarischen Beratungen erheblich gemildert, und in 
den perlenden Wein der Sozialisierung wird viel trubes Wasser gegossen. 

Als der Arbeiter schlieGlich Bilanz Ziehen kann, da sehen die Errungenschaften der 
November- Revolution anders aus, als er sie sich getraumt hat. 

Eine Fulle von Streiks und Aussperrungen ist die Frucht aller Muhen, bei denen der 
Arbeiter fast immer den kurzeren zieht. Lohnkampfe von nie gekanntem AusmaG brechen 
aus. Der Arbeiter bleibt weiterhin rechtlos im Betrieb, und keine staatliche Stelle hilft 
dem Betriebsrat, wenn er einem Arbeiter seinen Arbeitsplatz erhalten will. Ein 
Ehrenschutz fur Arbeiter ist unbekannt. 

Gewerkschaftsbonzen hetzen die Arbeiter auf, treiben sie durch Aufstellung unmoglicher 
Forderungen in Wirtschaftskampfe hinein, die mit dem Zusammenbruch des Betriebs 
enden mussen, und stecken dafur schmunzelnd die Belohnung der anstiftenden 
Konkurrenz ein. 

Der deutsche Arbeiter erhalt in der Zeit der Weimarer Republik keinen Tag langer Urlaub, 
als er ihn vorher hatte, es sei denn der unbezahlte Dauerurlaub mit dem taglichen Gang 
zum Arbeitsamt. Von den sozialdemokratischen Bonzen, die sich selbst in vornehme 
Villenviertel zuruckgezogen haben, unternimmt niemand etwas fur die Besserung der 
Wohnverhaltnisse der breiten Masse. Bei Lohnkampfen zieht der Arbeiter fast immer den 
kurzeren. Das Recht auf den Arbeitsplatz steht nur auf dem Papier. Die Arbeit ist keine 
Ehre, sondern wird zur Fron degradiert. Der Begriff "Schonheit der Arbeit" ist unbekannt, 
es sei denn, dafc es sich um die schone und luxuriose Ausstattung der 
Gewerkschaftshauser, insbesondere der Zimmer der Gewerkschaftssekretare, handelt. 

Schliefclich steigen die Spannungen, die der marxistische Klassenkampf in den Betrieben 
erzeugt hat, gefahrdrohend. Sie werden lebensgefahrlich fur den schwerkranken 
deutschen Wirtschaftsmechanismus, denn schon ein gesunder Wirtschaftsapparat vermag 
derartige Spannungen auf die Dauer nicht zu ertragen. Es geht nicht mehr um den 
Arbeitsplatz des einzelnen, nicht mehr um den einzelnen Betrieb, es geht nur noch um 
agitatorische Forderungen. Der Arbeiter sieht im Unternehmer nur den Ausbeuter, einen 
prassenden Profitjager, dem es ausschlieGlich auf personliches Wohlleben und auf seinen 
personlichen Verdienst ankommt, der Unternehmer im Arbeiter einen Feind, der nur auf 
seine und seines Betriebes Vernichtung sinnt und dem man nicht allein im Dunkeln 
begegnen durfe. So stehen sich schliefclich Arbeitnehmer und Arbeitgeber als 
uberbetriebliche Fronten gegenuber, die ohne Rucksicht auf die verschiedene Lage des 
jeweiligen Wirtschaftsbezirks oder des einzelnen Betriebes die erbittertsten Kampfe 
ausfechten. 

Jede Gemeinschaftsauffassung und Gemeinschaftsarbeit wird dabei zerstort. Jeder 
Arbeitnehmer, der fur Zusammenarbeit mit dem Betriebsfuhrer stimmt, wird als 



Schadling an der Arbeiterschaft gebrandmarkt, jeder Unternehmer, der aus 
sozialistischer Einsicht um des Betriebsfriedens willen sozialistisch zu handeln sich 
bemiiht, wird sofort in seinem Wollen verdachtigt. "Er will nur der Arbeiterschaft Sand in 
die Augen streuen", so heifct es dann bei den Gewerkschaften. So werden die beiden 
Teile, die auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen sind, ohne die kein Betrieb 
bestehen kann, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, gegeneinander gehetzt und zu Todfeinden 
gemacht. Die Lage der Arbeiterschaft ist dadurch um nichts gebessert, doch den 
Gewerkschaften und den marxistischen Parteibonzen geht es gut, denn ihr Weizen bluht. 



Die Bilanz von 13 J ahren Marxismus 

Das ist die Bilanz von 13 J ahren marxistischer Sozialpolitik. Es wurden von 1919 bis 1932 
gezahlt: 

26 400 Arbeitsstreitigkeiten (Streiks und Aussperrungen), 
298 000 betroffene Betriebe, 
17 400 000 betroffene Arbeiter, 
195 000 000 verlorene Arbeitstage, 
1 300 000 000 RM. verlorene Lohnsummen, 

6 000 000 000 RM. Produktionsverlust, 

7 500 000 000 RM. Verlust der Volkswirtschaft. 

Und nun das klagliche Ergebnis: nur 11 v.H. alter Streiks waren erfolgreich fur den 
Arbeitnehmer. 

Was aber heifct erfolgreich fur den Arbeiter? Es heifct, dafc ihm nach wochen- und 
monatelangen Kampfen einige Pfennige mehr Stundenlohn bewilligt werden mufcten. 
Diesen Erfolg bezahlt der deutschen Arbeiter damit, daG die Produktion 
zusammenschrumpfte und nach jedem Lohnkampf die Zahl der Beschaftigten erheblich 
sank, weil die Auftraggeber der Betriebe sich inzwischen anderweitig, sehr oft aus dem 
Ausland, eingedeckt hatten. Und wie lange dauert es, bis der ungeheure Lohnausfall 
wahrend eines Streiks wieder aufgeholt ist? Wie lange dauert es, bis ein Werk den 
Produktionsausfall wahrend einer Aussperrung oder eines Streiks wieder eingebracht hat? 
Der Streik bei General Motors im Jahre 1937 in den Vereinigten Staaten von Amerika ist 
ein lehrreiches Beispiel dafur. 

Der Streik bei General Motors ergibt etwa folgende Bilanz: 

Streikdauer 6 Wochen, 

beteiligte Arbeiter 125.000, 

erreichte Lohnerhohung 5 Cents pro Stunde = $1,95 pro Woche bei 39stundiger 

Arbeitszeit, 

Lohnausfall der 125.000 Streikenden fur 6 Wochen $17,644,000, 

Lohnausfall des gelernten Arbeiters in 6 Wochen $163,90, 

Lohnausfall des ungelernten Arbeiters in 6 Wochen $118,40. 

84 Wochen muBte jeder gelernte, 61 Wochen jeder ungelernte Arbeiter von General 
Motors arbeiten, um nur mit Hilfe der Lohnerhohung den Lohnausfall wahrend des Streiks 
aufzuholen. 

Ist das wirklich ein Erfolg fur den Arbeiter? 6 Wochen Unruhen, Sorgen, Krawalle und 
schlieGlich ein Verdienstausfall, der trotz Lohnerhohung erst in 15 bis 20 Monaten 



ausgeglichen sein kann, dazu der Produktionsausfall, die Verluste der Firma an Vermogen 
und Absatz, die schliefclich von der gesamten Volkswirtschaft, also wiederum von dem 
Arbeiter, getragen werden miissen. 

Wohin der Weg des Marxismus fuhrt, zeigen auch zwei Ubersichten uber das Anwachsen 
der Zahl der Arbeitsstreitigkeiten und der Zahl der verlorengegangenen Arbeitstage in 
Frankreich und in den Vereinigten Staaten. In Frankreich stieg die Zahl der durch Streiks 
verlorengegangenen Arbeitstage 

im Jahre 1932 auf 3,8 Millionen 
im Jahre 1933 auf 5,5 Millionen 
im J ahre 1934 auf 7,8 Millionen 
im J ahre 1935 auf 10,0 Millionen 



In den Vereinigten Staaten ergibt die Bilanz: 

1930 653 Wirtschaftskampfe mit 2,7 Mil 

1931 894 Wirtschaftskampfe mit 6,3 Mil 

1932 808 Wirtschaftskampfe mit 6,4 Mil 

1933 1 562 Wirtschaftskampfe mit 14,8 Mil 

1934 1 856 Wirtschaftskampfe mit 19,5 Mil 

1935 2 014 Wirtschaftskampfe mit 15,4 Mil 



ionen ausgefallener Arbeitstage, 
ionen ausgefallener Arbeitstage, 
ionen ausgefallener Arbeitstage, 
ionen ausgefallener Arbeitstage, 
ionen ausgefallener Arbeitstage, 
ionen ausgefallener Arbeitstage, 
1936 2 200 Wirtschaftskampfe uber 30,0 Millionen ausgefallener Arbeitstage. 



So werden vom Marxismus in 14 J ahren die Begriffe Sozialismus und 
Sozialisierung zu bloften Schlagworten gemacht, zu reinen Agitationsbegriffen, 
denen jeder I nhalt fehlt. 



Sozialismus im Dritten Reich 

Was hat der Nationalsozialismus demgegenuber auf dem Gebiet der Sozialpolitik uber die 
Beseitigung der Arbeitslosigkeit hinaus geleistet? 

Er hat in erster Linie den Klassenkampf beseitigt, dem Begriff Sozialismus einen neuen 
I nhalt verliehen und an die Stelle von Worten und Versprechungen Taten gesetzt. Am 2. 
Mai 1933 ubernimmt die NSBO. die Gewerkschaften. Am 3. Mai 1933 entsteht an Stelle 
der Gewerkschaften die Deutsche Arbeitsfront, die grofce Einheitsorganisation aller 
schaffenden Deutschen, die erste und grofcte Organisation der Welt, in der Arbeitgeber 
und Arbeitnehmer zu einheitlicher Gemeinschaftsarbeit zusammengefaGt sind. 

Nach Monaten intensiver Arbeit wird am 20. Januar 1934 mit dem 

Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit 

die Grundlage fur eine nationalsozialistische Sozialpolitik geschaffen, fur das es ein 
Gegenstuck in keinem Lande der Welt gibt. Zum erstenmal wird der Begriff der sozialen 
Ehre und des Gemeinnutzes gesetzlich verankert. Das Gesetz baut sich auf auf den drei 
nationalsozialistischen Grundsatzen: Fuhrerprinzip, Gemeinnutz und Ehre. 



Es gliedert sich in sieben Abschnitte, von denen die wichtigsten sind: 

1. Fiihrer des Betriebs und Vertrauensrat, 

2. Treuhander der Arbeit, 

3. Betriebsordnung und Tarifordnung, 

4. Soziale Ehrengerichtsbarkeit, 

5. Kundigungsschutz. 

Die nachfolgenden Bestimmungen kennzeichnen am besten den Charakter dieses 
Gesetzgebungswerkes, um das die Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands schon 
heute vielfach beneidet werden. 



1. Abschnitt: 

Fiihrer des Betriebes und Vertrauensrat. 

§ 1. 



Im Betriebe arbeiten der Unternehmer als Fiihrer des Betriebes, die Angestellten und 
Arbeiter als Gefolgschaft gemeinsam zur Forderung der Betriebszwecke und zum 
gemeinsamen Nutzen von Volk und Staat. 

§ 2. 

(1) Der Fiihrer des Betriebes entscheidet der Gefolgschaft gegenuber in alien 
betrieblichen Angelegenheiten, soweit sie durch dieses Gesetz geregelt werden. 

(2) Er hat fur das Wohl der Gefolgschaft zu sorgen. Diese hat ihm die in der 
Betriebsgemeinschaft begrundete Treue zu halten. 

§ 6. 

(1) Der Vertrauensrat hat die Pflicht, das gegenseitige Vertrauen innerhalb der 
Betriebsgemeinschaft zu vertiefen. 

(2) Der Vertrauensrat hat die Aufgabe, alle MaGnahmen zu beraten, die der 
Verbesserung der Arbeitsleistung, der Gestaltung und Durchfuhrung der allgemeinen 
Arbeitsbedingungen, insbesondere der Betriebsordnung, der Durchfuhrung und 
Verbesserung des Betriebsschutzes, der Starkung der Verbundenheit aller 
Betriebsangehorigen untereinander und mit dem Betriebe und dem Wohle aller Glieder 
der Gemeinschaft dienen. Er hat ferner auf eine Beilegung aller Streitigkeiten innerhalb 
der Betriebsgemeinschaft hinzuwirken. Er ist vor der Festsetzung von BuGen auf Grund 
der Betriebsordnung zu horen. 

§ 13. 

( 1) Das Amt der Vertrauensmanner ist ein Ehrenamt, fur dessen Wahrnehmung ein 
Entgelt nicht gewahrt werden darf. Fur den durch die Erfullung der Aufgaben 
notwendigen Ausfall von Arbeitszeit ist der ubliche Lohn zu zahlen. Notwendige 
Aufwendungen sind von der Betriebsleitung zu erstatten. 



2. Abschnitt: 

Treuhander der Arbeit. 

§ 18. 

(1) Fur grofcere Wirtschaftsgebiete, deren Abgrenzung der Reichsarbeitsminister im 



Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsminister des Innern 
bestimmt, werden Treuhander der Arbeit ernannt. Sie sind Reich sbeamte und 
unterstehen der Dienstaufsicht des Reichsarbeitsministers. Ihren Sitz bestimmt der 
Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister. 
(2) Die Treuhander der Arbeit sind an Richtlinien und Weisungen der 
Reichsregierung gebunden. 

§ 19. 

(1) Die Treuhander der Arbeit haben fur die Erhaltung des Arbeitsfriedens zu 
sorgen. 

§ 20. 

(1) Der Unternehmer eines Betriebes ist verpflichtet, dem Treuhander der Arbeit 
schriftliche Anzeige zu erstatten, bevor er 

a) in Betrieben mit in der Regel weniger als einhundert Beschaftigten mehr 
als neun Beschaftigte, 

b) in Betrieben mit/n der Regel mindestens einhundert Beschaftigten zehn 
vom Hundert der im Betrieb regelmaftig Beschaftigten oder aber mehr als 
fiinfzig Beschaftigte innerhalb von vier Wochen entlalit. 



3. Abschnitt: 

Betriebsordnung und Tarifordnung. 

§ 27. 



(1) In die Betriebsordnung sind folgende Arbeitsbedingungen aufzunehmen: 

1. Anfang und Ende der regelmaBigen Arbeitszeit und der Pausen; 

2. Zeit und Art der Gewahrung des Arbeitsentgelts; 

3. die Grundsatze fur die Berechnung der Akkord- oder Gedingearbeit, soweit im 
Betriebe im Akkord oder Gedinge gearbeitet wird; 

4. Bestimmungen uber die Art, Hohe und Einziehung von BuBen, wenn solche 
vorgesehen werden; 

5. die Grunde, aus denen die Kundigung des Arbeitsverhaltnisses ohne Einhaltung 
einer Kundigungsfrist erfolgen darf, soweit es nicht bei den gesetzlichen Grunden 
bewenden soil; 

6. die Verwendung der durch rechtswidrige Auflosung des Arbeitsverhaltnisses 
verwirkten Entgeltbetrage, soweit die Verwirkung im Rahmen der gesetzlichen 
Bestimmungen in der Betriebsordnung oder im Arbeitsvertrag vorgesehen ist. 

§ 30. 

Die Bestimmungen der Betriebsordnung sind fur die Betriebsangehorigen als 
Mindestbedingungen rechtsverbindlich. 



4. Abschnitt: 

Soziale Ehrengerichtsbarkeit. 

§ 35. 



J eder Angehorige einer Betriebsgemeinschaft tragt die Verantwortung fur die 
gewissenhafte Erfullung der ihm nach seiner Stellung innerhalb der 
Betriebsgemeinschaft obliegenden Pf lichten. Er hat sich durch sein Verhalten der 



Achtung wurdig zu erweisen, die sich aus seiner Stellung in der Betriebsgemeinschaft 
ergibt. I nsbesondere hat er im steten BewuGtsein seiner Verantwortung seine voile 
Kraft im Dienst des Betriebes zu widmen und sich dem Gemeinwohle 
unterzuordnen. 

§ 36. 

(1) Grobliche Verletzungen der durch die Betriebsgemeinschaft begrundeten sozialen 
Pflichten werden als VerstoGe gegen die soziale Ehre von den Ehrengerichten 
gesiihnt. Derartige VerstoBe liegen vor, wenn 

1. Unternehmer, Fuhrer des Betriebs oder sonstige Aufsichtspersonen unter 
MiBbrauch ihrer Machtstellung im Betriebe boswillig die Arbeitskraft der 
Angehorigen der Gefolgschaft ausnutzen oder ihre Ehre kranken; 

2. Angehorige der Gefolgschaft den Arbeitsfrieden im Betriebe durch boswillige 
Verhetzung der Gefolgschaft gefahrden, sich insbesondere als Vertrauensmanner 
bewuBt unzulassige Eingriffe in die Betriebsfuhrung anmafcen oder den 
Gemeinschaftsgeist innerhalb der Betriebsgemeinschaft fortgesetzt boswillig 
storen; 

3. Angehorige der Betriebsgemeinschaft wiederholt leichtfertig unbegrundete 
Besch werden oder Antr age an den Treuhander der Arbeit richten oder seinen 
schriftlichen Anordnungen hartnackig zuwiderhandeln; 

4. Mitglieder des Vertrauensrates vertrauliche Angaben, Betriebs- oder 
Geschaftsgeheimnisse, die ihnen bei Erfullung ihrer Aufgaben bekanntgeworden 
und als solche bezeichnet worden sind, unbefugt offenbaren. 

(2) Beamte und Soldaten unterliegen nicht der sozialen Ehrengerichtsbarkeit. 

§ 38. 

Die ehrengerichtlichen Strafen sind: 

1. Warnung, 

2. Verweis, 

3. Ordnungsstrafe in Geld bis zu zehntausend Reichsmark, 

4. Aberkennung der Befahigung, Fuhrer des Betriebes zu sein (§§ 1 bis 3) oder 
das Amt eines Vertrauensmannes auszufuhren (§§ 5 ff . ) . 

5. Entfernung vom bisherigen Arbeitsplatz; das Ehrengericht kann dabei eine der 
gesetzlichen oder vereinbarten Kundigungsfrist abweichende Frist vorschreiben. 

§ 41. 

(1) Uber Verletzungen der sozialen Ehre entscheidet auf Antrag des 
Treuhanders der Arbeit ein Ehrengericht, das fur jeden Bezirk eines 
Treuhanders der Arbeit zu errichten ist. 



5. Abschnitt: 

Kiindigungsschutz. 

§ 56. 



(1) Wird einem Angestellten oder Arbeiter nach einjahriger Beschaftigung in dem 
gleichen Betrieb oder dem gleichen Unternehmen gekundigt, so kann er, wenn es sich 
um einen Betrieb mit in der Regel mindestens zehn Beschaftigten handelt, binnen zwei 
Wochen nach Zugang der Kundigung beim Arbeitsgericht mit dem Antrag auf Widerruf 
der Kundigung klagen, wenn diese unbillig hart und nicht durch die Verhaltnisse des 
Betriebes bedingt ist. 

§ 57. 



(1) Erkennt das Gericht auf Widerruf der Kundigung, so ist im Urteil von Amts wegen 
eine Entschadigung fur den Fall festzusetzen, daB der Unternehmer den Widerruf ablehnt. 



Was hat der deutsche Arbeiter dadurch erreicht? 

Erstens: Gerechtigkeit 

Fruher unterlag das Arbeitsleben der Willkur des sogenannten "freien" Arbeitsvertrages 
und dem Feilschen der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbande. 
Heute steht uber der freien Entscheidungsbefugnis des Betriebsfuhrers die Macht des 
Staates, der durch die Treuhander der Arbeit daruber wacht, daB Gerechtigkeit und 
Gemeinnutz vor Willkur und Eigennutz zur Geltung kommen. 

Zweitens: keine Ausbeutung mehr 

Fruher mufcten Mifcbrauch der Machtstellung des Unternehmers, boswillige Ausnutzung 
der Arbeitskraft und boswillige Ehrkrankungen auf dem langwierigen Wege der 
Privatklage bekampft werden, der oft fur die Mehrzahl der deutschen Arbeiter nicht 
gangbar war. 

Heute wachen die Treuhander der Arbeit als Anwalt des Staates bzw. die Ehrengerichte 
uber die soziale Ehre. Ein Betriebsfuhrer, der unter MiGbrauch seiner Machtstellung im 
Betriebe boswillig seine Gefolgschaftsmitglieder ausnutzt oder sie in ihrer Ehre krankt, 
setzt sich der Bestrafung durch das soziale Ehrengericht aus. In besonders 
schwerwiegenden Fallen kann ihm die Befahigung, weiterhin Fuhrer des Betriebes zu 
sein, aberkannt werden. DaB durchgegriffen wird, ergibt die Tatsache, daG imjahre 1935 
auf 156 Ehrengerichtsverfahren nur 4 Freispruche entfallen sind. 

Drittens: keine Lohndruckerei mehr, 

denn Leistungen und Gegenleistungen werden im Arbeitsvertrag jetzt nicht mehr 
zwischen klassenkampferischen Verbanden ausgehandelt und nach den jeweiligen 
Machtverhaltnissen solcher Verbande gestaltet, sondern der Treuhander der Arbeit sorgt 
als staatliches Organ dafur, daB die Gefolgschaftsmitglieder angemessen entlohnt 
werden. Wenn es zum Schutze der Beschaftigten erforderlich ist, setzt er in einer 
Tarifordnung Mindestbedingungen zur Regelung der Arbeitsverhaltnisse fest, die nicht 
unterschritten werden durfen. Vereidigte Sachverstandige sind dabei zu seiner Beratung 
berufen. Ein Betriebsfuhrer, der sich nicht an die tariflichen Mindestsatze halt, setzt sich 
der strafrechtlichen Verfolgung aus. Das Gefolgschaftsmitglied kann auch jederzeit die 
Differenz zwischen dem ausgezahlten Lohn und dem Tariflohn nachfordern. Ein Verzicht 
aufTariflohn ist grundsatzlich unwirksam. 

Viertens: Lohnzahlung bei unverschuldeter Arbeitsversaumnis 

Fruher bei Krankheit und Betriebsunfallen auch in den ersten drei Tagen selten 

Fortzahlung des Lohnes. 

Jetzt ist fast allgemein in den Tarifordnungen die Lohnzahlung in solchen Fallen 

vorgeschrieben. In fast 25 Prozent der erlassenen Tarifordnungen finden sich heute sogar 

schon Bestimmungen uber Zahlung von Sterbebeihilfen an die unterhaltsberechtigten 

Hinterbliebenen. 

Fiinftens: Kundigungsschutz 

Starkste Bemuhungen um Sicherung des Arbeitsplatzes durch langere Kundigungsfristen. 



Vor 1933 fur Arbeiter 1 Tag, im Hochstfall eine Woche, 

nach 1933 in zahlreichen Fallen, 2, 3, 4 und 6 Wochen, zum VierteljahresschluG und bei 

langerer Dienstzeit dreimonatige Kundigungsfrist, 

d.h. nach dieser Richtung hin zum Teil vollige Gleichstellung mit den im 

Angestelltenverhaltnis tatigen Gefolgschaftsmitgliedern. 

Sechstens: soweit moglich Unterbindung von Massenentlassungen 

Der Treuhander der Arbeit ist ermachtigt, den Zeitpunkt der Entlassung durch 
Festsetzung einer Sperrfrist hinauszuschieben. Innerhalb der Sperrfrist werden 
Entlassungen nur mit Genehmigung des Treuhanders wirksam. Dadurch weitestgehender 
Schutz der Gefolgschaftsmitglieder bei Stillegungen. 

Siebtens: weitgehender Schutz fur Heimarbeiter 

Fruher schutzlose Ausbeutung und Willkur in der Entgeltregelung. Stundenlohne von 3 - 
4 Rpf. [Reichspfennig! Scriptorium] waren keine Seltenheit. 

Heute Festlegung der Entgelte durch die Treuhander der Arbeit und der Heimarbeit. 
Bereits weit uber 400 Tarifordnungen. Die standigen Sondertreuhander sichern eine 
angemessene Bezahlung der Heimarbeiter. Energische Durchsetzung der Entgelte der 
Tarifordnungen durch ein ausgedehntes Uberwachungssystem. Sogar Urlaubsgewahrung 
an alle hauptberuflich beschaftigten Heimarbeiter. 

Achtens: Urlaubsregelung 

Fruher: Urlaubsfrage fur den Arbeiter vollig vernachlassigt. 

Seit 1934 in alien Tarifordnungen Urlaub auch fur die Arbeiter festgesetzt. 

Die fruher 1 Jahr und noch langer betragende Wartezeit vor Erwerb des ersten 
Urlaubsanspruches ist auf in der Regel 6 Monate abgekurzt worden. 

Eine ganz erhebliche Verlangerung hat die Urlaubsdauer erfahren. I n den meisten 
Tarifordnungen steigt der Urlaub der Erwachsenen von 6 auf 12 Tage an. Eine 
Tarifordnung (Metallindustrie Berlin-Brandenburg) sieht ausnahmsweise sogar einen 
Hochsturlaub bis zu 18 Tagen vor. Schwerbeschadigten steht in der Regel der 
Hochsturlaub ihrer Tarifgruppe oder ein dreitagiger Zusatzurlaub zu. 

Vollige Neugestaltung des Urlaubs fur J ugendliche. 

Statt 3-9 Tage in der Systemzeit, 
im Dritten Reich 

im 1. Jahr 15 Tage, 

im 2. Jahr 12 Tage, 

im 3. Jahr 10 Tage, 
bis zu 18 Tagen Urlaub sehen sogar viele Tarifordnungen vor bei Teilnahme an Hitler- 
J ugend-Lagern. 

Fruher Saisonarbeiter ganz ohne Urlaub. 

Heute Einfuhrung des Urlaubsmarkensy stems im Baugewerbe. Damit Urlaubssicherung 

fur weiteste Kreise der Saisonarbeiter. 

Neuntens: Sonderzuwendungen zu Weihnachten, Urlaubsbeihilfen usw. 

Fruher nur bei Angestellten ublich. 

Heute in vielen Betrieben auch fur gewerbliche Gefolgschaftsmitglieder eingefuhrt. 



Vollig gleichmafcige Verteilung fur alle Betriebsangehorigen unter Berucksichtigung der 
Dienstzeit und des Familienstandes ist nicht selten. 

Wie hat sich das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit auf den Betriebsfrieden 
ausgewirkt? Eine Statistik der Streitigkeiten vor den Arbeitsgerichten gibt daruber einen 
interessanten AufschluG: 





1932 


1933 


1934 


1935 


Arbeitsgerichte 


371 592 


261 530 


200 052 


188 908 


Landesarbeitsgericht 


17 220 


10 774 


7 373 


7 105 


Reichsarbeitsgericht 


831 


479 


350 


407 




389 643 


272 783 


207 775 


196 420 



streitig entschiedene Falle 274 765 183 862 134 987 134 142 

Beschaftigte 12 518 000 13 016 000 15 041 000 15 949 000 

je 1.000 Beschaftigte 21,9 14,1 9,0 8,4 



Sanierung der Sozialversicherung 

Zu Beginn des Jahres 1933 ist die Lage samtlicher Sozialversicherungszweige 
katastrophal. Nur noch wenigejahre im alten Kurs der Unfahigkeit und 
parlamentarischen Zerfahrenheit, und die Sozialversicherung, dieser Eckpfeiler des 
deutschen Soziallebens, ware zusammengebrochen, alle Hoffnungen des deutschen 
Arbeiters und Angestellten auf einen einigermafcen gesicherten Lebensabend, auf Schutz 
vor den Folgen von Krankheit und Invaliditat unter sich begrabend. In 
besorgniserregendem Tempo sinken die Beitragseinnahmen. 

Allein in der Zeit von 1929 bis 1932 betragt der Beitragsruckgang: 

bei der Angestelltenversicherung 22,7%, 

bei der Unfallversicherung 23,7%, 

bei der Invalidenversicherung 41,2%, 

bei der Krankenversicherung 47,8%, 

bei der knappschaftlichen Pensionsversicherung 51,5%. 

Bei der Krankenversicherung wirken AnmaGung und MiGwirtschaft der von den Weimarer 
Parteien eingesetzten Funktionare besonders unheilvoll. Von einer ordnungsmafcigen 
Geschaftsfuhrung vieler Krankenkassen kann daher kaum noch gesprochen werden. 
Unterschlagungen sind an derTagesordnung. Was haben die Marxisten bis zum Jahre 
1932 getan, um dem deutschen Arbeiter seine Sozialversicherung zu erhalten? Man sucht 
das Heil in schwachlichen, halben MaGnahmen und bequemen Augenblickslosungen, wie 
immer im Weimarer System. Man senkt einfach die Leistungen der 
Versicherungsinstitute, sieht sich schlieBlich gezwungen, fur einen Krankenschein eine 
Sondergebuhr von RM 0.50 und Zuschlage zu den Arzneikosten zu erheben, und so wird 
es schon dadurch gerade den Armsten schwergemacht, einen Arzt oder eine Apotheke in 
Anspruch zu nehmen. Zu entscheidenden MaGnahmen findet man weder Mut noch Kraft. 
Dafur kurzt man die Leistungen der Versicherungen und schafft so vorubergehend diesen 



Erleichterungen. Das Gebaude Sozialversicherung bleibt morsch, behaftet mit schweren 
Konstruktionsfehlern. 

Der nationalsozialistische Staat rettet die Sozialversicherung. 

Durch energisches Zupacken wird im letzten Augenblick die gesamte Sozialversicherung 
vor dem volligen Zusammenbruch bewahrt. Eine leistungsfahige Sozialversicherung ist 
nur denkbar, wenn das gesamte Wirtschafts- und Sozialleben gesund ist und nach 
einheitlichen Gesichtspunkten gefuhrt wird. In dieser Erkenntnis wird die Arbeitsschlacht 
durchgekampft, wird Millionen erwerbslosen Volksgenossen Arbeit und Brot gegeben. Mit 
der Zahl der Beschaftigten steigt auch die Zahl der Arbeiter und Angestellten, die wieder 
ihre Sozialversicherungsbeitrage leisten konnen. 

Damit sind die Voraussetzungen fur eine sinnvolle Neuordnung der Sozialversicherung 
selbst geschaffen. 

Zwei Aufgaben sind zu losen: 

1. personelle und finanzielle Bereinigung der Sozialversicherung, 

2. Umbau der Einrichtungen unter dem Gesichtspunkt wirklicher ZweckmaGigkeit. 

Die schweren Fehler, die hinsichtlich des finanziellen Aufbaues der Invaliden-, 
Angestellten- und knappschaftlichen Pensionsversicherung in fruhen Jahren begangen 
worden sind, werden durch das Gesetz vom 7. Dezember 1933 ausgeraumt. Dieses 
Gesetz zieht einen Schlufcstrich unter die Bankrottwirtschaft der Nachkriegszeit und 
bahnt eine gedeihliche Entwicklung der Angestellten- und Invalidenversicherung furalle 
Zukunft an. Eine Sonderaufgabe stellt noch die knappschaftliche 
Pensionsversicherung, die zwar heute auch von den grofcten Schwierigkeiten befreit 
ist, aber noch einer abschliefcenden Regelung bedarf. 

Zahlenmafcig zeigt die Sozialversicherung von 1932 bis 1936 folgendes Bild: 



Invalidenversicherung (ohne Reichsmittel) 



Einnahmen 
Da von: 
Beitrage 

Ausgaben 

UberschuG 
bzw. Fehlbetrag: 

Reinvermogen 
am Jahresende 



1932 1933 1934 1935 1936 

in Millionen RM. 

725,7 744,6 961,3 1047,3 1140 

642,2 678,7 843,8 945,4 1040 

910,4 782,1 776,1 814,9 835 

-184,7 -37,3 +185,2 +232,4 +305 

1266,6 1229,1 1414,3 1669,1 1974 



Die Beitragseinnahmen sind gestiegen von 1932 auf 1933 um 36,5 Millionen RM., von 
1933 auf 1934 um 165,1 Millionen RM., von 1934 auf 1935 und von 1935 auf 1936 um je 
rund 100 Millionen RM., zusammen in diesen vier Jahren also um 400 Millionen 
Reichsmark oder fast 70 Prozent. Die Erhohung beruht ganz uberwiegend auf der 
Zunahme der invalidenversicherungspflichtigen Beschaftigten. 



Die Zahl der Beitragszahler ist von 1932 bis 1936 um Liber 40 v.H. gestiegen. 



Die Ausgaben fur Leistungen haben steigende Tendenz. Die Zahl der laufenden 
Renten betrug in 1000 



Invaliden-, Kranken- 
Jahresanfang und Alters renten 


Witwen- 
renten 


Waisenrenten 
(einzelne Waisen 


1930 


2085,2 




490,8 


695,6 


1931 


2228,3 




640,2 


649,5 


1932 


2344,2 




651,7 


545,4 


1933 


2346,4 




559,6 


349,0 


1934 


2441,2 




580,5 


350,1 


1935 


2463,3 




594,9 


334,8 


1936 


2483,9 




613,4 


316,6 



Angestelltenversicherung 

Im Gegensatz zur Invalidenversicherung hatte in der Angestelltenversicherung der 
Ruckgang der Beitragseinnahmen wahrend der Wirtschaftskrise, der hier nur ein 
schwaches Viertel betrug, zwar den UberschuG vorubergehend gemindert, aber nie 
beseitigt. 





1932 


1933 


1934 


1935 


1936 






in 


Millionen RM. 




Einnahmen 


446,4 


448,8 


495,9 


553,7 


692, 7 l 


Da von: 












Beitrage 


287,7 


287,8 


317,0 


357,5 


406,2 


Ausgaben 


263,6 


275,6 


301,3 


318,0 


333,2 


UberschuG 


182,8 


173,2 


194,6 


235,7 


359,5 



Reinvermogen 

amjahresende 2076,1 2249,3 2443,9 2679,6 3039,1 



Arbeitslosen- und Wohlfahrtsunterstutzung 1 

Fur den verbleibenden Rest der Arbeitslosen sind die Leistungen gegenuber dem Jahr 
1932 erheblich erweitert worden. Auch die Wohlfahrtsverwaltungen der Gemeinden 
haben ihre Leistungen erhoht. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt mit dem 
Winterhilfswerk des deutschen Volkes, der Aktion "Mutter und Kind" j und anderer 
Betreuungsmafcnahmen haben ebenfalls ihren Teil zur Besserung des Loses der 
Erwerbslosen beigetragen. 



Am 22. Dezember 1936 fa lit wiederum eine Bestimmung aus der Systemzeit: das 
Reichskabinett verabschiedet das Gesetz iiber die Befreiung von der Pflicht zum 
Ersatz von Fiirsorgekosten. Alle Volksgenossen, die bis zum 1. Januar 1935 die 
offentliche Fursorge in Anspruch nehmen mufcten und dafur zu Ruckzahlungen 
verpflichtet waren, die ihnen oft jede Freude an ihrem neuen Arbeitsplatz nahmen und 
sie wirtschaftlich aufcerordentlich bedruckten, sind dadurch von einer alten Last befreit. 
Diese Befreiung erstreckt sich auch auf den Ehegatten, die Eltern und die Erben. Es kann 



also auch von Personen, die seinerzeit dem Unterstiitzten gegenuber unterhaltspflichtig 
waren, kein Ersatz der Unterstiitzungskosten mehr verlangt werden. Fur die vor dem 28. 
November 1932 aus der Krisenfursorge ausgesteuerten Wohlfahrtserwerbslosen und ihre 
Angehorigen ist die Niederschlagung des Ersatzanspruches auf die Zeit bis zum 1. J uli 
1935 ausgedehnt worden. 



HilfsmaRnahmen fiir die Kriegsbeschadigten 

Der kriegsbeschadigte Soldat genoG in der Weimarer Systemzeit kein besonderes 
Ansehen. Der nationalsozialistische Staat ist nicht reich genug, den Soldaten des 
Weltkrieges das zu bieten, was er ihnen geben mochte. Das, was seine Mittel erlauben, 
gibt er ihnen Zug um Zug. Er schafft erweiterte Schutzbestimmungen, die den 
Kriegsbeschadigten ihren Arbeitsplatz sichern, und er dehnt die Frontzulage auf einen 
immer weiteren Personenkreis aus. Er schafft umfangreiche Siedlungen fur 
Kriegsbeschadigte. Er beseitigt die Ungleichheiten in der Rentengesetzgebung. Durch das 
Gesetz vom 31. Dezember 1936 wird die Bestimmung aufgehoben, durch die die 
Kriegsbeschadigten in sogenannten gemischten wirtschaftlichen Betrieben, deren 
Anteilsmehrheit sich in offentlicher Hand befindet, sich schlechter stehen als die 
Versorgungsberechtigten bei vollig gleichartigen Betrieben in privater Hand. 



Kleinrentnerhilfe 

Das Gesetz uber Kleinrentnerhilfe vom 5. J uli 1934 bedeutet einen grofcen Schritt 
vorwarts in der Unterstutzung alter oder erwerbsunfahiger Personen, die hilfsbedurftig 
sind. Unterstutzungsberechtigt sind nach dem Wortlaut des Gesetzes diejenigen Alten 
oder Erwerbsunfahigen, die nachweisen konnen, daG ihnen am 1. Januar 1918 ein 
Kapitalvermogen von mindestens 12.000 Mark gehort hat oder, daG sie zu diesem 
Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf eine lebenslangliche Rente von jahrlich mindestens 
500 Mark gehabt haben und das Vermogen oder der Anspruch der Geldentwertung zum 
Opfer gefallen ist. Sobald die obengenannten Voraussetzungen gegeben sind, werden 
damit alle Manner, die am Tage des Inkrafttretens des Gesetzes das 60., Frauen, wenn 
sie am gleichen Zeitpunkt das 55. Lebensjahr vollendet haben, erfafct. 



Eine stolze Bilanz des Sozialismus der Tat 

Eine stolze Bilanz des Sozialismus der Tat ist der Gesamtuberblick liber die Leistungen der 
NS.-Volkswohlfahrt ohne Winterhilfswerk vom 30. Januar 1933 bis 31. Dezember 1936. Sie 
wurden vollbracht in einem Staate, der vierzehn Jahre lang ausgeplundert, ausgesogen und 
wirtschaftlich zugrunde gerichtet worden war, und dennoch sind sie so groB, daB sie von 
keinem freiwilligen Hilfswerk der Welt, selbst in den reichsten Staaten, ubertroffen werden. 



Leistungen der NSV. 
seit der Machtiibernahme bis zum 31. Dezember 1936 

Leistungen der NSV. wertmafiig: RM. 

Hilfswerk "Mutter und Kind" 196 050 878,17 

davon fur: 

Kinderverschickung RM. 106 802 297,- 

Mutterverschickung RM. 26 736 850,- 

Hitlerfreiplatzspende 34 321 952,- 

Tuberkulose-Hilfswerk 4 323 898,- 

Patenschaften 3 192 500,- 

Bettenaktion 22 724 141,- 

Saarurlauberwerk (durchgefiihrt 1934) 4 944 078,- 

Heilverschickung 1936 1 062 354,- 

Besondere Leistungen fur Jugendpflege, Seuchen- 

bekampfung, Fliichtlingshilfe, und Katastrophenhilfe 17 308 845,50 

Leistungen insgesamt: 283 928 646,67 



Winterhilfswerk 

Vierzehn Jahre bestand die freie Weimarer Republik." Das, was sie den Hungernden und 
Darbenden in den Ian gen schweren Wintermonaten zu geben vermochte, waren Almosen. 
Monatelang feilschte man in Stadt- und Landerparlamenten darum, ob man einen halben 
Zentner Kohle oder einen Zentner Kartoffeln den Erwerbslosen fur den Winter bewilligen 
sollte. Klaglich war das, was die angeblichen Vertreter der Arbeiterschaft dieser zu 
erkampfen vermochten. 15 Millionen Reichsmark wurden im Jahre 1932 als Winterhilfe 
vom Reich angeboten. Die marxistischen Bonzen gaben dem Arbeiter Steine statt Brot, 
Phrasen statt Kohle. 

Klaglich ist das Ergebnis der sozialistischen Hilfstatigkeit in vierzehn Jahren Weimarer 
Systems. Es werden aufgebracht: 

bis zum Winter 1932/ 33 insgesamt 188 Mill. RM., 
dagegen von 1933/ 37 insgesamt 1 480 937 694 RM. 

So schafft der Nationalsozialismus ein sozialistisches Hilfswerk von nie gekanntem 
AusmaB, das in der Welt beispiellos ist und dessen sich die reichsten Lander der Welt 
nicht zu ruhmen vermogen. 

Insgesamt wurde folgendes Ergebnis erzielt: 

WHW. 1933/34 RM. 350 000 356 
WHW. 1934/35 RM. 360 493 430 
WHW. 1935/36 RM. 371 943 908 
WHW. 1936/37 RM. 398 500 000 

RM. 1 480 937 694 (nach Abzug der Unkosten). 

Allein im Winter 1935/36 betragt die Zahl der Betreuten im Monatsdurchschnitt 
12.909.469, die Zahl der ehrenamtlichen Heifer 1.234.918. 



Es werden betreut: 

1 272 521 Empfanger von Arbeitslosen- und Krisenunterstutzung, 

350 204 Empfanger von Wohlfahrtsunterstutzung, 

855 789 Rentenempfanger, 

116 970 Kurzarbeiter, 

1 614 944 sonstige Betreute, darunter langjahrige Erwerbslose, 
die erst seit einiger Zeit wieder Arbeit haben, 

8 699 041 Familienangehorige. 

Das ist die Leistung eines einzigen Winters - wer vermag eine ahnliche aufzuweisen? 

Der Nationalsozialismus beschrankt sich nicht darauf, lediglich in den ersten Jahren 
seiner Herrschaft das Winterhilfswerk als freiwilliges Hilfswerk durchzufuhren, um die 
ersten Schaden und die grofcte Not, die noch aus der Zeit des Systems herruhren, zu 
mildern und zu lindern. Nationalsozialismus ist Sozialismus der Tat. Als sozialistische 
Verpflichtung vor der Nation wurde am 1. Dezember 1936 das Winterhilfswerk durch ein 
Reichsgesetz zur Dauereinrichtung fur alle Zeiten gemacht. 

Fur alle Zeiten werden arm und reich, jung und alt zusammenwirken, um in jedem 
Winter als Zeugnis sozialistischer Solidaritat der ganzen Nation denen zu helfen, die das 
Schicksal mit geringeren Gutern des Lebens bedacht hat oder denen es die 
Arbeitsfahigkeit nahm. 

Als rechtsfahige Stiftung wird so das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, im 
Auftrag des Fuhrers geschaffen, vom Gauleiter von Berlin Reichsminister Dr. Goebbels 
aufgerichtet, und verwaltet in seinem Auftrag vom Reichswalter Hilgenfeldt, noch in 
fernsten Zeiten ein sozialistisches Denkmal der nationalsozialistischen 
Revolution sein. 



12. Von den Gewerkschaften zur Deutschen 
Arbeitsfront 



Der Skandal bei der " Volksfiirsorge" 

Am 5. Mai meldet die Hamburger Presse: 

"Bei der 'Volksfiirsorge, Gewerkschaftlich-Genossenschaftliche 
Versicherungs-AG.' sind finanzielle Machenschaften aufgedeckt worden, 
durch die die Versicherung und Spareinlagen der Hamburger 
Arbeiterschaft in starkem MaBe gefahrdet sind. So wurde festgestellt, daft 
die Kapitalsanlage der Pramiengelder mit den versicherungstechnischen 
Bestimmungen uberhaupt nicht in Einklang zu bringen ist. Die 
Pramiengelder wurden nicht so angelegt, daft dadurch die 
Anwartschaften der Versicherten sichergestellt sind, sondern fast 
ausschlieftlich fur politische Zwecke der Marxisten hergegeben. Ein 
wesentlicher Teil dieser Summen diirfte verloren sein. Die 
Geschaftsleitung hat fur person liche A ufw en dungen Summen in 



erschreckender Hone verschwendet. Der bisherige Direktor J unger hat 
z.B. seine Wohnung fur 38.467,97 RM auf Kosten der Gesellschaft 
renovieren lassen. Das Mitglied des Vorstandes Wicklein liefc auf Kosten 
der Fiirsorge seine Wohnung fur 11.110,44 RM. renovieren, weil sie 
seinem Geschmack nicht entsprach. Nach IV2 Jahren gefiel ihm die 
Wohnung nicht mehr und er liefc sie erneut fur 14.241,76 Reichsmark von 
Grund auf instand setzen. Fur seine private Kuche kaufte er auf Kosten 
der Gesellschaft einen Kuhlschrank im Werte von 2330,-- RM. Ein Abend 
eines Vorstandsmitglieds mit einem Besucher aus Belgien kostete 330,75 
RM., ein anderer Abend in einem Lokal 704,95 RM. Spesen. Obwohl das 
Geschaftsgebiet der Volksfursorge auf Deutschland beschrankt ist, hat 
die Direktion erhebliche Summen fur Auslandsreisen als Geschaftsspesen 
verbucht." 

Am 13. Mai 1933 stellt die Bremer Presse fest: 

"Bei einer Untersuchung bei der Bremer Arbeiterkammer, der einzigen offentlich- 
rechtlichen Einrichtung dieser Art, die durch Pflichtbeitrage samtlicher Bremer 
Arbeiter unterhalten wurde, wurden erhebliche finanzielle Verfehlungen 
festgestellt. 

Im Jahre 1927 wurde die Volkshaus G.m.b.H. in Bremen, die die Gewerkschaften 
zum Bau eines neuen Gewerkschaftshauses gegrundet hatten, notleidend, weil 
das Haus aus den Mitteln der Gewerkschaften gar nicht zu unterhalten war. Die 
Bremer Arbeiterkammer gab der Volkshaus G.m.b.H. ein Darlehen von 200.000,— 
RM., schloG aber erst nach drei Jahren mit der Volkshaus G.m.b.H. einen Vertrag 
daruber, als eine Untersuchung uber die Finanzgebarung der Arbeiterkammer 
drohte. Das Darlehen wurde weder gesichert noch wurden Zinsen und 
Amortisationsbetrage gezahlt. Da die von der Arbeiterkammer hergegebenen 
Summen zur Unterhaltung des Volkshauses nicht ausreichten, wurde das 
Gemeinwirtschaftliche Bestattungsinstitut der Gewerkschaften ebenfalls zur 
Hergabe eines Darlehens von 200.000,— RM. veranlaBt. 
Die Gewerkschaften selbst waren gezwungen, von 1928 bis 1932 Verluste von 
insgesamt 846.000,-- RM. zu decken. Dieses planlos und ohne Rucksicht auf 
Wirtschaftlichkeit von den Gewerkschaften errichtete Unternehmen hat der 
Bremer Arbeiterschaft eine Summe von zirka IV2 Millionen RM. gekostet. 
Ende 1932 erklarte die Verwaltung ihre Zahlungsunfahigkeit. Obwohl das 
Unternehmen pleite und damit IV2 Millionen Arbeitergelder verloren waren, 
ubernahm der Vorstand der Arbeiterkammer die selbstschuldnerische Burgschaft 
fur eine 600.000-RM.-Hypothek der Volkshaus G.m.b.H. bei der Bremer 
Sparkasse. 2,1 Millionen RM. an Arbeitergeldern wurden so von den 
Gewerkschaftsbonzen zum Fenster hinausgeworfen, ohne dafc die 
Arbeiterschaft die geringste Gegenleistung erhalten hatte." 

Am 6. Mai 1933 meldet die NSBO.-Pressestelle: 

"Gewerkschaftsgelder fur das Reichsbanner - 
Arbeiter zahlen fur den Burgerkrieg 

Bei der genauen Prufung der Bucher der 'freien' Gewerkschaften und der 
Arbeiterbank erweist sich immer mehr, wie notwendig es war, in die Arbeit der 
Gewerkschaften mit starker Hand einzugreifen. Die Verquickung und engste 
Verflechtung von Gewerkschaften und sozialdemokratischer Parteipolitik liegt 
nunmehr klar auf der Hand. 

Wenn die Fuhrung der Gewerkschaften eine derartige Verquickung immer 
bestritten hat, so ergeben sich Tag fur Tag neue Beweise, daB mit den 
Arbeitergroschen eine schamlose MiBwirtschaft getrieben worden ist. Die 
Beitragsgelder der Gewerkschaftsmitglieder wurden in uberreichem MaGe den 
sozialdemokratischen Organisationen, wie Reichsbanner und Eiserne Front, zur 
Verfugung gestellt. 



Folgende neue Tatsachen sind mitzuteilen: Unter der Bezeichnung 'Franz Spliedt 
und Genossen (Post wird abgeholt)' wird bei der Arbeiterbank ein Konto mit einem 
derzeitigen Bestand von 54.832,84 RM. gefuhrt. Es handelt sich hier um Gelder, 
die nach dem Verbot des Reichsbanners fur dieses unter obigem Decknamen 
eingezahlt worden sind. Dieses Konto ist nicht in der Bilanz des ADGB. aufgefuhrt 
worden. Weiterhin wurde festgestellt nach einer in der Wohnung des Kassierers E. 
beschlagnahmten Korrespondenz, dafc im Jahre 1932 der ADGB. an die 
Eiserne Front 218.374 RM., an die SPD. 70.000 RM. und an das 
Reichsbanner in Magdeburg 20.000 RM. gezahlt hat. 
Die Angestellten der angeschlossenen Gewerkschaften wurden auGerdem 
gezwungen, von ihrem Gehalt zu den drei Wahlkampfen des Jahres 1932 Beitrage 
je nach Einkommen an die Eiserne Front zu zahlen. Ein vorgefundenes Schreiben 
des Verbandes sozialer Baubetriebe vom 9. Februar 1933 gibt seine Leistung an 
die Eiserne Front mit 13.335,30 RM. an. Der Deutsche Holzarbeiterverband 
leistete 13.631,50 Reichsmark. Andere angeschlossene Gewerkschaften mufcten 
entsprechend zahlen. 

Bezeichnend fur die Verwendung der finanziellen Mittel des ADGB. ist die 
Tatsache, daG von dem monatlichen Eingang der Betrage seiner angeschlossenen 
Gewerkschaften in Hohe von 63.366,70 RM. allein an Gehaltern fur 52 Angestellte 
25.309,-- RM. Verwendung fanden." 



Viele Millionen Reichsmark 

bei den Gewerkschaften unterschlagen 

Vier Jahre dauerte die Untersuchung, die Nachprufung der Finanzgebarung der 
ehemaligen Gewerkschaften. Das Ergebnis ist geradezu niederschmetternd. Uber das 
Verbleiben von Betragen von vielen Millionen ist keinerlei Klarheit zu schaffen, weil bei 
grofcen Spitzenverbanden der "freien" Gewerkschaften nicht einmal eine ordnungsmaBige 
Buchfuhrung bestand und z.B. beim Deutschen Metallarbeiterverband die Wertpapiere 
im Betrage von 1 Million Reichsmark in einem gewohnlichen Oktavheft durch 
Bleistifteintragungen aufgezeichnet waren. Die Liste der Unterschlagungen bei 
den Gewerkschaften, soweit sie einwandfrei festgestellt werden konnten, umfafSt 87 
Seiten mit weit uber tausend Namen und tausend Falle von Unterschlagungen. 
Darunter befinden sich teilweise Summen von uber 100.000 Reichsmark. 

Die Unterschlagungen beim Deutschen Metallarbeiterverband umfassen 19 Seiten 
mit 220 Namen und betragen 194.608,16 RM., die beim Deutschen 
Holzarbeiterverband 20 Seiten und 250 Namen und betragen 83.171,49 RM. Beim 
Deutschen Landarbeiterverband wurden 500 Unterschlagungsfalle festgestellt mit einer 
Summe von 61.692,46 RM. 

Allein bei den fiinf groften Spitzenverbanden wurden Unterschlagungen von 
739.710,21 RM. aufgedeckt. 

Am 15. Februar 1931 wurden in Berlin der Reich sbannerfuhrer Regenbogen und die 
SPD. -Mitglieder Jung, Wopp, Gotze und Bertram als Angestellte beim Arbeitsamt Berlin- 
Ost wegen Unterschlagung von 80.000 RM. verhaftet. Kurz darauf wurden festgenommen 
der kommunistische preuBische Landtagsabgeordnete Gemeiner, der kommunistische 
Drucker Lyk und der kommunistische Organisationsgeschaftsfuhrer Gehrke aus 
Braunschweig, da sie Beitragsmarken fur den Baugewerksbund gefalscht und an die 
Arbeiter verkauft hatten. Der entstandene Schaden belief sich auf 22.500,-- RM. 

Im August 1931 wird in Dresden der SPD.-Volkshausgeschaftsfuhrer Richter 
festgenommen wegen Unterschlagung von 98.000,-- RM. 



Das ist die Bilanz der Gewerkschaften: 

Steigende Beitrage, 
fallende Leistungen, 
ungeheurer Aufwand, 
riesige Unterschlagungen, 
hohe Verwaltungskosten. 



Gewerkschaften 

finanzierten Deutschlands Kriegsgegner 

lm Archiv der Deutschen Arbeitsfront befinden sich einige sehr interessante Briefe. 
Genosse Dimitroff, Sekretar des bulgarischen Gewerkschaftsbundes, heute 
Generalsekretar der 

kommunistischen Internationale in Moskau, schrieb am 6. September 1915 aus Sofia an 
den Genossen Legien von der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands in 
Berlin und teilte dankend mit, dafc er von ihm auf dem Wege uber den Genossen 
Oudegeest in Amsterdam 3.000 Reichsmark fur die serbischen Gewerkschaften erhalten 
habe. Damit steht fest: Genosse Legien finanzierte die Feinde Deutschlands und schickte 
serbischen Organisatoren das Geld deutscher Arbeiter, wahrend gleichzeitig 
Zehntausende braver deutscher Arbeiter in feldgrauer Uniform an der Front in Serbien 
standen. Genosse Legien agitierte gegen den Eintritt Bulgariens in den Krieg auf 
deutscher Seite. Genosse Legien empfahl den Fuhrern der deutschen Gewerkschaften am 
23. Dezember 1914, Spenden fur die belgischen Gewerkschaften abzufuhren. 

Das war die Fiihrung der Gewerkschaften im Weltkriege. 



Privatkonten und gefalschte Bilanzen 

W/e haben die Gewerkschaften die Groschen der deutschen Arbeiterschaft verwaltet? Die 
Untersuchungen haben ergeben, dafc ein grower Teil der Konten der gewerkschaftlichen 
Untergliederung auf Privatnamen angelegt war, 1933 von Privatpersonen abgehoben und 
wahrscheinlich ins Ausland verschoben wurde. So ist ganz ohne Zweifel in einigen Fallen 
der Ankauf von Villen in auslandischen Kurorten, von Druckereien, Verlagen und 
Geschaftsunternehmen, die emigrierte Marxisten in den Jahren 1933-1934 im Ausland 
vornahmen, mit Mitteln erfolgt, die von den Konten der Gewerkschaften stammen. 

Es wurden weiter viele Falle ermittelt, in denen Gewerkschaftsgelder ohne genugende 
Sicherheit hypothekarisch angelegt und auch hier auf die Namen von Privatpersonen 
eingetragen waren. Die Sparkonten der Gewerkschaften lauteten ebenfalls in den 
meisten Fallen auf Privatnamen und sind vermutlich bis heute noch nicht alle erfafct 
worden, weil sie unter dem Schutz des Bankgeheimnisses stehen. 

Eine Aufstellung der Bilanzen der einzelnen Gewerkschaftsverbande hat gezeigt, dafc 
schon in den letzten Jahren vor der Machtergreifung die Verbande weit 
iiberschuldet waren und nur durch Bilanzfalschung und Bilanzverschleierung dem 
Konkurs entgingen. Um die Bilanz zu balancieren, wurde der den Gewerkschaften 
gehorende Besitz mit einem Mehrfachen seines wirklichen Wertes zu Buch 
genommen. Abschreibungen, wie sie jeder ehrliche Kaufmann J ahr um J ahr 
vorzunehmen hat, wurden meist wissentlich unterlassen. 



In der Bilanz des DHV. wurden die Wertpapiere zum Ankaufswert eingesetzt, anstatt zum 
Kurswert des Bilanzstichtages. Auf diese Weise wurde allein ein Kursverlust von 4 
Millionen RM. bei Wertpapieren verschwiegen. Auch uneintreibliche Forderungen an Dritte 
erschienen bei vielen Gewerkschaften J ahr um J ahr wieder in den Bilanzen, obwohl langst 
feststand, dafc die Betrage verloren waren. Man hat sogar regelrechte gefalschte Bilanzen 
aufgestellt und hunderttausende Reichsmark an Unkosten einfach unter die "Aktiva" 
gesetzt. 

Noch nach der Ruckgliederung des Saargebietes im Jahre 1935 hat der Bezirksleiter Saar 
des Christlichen Metallverarbeiterverbandes, Otto Pick, vermittels einer 
Urkundenfalschung 180.000 franzosische Franken aus dem Vermogen des Verbandes 
nach Basel verschoben und in seine eigene Tasche gesteckt. Der Obere 
Abstimmungsgerichtshof des Saarlandes, der sich aus fremden Staatsangehorigen 
zusammensetzt, hat mit Urteil vom 26. November 1935 ungeheuerliche Verfehlungen des 
Pick in Gemeinschaft mit seiner Ehefrau bestatigt. 

Der Gewerkschaftssekretar Dobisch vom "Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbund" im 
Saargebiet hat vor Ubergabe des Saargebiets an Deutschland samtliche Kassenbelege 
des ADGB. vernichtet. An Hand der vorgefundenen Kassenkladde haben sich 
Verfehlungen des Dobisch von 163.389.60 franz. Franken ergeben. Daruber hinaus 
wurden jedoch weitere Verfehlungen von zirka 500.000 franz. Franken festgestellt. 
Dobisch hat 85.118,86 RM. Arbeitergelder fur sich selbst verbraucht. 

Allein am 31. Dezember 1934 muGten 57,4 Millionen RM. Bilanzwerte der fruheren 
Gewerkschaften abgeschrieben werden, weil sich bei der Abrechnung ergab, dafc die 
entsprechenden Besitztitel der betreffenden Gewerkschaftsverbande zu einem 
Mehrfachen des wirklichen Wertes in den Bilanzen ausgewiesen waren. 



Nationalsozialismus schafft Ordnung 

Anfang April 1933 hauft sich in den Dienststellen der NSDAP. das Material uber die 
Finanzskandale bei den Gewerkschaften. Zu Hunderten und zu Tausenden kommen die 
deutschen Arbeiter und teilen ihre Besorgnisse uber die Sicherheit ihrer Beitrage, ihrer 
Spargelder, ihrer Sterbebeihilfen mit. Immer klarer schalt sich heraus, was in den Jahren 
des Kampfes so oft behauptet, aber von den Gewerkschaften immer wieder verschleiert 
worden war: 

Die Gewerkschaften sind pleite. Ungeheure Werte sind ins Ausland verschoben 
worden, die Bilanzen wurden durch Bilanzfalschungen frisiert. 

Der 1. Mai 1933 ist der Feiertag der deutschen Arbeit. Am Tage darauf ruft der 
Organisationsleiter der NSDAP., Dr. Robert Ley, das Aktionskomitee zum Schutze der 
deutschen Arbeit zusammen. Am gleichen Tage besetzt die NSBO. mit Unterstutzung 
von Millionen deutscher Arbeiter samtliche Geschaftsstellen der freien 
Gewerkschaften und stellt die Bucher der Gewerkschaften und das Vermogen, 
soweit es fa (5 bar ist, zunachst einmal sicher. 

Am 3. Mai erlafct Dr. Ley sechs Anordnungen uber die kunftige Fuhrung der 
Gewerkschaftsverbande. Das Aktionskomitee zum Schutze der deutschen Arbeit gibt 
weiter bekannt: 

"Nachdem die Aktion gegen die marxistischen Gewerkschaften im Volke und 
besonders in der Arbeiterschaft einen ungeheueren Widerhall gefunden hat, sahen 
sich der Gesamtverband der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands, der 
Gewerkschaftsring Deutscher Angestellten-, Arbeiter- und Beamtenverbande 



(Hirsch-Duncker), der Gewerkschaftsbund der Angestellten und andere kleinere 
Verbande unter dem Druck dieser gewaltigen Volksbewegung genotigt, schriftlich 
zu erklaren, dafc sie sich bedingungslos dem Fuhrer der Nationalsozialistischen 
Deutschen Arbeiterpartei unterstellen und vorbehaltlos die Anordnungen des von 
ihm berufenen Aktionskomitees zum Schutze der deutschen Arbeit befolgen 
werden. 

Wir begriilSen diese Einsicht und werden alle wirklich fachlich und sachlich 
erfahrenen Krafte dem Aufbau der neuen Arbeitsfront dienstbar machen. 
Der Leiter des Aktionskomitees hat allerdings den Vertretern dieser Verbande 
keinen Zweifel daruber gelassen, daG er gewillt ist, jeden auch nur passiven 
Widerstand im Interesse des deutschen Arbeitertums zu brechen." 

Am 10. Mai findet der Erste KongreB der Deutschen Arbeitsfront in Berlin unter Fuhrung 
von Dr. Ley statt. 

Der Generalstaatsanwalt des Landgerichts Berlin I erlafct am 12. Mai folgende 
Anordnung: 

"Die am 9. Mai 1933 angeordnete Beschlagnahme des sozialdemokratischen 
Parteivermogens wird dahin erganzt, dafc auch das Vermogen der freien 
Gewerkschaften, des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, des 
Allgemeinen Freien Angestelltenbundes, aller ihnen angeschlossenen 
Gewerkschaften sowie aller ihnen angeschlossenen Vermogensverwaltungen 
beschlagnahmt wird. Als verfugensberechtigter Pfleger der beschlagnahmten 
Vermogen wird der Fuhrer der Deutschen Arbeitsfront, Parteigenosse Dr. Ley, 
bestimmt, der auch berechtigt ist, Bevollmachtigte zu ernennen. Die getroffenen 
MaGnahmen erscheinen geboten, um eine geordnete Verwendung des deutschen 
Arbeitervermogens zu gewahrleisten." 

Dr. Ley erganzt diese Anordnung durch folgenden Aufruf: 

"Die Revision der Kassen und Bucher der Gewerkschaften hat zu der 
Feststellung gefuhrt, dafc groBere Summen der den Gewerkschaften 
gehorigen Gelder auf Privatkonten, teilweise sogar im Ausland, 
umgeschrieben worden sind. Verschiedene dieser Konten wurden ja 
bereits beschlagnahmt. Ich richte hiermit die offentliche Aufforderung an 
alle, die an derartigen Uberschreibungen beteiligt sind, sich bis zum 1. 
J uni spates tens zu melden. I m Falle der freiwilligen Meldungen wird die 
Deutsche Arbeitsfront eine Anzeige unterlassen. Die Beteiligten an diesen 
gesetzwidrigen Schiebungen, die bis zum 1. J uni keine Meldung 
abgegeben haben, werden rucksichtslos der strengsten Bestrafung 
zugef iihrt werden." 

Uber die Grunde fur die Aktion gegen die Gewerkschaften erklart er am 2. Mai abends in 
einer Rede vor den Arbeitervertretern: 

"Es gait, die Institutionen der Arbeiterschaft zu erhalten. Wir wufcten, dafc die 
Gewerkschaften mit den sauer verdienten Groschen der Arbeiter aufgebaut 
worden sind, und gerade wir Nationalsozialisten, die wir alle mehr oder weniger 
als unbekannte Soldaten aus dem Volke herausgewachsen sind, wir fuhlen mit 
dem Volke und werden nie etwas zerstoren, was irgendwie Wert fur das Volk hat, 
am allerwenigsten die Einrichtungen der deutschen Arbeiterschaft. Und deshalb 
gait es, sie vor der Auflosung zu bewahren. 

Der Afa-Bund und noch andere Verbande losten sich bereits auf. In einigen 
Wochen und Monaten hatten sie sich alle in Wohlgefallen aufgelost, und es ware 
nichts mehr vorhanden gewesen. Dem kamen wir zuvor. Und ich weifc heute 
schon, dafc wir es tausendfaltig besser machen werden als die marxistischen 



Bonzen. 

Wir mufcten es aber auch zum dritten deshalb tun: Schon der heutige Tag hat 
bewiesen, daG gewaltige Korruptionserscheinungen vorgekommen sind. Der Leiter 
der Arbeiterbank und der Kassierer der Gewerkschaftskasse, beide berichteten mir 
bereits, dafc Verschleuderungen stattgefunden und Geld ins Ausland verschoben 
worden ist." 



Volksgemeinschaft statt Klassenkampf 

Aus den Gewerkschaften und den Arbeitgeberverbanden wird organisch die Deutsche 
Arbeiterfront. Zunachst werden die Gewerkschaftsverbande aller Richtungen zu einer 
Saule verschmolzen, die Angestelltenverbande zu einer anderen. Und dann erfolgt der 
grofte Schritt: die Verschmelzung der Arbeiter- und der Angestelltensaule mitder 
Saule der Unternehmer zu einem geschlossenen Ganzen, zur groBten 
Organisation der Welt. Zu einer Organisation, in der Betriebsfuhrer und Gefolgschaft 
die gleichen Pflichten und die gleichen Rechte haben. Beide gehoren zusammen, und der 
eine ist nichts ohne den anderen. Ihr Schicksal ist unloslich miteinander verknupft. So 
hat der nationalsozialistische Staat nach der Uberwindung des Klassenkampfes beide zu 
Mitarbeitern am gleichen Werke gemacht und beide unter das gleiche Gesetz gestellt: 
das Gesetz des Volkes! Aus den Organisationen des Klassenkampfes der Arbeitnehmer 
und Arbeitgeber wird so ein einziger eherner Block, eine sozialistische Gemeinschaft, die 
auf Tod und Leben zusammengehort. 



Niedrigere Beitrage, hohere Leistungen 

Das, was die Gewerkschaften und ihre Bonzen den Arbeitern vierzig Jahre lang 
versprachen und was sie niemals hielten, wird nun im nationalsozialistischen Staat zur 
Tatsache, und die Deutsche Arbeitsfront kann nach vierjahriger Tatigkeit auf 
einen Erfolg zuriickblicken, der sie mit Recht stolz machen kann. 

Forderungen und Leistungen stehen jetzt in einem ganz anderen Verhaltnis als bei den 
fruheren Gewerkschaften. 

Die Beitrage sind niedriger, 

die Leistungen hoher, 

die Unkosten geringer geworden. 



AuGerdem wurden die Beitrage den Einkommensverhaltnissen der Werktatigen in viel 
starkerem MaGe angepafct. Die nachstehende Tabelle, die die Beitrage von sieben 
fruheren grofcen Verbanden mit denen der Deutschen Arbeitsfront vergleicht, stellt das 
ganz besonders unter Beweis: 



Heute Friiher 

Ein- Beitrage der Gewerkschaften 

kommen 6ff t| B 

bis RM. DAF. gg^iebe Meta " Holz Bau Textil bau GdA - 

40,-- --,60 1,-- 1,75 1,30 1,75 1,30 --,80 1,50 

60,-- --,80 1,60 1,75 1,30 1,75 1,30 1,30 1,50 

70,-- 1,20 1,80 1,75 1,75 1,75 1,75 1,75 1,50 

80,-- 1,20 2,-- 1,75 2,15 1,95 1,75 1,75 1,50 

90,-- 1,40 2,20 3,05 2,15 1,95 1,75 2,15 2,50 

100,- 1,40 2,60 3,05 2,60 2,35 1,75 2,15 2,50 

120,- 1,80 3,-- 3,05 3,05 3,25 2,20 2,60 2,50 

140,- 2,20 3,60 3,05 3,45 3,45 2,60 2,60 3,50 

160,- 2,20 4,-- 3,90 4,35 4,10 3,05 3,05 3,50 

180,- 2,80 4,60 4,75 4,35 5,-- 3,05 3,45 4,50 

200,- 3,40 5,20 4,75 5,20 5,65 3,45 3,90 4,50 

220,- 3,40 5,60 5,40 5,65 6,70 3,90 4,35 4,50 

240,- 3,80 6,-- 5,40 6,50 7,35 4,30 4,75 4,50 

260,- 3,80 6,40 6,50 8,-- 4,30 5,20 4,50 

280,- 4,40 6,80 8,90 5,20 5,65 4,50 

300,- 4,40 7,20 9,30 5,20 6,05 4,50 

360,- 5,40 9,-- 11,-- 6,05 6,50 5,-- 

420,- 6,-- 10,-- 12,35 8,65 6,50 5,-- 

Die Leistungen der alten Gewerkschaften waren sehr uneinheitlich und beschrankten sich 
hauptsachlich auf die Gewahrung von Unterstutzungen in besonderen Fallen. Nur 
einzelne grofce Verbande gewahrten uberhaupt Unterstutzungen bei Arbeitslosigkeit, die 
Mehrzahl nur bei Invaliditat. 

Bei den meisten Verbanden fehlte vollkommen die finanzielle Unterlage, die 
Versprechungen fur die Mitglieder auch nur halbwegs fur die Dauer einzuhalten. 



Die Unterstiitzungseinrichtungen 
der Deutschen Arbeitsfront 

Die von der Deutschen Arbeitsfront geschaffenen Unterstiitzungseinrichtungen umfassen 
zum Unterschied zu den fruheren Verbanden samtliche Unterstutzungsarten, und zwar: 

Erwerbslosen- Unterstutzung bei Arbeitslosigkeit und Krankheit, 

I nvaliden-Unterstutzung, 

Sterbegeld- Unterstutzung, 

Heiratsbeihilfe, 

Notfall- Unterstutzung, 

Opfer der Arbeit 

und sonstige Unterstutzungen. 



Der Bezug dieser Unterstiitzungen steht ausnahmslos jedem Mitglied zu, das bedurftig ist 
und sich in einer unverschuldeten Notlage befindet. 

I n der kurzen Zeit seit dem Bestehen der Deutschen Arbeitsfront bis zum 31. 
Dezember 1936 sind nicht weniger als rund 243 Millionen RM. an 
Unterstiitzungen an die Mitglieder zur Auszahlung gelangt. 

Um uberhaupt einen Vergleich der Unterstutzungsleistungen der Deutschen Arbeitsfront 
mit denen der fruheren Gewerkschaften durchfuhren zu konnen, sind diejenigen alten 
Gewerkschaften der Deutschen Arbeitsfront gegenubergestellt worden, die wenigstens 
einigermaGen ahnliche Unterstiitzungsleistungen wie die Deutsche Arbeitsfront in ihren 
Satzungen vorgesehen hatten. 

Danach ergibtsich folgendes Bild: 

1. Erwerbslosenunterstiitzung 

n . . Heute: Friiher: 

Bei einer u. emem 

Dauer der monatl. Unterstutzungsbetrag 

Mitgl.- Beitrag off B B 

schaft v. v. RM. DAF. Metall Holz ^.^ Bau Textil D ^ GdA. 

ljahr 1,40 17,15 10,50 9,60 7 ',-- 10,50 7,-- 

2,80 34,30 18,90 16,80 14,-- 18,-- 14,-- 

4,40 53,90 25,20 26,40 22,- 27,75 22,- 

6Jahren 1,40 29,40 27,-- 14,40 9,80 21,60 14,-- 15,75 

2,80 58,80 29,70 22,80 19,60 43,20 24,- 31,50 

4,40 92,40 37,80 36,-- 30,80 67,20 37,-- 49,50 90,-- 

lOJahren 1,40 39,20 32,40 16,80 15,75 21,60 17,50 22,75 

2,80 78,40 49,50 28,80 31,50 43,20 30,-- 45,50 

4,40 123,20 59,40 42,-- 49,50 67,20 46,25 71,50 140,- 



2. I nvalidenunterstutzung 

D . . ■„ Heute: Friiher: 

Bei einer u. emem 

Dauer der monatl. Monatlicher Unterstutzungsbetrag 



Mitgl. - 
schaft v. 


Beitrag 
v. RM. 


DAF. 


Metall 


Holz 


off. Be- D 
. . . Bau 
tnebe 


Textil 


Berg- 
bau 


GdA 


20 Jahren 


1,40 


7,-- 




2,65 


9,20 3,-- 


3,50 








2,80 


14,-- 


17,- 


3,30 


15,40 3,-- 


5,- 








4,40 


22,-- 


21.-- 


4,- 


21,60 3,-- 


7,50 






30 Jahren 


1,40 


9,80 




3,30 


11,80 5,-- 


5,50 




45,- 




2,80 


19,60 


24,-- 


4,- 


20,60 5,-- 


7,- 




45,- 




4,40 


30,80 


30,- 


4,65 


29,40 5,-- 


9,50 




45,- 



3a. Sterbegeld fur Mitglieder 



Bei einer 
Dauer der 

Mitgl.- 
schaft v. 


u. einem 
monatl. 
Beitrag 
v. RM. 


Heute: 
DAF. 


Metall 


Holz 


3 Jahren 


1,40 


30,-- 


15,- 


10,- 




2,80 


30,-- 


20,- 


16,- 




4,40 


30,-- 


30,- 


22,- 


10 Jahren 


1,40 


100,-- 


32,50 


20,- 




2,80 


100,-- 


45,- 


30,- 




4,40 


100,-- 


67,50 


40,- 


15 Jahren 


1,40 


125,-- 


35,- 


20,- 




2,80 


125,-- 


50,- 


30,- 




4,40 


125,-- 


75,- 


40,- 



Friiher: 

Metall Holz ° ff / Be ~ Bau Textil B l erg " GdA. 
triebe bau 



17,50 13,-- 30,-- 12,-- 

35,-- 26,50 45,-- 24,-- 

55,-- 41,50 60,-- 42,-- 

28,- 26,- 60,- 28,- 100,- 

56,-- 52,50 75,-- 40,-- 100,- 

88,-- 82,50 90,-- 62,-- 100,- 

38,50 26,-- 60,-- 36,-- 100,- 

77,-- 52,50 75,-- 48,-- 100,- 

121,- 82,50 90,-- 72,-- 100,- 



3b. Sterbegeld fur die Ehefrau 



Bei einer u. einem 

Dauer der monatl. Heute: 



Friiher: 



Mitgl.- 
schaft v. 


Beitrag 
v. RM. 


DAF. 


Metall Holz 


off. Be- 
triebe 


Bau Textil 


Berg- 
bau 


3 Jahren 


1,40 


15,-- 




11,60 


13,- 


12,- 




2,80 


15,-- 


10,- 


23,20 


26,50 


24,- 




4,40 


15,-- 


15,- 


36,60 


41,50 


42,- 


LO Jahren 


1,40 


50,-- 




18,60 


26,- 


28,- 




2,80 


50,-- 


23,- 


37,20 


52,50 


40,- 




4,40 


50,-- 


34,- 


58,60 


82,50 


62,- 


L5 Jahren 


1,40 


62,50 




25,20 


26,- 


36,- 




2,80 


62,50 


25,- 


51,20 


52,50 


48,- 




4,40 


62,50 


38,- 


80,- 


82,50 


72,- 



GdA. 



Die obige Aufstellung zeigt, daB zwischen den Unterstutzungsleistungen der Deutschen 
Arbeitsfront und denen der alten Gewerkschaften ganz erhebliche Unterschiede bestehen. 
Die Deutsche Arbeitsfront als echt sozialistische Einrichtung hat Wert darauf gelegt, alle 
hilfsbedurftigen Mitglieder zusatzlich zu unterstutzen und so auch die armeren 
Volksgenossen, die infolge ihres geringen Einkommens auch nur einen geringen Beitrag 
zahlen, ebenso in den GenuG einer angemessenen zusatzlichen Unterstutzung zu bringen 
wie die Besserzahlenden. 



Die Gewerkschaften haben den Mitgliedern mit geringem Einkommen auch nur ganz 
geringe Unterstutzungen, den Bessergestellten dagegen erheblich hohere 
Unterstutzungen gezahlt. So kommen heute die Unterstutzungen der Deutschen 
Arbeitsfront in erster Linien der breiten Masse zu, wahrend sie bei den Gewerkschaften in 
erster Linie dem geringeren Teil der hohere Beitrage zahlenden Mitglieder zugute kamen. 



Wahrend viele Gewerkschaften erst nach langjahriger Mitgliedszeit Erwerbslosenbeitrage 
zahlten, sind bei der Deutschen Arbeitsfront bereits nach einjahriger Mitgliedszeit 
erhebliche Leistungen vorgesehen, die sich auch auf die Invalidenunterstutzung und das 
Sterbegeld beziehen. 

Die Deutsche Arbeitsfront gewahrt aufcer fur die Ehefrau auch beim Tode eines Kindes im 
Alter von 6 bis 18 Jahren ein Sterbegeld, wahrend die Gewerkschaften nur vereinzelt 
beim Tode der Ehefrau, beim Tode eines Kindes jedoch uberhaupt kein Sterbegeld 
gewahrten. 



Deutsche Arbeitsfront 

leistet mehr als alle Gewerkschaften 

Wahrend die Gewerkschaften bei hoheren Beitragen die Leistungen fur ihre Mitglieder im 
wesentlichen auf die Gewahrung von Unterstutzungen beschrankten, hat die Deutsche 
Arbeitsfront daruber hinaus eine mannigfaltige soziale Betreuung ihrer Mitglieder 
gesichert, die sich auf alle Lebensgebiete erstreckt. Die Reichsbetriebsgemeinschaften, 
die innerhalb der DAF. an die Stelle der alten Fachverbande getreten sind, sind 
grofcenteils Trager der sozialen Leistungen und Garanten der Betriebsgemeinschaft, des 
gegenseitigen Einvernehmens zwischen Betriebsfuhrer und Gefolgschaft bis in den letzten 
Betrieb hinein. 

Rechtsberatung 

Die Rechtsberatungsstellen wurden 1936 von 3,5 Millionen Mitgliedern aufgesucht. Ihre 
Aufgabe ist, ausgleichend zu wirken und Streitfalle moglichst zu schlichten, bevor sie vor 
die Gerichte kommen. Sie geben aber weiter dem schaffenden Volksgenossen die 
Moglichkeit, seine berechtigten Anspruche auch vor den Arbeitsgerichten und 
Spruchbehorden vertreten zu lassen und so Forderungen durchzufechten, die er infolge 
der Unkenntnis der Rechtslage sonst vielleicht nicht zum Erfolge fuhren konnte. Die 
Rechtsberatungsstellen haben imjahre 1936 bearbeitet: 

641 418 arbeitsrechtliche Streitfalle 
210 279 aufcergerichtliche Vergleiche 

84 354 erhobene Klagen 

16 132 Zwangsvollstreckungen 
242 748 Verfahren in der Sozialversicherung. 



J ugendfiirsorge 

Das J ugendamt der DAF. hat die gesundheitliche und berufliche Lenkung der J ugend in 
den Betrieben ubernommen. Es hat den Reichsberufswettkampf eingefuhrt, der fur die 
Ausbildung eines guten deutschen Facharbeiternachwuchses heute unerlafclich geworden 
ist und bereits Nachahmung in anderen Landern findet. Es hat dazu beigetragen, der 
J ugend einen angemessenen Urlaub zu schaffen und hat in vielen Betrieben 
Sondereinrichtungen fur die J ungarbeiterschaft herbeigefuhrt. 

Frauenamt 

Das Frauenamt der Deutschen Arbeitsfront sorgt fur die Frau im Betriebe, kummert sich 
darum, dafc ihr keine gesundheitsschadigende Arbeit zugemutet wird, schafft werdenden 
Muttern und Muttern die notige Zeit zur Ausspannung und eine genugende 
Unterbrechung der Arbeit ohne Verlust der Stellung und betreut die Mutter auch im 
Betriebe. 



Heimstatten- und Wohnungsbau 

Die Leistungen des nationalsozialistischen Staates auf dem Gebiet des Wohnungsbaues 
und der Siedlung sind an anderer Stelle behandelt worden. Auch die Deutsche 
Arbeitsfront hat durch ihr Heimstattenamt viel dazu beigetragen. Sie hat durch aktives 
Eingreifen und durch fachliche und finanzielle Unterstutzung und Beratung vielen 
schaffenden Deutschen zu einer gesunden Wohnung verholfen oder ihn auf eigener 
Scholle seGhaft gemacht. So wurden 1936 fertiggestellt: 

Siedlerstellen 24 512 Einheiten 

Eigenheime 7 243 Einheiten 

GeschoGwohnungen 5 355 Einheiten 

insgesamt 37 110 Einheiten 

Die fertiggestellten Wohneinheiten hatten einen Bauwert von rund 240 Millionen RM. 
Ferner befanden sich im Bau am 31. 12. 1936: 

Siedlerstellen 20 486 Einheiten 

Eigenheime 6 250 Einheiten 

GeschoGwohnungen 8 590 Einheiten 

insgesamt 35 326 Einheiten 

SchlieGlich sind in Vorbereitung am 31. 12. 1936: 

Siedlerstellen 64 485 Einheiten 

Eigenheime 9 877 Einheiten 

GeschoGwohnungen 11 327 Einheiten 

insgesamt 85 686 Einheiten 

I nsgesamt sind 215.296 Bauprojekte in Angriff genommen und fertiggestellt 
worden. 

Schulung und Berufserziehung 

Die Deutsche Arbeitsfront hat auf dem Gebiete der Schulung und Berufserziehung 
Mustergultiges geleistet. AuGer bei dem Reichsberufswettkampf hat sie im 
Lehrlingswesen, in der Umschulung von Arbeitskraften, im Anlernen von Arbeitslosen, in 
der zusatzlichen Berufsschulung, in der Einrichtung von Ubungswirtschaften und 
wirtschaftskundlichen Fahrten eine aufcerordentlich vielseitige Leistung aufzuweisen. 400 
Lehrwerkstatten wurden errichtet, weitere 150 befinden sich im Bau. 2,5 Millionen 
Menschen haben die Lehrkurse besucht. 25.000 Lehrkrafte wurden dabei beschaftigt. 
12.300 Ubungswirtschaften sind im Betrieb. Die sozialpolitische Schulung der Amtswalter 
und -warte der Deutschen Arbeitsfront wird auf neun Reichsschulungsburgen und 40 
Gauschulen durchgefuhrt. 85 verschiedene Fachblatter und eine Reihe von anderen 
Zeitschriften werden in einer Auflage von 20 Millionen Stuck kostenlos den Werktatigen 
geliefert. 

Soziale Betreuung 

Dieser Begriff umschlieGt ein umfangreiches Aufgabengebiet, z.B.: Linderung der sozialen 
Not, Schlichtung sozialer und arbeitsrechtlicher Streitigkeiten, Forderung und Pflege des 
Heimstattengedankens, gesundheitliche Betreuung der Mitglieder, Sicherung des 
Arbeitsfriedens, u.a.m. DerAufwand betrug 1935 rd. 40,5 Millionen Reichsmark, 1936 
(Jan./Okt.) rd. 39,5 Millionen Reichsmark. 



Kraft durch Freude 

Durch die Schaffung der NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" im November 1933 
wurden alle deutschen Schaffenden von einer Seite angesprochen, die ihnen bis dahin 
vollig fremd war. Zum ersten Male kummerte sich eine grofte Organisation um den 
Schaffenden auch auRerhalb seiner Arbeitszeit, kummerte sich um seinen 
Feierabend und seinen Urlaub. Zum ersten Male wurden MaGnahmen ergriffen, ihm 
seine Spannkraft und seine Gesundheit zu erhalten, ihm den grauen Alltag zu 
verschonern und ihm den gebuhrenden Anteil an den Kulturgutern der Nation zu 
gewahrleisten. 

Auslandische Zeitungen melden im Jahre 1936: 

"Etwas Unvorstellbares ist in Deutschland Wirklichkeit geworden. Mitten in einer 
Riesenfabrik zwischen Riesentreibradern und Maschinen, Drehbanken und 
Ambossen spielt das Philharmonische Orchester. Tausende von Arbeitern in ihren 
Arbeitskitteln horen andachtig zu." 

Andere wieder berichten: 

"Um die Kunst auch dem Arbeiter zu bringen, sind in Deutschland in den 
Betrieben Kunstausstellungen veranstaltet worden, die einen aufcerordentlichen 
Erfolg hatten. 144 Kunstausstellungen wurden im Jahre 1935, 450 im Jahre 1936 
in grofcen Fabriken abgehalten. Hunderttausende von Arbeitern haben sie 
gesehen." 

So urteilt das Ausland uber ein Werk, das wahrhaft den Geist des Sozialismus atmet. 

An "Kraft durch Freude" -Reisen nahmen teil: 

1934 2 Millionen Menschen 

1935 5,6 

1936 6,1 

"Auf eigenen Schiffen werdet ihr die Meere befahren!" So haben die Vater des Marxismus 
es dem Arbeiter prophezeit. Aber nicht der Marxismus, sondern der Nationalsozialismus 
hat diese Parole in die Tat umgesetzt, und heute gehoren moderne grofce Seeschiffe dem 
deutschen Arbeiter, ist eine Seereise nach Afrika, ins Mittelmeer, in die norwegischen 
Fjorde oder den Atlantischen Ozean nicht mehr ein Vorrecht der Besitzenden. 
Hunderttausende von Arbeitern haben inzwischen auf ihren Schiffen die Meere befahren. 

Schone deutsche Landschaftsgegenden, die so lange vom Reisestrom gemieden wurden, 
hat die NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" dem schaffenden deutschen Menschen 
erschlossen und so Deutschland und den deutschen Menschen um ein Stuck seiner 
Heimat reicher gemacht. 

Am Feierabend wurden betreut: 

1935 23 070 712 Teilnehmer auf 61 572 Veranstaltungen, 

1936 52 766 029 Teilnehmer auf 142 670 Veranstaltungen. 

Musik- und Singstunden, Theatervorstellungen und Konzerte, Bunte Abende, die 



Sonderaktion fur die Reichsautobahnarbeiter und Veranstaltungen in den Betrieben 
gehoren zum Arbeitskreis dieses Amtes. 

Das Amt "Deutsches Volksbildungswerk" hat durchgefuhrt: 

1936 36.194 Veranstaltungen mit 6.109.269 Teilnehmern. Etwa 300 Volksbildungsstatten 
wurden besucht, Vortragsveranstaltungen, Dichterabende durchgefuhrt, 
Museumsfuhrungen veranstaltet, Kurse angesetzt. In den Betrieben wurden durch 
Volksbildungsveranstaltungen 728.713 Gefolgschaftsmitglieder und Betriebsfuhrer 
zusammengefaGt. 

Die Sportkurse besuchten: 

1935 2 717 196 Teilnehmer in 85 517 Kursen, 

1936 5 880 220 Teilnehmer in 275 307 Kursen. 

Das Amt "Schonheit der Arbeit" wandte auf: 

1935 109 299 252.81 RM. 

1936 500 000 000.-- RM. 

Es schuf 8.000 Kantinen und Aufenthaltsraume, 3.000 Grunanlagen, 500 Sportanlagen, 
200 Schwimmbader, 12.000 Wasch- und Umkleideraume. Ferner wurden 2.000 Schiffe 
der Hochseeschifffahrt und 3.000 Binnen schiffe mit menschenwurdigen 
Unterkunftsraumen fur die Mannschaft versehen. 

Das Amt "Schonheit des Dorfes" schuf 42 Gau- Musterdorfer, 34 Kreismusterdorfer, 3 
Musterguter, 67 allgemeine Musterdorfer; 100 weitere Musterdorfer sind in Arbeit. 

Heute ist die NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" aus dem Leben des 
schaffenden Menschen nicht mehr fortzudenken. "Ohne 'KdF.' ware uns das Leben 
gar nichts mehr", sagen alte deutsche Arbeiter, und andere fugen hinzu: "Wir freuen uns 
schon den ganzen Winter auf unsere schone Sommerreise mit 'KdF.'." "Ins Theater sind 
wir fruher uberhaupt nicht gekommen. Jetzt sehen wir viele Theatervorstellungen, horen 
Konzerte und haben auch Kunstausstellungen besucht, auf denen man uns wirklich etwas 
uber Kunst gesagt hat, was wir verstehen konnten." 

Das sind kleine Urteile am Rande, aber sie geben einen tiefen Einblick in das Wesen der 
Deutschen Arbeitsfront und ihrer Leistungen, in die Verbundenheit, die heute der 
deutsche Arbeiter mit seiner Organisation fuhlt. 

25 Millionen Deutsche sind heute in der Deutschen Arbeitsfront organisiert, davon 17 
Millionen Einzelmitglieder und 8 Millionen korporative Mitglieder (Reichskulturkammer, 
Reichsnahrstand, Reichsbund Deutscher Beamten). 

Wahrend die Gewerkschaften 55% des Beitragsaufkommens als Verwaltungsunkosten 
verbrauchten, sind es bei der DAF. nur 23,6%. Die Verwendung der Beitrage zeigt 
nachstehende Ubersicht: 



Verwaltung 


23,6% d. Mitgl.-Aufk. 


Soziale Betreuung 


14,4% 


"Kraft durch Freude" 


8,1% 


Unterstiitzungen 


25,8% 


Schulung 


4,2% 


Presse und Propaganda 


3,9% 


Verschiedenes 


5,9% 



So braucht die Deutsche Arbeitsfront heute keinen Vergleich mit den alten 
Gewerkschaften zu scheuen. 



13. Von der Republikjustiz zum deutschen Recht 



Ein republikanischer J ustizminister 

Am 19. November 1923 horcht man in der deutschen Offentlichkeit auf. Die Leipziger 
Neuesten Nachrichten berichten von der Verhaftung des sozialdemokratiscnen 
sachsischen Ministerprasidenten und friiheren J ustizministers Dr. Zeigner 
wegen zahlreicher Falle von passiver Bestechung: 



"Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat wegen Verdachts der Bestechlichkeit im Sinne 
des § 332 StGB. ein Verfahren gegen den fruheren Ministerprasidenten Dr. 
Zeigner eingeleitet. Dieser Paragraph bedroht uberfuhrte passive Bestechung mit 
Zuchthaus bis zu 5Jahren. 
Im einzelnen sei hierzu folgendes mitgeteilt: 

Dr. Zeigner war bekanntlich, bevor er die Ministerprasidentschaft ubernahm, 
sachsischer J ustizminister. Man wird sich entsinnen, dafc er in dieser Stellung eine 
Fulle von Begnadigungen ergehen liefc, was seinerzeit schon in der gesamten 
deutschen Offentlichkeit bedenkliches Kopfschutteln und Aufsehen erregte, 
wenngleich sich Dr. Zeigner dabei auf Amnestieerlasse zu stutzen versuchte. Nun 
hat aber Dr. Zeigner seine Stellung als Vorstand des sachsischen 
J ustizministeriums dazu mifcbraucht, Leuten, die rechtskraftig zu Freiheitsstrafen 
verurteilt worden waren, unter dem Deckmantel der Begnadigung diese Strafen zu 
erlassen, und zwar gegen bar und gegen Geschenke. Er hat sich also 
Begnadigungen abkaufen lassen. Als Zeichen der 'Erkenntlichkeit' hat Dr. 
Zeigner alle 'Arten von Gegenstanden des taglichen Bedarfs' 
entgegengenommen, so Eier, Mehl, Kartoffeln, Butter, Geflugel, 
Bekleidungsgegenstande, Schmucksachen und Papiergeld. Wie eilig es Dr. 
Zeigner mit dieser Art von Begnadigungen hatte, beweist die Tatsache, dafc in 
Dringlichkeitsfallen sogar entsprechende telegraphische Anweisungen an die 
Staatsanwaltschaft zur Freilassung der Begnadigten erteilt wurden. Es ist weiter 
vorgekommen, dafc bereits zur Strafhaft eingezogene 'Klienten' des Herrn Dr. 
Zeigner auf dessen telegraphische Anweisung sofort wieder entlassen werden 
mufcten. 

Das Honorar fur die 'justizministerielle' Tatigkeit hat dieser sonderbare Huter des 
Rechts in den verschiedensten Lagen seines Lebens entgegengenommen. Teils in 
seiner Wohnung auf dem WeiGen Hirsch, teils im Kaffeehaus, ja sogar auf der 
StraGe hier in Leipzig. Fuhr er von Leipzig nach Dresden zuruck, so hatte er die 



'Abgabepflichtigen' vor Abgang seines Zuges nach dem Hauptbahnhof bestellt. So 
verstand er bei seinen Dienstreisen das Nutzliche mit dem Angenehmen zu 
verbinden. In der 'Goldenen Kugel' in Leipzig wartete der biedere Landmann, der 
wegen Getreidewuchers bestraft war, mit der 'Weihnachtsgans', bis er 
herausgerufen und nach dem Blucherplatz gefuhrt wurde. Dort stand 
erwartungsvoll der Herrjustizminister, bekleidet mit einem weiten Radmantel, 
nahm im Schwung die Weihnachtsgans entgegen und lieG sie unter dem 
Radmantel verschwinden, um nach Erledigung dieses 'Gefalligkeitsdienstes' seine 
amtliche Dienstreise nach Dresden fortzusetzen. Zur Entgegennahme der 
kleineren Haushaltsbedurfnisse, wie Butter und Eier, war die Gattin dieses 
seltsamen J ustizministers beauftragt; Mehl wurde in der Hartelstrafce bei einer 
nahen Verwandten abgeladen. Noch heute schmuckt die Gattin dieses 'Anwalts 
der Armen und Enterbten' ein Brillantkollier, das mit dem aus formalen Grunden 
an das J ustizministerium abgefertigten Gnadengesuch in der Privatwohnung des 
Herrn Ministers auf den Schreibtisch niedergelegt wurde. Den Vorkampfer des 
Proletariats selbst ziert ein kostbarer Pelz, der gleichfalls dem Drange nach 
Freiheit eines Entgleisten seine Herkunft verdankt. 

Um das vorstehende Bild abzurunden, bemerken wir noch, dafc sich die Tatigkeit 
des Herrn Dr. Zeigner nicht nur auf die ihm zugetragenen Sachen beschrankte; er 
veranlafcte auch von sich aus seine Mittelsmanner an Gnadebedurftige oder 
solche, die erdaraufhin einschatzte, wegen der Hohe der Bestechungssumme 
heranzutreten. Wir wiederholen, daG wir uber die Einzelheiten der Falle 
vollkommen unterrichtet sind. Wir begnugen uns heute mit diesen allgemeinen 
Hinweisen in der Erwartung, daG man nunmehr auch in Regierungs- und 
Parteikreisen der Sehnsucht Dr. Zeigners nach der schonen und freien Schweiz 
einige Beachtung widmen wird. Werden aus naheliegenden politischen Grunden 
unsere Angaben von der Presse, die sich bisher als Schildhalter Dr. Zeigners nicht 
genug tun konnten, ubergangen und abzuschwachen versucht, so werden wir mit 
weiteren Einzelheiten uber diese 'geborstene sozialistisch-kommunistische Saule' 
aufwarten." 

Wer ist Dr. Zeigner? Dr. Zeigner war jener sozialdemokratische Ministerprasident mit 
stark kommunistischem Einschlag, gegen den im Jahre 1923 mit Hilfe der Reichswehr 
eine Reichsexekutive durchgefuhrt werden muGte, weil er allmahlich im Rahmen des 
Deutschen Reiches aus Sachsen einen Sowjetstaat zu machen im Begriffe war und dem 
Reiche praktisch die BotmaGigkeit aufgesagt hatte. 

Es hat so viele Skandale um sozialdemokratische Minister gegeben, dafc nur allzuleicht 
ein Einzelfall dem Gedachtnis entschwindet. Der Fall Zeigner jedoch ist einer der 
schwerwiegendsten gewesen. Es ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dafc 
marxistische J ustizpflege in erster Linie immer darin gesehen wurde, jedes gemeine 
Verbrechen und jede gemeine Straftat zu bagatellisieren und die Strafwurdigen ihrer 
Strafe zu entziehen, sofern sie nicht gerade das Pech gehabt haben sollten, wegen 
Verbrechens gegen das so beruhmte Gesetz zum Schutze der Republik vor Gericht zu 
stehen. Dann allerdings wurden alle Grundsatze von Humanitat uber Bord geworfen. 
Dann hieG es: "Aufs Schafott!", auch wenn man noch eine Minute vorher die Todesstrafe 
abgelehnt hatte. 



Republikanische Novemberjustiz 

Am 5. November 1918 berichtete die sozialdemokratische Presse: 

"Gestern befreiten aufstandische Matrosen aus Kiel mit Hamburger Genossen 
1.200 Gefangene aus den Hamburger Gefangnissen. Sie wurden von Tausenden 
von Proletariern begeistert begruGt." 

Und so, wie es in Hamburg geschieht, geschieht es in jenen Tagen allerorts in 
Deutschland. Der Abschaum der Menschheit, der wohlverwahrt hinter Gittern safc, wird 
befreit. Die Gilde der Geldschrankknacker, der Wechselfalscher, der Raubmorder, 
Brandstifter und der Tagediebe stromt in das Funktionarkorps der marxistischen Parteien 
verschiedener Schattierung. Wenige Wochen spater kann es unter der Fuhrung von Max 
Holz sein Gewerbe bereits fachgemafc wieder aufnehmen, als die rote Revolutionsarmee 
in Mitteldeutschland marschiert, Banken erbrochen, Frauen geschandet, Dorfer 
angesteckt und Hunderte von Menschen viehisch ermordet werden. 

So sieht marxistische J ustizpflege in Wirklichkeit aus. Der Fall Zeigner ist nur ein 
Ausschnitt aus diesem ganzen Kapitel. Man erinnert sich noch des sozialdemokratischen 
Reichsjustizministers Radbruch, der bei der Behandlung der Strafrechtsreform 
Todesstrafe und Zuchthausstrafe praktisch beseitigt wissen wollte und die Strafen fur 
eine ganze Reihe von Verbrechen fur uberflussig hielt. 

I m Fall Zeigner sieht sich in den Novembertagen des J ahres 1923 selbst die Fraktion der 
SPD. gezwungen, ihren so prominenten Genossen zur Niederlegung seines Mandats 
aufzufordern, denn bei dieser Art von Straftaten lafct sich wirklich die sonst so ubliche 
Ausrede nicht verwenden, es handelte sich um eine reaktionare Hetze gegen einen 
gesinnungstreuen Sozialdemokraten. 

Am 29. Marz 1924 fa lit das Landgericht Leipzig das Urteil gegen den Genossen Zeigner. 
Es lautet wegen Bestechung und Aktenvernichtung auf 3 J ahre Gefangnis und 3 J ahre 
Ehrverlust. Das Reichsgericht bestatigt das Urteil. Doch die Genossen vergessen ihn 
nicht, und nach P/^Jahren wird Zeigner stillschweigend begnadigt. 

Sein tiefer Fall deckte noch andere Taten auf. So hatte Herr Zeigner dem 
sozialdemokratischen Dresdner Polizeiprasidenten Menke die im Zuchthaus verbrachte 
Strafzeit als Beamtendienstzeit angerechnet Einem anderen Freund hatte Genosse 
Zeigner, um ihm zu einem gunstigeren Besoldungsdiensalter zu verhelfen, die Schulzeit 
von Untersekunda ab dem Besoldungsdienstalter zugeschlagen. 

Die Zahl der Personen, die er in einem einzigen Jahr begnadigte, betrug Liber 
70.000. Darunter befanden sich alle Vergehen gegen die §§ 175 und 218 StGB., 
ferner alle Kuppelmiitter und alle Morder, denn unter Herrn Zeigner wurde 
niemals ein To des urteil vollstreckt. Unter den Verbrechern gab es ein 
gefliigeltes Wort: "Ick gen' zu Zeignern!" 



Die Verjudung der J ustiz 

Die Verjudung der deutschen J ustiz war schon vor 1914 nicht gering. Sie nahm geradezu 
beispiellose Formen an, als das Justizministerium abwechselnd marxistische und 
demokratische Herren hatte, die sich in der Ubernahme judischer Rechtsanwalte in den 
J ustizdienst gegenseitig den Rang streitig machten. Judische Richter und Rechtsanwalte 



gab es wie Sand am Meer, und politische Prozesse wurden fast nur noch an Kammern 
gegeben, die vorwiegend mit jiidischen Richtern und Beisitzern besetzt waren. 

Bis zum Jahre 1933 waren allein in Berlin 1.879 jiidische Rechtsanwalte und 1.210 
jiidische Notare zugelassen, das sind etwa 50 Prozent aller Rechtsanwalte und Notare. Im 
Reichsdurchschnitt betrug der Anteil des J udentums an diesen Berufen 33 Prozent. 
Darunter befinden sich selbstverstandlich alle gewinnbringenden Stellen. 

"Wir fordern Volksjustiz!" schrieb der Marxismus einst auf seine Fahnen. Die jiidischen 
SPD. -Rechtsanwalte und Parlamentarier Levy, Cohn und Rosenfeld haben gewufct, was 
sie wollten, als sie diese Forderung erhoben. Sie haben sie auch in die Tat umgesetzt, 
indem sie eine J ustiz des jiidischen Volkes iiber das deutsche Volk schufen. 

So wurde in der Zeit des Niedergangs aus der blinden Gottin der Gerechtigkeit ein 
leichtgeschiirztes J udenliebchen gemacht. 

Charaktervolle deutsche Richter haben es in dieser Zeit nicht leicht gehabt. Im Sklarz- 
ProzeB bot der jiidische SPD.- Staatssekretar Weismann dem aufrechten Staatsanwalt 
Gutjahr drei Millionen Mark Bestechungsgelder vom Bankkonto des Sklarz an, ohne daB 
Herr Weismann wegen Bestechungsversuch vor Gericht gekommen ware. Dafur wurde 
der Staatsanwalt Gutjahr in ein Ehrengerichtsverfahren verwickelt, zwar freigesprochen, 
aber an ein Gericht versetzt, an dem er nie wieder einen politischen ProzeB in die Hand 
bekommen hatte. Wer sich nicht fugte, wer nicht bereit war, das Recht zu beugen und 
dem System zu Willen zu sein, dem wurde der Brotkorb hoher gehangt. 

Nur in der Novemberrepublik konnten sich Richter fmden, die bereit waren, gegen 
Manner wie Hindenburg und Ludendorff wegen angeblicher Schuld am Kriege zu Gericht 
zu sitzen. Wo in der Welt hatten sonst Manner gefunden werden konnen, die bereit 
gewesen waren - noch dazu auf Verlangen eines ubermutigen Siegers - uber Manner zu 
richten, die 4 Jahre als Soldaten die Armee des Volkes gegen eine Welt von Feinden 
gefuhrt und den Heimatboden vor Verwustung bewahrt hatten? 



"Moderner Strafvollzug" 

Das Schlagwort vom modernen Strafvollzug wurde damals in die Debatte geworfen. Der 
Strafvollzug wurde von weltfremden Phantasten und marxistischen Ideologen zu einem 
Kuraufenthalt gestaltet. Die Verbrecher in den Strafanstalten hatten es erheblich 
besser als die Millionen von Erwerbslosen auf der StraRe. Sie hatten helle 
freundliche Zellen, die wohnlich mobliert waren, konnten Rundfunk horen, hatten 
BlumenstrauBe auf den Tischen, Kanarienvogel in den Zellen, sie bekamen ein gutes, 
reichliches Essen und hatten leichte Arbeit, einen Klub- und Leseraum und eine gute 
Bibliothek. Und so kam es gar nicht selten vor, daB sie nach VerbuBung ihrer Strafe 
darum baten, im Zuchthaus bleiben zu durfen. 



Urn ein neues deutsches Recht 

Als der nationalsozialistische Staat an die Macht kam, da fand er drei groBe Aufgaben auf 
dem Gebiete der J ustiz vor: 

1. Entjudung des deutschen J ustizwesens, 

2. Schaffung einer einheitlichen Reichsjustiz, 

3. Schaffung eines modernen deutschen Rechts. 



Die erste Aufgabe wurde durch das Gesetz zur Wiederherstellung des 
Berufsbeamtentums gelost, durch das grundsatzlich alle judischen Richter aus dem 
deutschen Justizdienst entfernt worden sind, so daB niemals wieder ein Jude uber 
Deutsche zu Gericht sitzen kann. Die Zahl der judischen Rechtsanwalte wurde soweit wie 
moglich verringert, wobei der nationalsozialistische Staat mit einer solchen GroBzugigkeit 
vorging, daB es noch heute eine groBe Anzahl judischer Rechtsanwalte gibt. 

Auch die zweite Aufgabe wurde in uberraschend kurzer Frist einer Losung zugefuhrt. 
MaBgebend da fur war das Wort des Fuhrers: 

"Wir konnen keinem einzelnen Staat innerhalb der Nation und des diese 
vertretenden Reiches eine machtpolitische Souveranitat und Staatshoheit 
zubilligen. Mit dem Tage, an dem der Nationalsozialismus den Kampf um die 
Macht siegreich bestanden hat, war die Frage der Reichseinheit und damit der 
Reichsjustiz politisch entschieden." 

In drei groBen Etappen wurde die Uberleitung der Rechtspflege von den Landern auf das 
Reich vollzogen. Das entscheidende Gesetz auf diesem Gebiet war das Erste Gesetz zur 
Uberleitung der Rechtspflege auf das Reich vom 16. Februar 1934. Es enthielt im 

Artikel 1: Die Gerichte sprechen Recht im Namen des deutschen Volkes. 

Artikel 2: Verreichlichung des Begnadigungs-, Niederschlagungs- und Amnestierechts. 

Artikel 3: Freizugigkeit der Anwaltschaft fur das Reichsgebiet. 

Artikel 4: Freizugigkeit notarieller Urkunden im gesamten Reichsgebiet. 

Noch im gleichen Jahr, am 5. Dezember 1934, folgte das zweite Gesetz. Es bestimmte: 

§ 1. Ubertragung der Zustandigkeiten der obersten Landesjustizbehorden auf den 
Reichsminister derjustiz. 

§ 2. Ermachtigung des Reich sjustizministers zur Bestellung von Beauftragten fur einzelne 
Lander. 

Gleichzeitig erfolgte die Abgrenzung der Zustandigkeiten zwischen Reichs- und 
Landesjustizbehorden und insbesondere die Vereinheitlichung der Staatsanwaltschaft fur 
das ganze Reich. 

Nach wiederum 7 Wochen schloB das Dritte Gesetz vom 24. Januar 1935 diese 
Entwicklung ab. Durch dieses Gesetz wurden mit dem 1. April 1935 diejustizbehorden 
der Lander Reichsbehorden, die Justizbeamten der Lander Reichsbeamte. Das Reich trat 
in Rechte und Pflichten der Landesjustizverwaltungen ein. 

Schon am 16. Oktober 1934 waren das Reichs- und das PreuBische J ustizministerium 
vereinigt worden, wahrend am 5. Dezember 1934 auch die J ustizministerien der ubrigen 
Lander verschwanden. So wurde auch auf dem Gebiet der J ustiz ein gewaltiger 
Schritt zur Reichsreform getan. Zum erstenmal, so lange es ein Deutschland gibt, gibt 
es nun eine einheitliche deutsche J ustiz und ein einheitliches deutsches Recht. 

Die dritte Aufgabe war die Schaffung eines neuen deutschen Rechts. Der Ruf nach einer 
Reform des geltenden deutschen Rechts ist nicht neu. Schon um die J ahrhundertwende 
wurde eine Reform des Strafrechts verlangt. Schon damals wurde man sich bewuBt, daB 
das alte Strafrecht den modernen Erfordernissen des 20. Jahrhunderts nicht mehr 
gerecht wird und dringend reformbedurftig ist. 



30 Jahre Miihen um ein neues Strafrecht 

Man schreibt dasjahr 1902, als im Deutschen Reichstag zum erstenmal der Rufnach 
einer Strafrechtsreform erklingt. DreiBig Jahre bemuhen sich dann die konstitutioneile 
und parlamentarische Monarchie und die November-Republik vergeblich, ein neues 
Strafgesetzbuch zu schaffen; die Geschichte dieser Strafrechtsreform ist ein so 
lebendiger Beweis, wie unschopferisch jedes parlamentarische Regime von Haus aus ist. 

Sieben Jahre, nachdem zum erstenmal eine Strafrechtsreform gefordert worden war, im 
Jahre 1909, bringt die zu diesem Zweck gebildete Kommission einen Vorentwurf heraus. 
Zwei Jahre spater folgt ein Gegenentwurf, und wieder zwei Jahre spater, im Jahre 1913, 
ein neuer Entwurf. 

Der Weltkrieg unterbricht dann die Arbeiten, bis im Fruhjahr 1918 wieder der Versuch 
gemacht wird, die Strafrechtsreform in Gang zu bringen. 

Nach der November-Revolte wird im Jahre 1920 ein neuer Entwurf vorgelegt, derjedoch 
nicht den Beifall der marxistischen Parteien findet, weil er noch die Todesstrafe enthalt. 
Und so kommt es zu dem beruchtigten Entwurf des sozialdemokratischen J ustizministers 
Radbruch. Am 13. September 1922 wird dieser Radbruchsche Entwurf dem 
Reichskabinett vorgelegt. Uber zwei Jahre liegt dieser Entwurf dem Kabinett vor. 
Niemand fand den Mut, fur seine Ablehnung oder seine Annahme einzutreten. Noch 
einmal wird er Fachleuten zur erneuten Durcharbeitung ubergeben und schlieBlich als 
"erster amtlicher Entwurf von 1925" dem Reichsrat vorgelegt. Nach zwei Jahren, am 14. 
Mai 1927, ist der Reichsrat so weit, daB der Entwurf dem Reichstag vorgelegt werden 
kann. Der Reichstag uberweist ihn zunachst einem AusschuB. Ausschusse waren immer 
die Begrabnisplatze des Reichstages. Einjahr lang, bis zum 2. Marz 1928, befaBt sich der 
StrafrechtsausschuB des Reichstages mit dem Entwurf. Dann wird der Reichstag 
aufgelost. Nach Zusammentritt des neuen Reichstages muB ein neuer AusschuB 
eingesetzt werden. Als nach zwei Jahren dieser neue AusschuB schlieBlich einige Kapitel 
des Entwurfs durchgepruft hat, wird imjuni 1930 der Reichstag erneut aufgelost. So 
kommt der Reichstag wie auf so vielen anderen Gebieten auch hier niemals zur Tat. 

Eine Einigung uber den Entwurf ware niemals moglich gewesen, man hatte ihn fassen 
konnen, wie man wollte. 

Die Marxisten waren gegen, das Zentrum fur Todesstrafe, 

die Marxisten gegen Bestrafung, das Zentrum fur Bestrafung des Landesverrats, 

das Zentrum fur Bestrafung der Gotteslasterung, die Marxisten dagegen, 

die Marxisten fur Straffreiheit beim Ehebruch, das Zentrum dagegen, 

das Zentrum fur Bestrafung der Abtreibung, die Marxisten dagegen. 



In vier Jahren nationalsozialistisches Strafrecht 

Im April 1933 erteilt der Fuhrer dem Reich sminister derjustiz den Auftrag zur 
Einberufung einer amtlichen Strafrechtskommission. Sie kann naturgemaB von alten 
Entwurfen nur juristisch Technisches ubernehmen, weil der nationalsozialistische Staat 
von einem ganz anderen, gesunden Rechtsempfinden des Volkes ausgeht und nicht von 
irgendwelchen agitatorischen Gesichtspunkten. Dieses neue Strafrecht baut sich auf den 
nationalsozialistischen Forderungen "Gemeinnutz geht vor Eigennutz", 
Volksgemeinschaft, Opferbereitschaft, Treue zur Gemeinschaft und den Grundsatzen 
einer nationalsozialistischen Sittenordnung auf. 



Am 31. Oktober 1936 findet die AbschluBtagung der amtlichen Strafrechtskommission im 
Reichsministerium statt und am 9. Marz 1937 berat bereits das Reichskabinett den 
Entwurf und kundigt seine baldige I nkraftsetzung an. 

Das, was der Monarchie und der sozialdemokratischen Republik in 31 Jahren nicht 
gelang, gelingt dem nationalsozialistischen Staat in noch nicht vier Jahren. Er schafft ein 
modernes neues Strafrecht, das ohne Zweifel weit uber die Grenzen Deutschlands hinaus 
richtunggebend sein und Bedeutung erlangen wird. 



Die weitere Neuordnung des Rechtslebens 

Am 27. Oktober 1933 erlaBt das Reichskabinett das Gesetz zur Anderung des Verfahrens 
in burgerlichen Rechtsstreitigkeiten, das mit dem 1. Januar 1934 in Kraft tritt. Dadurch 
wird auch auf dem Gebiete des ZivilprozeBrechts in kurzer Zeit Neues geschaffen und die 
ZivilprozeBordnung nationalsozialistischen Forderungen angeglichen. Das ist dabei das 
Ziel: Grolitmogliche Cewahr fur die Richtigkeit der Entscheidung verbunden mit 
grdlitmoglicher Beschleunigung des Verfahrens. Das Verfahren wird durch 
Ehrlichkeit, Mundlichkeit und Unmittelbarkeit wieder lebendig und volkstumlich gestaltet. 
Nach grundlicher Vorbereitung soil jede Streitsache moglichst in einem einzigen 
Verhandlungstermin aufgeklart und entschieden werden. 

Damit ist eine Reform eingefuhrt worden, die dringend nottat. Durch die im Weimarer 
System eingerissenen Methoden des Zivilprozesses war es zu einem schweren Risiko 
geworden, sein Recht auf dem Klagewege zu suchen. Man war namentlich der 
Verschleppungs- und Verzogerungstaktik eines boswilligen Gegners ausgesetzt. Wie oft 
hat der wirtschaftlich Schwache bei der Vertretung seines Rechts dem wirtschaftlich 
Starkeren gegenuber in einem faulen Vergleich nachgeben mussen, weil er der 
Verzogerungstaktik des Gegners und dem sich endlos hinziehenden ProzeB mit seinen 
Kosten und Aufregungen nicht gewachsen war. 

Heute soil der ZivilprozeB ein ehrlicher Kampf urns Recht sein. Fruher konnte er mehr als 
ein Geschicklichkeitskampf der Parteien gelten, bei dem zu leicht derjenige siegte, der 
mit alien Mitteln, z.B. auch der ProzeBverschleppung, skrupellos arbeitete. 

Der nationalsozialistische Staat hat es auf dem Gebiet derjustiz nicht nur als seine 
Pflicht angesehen, wieder ein geordnetes Rechtsleben herbeizufuhren , sondern 
gleichzeitig auch dem Volke selbst den notwendigen Rechtsschutz zu geben. Durch ErlaB 
vom 19. Mai 1934 wurde daher im PreuBischen J ustizministerium ein besonderes Referat 
fur den Rechtsschutz des Volkes errichtet. Die Aufgabe dieses Referates war es, das Volk 
iiber besonders gefahrliche Mittel und Wege des Verbrechertums und die 
Geschaftspraktiken skrupelloser Ausbeuter aufzuklaren. Dieses Referat ist 1935 mit der 
Uberleitung der Rechtspflege auf das Reich weiter ausgebaut und durch ErlaB vom 10. 
Marz 1936 organisatorisch erganzt worden. Heute arbeiten allejustizbehorden im ganzen 
Reich aktiv an dieser Aufgabe mit; sie haben alle Sonderbeauftragte fur 
Volksrechtsschutz. Unter den amtlichen Kundgebungen, Warnungen und Hinweisen des 
Volksrechtsschutzes sind u.a. zu erwahnen: 

"Rundfunkgerate sind regelmaBig nicht pfandbar", 

" Wehrt euch gegen erbarmungslose Vollstreckungsglaubiger" , 

"Vorsicht bei AbschluB von Vertragen", 

"Eltern, hutet eure Kinder!" usw. 

Im neuen Staat stellt sich also diejustiz allgemein aktiv in den Dienst der Gesamtheit. 



Ein wirklich nationalsozialistisches Gesetz ist ferner das Patentgesetz vom 9. Mai 1936. 
Das Gesetz bezweckt die Forderung und Pflege der im deutschen Volk vorhandenen 
schopferischen Geisteskrafte, es will gleichzeitig die Schaffenslust der Erfinder anregen 
und ihre Arbeitskraft sicherstellen. 

Das fruhere Patentgesetz ging uber die Person des Erfinders vollkommen hinweg. Das 
neue Gesetz hingegen gibt ihm oder seinem Rechtsnachfolger ausdrucklich das Recht auf 
das Patent. Wichtig ist auch, daB die Erfindereigenschaft nur Personen zuerkannt wird, 
Korperschaften oder Betriebe konnen sich nicht als Erfinder ausgeben. Wesentliche 
Kostenerleichterungen fur bedurftige Anmelder- und Patentinhaber sind vorgesehen. 

Das Patent ist das Entgelt fur die Leistung, die der Erfinder dem gesamten Volk geleistet 
hat. Der Erfinder muB aber auch seine Erfindung zu angemessenen Bedingungen zur 
Benutzung zur Verfugung stellen, soweit es das Interesse der Volksgemeinschaft 
verlangt. Die Interessen der Volksgemeinschaft werden also hier in den Vordergrund 
gestellt. Wenn die Reichsregierung erklart, daB die Erlaubnis zur Benutzung der Erfindung 
erforderlich ist, um die Interessen der Volksgemeinschaft zu wahren, kann eine 
Zwangslizenz erteilt werden. Der Erfinder muB sich dann also gegen angemessene 
Entschadigung (Lizenzgebuhr) die Benutzung und Auswertung seiner Erfindung gefallen 
lassen. Die Lizenzgebuhr setzt das Reichspatentamt fest. 

Der nationalsozialistische Grundsatz, daB Kinder der wertvolle Reichtum des Volkes und 
der Familie sind, wurde auch im Strafrecht dadurch zur Geltung gebracht, daB eine 
Bestimmung gegen den erpresserischen Kindesraub in das Strafgesetzbuch eingefuhrt 
wurde. Der neue § 239a vom 22. Juni 1936 sieht fur erpresserischen Kindesraub daher 
die Todesstrafe vor. Verbrechen, wie sie in einigen Teilen des Auslandes, namentlich in 
den Vereinigten Staaten von Amerika, aufgetreten sind und monatelang die Bevolkerung 
in Angst und Schrecken versetzten, sind damit in Deutschland unmoglich. 

Die nationalsozialistische Wirtschaft und damit auch der Arbeitsplatz des einzelnen wurde 
gesichert und geschutzt durch das Gesetz der Wirtschaftssabotage vom 1. Dezember 
1936, das dem Deutschen, der wissentlich und gewissenlos und aus grobem Eigennutz 
oder anderen niedrigen Beweggrunden den gesetzlichen Bestimmungen zu wider 
Vermogen nach dem Ausland verschiebt oder im Ausland stehen laBt und damit der 
deutschen Wirtschaft schweren Schaden zufugt, die Todesstrafe und Vermogenseinzug 
androht. 

Noch im J ah re 1933 wurde im Strafvollzug wieder dem Grundsatz Geltung verschafft, daB 
eine Strafe auch von dem Bestraften als Strafe empfunden werden musse. Mit dem 
Strafvollzug Weimarer Pragung, der aus dem Strafgefangenen ein verhatscheltes Kind 
machte und aus den Strafanstalten gut gefuhrte Pensionate, wurde gebrochen. Der Bruch 
mit dieser Auffassung war schon allein notig, um den deutschen Arbeiter aus der 
geradezu beleidigenden Lage zu befreien, daB Cefangene in Deutschland besser 
behandelt, gekleidet, bekbstigt und untergebracht wurden als der, der Tag um 
Tag mit seiner Hande Arbeit sich sein Brot sauer verdienen muB. 

Der Strafvollzug wurde wieder zu einer scharfen und wirksamen Waffe im Kampf gegen 
das Verbrechertum gemacht. Mit dem Gesetz vom 1. August 1933 wurde die 
Neugestaltung des preuBischen Strafvollzuges durchgefuhrt, dessen Grundsatze heute fur 
das ganze Reich gelten. Dieses Gesetz bestimmt unter an derm in § 6: 

"Durch den Vollzug der Strafe soil dem Strafgefangenen nachhaltig zum 
BewuBtsein gebracht werden, daB er sein Freveln gegen die 
Rechtsordnung des Staates durch die als empfindliches Ubel 
auszugestaltende Freiheitsentziehung zu suhnen hat. Die Scheu davor, 
nach erneuter Straffalligkeit das Ubel des Strafvollzugs abermals uber 
sich ergehen lassen zu mussen, soil in ihm durch die Art des Strafvollzugs 



so lebendig gemacht werden, dafl sie auch bei den einer inneren 
Erziehung nicht zuganglichen Verbrechern ein Hemmnis gegenuber der 
Versuchung zur Begehung neuer Straftaten darstellt. Dazu ist die 
zielbewulite Aufrechterhaltung von Zucht und Ordnung, Cewohnung an 
Arbeit und Pflichterfullung und der Versuch religioser, sittlicher und 
geistiger Beeinflussung erforderlich." 

Selbstverstandlich soil auch im nationalsozialistischen Staat der Strafvollzug nicht 
unmenschlich sein. Er steht daher nicht einseitig auf einem krassen 
Abschreckungsstandpunkt. Der Strafvollzug soil neben einer Strafe auch gleichzeitig eine 
Erziehung sein. Insbesondere fur diejungen Gefangenen, die einer Erziehung noch f'ahig 
und bedurftig sind. Bei ihnen wird daher auch besonderer Wert auf ihre Fortbildung 
gelegt. Es gibt daher auch besondere Anstalten fur noch nicht vorbestrafte 
Gefangnisgefangene, die mit Berufsverbrechern nicht in Beruhrung gebracht werden 
sollen. Andererseits ist fur unverbesserliche Berufsverbrecher, ferner fur ruckfallige 
Sittlichkeitsverbrecher und ahnliche Elemente, die eine Gefahr fur die menschliche 
Gemeinschaft bilden, die Sicherungsverwahrung geschaffen worden. Der 
nationalsozialistischen Auffassung, daB Arbeit eine Ehre ist, wurde dadurch Rechnung 
getragen, daB die Strafgefangenen nicht mehr mit Arbeiten beschaftigt werden, an denen 
gleichzeitig deutsche Arbeiter tatig sind. 

In 14Jahren Weimarer System wurde auf dem Gebiete derjustiz an gesetzgeberischen 
Taten zugunsten des Volkes nicht ein Bruchteil von dem geschaffen, was in vierjahren 
nationalsozialistischer Staatsfuhrung ohne Debatten und ohne Diskussion in der 
Offentlichkeit in unermudlicher und stiller Arbeit getan wurde. Wahrend in derZeit des 
Parlamentarismus schon die Stellung eines Agitationsantrages als weltbewegende Tat 
gepriesen wurde, hat der nationalsozialistische Staat von sein en Lei stun gen auf dem 
Gebiete der Rechtspflege bisher nicht viel gesprochen. Er unterscheidet sich damit von 
den Schwatzern der Systemzeit und handelt nach dem nationalsozialistischen Grundsatz: 

"Am Anfang war die Tat!" 



14. Wiederaufbau der deutschen Kultur 



"Die Kunst ist eine erhabene 
und zum Fanatismus verpflichtende Mission!" 
Adolf Hitler, Reichsparteitag 1933. 

Wahrend auf alien Lebensgebieten der deutschen Nation imjahre 1933 nach 
Fortraumung einiger Trummer mit einem Neubau begonnen werden konnte, mufcte auf 
dem Gebiete der Kultur erst einmal mit der Spitzhacke die kubistisch-futuristische 
Synagoge abgerissen werden, zu der das J udentum schon im vorigen J ahrhundert den 
Grundstein gelegt und die sie in den Jahren der Novemberregierung zu einem Fundament 
ihres Geistes der Zersetzung, der Verflachung und der Vernichtung aller Kulturwerte 
ausgebaut hatte. Das deutsche Kulturleben war in den Jahren der Novemberrepublik in 
einem solchen MaGe von J uden uberwuchert, daB es ohne weiteres als judisch 
angesprochen werden kann. Alle erfolgversprechenden Keime aus nicht judischer Wurzel 
wurden sofort zertreten. Aus dieser volligen Uberfremdung des deutschen Kulturlebens 
heraus allein ist der ungeheure Niedergang zu erklaren, dem in 14 Jahren das gesamte 
deutsche Kulturleben verfallen war. 



Ein J ude iiber Deutschlands Verjudung 

I m Marzheft des Kunstwart erschien 1912 ein Aufsatz des J uden Moritz Goldstein, in dem 
es u.a. heifct: 

"Auf alien Posten, von denen man sie nicht gewaltsam fernhalt, stehen 
plotzlich J uden; die Aufgaben der Deutschen haben die J uden zu ihrer eigenen 
Aufgabe gemacht; immer mehr gewinnt es den Anschein, als sollte das deutsche 
Kulturleben in judische Hande ubergehen. Das aber hatten die Christen, als sie 
den Parias in ihrer Mitte einen Anteil an der europaischen Kultur gewahrten, nicht 
erwartet und nicht gewollt. Sie begannen sich zu wehren, sie begannen wieder, 
uns fremd zu nennen, sie begannen, uns im Tempel ihrer Kultur as eine Gefahr zu 
betrachten. Und so stehen wir denn jetzt vor dem Problem: Wir J uden 
verwalten den geistigen Besitz eines Volkes, das uns die Berechtigung 
und die Fahigkeit dazu abspricht." 

Dieser Feststellung von judischer Seite ist nichts hinzuzufugen, denn sie spricht fur sich 
selbst. Theater, Film, Musik, bildende Kunst, Rundfunk, alles befand sich in erster Linie in 
judischer Hand. Das einzige, was im Theaterleben der Systemzeit z.B. in Berlin deutsch 
war, das war - wenigstens zum Teil - die Sprache. Sie war ein Gemisch von deutschem 
und jiddischem Gemauschel. Dafur waren Theaterdirektoren, Schauspieler, Dirigenten, 
Musiker, Textverfasser, Regisseure und Komponisten J uden. Die Zahl der Kulturjuden 
war so grofc, daG man mit ihren Namen muhelos ein AdreGbuch fullen kann. Alle 
Machtpositionen waren in einem solchen Ma Re mit J uden besetzt, 

dafc das J udentum es vollig in der Hand hatte, zu entscheiden, wer im deutschen 
Kulturleben im einzelnen noch eine Rolle spielen durfte. 

Die Verjudung begann bereits in den Ministerien. So wurde im preuBischen 
Kultusministerium Theater und Musik von den J uden Seelig und Kestenberg, im 
preuBischen Staatsministerium die Pressepolitik durch den J uden Goslar verwaltet. 

In samtlichen Verbanden der Kunstschaffenden safcen J uden. Die meisten 
Theaterdirektoren waren J uden. Judische Dirigenten wurden bei weitem bevorzugt, 
ebenso judische Kunstler. Der Film war zu 85 Prozent verjudet, die 15 Prozent 
Nichtjuden bekleideten nur untergeordnete Stellungen. Die Konzertagenturen, der Buch- 
und Kunsthandel wurden von J uden verwaltet. I n der bildenden Kunst waren es judische 
Schmierfinken, Kubisten und Expressionisten, die die tonangebende Rolle spielten und 
die tollsten Verirrungen als Kunst anpriesen. Im Rundfunk waren viele fuhrenden Stellen 
mit J uden besetzt, und die Programme der einzelnen deutschen Sender weisen in den 
Jahren des Niedergangs in erster Linie J uden auf. 

Die Verjudung der Presse hatte ebenfalls ein aufcerordentliches MaG angenommen. Die 
grofcen Konzerne waren in judischer Hand. Alle groften Zeitungen wurden von J uden 

geleitet. Die wichtigsten Ressorts waren mit J uden besetzt. Als Kunstkritiker traten in 
erster Linie./ uden in Erscheinung, die als Helfershelfer der im Kunstleben selbst tatigen 
J uden deren Geschafte besorgten. Nur so konnte es kommen, daG Volks- und 
Rassefremde das Kulturleben einer ganzen Nation beherrschten und in den Abgrund 
stiefcen, was kultureller Besitz einer ganzen Nation war. 

Fur die judischen Kunstbesitzer war die Kunst nur eine Ware. Als Ware 
behandelten sie nicht nur die Kunstwerke, sondern auch die Kunstschaffenden. Deutsche 
Kunstlerinnen oder Statistinnen wurden zum Freiwild judischer Theaterdirektoren oder 
Regisseure. Der Weg zum Ruhm oder zur Rolle ging durch das Bett des J uden. Die Gagen 
waren zum Leben zu winzig, zum Sterben zu grofc. Die Arbeitslosigkeit unter der 
deutschen Kunstlerschaft nahm nie dagewesene Formen an. J uden waren von dieser 
Arbeitslosigkeit kaum betroffen, denn: "ganz Israel burgt fureinander". 



Ein plastisches Bild der judischen Zersetzungsarbeit im Kulturleben, die vor keinem der 
GroGen der deutschen Nation haltmachte, gibt das Buch Diejuden in Deutschland. 



"Pilgerchor" als Fuftballmannschaft 

Als besonders bezeichnend soil nur darauf hingewiesen werden, daG noch am 13. Februar 
1933, nach der Machtergreifung, der judische Generalmusikdirektor Klemperer die 
Frechheit besaG, anlafclich des 50. Todestages Richard Wagners eine 
Tannhauserinszenierung in der Berliner Staatsoper vorzunehmen, die als gewollte 
Beleidigung des grofcen deutschen Meisters und als Faustschlag ins Gesicht aller noch 
irgendwie gesund empfindenden Menschen gelten muGte. Klemperer hat es nach dem 
Bericht der Allgemeinen Musikzeitung fertig gebracht, zu beweisen, dafc "die Ouverture 
ein schlecht klingendes, uberaus maGiges Stuck Musik sei". Man horte "harten Larm, wo 
rauschender Klang am Platze war, durres Gerinnsel, wo bluhende Kantilene, abgehacktes 
Gestammel, wo klare Akzente notig sind". "Der Venusberg war ein ausgeraumter 
Lagerkeller, wo Mose Forbach als Liebesgottin im Stil des Oranienburger 
Viertels sich brunstig herumrakelte." Es wird weiter berichtet, dal5 die 
Hirtenknaben als eine Art von Hofsangern erschienen, die Pilger als zerlumpte 
Proletarier und der Jagertrofc als FuBballmannschaft mit Autokappen. 



Entjudung der deutschen Kultur 

Zwei Aufgaben hat der Nationalsozialismus beim Neuaufbau des deutschen Kulturlebens 
in den Vordergrund gestellt: 

erstens die vollige Entjudung des deutschen Kulturlebens, die 
hundertprozentig durchgefiihrt wurde, 

zweitens den Aufbau einer grolien, geschlossenen, schlagkraftigen 
Organisation als neuer Tragerin des gesamten Kulturlebens. 

Beide Aufgaben sind mit nationalsozialistischer Grundlichkeit gelost worden. Sie bilden 
heute die tragfahige Grundlage fur alles Kulturschaffen im Deutschen Reich. Dem 
J udentum und den Mischlingen wurde die Moglichkeit geschaffen, innerhalb ihrer eigenen 
Organisation auch ihre eigene Kultur zu pflegen. Jede direkte oder indirekte 
Beeinflussung des deutschen Kunst- und Kulturlebens durch Trager judischen Geistes 
dagegen ist fur alle Zukunft verhindert. Nur deutschblutige Kunstler haben die 
Moglichkeit, sich mit ihrem Schaffen an das deutsche Volk zu wenden. 



Der Aufbau der Reichskulturkammer 

Das Reichskulturkammergesetz vom 22. September 1933 gab dem Reichsminister 
fur Volksaufklarung und Propaganda die Ermachtigung und den Auftrag, alle Angehorigen 
des deutschen Kulturlebens in Korperschaften offentlichen Rechts zusammenzufassen. 
I nnerhalb der Reichskulturkammer sind sieben solcher Korperschaften errichtet worden: 



die Reichstheaterkammer, 

die Reichsschrifttumskammer, 

die Reichsmusikkammer, 

die Reichsfilmkammer, 

die Reichspressekammer, 

die Reichsrundfunkkammer und 

die Reichskammer der bildenden Kunste. 

Als Zielsetzung der Reichskulturkammer wurde in der Durchfuhrungsverordnung vom 1. 
November 1933 festgelegt: 

"Durch Zusammenwirken der Angehorigen aller von ihr umfaGten Tatigkeitszweige 
unter der Fuhrung des Reichsministers fur Vol ksaufkla rung und Propaganda die 
deutsche Kultur in Verantwortung fur Volk und Reich zu fordern, die 
wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten der Kulturberufe zu regeln und 
zwischen alien Bestrebungen der ihr angehorenden Gruppen einen Ausgleich zu 
bewirken." 

Damit ist festgelegt, dafc kein Lebensgebiet der deutschen Kunst von der Fursorge durch 
die Reichskulturkammer ausgeschlossen ist. Es werden nicht nur die kulturellen 
Interessen der deutschen Kunstlerschaft wahrgenommen, sondern ebenso ihre sozialen 
und wirtschaftliche Belange. Bei der Errichtung der Reichskulturkammer wurde als 
Grundsatz festgelegt: 

"Wer bei der Erzeugung, der Wiedergabe, der geistigen oder technischen 
Verarbeitung, der Verbreitung, der Erhaltung, dem Absatz oder der Vermittlung 
des Absatzes von Kulturgut mitwirkt, muG Mitglied der Einzelkammer sein, die fur 
seine Tatigkeit zustandig ist. 

Die Reichskulturkammer und die Einzelkammern konnen Bedingungen fur den 
Betrieb, die Eroffnung und die SchlieGung von Unternehmungen auf dem Gebiet 
ihrer Zustandigkeit festsetzen und Anordnungen uber wichtige Fragen innerhalb 
dieses Gebietes, insonderheit uber Art und Gestaltung der Vertrage zwischen den 
von ihnen umfafcten Tatigkeitsgruppen treffen." 

In der Begrundung zum Reichskulturkammergesetz wird weiter ausdrucklich 
ausgesprochen, dafc es nicht Aufgabe des Staates sein kann, eine neuen Kultur im 
Verordnungswege zu schaffen, sondern daG sie von innen heraus aus dem Volke 
wachsen musse. 

"Es ist nicht die Absicht des nationalsozialistischen Staates, eine Kultur von oben 
her schaffen zu wollen. Die Kultur wachst aus dem Volke heraus. Alle fruheren 
Staatsauffassungen seit der Aufklarungszeit setzen die Kultur als eine 
Angelegenheit der Einzelpersonlichkeit zum Staate in einen gewissen Gegensatz. 
Auch soweit dieser Gedanke nicht durchgefuhrt wird, ist an der Auffassung 
festgehalten worden, als sei die Kultur etwas, das wegen seiner besonderen 
Feinheit und Vielgestaltigkeit eine stark dezentralisierte Staatsbetreuung 
moglichst ohne Befassung der Reichszentrale verlange. 
Die Aufgabe des Staates ist es, innerhalb der Kultur schadliche Krafte zu 
bekampfen und wertvolle zu fordern, und zwar nach dem Mafcstab des 
VerantwortungsbewuGtseins fur die nationale Gemeinschaft. In diesem Sinne 
bleibt das Kulturschaffen personlich und frei. 

Wohl aber ist es, um eine Politik der deutschen Kultur zu treiben, notwendig, die 
Schaffenden auf alien ihren Gebieten uber der Fuhrung des Reichs zu einer 
einheitlichen Willensgestaltung zusammenzufassen. Das geschieht im Wege des 
standischen Aufbaues." 



Der President der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, hat bei der 
feierlichen Eroffnung am 15. November 1933 ebenfalls die nationalsozialistische 
Auffassung von der Kultur und dem kulturellen Schaffen und von der Aufgabenstellung 
der Reichskulturkammer in knappen, uberzeugenden Worten dargelegt: 

"Kultur ist hochster Ausdruck der schopferischen Krafte eines Volkes. Der 

Kunstler ist ihr begnadeter Sinngeber. Es ware vermessen, zu glauben, dafc eine 
gottliche Mission aufcerhalb des Volkes vollendet werden konnte. Sie wird fur das 
Volk durchgefuhrt, und die Kraft, deren er sich dabei bedient, stammt aus dem 
Volk. Wir haben die schopferischen Krafte der deutschen Nation freigelegt; sie 
mogen sich ungehindert entfalten und reiche Fruchte tragen am Baum eines 
neuerstandenen Volkstums. 

Das ist der Sinn der Reichskulturkammer, die wir dem Gesetz entsprechend heute 
feierlich eroffnen und konstituieren. Sie stellt den ZusammenschluG aller 
Schaffenden in einer geistigen Kultureinheit dar. Sie beseitigt die nur noch 
mechanisch wirkenden Organisationsuberbleibsel der vergangenen Zeit, die der 
freien Entwicklung unseres kulturellen und kunstlerischen Lebens bloG im Wege 
standen. 

Die schaffenden Menschen sollen sich in Deutschland wieder als eine Einheit 
empfinden; es soil ihnen jenes Gefuhl trostloser Leere genommen werden, das sie 
bisher von der Nation und ihren treibenden Kraften trennte. Nicht einengen wollen 
wir kunstlerisch-kulturelle Entwicklung, sondern fordern. Der Staat will seine 
schutzende Hand daruber halten. Die deutschen Kunstler sollen sich unter 
seinem Patronat geborgen fuhlen und das begluckenden Gefuhl 
zuriickgewinnen, dafc sie im Staate ebenso unentbehrlich sind wie die, die 
die Werte seines materiellen Daseins schaffen. 

Die neugegrundete Reichskulturkammer steht uber den uberlebten Begriffen von 
modern und reaktionar. Ihre Arbeit soil ebenso abhold sein dem modern 
scheinenden GroGmannstum, hinter dem sich kunstlerisches Nichtskonnen 
verbirgt, wie sie abhold ist dem reaktionaren Ruckschritt, derderjugend und 
ihren gesunden Kraften den Weg verbauen will." 

Als representatives Gremium der deutschen Kulturschaffenden wurde der 
Reichskultursenat geschaffen, dem uber 100 fuhrende Manner des deutschen 
Kulturlebens angehoren und der das Gewissen des deutschen Kulturlebens ist. 

Als umfassende Organisation der "Kulturverbraucher" wurde aus dem Kampfbund fur 
deutsche Kultur die "NS.-Kulturgemeinde" geschaffen. 



Die soziale Stellung der deutschen Kunstler sen aft 

Die soziale Betreuung der deutschen Kunstlerschaft haben sich die Reichskulturkammer 
und ihr President ganz besonders angelegen sein lassen. So sind zum ersten Male 
wahrhaft grofce nationalsozialistische Werke der Hilfe und der Anerkennung geschaffen 
worden. Die Errichtung einer Alters- und Krankenversorgung fur die deutschen 
Kunstler wurde in Angriff genommen. Die Stiftung der Spende "Kunstlerdank" durch 
Reichsminister Dr. Goebbels in Hone von 2 Millionen Reichsmark zur Bannung der 
grofcten Not unter den schaffenden Kunstlern, die Errichtung des Hilfswerks der 
deutschen bildenden Kunst, der Ausbau der Schiller- Stiftung und anderer grower 
Stiftungen und Stipendien, die Errichtung der "Dr.-Goebbels- Stiftung fur 
Buhnenschaffende", aus der in erster Linie Altersheime und Erholungsstatten fur die 
Buhnenschaffenden gebaut werden sollen, sind als Marksteine nationalsozialistischen 
Tatwillens besonders hervorzuheben. 



Staatspreise fur deutsche Kiinstler 

Als Anerkennung fur besondere Leistungen wurden fur deutsche Kiinstler zahlreiche 
Preise neu gestiftet und bestehende erneuert. An der Spitze dieser Preise steht der vom 
Fuhrer am 30. Januar 1937 gestiftete "Deutsche Nationalpreis fur Kunst und 
Wissenschaft", der in Hone von je 100.000 Reichsmark an drei verdiente 
Deutsche auf dem Reichsparteitage der NSDAP. fur die beste Leistung des 
Jahres verliehen wird, und der "Nationale Buch- und Filmpreis", dem die 
Reichsregierung am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes fur den besten 
Film und fur das beste Buch des Jahres vergibt. Beide Preise sind schon jetzt 
WertmaGstabe fur kiinstlerisches Schaffen geworden und werden dazu dienen, Kiinstler, 
die fur ihre Nation Uberdurchschnittliches leisteten, fur alle Zeiten vor der Nation 
hervorzuheben und ihnen eine Stellung in der Volksgemeinschaft zu geben, die der 
Bedeutung ihrer Leistung entspricht. 



Theaterskandale am laufenden Band 

Der Niedergang des deutschen Theaters in der Nachkriegszeit ist in kultureller Hinsicht 
allein aus der grofcen Zahl der Theaterskandale zu ersehen. 

Man erinnert sich noch an die zahlreichen, auf niedere I nstinkte spekulierenden 
Unterhaltungsstiicke jiidischer Herkunft, deren Titel eindeutig genug waren. DerTitel 
einer Revue des Juden James Klein gibt die Tendenz an: "1000 nackte Frauen". Die 
jiidischen Theaterleiter in Berlin und in anderen groGen deutschen Stadten hatten 
keinerlei Interesse an einer Pflege der deutschen Kultur, sondern ausschliefclich Interesse 
an einer vollen Kasse. Fur sie war die Leitung eines Theaters keine Berufung, sondern ein 
Beruf, und sie waren ebenso gern bereit, Abteilungschef im Warenhaus oder 
Borsenmakler statt Leiter eines Theaters zu werden. Die Namen zeigen allein, wer die 
deutsche Biihne in Handen hatte. 

Da waren die jiidischen Gebriider Schaie, die sich Rotter nannten, der Jude Barnowsky 

(der in Wirklichkeit \s\dor Abrahamowsky hiefc), der Jude J ames Klein, der Jude 
Saltenburg, der J ude Moses Goldmann, der sich Max Reinhardt nannte, die J uden Haller, 
Hartung (mit richtigem Namen May), Martin Zickel, Ludwig Klopfer, Kurt Robitschek und 
viele andere mehr. 

So wie ihre Namen war auch ihr Spielplan. Es gab Theaterskandale am laufenden Bande. 
Sie begannen mit Schnitzlers "Reigen". Es folgte dann "Casanovas Sohn" von dem Juden 
Lothar, eine der widerlichsten Schweinereien, die jemals auf Biihnen zu sehen war. Es 
folgte "Karussell" von Verneuil, das sich mit dem Betrieb bei einer grofcen Kokotte befafct. 
Die "Medea" von H. H. Jahn im Berliner Staatstheater und "Die Gefangene" von Bourdet 
in der "Komodie", die das Schicksal einer lesbischen Frau behandelt, lieferten den Stoff 
zu den 

nachsten Theaterskandalen. Ehm Welks "Gewitter uber Gotland" wurde von Piscator als 
kommunistisches Tendenzstiick so krasser Form herausgebracht, dafc die Folge der 
Auffiihrung Massenaustritte aus der Volksbiihne waren. Dem Juden Piscator blieb es auch 
vorbehalten, bei der Auffiihrung des kommunistischen Tendenzstiickes "Schwejk" sogar 
einen Abort auf der Biihne aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. 1928 brachte die 
"J unge Biihne" ein Schauspiel heraus, "Morder fur uns" von Schaferdieck, das den J uden 
Schlesinger und seinen Mittater verherrlicht, die durch das Attentat von Leiferde 
eine grofce Anzahl von bliihenden Menschenleben vernichteten. 



Der "Hinkemann" des J uden Toller vermehrte die Zahl der Schundstucke und der 
Theaterskandale um einen weiteren Fall. Der Jude Theodor Tagger, der unter dem 
Namen "Bruckner" schrieb, brachte 1926 sein Schauspiel "Krankheitderjugend" heraus, 
das alle erdenklichen sexuellen Verirrungen zum Gegenstand einer Buhnendarstellung 
macht, wahrend sein Schauspiel "Verbrecher" eine Glorifizierung des Verbrechertums 
darstellt und mit den ubelsten und gemeinsten Mitteln gegen Recht und Gesetz agitiert. 
Die " Dreigroschenoper" der J uden Brecht und Weill sei hier 

nur am Rande erwahnt. Die "Revolte im Erziehungshaus" und die "Pioniere in Ingolstadt" 
beschaftigten ebenfalls wochenlang die offentliche Meinung. Sogar der judische 
Polizeivizeprasident Isidor WeiB mufcte in diesem Falle eingreifen und um die Streichung 
einiger Szenen "bitten". Fur die armen Morder wirbt das auf Betreiben der Liga fur 
Menschenrechte aufgefuhrte Tendenzstuck von Wolffenstein "Nacht vor dem Beil". 
"Cyankali" von dem J uden Wolff und "§ 218" von Credi propagieren die Abschaffung des 
§ 218 des StGB. und Abtreibungsfreiheit. Die "Matrosen von Cattaro" verherrlichen die 
Meuterei. Die Stucke "Hochspannung", "Schlafstelle" und "Gartenlaube", in Berliner 
Theatern aufgefuhrt, waren so voller Eindeutigkeiten und Zoten, dafc das Publikum zum 
grofcen Teil emport das Theater verliefc. Noch im J ahre 1932 gestaltete der J ude 
Joachimsohn "Die Journalisten" von Gustav Freytag zu einer ruhrseligen Mitleidsklage fur 
den judischen Schmok um. 



Die Arbeitslosigkeit unter den Biihnenschaffenden 

Die Folge der Theaterskandale, der Verjudung des Theaterwesens und damit seines 
Niedergangs zeigte sich nicht nur auf kulturellem, sondern auch auf wirtschaftlichem 
Gebiet. Es war nicht allein die Wirtschaftskrise, die allmahlich zu einer immer unhaltbarer 
werdenden Lage im ganzen Theaterleben fuhrte, zahlreiche Theater zum Erliegen 
brachte, Verkurzungen der Spielzeit notwendig machte und bei einem grofcen Teil der 
Theaterzusammenbruche das Personal die seit vielen Monaten geschuldeten Gagen 
kostete. 37 grofSe gemeinnutzige Theater stellten bis 1931 teilweise ihren 
Betrieb ein, zum anderen Teil verkurzten sie die Spielzeit ganz erheblich. Allein 
bis zur Spielzeit 1930/31 ging die Zahl der beschaftigten Buhnenmitglieder um mehr als 
3.000 Personen zuruck. Das ist ein wesentlicher Teil aller Buhnentatigen Deutschlands. 
Eine grofce Zahl weiterer Theater verminderte die Zahl des Personals um mehr als 20 
Prozent. I m J ahre 1932 muftten aufter zahlreichen privaten Theatern weitere 
sieben gemeinnutzige grofte Buhnen geschlossen werden, darunter die preufcischen 
Staatstheater in Kassel und Wiesbaden und das Staatliche Schiller-Theater in Berlin. 

Die Gagen des Solopersonals wurden bis 1932 bis zu 20 Prozent gekurzt. 1932 bezogen 
bereits 49,8 Prozent aller Buhnenkrafte, soweit sie uberhaupt noch Stellung 
hatten, weniger als 300 RM. im Monat. Dadurch, daG die Zahl der ganzjahrig 
spielenden Theater mehr und mehr absank, wurden auch die J ahresvertrage zahlreicher 
Buhnenkrafte durch Saison-Vertrage ersetzt und ihre Wirtschaftslage dadurch weiter 
herabgedruckt. Da jeder Schauspieler oder Sanger darauf angewiesen ist, in den J ahren 
des Erfolges Rucklagen fur spater zu machen, so ergibt sich ganz zwangslaufig aus einem 
solchen wirtschaftlichen Absinken das Entstehen eines Proletariats von alten, 
wirtschaftlich nicht versorgten Kunstlern. Von 63 Prozent im J ahre 1929 sank die 
Zahl der Kunstler mit J ahresvertragen auf 49 Prozent im J ahre 1932, wahrend 
die iibrigen also nicht mehr mit 12 Monatsbezugen rechnen konnten, sondern 
das Einkommen weniger Monate auf 12 Monate aufteilen muftten. 

Insgesamt betragt der Abbau des Personalstandes der deutschen Theater von 1928/29 auf 
1931/32 5.878 Personen von insgesamt 28.500 im Jahre 1928/29. 



Nationalsozialismus bringt Aufstieg 

Nach der Ausscheidung allerjuden, der Wiedergesundung des gesamten deutschen 
Theaterlebens, der Wiederinbetriebnahme der geschlossenen Theater und der 
Verlangerung der Spielzeiten konnten im Spieljahre 1936/37 28.012 tatige Kunstler an 
den deutschen Buhnen gezahlt werden gegen 22.045 im Jahre 1932. An 81 Buhnen 
konnte die Spielzeit verlangert werden. Die Zahl der ganzjahrig spielenden Buhnen ist auf 
das Dreifache, und zwarauf 75 im Jahre 1937 gestiegen, die Durchschnittsspielzeit von 
zirka 5 Monaten auf 7 bis 10 Monate. 

Die Reichskulturkammer bildete zusammen mit dem Deutschen Gemeindetag und dem 
Reichs- und PreuGischen Innenministerium einen WanderbuhnenausschuB. Alle Stadte 
ohne standigem Theater wurden innerhalb der einzelnen Gaue zu Zweckverbanden 
zusammengeschlossen. Jeder Gau hat seine eigene Wanderbuhne, die die theaterlosen 
Stadte bespielt. Ein Teil der Wanderbuhnen spielt bereits mit mehreren Ensembles, um 
alien Anspruchen gerecht zu werden. 

Die von der Reichstheaterkammer erlassenen Richtlinien fur die Gestaltung der 
Eintrittspreise hat jede Moglichkeit einer Unterbietung ausgeschaltet und den Theatern 
die Moglichkeit gegeben, ihren Etat auf eine wirtschaftlich gesunde Grundlage zu stellen. 

Durch die Umwandlung des paritatischen Buhnennachweises in den Deutschen 
Buhnennachweis, der eine Wohlfahrtseinrichtung ist, wurde das Engagements- und 
Vermittlungswesen auf eine vollig neue Grundlage gestellt. Die Vermittlung von 
Engagements erfolgt nunmehr kostenlos fur den einzelnen. 

Volk und Kunst sind wieder eine Einheit im nationalsozialistischen Staat geworden, und 
die Theater wurden wieder zu Einrichtungen des Volkes. Der Fuhrer selbst hat am Aufbau 
des deutschen Theaters lebhaften Anteil genommen. Die jahrlich veranstalteten 
Reichstheaterfestwochen erhielten ihre Weihe durch sein personliches Erscheinen. Er 
selbst gab die Mittel her fur den Umbau und die Wiederherstellung zahlreicher 
vernachlassigter oder geschlossener Buhnen. 38 Buhnen sind in Deutschland in vier 
Jahren neu gebaut, umgebaut oder renoviert worden, und schon sind die Plane fertig fur 
weitere grofce Taten auf dem Gebiet des Theaterbaues in Deutschland. 



Deutscher statt jiidischer Film 

Die Tatsache, daG 85 Prozent des gesamten Filmwesens sich in judischen Handen 
befanden, ist fur den Zustand der deutschen Filmkunst und der deutschen Filmwirtschaft 
in der Zeit vor 1933 bezeichnender als alle Statistiken und Darstellungen. Der Film war 
weiter nichts als ein reines Wirtschaftsunternehmen, mit dem man recht viel verdienen 
wollte. Die Filmschaffenden waren rechtlos und meist schlecht bezahlt. Soziale 
Einrichtungen fur sie gab es meist uberhaupt nicht. Wenige Spitzenspieler erhielten dafur 
Gagen von einer geradezu marchenhaften Hohe. Judische Filmdirektoren und -regisseure 
steckten den Hauptverdienst in ihre Tasche. Der Film wurde zu einem 
Spekulationsobjekt. Wenn einmal ein Film Erfolg hatte, so konnte sofort mit einer Serie 
gleichartiger Filme gerechnet werden, in denen, verflacht und seicht, das gleiche Thema 
bis zur Bewufctlosigkeit ausgewalzt wurde. Die Filmproduktion war auf wenige Monate 
zusammengedrangt, wahrend die Filmschaffenden, insbesondere die vielen Hilfsarbeiter 
und Komparsen, in den ubrigen Monaten erwerbslos waren. Da es fur die Zulassung zur 
Filmproduktion keinerlei Beschrankungen gab, war die Zahl der Neugrundungen und 
Zusammenbruche auRerordentlich groft. 300 Verleihfirmen stritten sich um die 
Filmproduktion. Da viele von ihnen nicht leben und nicht sterben konnten, kamen nicht 
selten die Filmproduzenten durch den Zusammenbruch der Verleihfirmen um den Lohn 
ihrer Arbeit. 



Die Griindung der Reichsfilmkammer und die Zusammenfassung der 
Filmproduzenten, der Filmverleiher, Filmtheater, der Filmtechnik und aller 
Filmschaffenden unter einer Leitung, ihre Ausrichtung nach einem Gedanken und auf ein 
Ziel war eine der ersten Voraussetzungen fur eine vollige Umstellung des deutschen 
Filmwesens. 

Wie auf alien anderen Gebieten, so setzte auch hier sofort das Warnungsgeschrei ein, 
dafc eine vollige Entjudung des Films unmoglich sei und das Ende des Films bedeuten 
wurde. Das Gegenteil ist unter Beweis gestellt worden. Nach gewissen 
Anfangsschwierigkeiten haben Filmkunst und Filmwirtschaft einen Aufschwung in 
Deutschland genommen wie nie zuvor. Der beste Wertmesser dafur ist das glanzende 
Abschneiden Deutschlands auf der I nternationalen Filmausstellung 1936 in 
Venedig. 

Ein weiterer Beweis ist das auGerordentliche>4nste/gen der Zahlen der Besucher 
deutscher Filmtheater. Sie stiegen von 

235.000.000 imjahre 1932 auf 
315.000.000 imjahre 1936. 

Die Gesamteinnahmen der deutschen Filmtheater stiegen von 

176.000.000 [RM.] imjahre 1932 auf 
220.000.000 [RM.] imjahre 1935 und auf 
250.000.000 [RM.] imjahre 1936 (Schatzung). 

Die Zahl der Filmtheater stieg auf 5.302, die Zahl der Sitzplatze auf 1.943.049. Die Zahl 
der neuerrichteten Filmtheater betragt 461. 92 geschlossen gewesene Betriebe wurden 
wieder eroffnet. Durch eine straff gefuhrte Regelung der Eintrittspreise und durch die 
Senkung der Vergnugungssteuer von 10,5 auf 7,5 Prozent wurde einmal die wilde 
Konkurrenz unterbunden, zum anderen den Theatern wirtschaftlich wieder eine starkere 
Lebensmoglichkeit gegeben. 

Durch die Grunding der Filmkreditbank wurde der gesamten Filmwirtschaft eine 
gesunde wirtschaftliche Basis geschaffen und auch das kunstlerische Niveau des Films 
dadurch gehoben, dafc fur die Herstellung wirklich brauchbarer und der 
nationalsozialistischen Auffassung entsprechender Filme durch Kreditgabe und 
Verbilligung des Geldes erhebliche Erleichterungen geschaffen wurden. Durch die 
Verteilung der Produktion von wenigen Monaten auf das ganzejahr sind die Ateliers 
laufend ausgenutzt, die gewerblichen Arbeiter wieder das ganzejahr uber beschaftigt, 
und die Komparsen, deren Los ganz besonders bedauernswert war, ebenfalls das ganze 
Jahr uber zur Mitarbeit herangezogen. Die Zahl der Komparsen, die in der Zeit des 
Wirtschaftselends viel zu groG war, wurde von 4.000 auf 1.200 vermindert. An Stelle 
von 300 Verleihfirmen stehen heute 15 grof&ere und ca. 25 kleinere 
Bezirksverleiher. Der Filmverleih ist dadurch ubersichtlich geworden und auch 
wirtschaftlich gesundet. 

An die Stelle der Filmagenten ist der Filmnachweis getreten, dessen sich auch die 
Produktionsfirmen zu bedienen haben. Wahrend fruher die Filmschaffenden vogelfrei 
waren und sich niemand um ihr soziales Los kummerte, hat der nationalsozialistische 
Staat die unbeschrankte Arbeitszeit, die willkurliche Gagenfestsetzung und die 
Sonntagsarbeit ohne Zuschlag aufgehoben. An die Stelle der Ausbeutung ist die 
Tarifordnung vom 17. Januar 1935 getreten. 

Zahlreiche Filme erhielten hohe und lobende Pradikate. 



Der nationale Filmpreis konnte in jedem Jahre fur eine Leistung vergeben werden, die 
wirklich als uberragend angesprochen werden kann. Er wurde zugesprochen: 

1934 dem Film "Fluchtlinge", 

1935 Triumph des Willens", 

1936 Traumulus", 

1937 Der Herrscher". 



Auf dem Gebiete der Filmtechnik wurde Besonderes geleistet. Insbesondere hat 
Deutschland das Problem des Farbenfilms ein gutes Stuck vorwarts gebracht und 
mehrere Systeme entwickelt, die nun ihre Brauchbarkeit unter Beweis stellen werden. Als 
besonders wertvolle Einrichtung hat sich das Reichsfilmarchiv erwiesen, das fur die 
kulturpolitische Arbeit Deutschlands von aufcerordentlicher Bedeutung ist. 



Deutsches Musikleben ohne Deutsche 

Auf dem weiten Gebiet der Kultur war neben dem der Malerei und der Plastik das Gebiet 
der Musik dasjenige, auf dem kulturbolschewistische Experimente am haufigsten zu 
verzeichnen waren. Was an atonalem Gefasel dem deutschen Publikum als moderne 
Musik zugemutet wurde, war oft unertraglich. 

Als musikalische Erbauung setzte man dem Publikum Negerkapellen vor, die Jazzmusik 
aus dem afrikanischen Busch als Offenbarung der Zeit spielten. Es waren in erster Linie 
J uden, die fur diese Verhunzung des grofcen musikalischen Erbes der deutschen Nation, 
diesen Ausverkauf zu billigsten Preisen aus dem Trodlerkeller verantwortlich zeichneten. 
Hanns Eisler, Kurt Weill, Bert Brecht, der als Dichter der modernen Musik 
gepriesen wurde, Paul Dessau, Otto Klemperer, Adolf WeifSmann, Arnold 
Schonberg, Ernst Toch, Karl Flesch, Paul Bekker, Alice Jacob- Low insohn, 
Hollander, Hirschland, Kahn, Wolfsthal, Lendvay, Wilhelm Grosz, Alexander 
Jemnitz, Alexander Tansman, Karl Wiener, Wladimir Vogel, Karol Rathaus, Leo 
Kestenberg, Leo Jessel, Eduard Zuckmayer, Berthold Goldschmidt, Erich 
Wolfgang Krongold, Egon Wellesz, Willy Rosen- Rosenbaum, Alexander Leszlo, 
Wolfgang J acobi, Curt Goldmann. 

Das ist eine kleine Blutenlese aus der Komponistenelite der Systemzeit. 

Aus der langen Reihe judischer Dirigenten sind zu nennen: Klemperer, Bruno Walter- 
Schlesinger, Fritz Zweig, G. Szell, F. Stiedry, Arthur Bodansky, Richard Lert- 
Levy, Selmar Meyrowitz, Paul Breisach, J osef Rosenstock, Egon Pollack, Gustav 
Brecher, Eugen Szenkar, Jascha Horenstein, Felix Wolfes, Felix Lederer, Adolf 
Cohn, Ludwig Lazar-Rottenberg, Issai Dobrowen-Gutwein, Fritz Goldschmidt, 
Michael Taube, Felix M. Gatz-Goldner. Dies sind nur die fuhrenden 
Generalmusikdirektoren oder "Musikpapste" in den Stadten Berlin, Bremen, Breslau, 
Coburg, Darmstadt, Dusseldorf, Essen, Frankfurt a. M., Hamburg, Leipzig, Mainz, 
Mannheim, Saarbrucken. 

Unter den Schlagerkomponisten befanden sich hochstens 10 Prozent Nichtjuden. 

Im Konzertleben konnten ein deutscher Pianist, Geiger und Cellist ebenso wie deutsche 
Sanger und Sangerinnen kaum noch zu Gehor kommen.Das Judentum uberwucherte 
alles. Es sind zu nennen: 



J iidische Pianisten: Moritz Rosenthal, Ignaz Friedmann, Leopold Godowsky, Moritz 
Moszkowski, Carl Friedberg, Moritz Mayer- Ma hr, Arthur Schnabel, Bruno Eisner, Georg 
Bertram, Leonid Kreutzer, Joseph Schwarz, Rudolf Serkin, Jascha Spiwakowski, Paul 
Aron, Wanda Landowska, Alice Ehlers, Anna Linde-Pincus. 

J iidische Geiger: Carl Felsch, Issai Barmas, Bronislav Huberman, Mischa Elman, Jascha 
Heifez, Nathan Milstein, Rudolf Deman, Joseph Wolfsthal, Licco Amar, Boris Schwarz, 
Adolf Rebner, Stefan Frenkel, Edith Lorand. 

J iidische Cellisten: Alfred Grunfeld, Emanuel Feuermann, Nikolai Grandan, Ernst 
Silberstein. 

Prominente j iidische Sanger und Sangerinnen: Hermann Jadlowker, Richard Tauber, 
Josef Schwarz, Vera Schwarz, Emanuel List, Alexander Kipnis, Selma Kurz, Fritzi 
Massaryk, Wilhelm Gutmann, Julia Culp, Lotte Levy- Leon hard, Rose Walter, Gitta Alpar, 
Rosette Anday, Paula Lindberg, Hermann Schey. 

DaG die Musikkritiker der groGen Zeitungen grofctenteils J uden waren, versteht sich von 
selbst. Unter diesen findet man die erlauchten Namen: Paul Bekker, Leopold Schmidt, 
Alfred Einstein, Adolf WeiGmann, Siegmund Pisling, Oscar Bie, Rudolf Kastner, Alfred 
Holzbock, Ludwig Misch, Klaus Pringsheim, Kurt Singer, Hugo Leichtentritt, Erwin Neruda, 
Robert Lachmann, Paul Moos, Paul Stefan, Leopold Hirschberg, Gustav Ernest, Ernst 
Decsey, Richard Specht, Ludwig Landshoff, Werner Wolffheim, Edgar Istel, Kati Meyer, 
Julius Korngold, Julius Stern. 

Die Lage der Opernbuhnen wurde von J ahr zu J ahr unhaltbarer. 140 Buhnen waren auf 
Zuschusse angewiesen. Einem Gesamtaufwand von jahrlich 150 Millionen Reichsmark 
standen Einnahmen von 50 Millionen RM. gegenuber. Wahrend in zahlreichen Theatern 
die Musiker mit 100-150 RM. im Monat nach Hause gehen mufcten, verdienten judische 
Stars ungeheuere Summen. Das J ahreseinkommen des J uden Tauber z.B. ist mit 
850.000 RM. zu beziffern. Die Wirtschaftskrise zwang auch zahlreiche Musikbuhnen, 
grofce Entlassungen vorzunehmen oder zu schliefcen. Das Berliner Bluthner-Orchester 
muGte aufgelost werden, das Gewandhaus in Leipzig stand vor dem Zusammenbruch, 
das Erbe von Richard Wagner in Bayreuth war finanziell gefahrdet. 

Die deutschen Berufsmusiker veroffentlichten einen Notschrei nach dem anderen, ohne 
gehort zu werden. Es kam zu Tumulten im Reichsarbeitsministerium, zu Kampfen um 
Musikertarife. "Notschrei eines untergehenden Standes" war einer ihrer Aufrufe 
uberschrieben.Von den Arbeitsamtern veranstaltete Orchesterkonzerte erwerbsloser 
Musiker vermochten nur wenigen uber einige Tage hinwegzuhelfen. 

Und die Ursache? Neben der Verjudung des Musiklebens lag sie in erster Linie in der 
volligen Zersplitterung der Organisation. Die deutsche Musikerschaft war in 180 
Verbande zersplittert und hatte keine zentrale Fuhrung. Wie uberall, so herrschte auch 
hier ein Kampf einer gegen alle. Durch die Bruningsche Notverordnung wurden 
insbesondere die Kulturorchester auf das empfindlichste getroffen. I m J ahre 1932 
zahlte man 24.000 erwerbslose Berufsmusiker. 



Vier J ahre nationalsozialistischer Arbeit 

Und all das ist in vier J ahren von Grund auf gewandelt worden. Die vollige Entjudung des 
gesamten Musiklebens stand am Beginn dieses vierjahrigen Kampfes um die deutsche 
Musik. Durch das Reichskulturkammergesetz wurde auch die Reichsmusikkammer 
geschaffen, in der nun unter schlagkraftiger zentraler Fuhrung alle Berufsgruppen und 
Personenkreise vereinigt wurden, die irgendwie am deutschen Musikleben beteiligt sind. 



Die Zahl der erwerbslosen Musiker sank von 

22.501 im Jahre 1933 auf 
14.000 im Jahre 1936. 

Viele der noch gemeldeten erwerbslosen Musiker sind nicht mehr vermittlungsfahig, da 
sie bereits seit 8 bis 10 Jahren erwerbslos sind. Es handelt sich nicht zuletzt um 
diejenigen, die durch die Einfuhrung des Tonfilms ihr Brot verloren haben. Fur diesen Teil 
der Musiker sind UmschulungsmaBnahmen eingeleitet worden, um sie anderen Berufen 
zuzufuhren, in denen sie wieder in den ArbeitsprozeG eingegliedert werden konnen. 

Fur die Komponisten wurde die Versorgungsstiftung der deutschen Komponisten 

geschaffen, die in der Welt keines gleichen hat. Jeder Komponist erhalt aus dieser 
Stiftung ohne Rucksicht auf seine Einzahlung die gleiche Altersrente. Die Stiftung hat 
bereits aufcerordentlich segensreich gewirkt, indem sie einer grofcen Zahl von 
Komponisten einen Alterssold, vielen Witwen einen Witwensold, zahlreichen Komponisten 
und ihren Hinterbliebenen eine Fulle von Darlehen und Beihilfen zur Verfugung stellte. 

Durch die Verlangerung des Urheberschutzes auf 50 Jahre wurden den 
Nachkommen namhafter deutscher Komponisten und dem Deutschen Reiche noch auf 
weitere 20 Jahre die Einkunfte aus den Werken der Giganten der Musik gesichert, so daG 
die Werke von Richard Wagner, Franz Liszt, Brahms, Bruckner und anderen nicht ohne 
weiteres von auslandischen Musikverlagen nachgedruckt und wirtschaftlich ausgebeutet 
werden konnen. 

Auf dem Gebiete des Konzertlebens wurde eine grofte Zahl neuer Kulturorchester 
geschaffen. 40 Orchester in alien Teilen des Reiches wurden durch Gewahrung von 
Zuschussen in den Stand gesetzt, sich der Pflege guter deutscher Musik in besonderem 
MaGe hinzugeben. Insgesamt werden heute 100 Kulturorchester vom Reich, von den 
Landern und von den Stadten unterhalten. 

In 1.200 Stadten uber 5.000 Einwohner wurden stadtische Musikbeauftragte 
eingesetzt, die in Zusammenarbeit mit den offentlichen und privaten 
Konzertveranstaltern planmaGig insbesondere des Aufbaus des Konzertlebens sich 
annehmen. Fur die Begabtenauslese und Begabtenforderung wurden besondere 
Einrichtungen getroffen und jungen Kunstlern die Moglichkeit gegeben, sich dem 
Publikum vorzustellen. 

Das Stellenvermittlungswesen, das fruher vollig im argen lag und freien Agenten 
uberlassen war, die nicht selten die Kunstler erprefcten und erhebliche Gagen fur die 
Vermittlung von Stellen von ihnen forderten, ist auf eine vollig neue Basis gestellt 
worden, und es gibt nur noch eine Zentral-Stellenvermittlung, die im Reich uber 13 
festangestellte Vermittler verfugt. Sie hat 2.935 Vermittlungen fur Kapellen mit 
einer Gesamtgage von 4.535.000 RM. bisher getatigt. Zum erstenmal erhielten die 
deutschen Musiker im ganzen Reich Tarifordnungen, in denen insbesondere gegen 
fruher bei taglich sechsstundigem Dienst - von hauslichen Ubungen abgesehen - in jeder 
Woche ein freier Tag garantiert wurde. Die tagliche Gage wurde durch das 
Monatsgehalt ersetzt, und die tagliche Kundigung durch die monatliche 
Kiindigung. Ein Einheitsvertrag fur Musiker sicherte sie vor Ausbeutung. 

614.000 RM. wurden aus Reichsmitteln allein uber die Reichsmusikkammer den 
deutschen Musikern zur Verfugung gestellt fur Stipendien an unbemittelte junge Talente, 
als Beihilfe zur Instrumentenbeschaffung, fur Zwecke der Umschulung, fur die Errichtung 
von Ubungsstatten, fur den Erstdruck wertvoller Kompositionen unbemittelter 
Komponisten, fur die Erneuerung des Notenbestandes der Kulturorchester, fur die 
Altershilfe und dergleichen mehr. Die Rechtsberatung hat in den letzten l 1 /? Jahren ca. 



43.000 Beratungen und 2.939 Prozesse durchgefuhrt. Es wurden dadurch 1.800.000 RM. 
fur die Mitglieder der Reichsmusikkammer gewonnen. 

Auf dem Gebiete des Erziehungswesens wurde eine Reihe neuer Ausbildungsstatten 
geschaffen, darunter die erste deutsche Militarmusikschule in Buckeburg. Die Ausfuhr 
deutscher M u si kin strum en te und deutscher Noten konnte um 24,3% gesteigert werden. 

Aus den drei Gesellschaften zur Verwertung musikalischer Auffuhrungsrechte, deren 
Betrieb so teuer war, daG ein wesentlicher Teil der Einnahmen als Unkosten verbucht 
werden mufcten, wurde die "Staatlich genehmigte Gesellschaft zur Verwertung 
musikalischer Urheberrechte (Stagma)" geschaffen, die als Wirtschaftsorganisation 
der Komponisten, Textdichter und Musikverleger heute in viel wirkungsvollerer Weise die 
Interessen dieses Berufsstandes wahrt. Die "Stagma" konnte durch ihre Tatigkeit 
steigern: 

1. die Zahl der laufenden Jahresvertrage mit Musikveranstaltern von 30.000 auf 
80.000; 

2. den Gesamtwert dieser Vertrage von 2.800.000 RM. auf 4.375.000 RM.; 

3. die Gesamteinnahmen aus Rundfunk, Tonfilm und Musikveranstaltungen in 
Deutschland von 5.700.000 RM. auf 9.700.000 RM.; 

4. die Ausgaben fur soziale Zwecke, insbesondere die Versorgungsklassen, auf 
670.000 RM. gegen fruher 250.000 RM. 

Das Chorwesen und die Liebe zum Volkslied konnten durch offene Singveranstaltungen 
gefordert werden. Das deutsche Volk singt wieder. Einen besseren Beweis fur seine 
Befreiung aus Not und Niedergang kann es gar nicht geben. 



Zahl der Rundfunkhorer verdoppelt 

Der Aufschwung des deutschen Rundfunks ist am besten aus der Entwicklung der 
Horerziffern zu ersehen. Sie betrugen: 

1933 4 307 722 
1. 4. 1937 8 511 959. 

Die Horerdichte stieg damit um 100%. Wahrend die 25 vorhandenen Sender 1932 noch 
eine Leistung von 522,25 Kilowattstunden darstellten, sind es heute 948,5 
Kilowattstunden. Die Zahl der Sendungen stieg von 

111 251 imjahre 1932 auf 

165 729 imjahre 1936. 

Die Dauer der Sendungen nahm um 57,6% zu. 

Um das Verlangen der werktatigen Schichten nach unterhaltender, entspannender Musik 
zu befriedigen, wurde der Anteil der Musik an der Programmgestaltung von 64 auf 74% 
gesteigert. Der Anteil des Zeitfunks stieg auf 6,1%, ein Beweis dafur, daG der Rundfunk 
lebensnah ist und mitten in alien Fragen der Zeit steht. 

Die Produktion an Rundfunkempfangsgeraten betrug von 1933 bis 1936 
6.293.004 Stuck, davon 2.204.896 Volksempfanger. 



Die Rundfunkausstellungen in Berlin und anderen Stadten wurden zu einem 
aufcerordentlichen Erfolg. Durch die Einfuhrung und Organisierung des 
Gemeinschaftsempfangs wurde der Rundfunk zu einem wahrhaften Volksfunk gemacht 
und dem ganzen Volke Gelegenheit gegeben, grofSe Stunden der Nation 
gemeinsam zu erleben. Der Rundfunksprecherwettbewerb und die Volkssenderaktion 
verstarkten ebenfalls die Gemeinschaft zwischen Funk und Horer. So ist der Rundfunk 
heute aus unseren Tagen uberhaupt nicht mehr fortzudenken, sondern ein wesentliches 
Fuhrungsmittel der Nation geworden. 



Deutsche Kunst statt jiidischer I rrsinnsprodukte 

Wer sich uber die "Leistungen" der Novemberrepublik auf dem Gebiete der bildenden 
Kunst ein Urteil bilden will, der braucht nur einmal in gewisse Villenviertel der GroGstadte 
zu gehen und sich jene kubistischen Wiirfel mit Sehschlitzen anzusehen, die man 
Menschen unserer Zeit als Wohnung anzubieten wagte. So wie diese Wiirfel von aufcen 
aussahen, so war auch ihre Einrichtung beschaffen. Von Wohnlichkeit fand man keine 
Spur mehr und uber die ZweckmaGigkeit dieser Ausstattungen lafct sich ebenfalls 
streiten. An die Stelle der Wohnkultur trat die Wohnmaschine. 

Das, was auf dem Gebiet der Malerei und der Bildhauerei als Kunst der Zeit gepriesen 
wurde, war in vielen Fallen bestenfalls Studienmaterial fur den Irrenarzt. Noch heute 
kann man in den Ausstellungen des Verfalls, die hier und da veranstaltet werden, jene 
sogenannten Bilder sehen, die fur hohe Preise aus offentlichen Fonds angekauft und in 
offentlichen Gebauden und Ausstellungen ausgehangt wurden: kubistische und 
futuristische Schmierereien mit Beigaben von Stacheldraht, Streichholzern, Bindfaden 
und dergleichen mehr. Deformierte unformige Gebilde wurden als modernste 
Darstellungen des Menschen angepriesen. Es gab Skandal um Skandal. Heute steht man 
kopfschuttelnd vor diesen "Kunstprodukten", die wahrhaft ihrer Zeit wurdig waren. 

AuGerer Ausdruck der Zuruckfuhrung der gesamten bildenden Kunst zu ihrer Wurzel, 
dem Volke, ist die Schaffung der Reichskammer der bildenden Kunst, in der alles 
vereint ist und betreut wird, was irgendwie zum Gebiet der bildenden Kunst gehort. Alles 
Fremdrassige ist hier ausgeschaltet. 

Es war eine der ersten Aufgaben, die Auffassung richtigzustellen, dafc Schonheit und 
Zweckmafcigkeit einander ausschliefcen, und der Erkenntnis Bahn zu brechen, dafc aus 
Klarheit und ZweckmaGigkeit die Schonheit von selbst erwachst. 

Der Fiihrer selbst hat der deutschen Kunst, insbesondere auch der bildenden 
Kunst, neue Wege gewiesen. Dadurch, dafc er den genialsten Architekten unserer Zeit, 
den leider so fruh verstorbenen Professor Troost in Munchen mit dem Entwurf der 
Parteibauten beauftragte, gab er der gesamten deutschen Baukunst eine vollig neue 

Ausrichtung. Heute stehen als steinerne Zeugen unserer Zeit in Munchen und Nurnberg 
jene Bauschopfungen, die - aus dem Geist des Nationalsozialismus geboren - der 
deutschen Baukunst eine neue Blute gebracht haben. Allmahlich hat sich ein Kreis von 
Architekten gefunden, der in den Gedankengangen des Nationalsozialismus schafft. Die 
Jahre nach der Machtergreifung werden am Ende unseres Jahrtausends sicherlich als 
Ausgangspunkt einer neuen Stilepoche gepriesen werden. So sind im 
nationalsozialistischen Staat den Baukunstlern wieder Aufgaben gestellt, an denen sie 
selbst wachsen und ihre eigenen Leistungen steigern konnen. 

Der deutschen Malerei und der Bildhauerei hat des Fuhrers personliches Eingreifen 
ebenfalls eine Zukunft eroffnet, die wieder die Zeiten der groBen Munchner Malerfursten 
heraufbeschwort. Es waren Trinkgelder, die ein Maler in den Jahren des Systems fur seine 



Schopfungen erhielt, selbst wenn sie von uberdurchschnittlichem Wert waren. Die Leistung 
gait nichts, die Mode alles. Wer von den judischen Kritikern emporgelobt wurde, erhielt fur 
die ubelsten Schmierereien hochste Preise, wahrend andere mit dem Erlos nicht einmal die 
Kosten fur Leinwand und Farbe zu decken vermochten. So manches Talent mag damals 
entmutigt den Pinsel fur immer aus der Hand gelegt haben. Niemand vermag zu sagen, ob 
Deutschland in jener Zeit nicht um groBe Talente armer geworden ist. 

Durch den Bau des Houses der deutschen Kunst in Munchen hat der Fiihrer den deutschen 
Malern und Bildhauern wieder ein Ausstellungsgebaude geschaffen, das in der ganzen Welt 
Namen und Ruf besitzt. Im Juli 1937 soil die Eroffnung stattfinden, und schon jetzt sind 
Mittel in einer solchen Hohe zur Verfiigung gestellt, daB die Ausstellung den Erlos von 
Millionen Reichsmark bringen kann und die deutschen Kiinstler fur ihre Schopfungen 
wieder Preise erhalten, die ihnen die Moglichkeit geben, in Ruhe und ohne Sorgen um 
das tagliche Brot um Kunstleistungen zu ringen, die vielleicht Ewigkeitswerte haben 
werden. 

Die Anregung des Prasidenten der Reichskulturkammer an alle Bauherren, bei der Vergebung 
von Bauauftragen einen angemessenen Bruchteil der Bausumme fur Werke der angewandten 
Bildhauerei und Malerei und des Kunsthandwerks anzuwenden, ist auf so fruchtbaren Boden 
gefallen, daB der dafur aufgewandte Betrag bereits die Summe von ca. 7 Millionen 
Reichsmark erreicht hat. Die Heeresbauverwaltung, Reichsbahn, Reichspost, der 
Generalinspektor fur das deutsche StraBenwesen, Stadte und insbesondere die Partei haben 
sich an dieser Aktion mit groBem Erfolg beteiligt. 

Das Amt "Schonheit der Arbeit" hat ebenfalls zahlreiche deutsche Kiinstler bei der 
Neugestaltung von Arbeits-, Aufenthalts- und EBraumen in groBen Werken Gelegenheit 
verschafft, ihr Konnen unter Beweis zu stellen. Durch die Veranstaltung von 
Kunstausstellungen in Betrieben sind ferner durch die NS.-Gemeinschaft "Kraft durch 
Freude" die Beziehungen zwischen Volk und Kunst noch enger geknupft. So wurde jenes 
uberhebliche Wort widerlegt, daB das Volk von der Kunst nichts verstande und die Kunst 
immer die Angelegenheit von wenigen bleiben werde. Insgesamt wurden im Jahre 1936 60 
Fabrikausstellungen mit 5,2 Millionen Besuchern durchgefuhrt. 

Auch fur die Angehorigen der bildenden Kunst ist eine Altersversorgung in Vorbereitung. Fur 
sie ist auf sozialem Gebiet in drei Jahren mehr geschaffen worden als vorher in 14 Jahren. 

Durch die Entjudung des Kunstverlagswesens und des Kunsthandels wurde der Kunsthandel 
zu einer nationalsozialistischen Aufgabe gemacht, wahrend er vorher lediglich eine 
Angelegenheit der Spekulation war. So wurde den deutschen Kunstlern fur ihre Arbeit auch 
wieder ein gerechter Lohn gesichert. 



Presse ohne J uden 

Der Zustand, den der Nationalsozialismus auf dem Gebiet der Presse am 30. Januar 1933 
vorfand, mag allein dadurch charakterisiert werden, daG an den grofcen Berliner 
Tageszeitungen der Redaktionsstab sich im wesentlichen aus J uden zusammensetzte, 
daB das deutsche Pressewesen in einer Fulle parteipolitischer Zeitungen und Zeitschriften 
aufgespalten war und die Zerrissenheit der Nation sich nirgends in einem solchen MaGe 
offenbarte, wie gerade auf dem Gebiet der Presse. Fur die Gestaltung der Zeitung war 
nicht das Wohl des Volkes und Reiches mafcgebend, sondern ausschlieGlich und allein die 



Verdienstmoglichkeit des Besitzers. Fur eine Auflagensteigerung wurde bei gewissen 
Blattern taglich hohnlachend jeder Landesverrat begangen. Es herrschte nicht 
Pressefreiheit, sondern Presseanarchie. I hr muftte um des Wohles der Allgemeinheit 
willen mit starker Hand ein Ende bereitet werden. 

Die deutsche Presse hat in den vier Jahren des Nationalsozialismus eine vollige 
Strukturw and lung durchgemacht. Diese Strukturwandlung bezieht sich ebenso auf 
jene Gesetze, die fur die Gestaltung der Zeitung mafcgebend sind, als auch auf die 
wirtschaftliche Fundierung, Zahl der Zeitungen, Auflagenhohe usw. Die Presse der 
NSDAP., die durch ihren beispiellosen Kampf fur die nationalsozialistische Revolution sich 
einen unabdingbaren Fuhrungsanspruch erworben hat, setzte sich im Jahre 1933 weiter 
durch und wurde so zum Sauerteig der gesamten deutschen Presse. Dafur verschwanden 
alle jene Organe des Landesverrats und ebenfalls die grofte Zahl der parteipolitischen 
Zeitungen, fur die es im nationalsozialistischen Staat keinen Platz mehr gibt. 

Durch das Schriftleitergesetz vom 9. Oktober 1933 und die auf Grund des 
Reichskulturkammergesetzes erlassenen Verordnungen des Prasidenten der 
Reichspressekammer, insbesondere die Verordnung zur Wahrung der Unabhangigkeit des 
Zeitungsverlagswesens vom 24. 4. 1935, wurde auch die Aufgabenstellung fur 
Schriftleiter und Verleger eine neue. Sie wurde modern den Erfordernissen des 
nationalsozialistischen Staates angepaftt. Rechte und Pflichten wurden miteinander in 
Einklang gebracht. Der Schriftleiter erhielt durch das Schriftleitergesetz eine Stellung in 
der Nation, wie er sie niemals vorher besaft, wurde aber im gleichen Mafte an der 
Verantwortung beteiligt. So wurde seine Stellung wahrhaft zu einem offentlichen Amt. Er 
wurde unter so straffe Auslese und straffe Bestimmungen gestellt, daft der Berufsstand 
und der Staat es jederzeit in der Hand haben, Elemente auszumerzen, die der 
Aufgabenstellung des nationalsozialistischen Schriftleiters nicht wurdig sind. 

Durch die Verordnung zur Wahrung der Unabhangigkeit des Zeitungsverlagswesens 
(Amann-Verordnung) wurde der Verleger aus der Sphare der rein kaufmannischen 
Betatigung in die gleiche Verantwortung einbezogen, die der Schriftleiter zu tragen hat, 
und unter die gleichen Pflichten gestellt. Es wurde damit deutlich erkennbar zum 
Ausdruck gebracht, daft die Zeitung in Deutschland keine Handelsware, sondern 
ein Kulturgut ist, und die Gestaltung der Zeitung eine kulturelle und politische Aufgabe 
von hochster Bedeutung ist. 

Die Beseitigung der aus der Zeit parteipolitischer Zerrissenheit herruhrenden 
Ubersetzung des Zeitungsverlagswesens in vielen kleinen Orten brachte der deutschen 
Presse nach anfanglichen Erscheinungen der Depression die Gesundung. Sie ist allein an 
der Druckauflage der deutschen Zeitungen zu messen, die heute hoher ist denn je. Fur 
das vierte Vierteljahr 1936 betragt die Auflage der deutschen Tageszeitungen 
18.625.000 Stuck. Bei 17,7 Millionen Haushaltungen kommt so auf jedes Haus 1,05 
Exemplare. Deutschland gehort damit zur Spitzengruppe unter alien Nationen. 

Auch auf dem Zeitschriftenwesen wurden die gleichen Bereinigungen durchgefuhrt und 
damit einer Entwicklung der Weg gebahnt, die auch das deutsche Zeitschriftenwesen auf 
ein hoheres Niveau hebt, das es in der Systemzeit mehr und mehr verloren hatte. 

Die Rundfunkpresse konnte ihre Auflage von 3.116.744 Stuck im Jahre 1933 auf 
5.306.741 Stuck im J ahre 1936 steigern. 



Schrifttum im neuen Staat 

DaG selbst die Novemberrepublik ein Schmutz- und Schundgesetz brauchte, ist 
angesichts des grofczugigen Mafcstabes, den man an das deutsche Schrifttum jener J ahre 
anlegte, besonders bezeichnend. Ebenso bezeichnend fur die Zeit ist es, wenn die 
Sexualschriften des J uden Dr. Magnus Hirschfeld in bezug auf ihre Auflagenhohe mit an 
der Spitze der Buchproduktion jener J ahre standen. Wenn selbst ein judischer 
Polizeiprasident Isidor WeiG in nicht wenigen Fallen zu Beschlagnahmen schreiten muGte, 
so kann man sich ein Bild davon machen, was vor 1933 alles gedruckt und gebunden 
wurde. 

So war es in erster Linie Aufgabe der Reichsschrifttumskammer nach ihrer 
Einrichtung: 

Einmal das gesamte schadliche und unerwunschte Schrifttum aus alien deutschen 
Buchereien auszumerzen. 

Zweitens den Berufsstand der deutschen Schriftsteller und Autoren aus der judischen 
Umklammerung zu befreien und nach den Grundsatzen nationalsozialistischer 
Kulturpolitik auszurichten. 

Drittens wertvolles Schrifttum zu fordern und dem guten deutschen Buch wieder einen 
Weg ins Volk zu bahnen. 

Die seit 1933 Jahr um Jahr durchgefuhrte "Woche des deutschen Buches" hat bewiesen, 
daG die Beziehungen zwischen Volk und Buch niemals abgerissen waren und heute enger 
sind denn je. Die Auflagen- und Absatzsteigerung des deutschen Buchhandels ist die 
Quittung dieser Feststellung. Sie ist gegenuber dem Stand von 1933 um 32% gestiegen. 

Fur die Schriftsteller und Autoren konnte in sozialer Hinsicht Besonderes geleistet 
werden. Es wurden fur diesen Zweck erhebliche Mittel freigemacht. Eine Reihe von 
Dichterpreisen wurde neu gestiftet. Mit der Grundung der Reichsschrifttumsstelle beim 
Reichsministerium fur Volksaufklarung und Propaganda wurde die Forderung wertvollen 
Schrifttums im grofcen Mafcstabe in Angriff genommen. Es wurde die Aktion "Sechs 
Bucher des Monats" geschaffen, die fur den Kaufer in jedem Monat das besonders 
wertvolle Schrifttum hervorhebt. Es wurden zahlreiche Autobahnbuchereien gestiftet, 
Buchereien fur den Reichsarbeitsdienst, es wurde eine Schrifttumsberatung ausgeubt, 
die sich ebenso sehr fur Schriftsteller und Autoren wie fur die Verlage, den Buchhandel, 
die Buchereien, die Verbande und die Dienststellen nutzlich ausgewirkt hat. Es wurde ein 
Lektorat geschaffen zur laufenden Auswahl des wertvollsten Schrifttums. 

Es wurde der Normalvertrag fur alle Buchverleger eingefuhrt, der den Schriftsteller genau 
so wie den Verleger vor Ubervorteilung schutzt und das Vertragsverhaltnis auf eine 
einheitliche Grundlage stellt. 

So kann heute festgestellt werden, daG jenes Wort unwahr ist, das Buch sei nicht mehr 
zeitgemaG. Gerade in unserer Zeit des Umbruchs, der Umwertung aller Werte hat das 
Volk in einem MaGe zum deutschen Buch gegriffen wie nie zuvor und aus dem deutschen 
Buch Kraft und Glauben fur den Alltag geschopft. 



Eine neue Bliite deutscher Kultur 

Der nationalsozialistische Staat braucht sich seiner Leistungen auf dem Gebiet der Kultur 
nicht zu schamen und hat durch sie alle jene Lugen gestraft, die den Nationalsozialismus 
einjahrzehnt lang als kulturfeindlich hinzustellen sich bemuhten und nach der 
Machtergreifung das Ende der deutschen Kultur voraussagten. Das Gegenteil istTatsache 
geworden. Wir stehen heute mitten in einer neuen Kulturblute. Unter jenen Millionen, die 
heute nach einer Idee ausgerichtet marschieren, marschieren vielleicht schon die 
kommenden grofcen Dichter der Nation, die an das Erbe der Klassiker anknupfen und sich 
einen Namen schaffen, der sie als Dichter des 20. Jahrhunderts unsterblich macht. 

Seherisch hat der Fuhrer auf dem Reichsparteitag 1933 angekundigt: 

"Nur wenigen Gottbegnadeten hat zu alien Zeiten die Vorsehung die Mission 
aufgegeben, wirklich unsterblich Neues zu gestalten. Damit sind diese aber die 
Wegweiserfiir eine lange Zukunft, und es gehort mit zur Erziehung einer 
Nation, den Menschen vor diesen Grofcen die notige Ehrfurcht beizubringen, 
denn sie sind die Fleischwerdung der hochsten Werte eines Volkes." 



15. I n den zweiten Vierjahresplan 

Der Fuhrer und Reichskanzler hat folgende Verordnung erlassen: 

Verordn u n g 

zur Durchfuhrung des V ierja h respla nes 

vom 18. Oktober 1936 

"Die Verwirklichung des von mir auf dem Parteitag der Ehre verkundeten neuen 
Vierjahresplanes erfordert eine einheitliche Lenkung aller Krafte des 
deutschen Volkes und die straffe Zusammenfassung aller einschlagigen 
Zustandigkeiten in Partei und Staat. 

Die Durchfuhrung des Vierjahresplanes ubertrage ich dem Ministerprasident 
Genera loberst Goring. 

Ministerprasident Generaloberst Goring trifft die zur Erfullung der ihm gestellten 
Aufgabe erforderlichen Mafcnahmen und hat soweit die Befugnis zum ErlaB von 
Rechtsverordnungen und allgemeinen Verwaltungsvorschriften. Er ist 
berechtigt, alle Behorden, einschliefclich der obersten Reichsbehorden, und alle 
Dienststellen der Partei, ihrer Gliederungen und der ihr angeschlossenen Verbande 
anzuhoren und mit Weisungen zu versehen. 

Berchtesgaden, 18. Oktober 1936." 



Vier Jahre Zeit verlangte der Fuhrer am 2. Februar 1933 vom deutschen Volk. Er versprach 
nichts auBer: alles daranzusetzen, in diesen vier Jahren aus der Konkursmasse der November- 
Republik wieder einen gesunden Staat und aus dem in Klassen, Parteien, Stamme und Stande 
zerrissenen deutschen Volk wieder ein einiges, einheitliches Volk zu machen. Viele Millionen 
schuttelten damals den Kopf ob dieser Ankundigung. Sie hatten die Kraft und den Willen und 
damit auch den Glauben und den Mut verloren. 



Der Fuhrer hat keine vier Jahre Zeit gebraucht, um das zu erfullen, was er selbst im 
Jahre 1933 sich vorgenommen hatte. Und schon im Sommer 1936 konnte er die 
Aufgaben des ersten Vierjahresplanes mit Stolz und Genugtuung als abgeschlossen 
betrachten. 

Aus dem ersten Vierjahresplan aber wuchs zwangslaufig der zweite. Brachte der 
erste Vierjahresplan die Beseitigung der Arbeitslosigkeit mit all ihren Folgen, die 
Gesundung der Wirtschaft, die Wiedererrichtung der deutschen Wehrhoheit und den 
Aufstieg Deutschlands zur GroGmacht, so ist es nun Aufgabe des zweiten 
Vierjahresplanes, die Nahrungsfreiheit und die Rohstofffreiheit des deutschen 
Volkes zu erkampfen. 

Am 28. Oktober 1936 steht im Berliner Sportpalast der Beauftragte des Fuhrers fur den 
Vierjahresplan, der Ministerprasident Generaloberst Goring, auf der Rednertribune, um 
kurz und pragnant Ziel, Weg und Zweck des zweiten Vierjahresplanes aufzuzeigen: 

Volk und Vierjahresplan 

In Nurnberg hat der Fuhrer in eindeutiger und klarer Weise ausgefuhrt, worum es geht, 
warum er dem deutschen Volk einen zweiten Vierjahresplan zur Aufgabe gestellt hat. Der 
Fuhrer hat nun die Durchfuhrung dieses Planes mir ubertragen und ich will vor dem 
deutschen Volk erklaren, wie wir alle zusammen diese Aufgabe am besten losen. 

Was ist der zweite Vierjahresplan? Ich fasse ihn zusammen in einem einzigen 
fundamentalen Satz: 

die Sicherung der deutschen Ehre und die Sicherung des deutschen 
Lebens. 

Ein klares Ziel, klar vor allem aber darum, weil wir ja wissen, wie weit heute die 
Sicherung gedrungen ist und weil wir darum auch wissen, daG diese Sicherung im 
zweiten Vierjahresplan darin besteht, die Wirtschaftskraft Deutschlands weiter zu starken 
und auszubauen. 

Vor dem deutschen Volke gebe ich heute AufschluG uber die Absichten, denn 

wir Nationalsozialisten tun alles vor dem Volk, 
mit dem Volk und im Volk stehend, 

und darum soil meine Rede Verstandnis durch vollige Aufklarung wecken und dem 
deutschen Volke klarmachen, auf welchen Wegen es helfen kann und helfen muG. 

Der Sinn meiner Vollmachten, die der Fuhrer mir ubertragen hat, ist die 
Zusammenfassung aller Krafte, die einheitliche Lenkung aller Krafte auf das einige Ziel. 

So wie in den vergangenen vier Jahren durch die Ruckgewinnung der 
Wehrfreiheit die a u Re re Macht aufgerichtet wurde, so ist es eine zweite 
gewaltige Leistung, die dem deutschen Volk die notwendigen Grundlagen fur 
seine Ernahrung und fur sein Leben wiedergegeben hat: Als der Fuhrer zur 
gewaltigen Erzeugungsschlacht den deutschen Bauern aufrief, geschah dies 
zweite gewaltige Werk der vergangenen vier J ahre. 

Wenn wir so sehen, was in diesen vier Jahren durch die geniale Hand unseres 
Fuhrers, durch die zusammengeballte Kraft des deutschen Volkes, durch den 
Zusammenhalt der Fuhrerschaft von Partei und Staat GroBes geleistet wurde, so 



gibt uns das kein Recht, auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern nur die 
Verpflichtung, jetzt erst recht an die Arbeit zu gehen. 

GroGe Leistungen sind auch auf dem wirtschaftlichen Sektor erreicht worden. Hier gilt es, 
noch GroGeres zu schaffen, gilt es, die deutsche Wirtschaftskraft noch mehr zu starken, 
gilt es, Deutschland unabhangig zu machen. Die Arbeiten auf dem Wirtschaftssektor sind 
deshalb so schwierig, weil die Vergangenheit vielleicht auf keinem Gebiete so gesundigt 
hat wie gerade durch die Zerstorung der deutschen Wirtschaft. 

Wir Deutsche haben versucht, in diesen vierjahren zu arbeiten, unser Volk zu ernahren, 
obwohl wir keine Kolonien haben. Obwohl uns Rohstoffe fehlen, ist Deutschland trotz 
allem ein Land des Friedens, eine Insel der Ordnung, der Zufriedenheit und des Aufbaues 
geworden. 

Ihr wifct, meine lieben Volksgenossen, der Fuhrer hat es euch in Nurnberg gesagt, dafc 
trotz aller verstarkten Sicherung unserer Ernahrung nicht aller Lebensmittelbedarf voll in 
Deutschland gedeckt werden kann, trotz aller Kraftanspannung. Es leben in Deutschland 
nun einmal 136 Menschen auf einem Quadratkilometer. In England leben 137 Menschen 
auf einem Quadratkilometer. Insgesamt besitzt dieses England fur diese 137 Menschen 
auf einem Quadratkilometer ein Drittel der Welt als Kolonien und wir - nichts. Wenn wir 
einen Bruchteil dieser Kolonien hatten, dann wurden wir auch nicht davon zu reden 
brauchen, dafc nun einmal Rohstoffmangel und Mangel an Ernahrungsdingen da ist. 

Was kann und muB nun weiter geschehen? 

Nur einiges werden wir auf dem eigenen Boden in der Landwirtschaft erzeugen konnen. 
Selbstverstandlich werden wir eine weitere Steigerung der Erzeugung fordern. Wir 
werden den Reichsnahrstand aufrufen, das Letzte daranzusetzen, um auch das Letzte aus 
dem deutschen Boden herauszuwirtschaften. Wir werden weiter versuchen, die 
Erzeugung zu steigern dadurch, daG wir den an sich schon ausgedorrten und 
ausgepowerten deutschen Kulturboden neu verbessern und durch Dung neu zu starken 
versuchen. Wir versuchen weiter, die Organisation zu verbessern und immer rascher und 
besser die Guter vom Erzeuger zum Verbraucher gelangen zu lassen. Das ist auch heute 
in einem gewissen Umfang notwendig. Die vorhandene Kluft wird immer noch nicht 
dadurch geschlossen werden konnen. Selbstverstandlich wird es eine der wichtigsten 
MaGnahmen sein, die deutsche Ernte \ ederzeit zu sichern. 

Der deutsche Bauer muB eines begreifen: Welch heiliges Gut er in seiner Hand 
halt mit dem deutschen Brotgetreide, dal5 er weift, dafc er damit die Ernahrung 
seines Volkes umfaRt. Deutsche Bauern, geht sorgfaltig um mit diesem 
heiligsten Cut unserer deutschen Erde! 

Wir horen, es gibt hier und da Fleischknappheit. GewiG wird es hier und da eine 
Spannung geben, aber auch hier wird alles geschehen. Wir werden versuchen, weitere 
Grundlagen fur die Zuchtung von mehr Vieh zu schaffen. Vor allem aber, meine lieben 
Volksgenossen, gibt es aufcer Fleisch noch etwas sehr Gutes. Es gibt Fisch! Und wenn ihr 
kein Fleisch bekommt, werden wir dafur sorgen, dafc in solchen Spannungszeiten 
genugend Fische vorhanden sein werden. 

So wird alles geschehen, was irgendwie denkbar ist. Und doch wissen wir, daG nun 
einmal die grofcte Spannung auf dem Gebiet des Fettes besteht. Hier ist der grofcte 
Auslandsbezug notwendig und so wird auch hier die starkste Einschrankung aller 
notwendig sein. Trotzdem werden wir auch hier die Erzeugung starken. Wenn alle 
Volksgenossen mithelfen, und wenn jeder versteht, daB nun einmal heute Deutschland 
nicht reich genug ist, Abfalle beiseitezuwerfen, sondern daG diese Abfalle gesammelt 
werden mussen, um sie den grofcen Mastereien der Stadte usw. zuzufuhren, dann werdet 



ihr dafur auch sehen, daG die Fettlage sich bessern wird. Wir sind nun einmal in einer 
Festung. Da heifct es: Alles und das Letzte einzusetzen. 

Das Wichtigste aber und das Entscheidende ist, dafc wir die Minderbemittelten 
und vor alien Dingen die schwerarbeitende Bevolkerung unter alien Umstanden 
sichern in dem, was sie fur ihre Kraft und ihre Arbeit notwendig haben. 

Die Proklamation des Fuhrers, dafc unter alien Umstanden fur die 
Minderbemittelten billige und ausreichende Fette bereitstehen mussen, wird mir 
einhelliger Befehl sein, der unter alien Umstanden durchgefuhrt wird. Wir 
werden das in einer Bezugsorganisation ohne Karten dann schaffen konnen, 
wenn jeder genug Vernunft annimmt. Das Entscheidende, Volksgenossen, ist: 

J eder Deutsche soil satt werden, kein Deutscher soil hungern. 

Mehr konnt ihr jetzt nicht von mir verlangen. Das ist das Entscheidende. 

Es ist selbstverstandlich, daG man gewisse Einschrankungen auf sich nehmen muG, wenn 
man GroGes erreichen will. Und nun wende ich mien an euch, 

meine deutschen Hausfrauen. 

Eine groGe Verantwortung liegt auf euren Schultern. Denkt daran, daG ihr in erster Linie 
immer die Speisen auf euren Speisezettel setzt, die jahreszeitlich bedingt sind, die 
vorhanden sind, die die deutsche eigene nationale Produktion im Augenblick 
hervorbringt. Es ist eine Sunde, wenn man immer gerade das kaufen will und das haben 
will, was im Augenblick eben nicht durch die Natur hervorgebracht wird. Mogen sich vor 
allem auch die vermogenderen Haushalte dessen besinnen. 

Wir halten uns an das in erster Linie, was der deutsche Boden uns schenkt. 

Wir werden durch eine rechtzeitige Aufklarung uber die jeweilige Versorgungslage dazu 
beitragen, dafc eben die Hausfrauen von vornherein Bescheid wissen, dafc sie wissen, um 
welche Lebensmittel es jetzt geht. Dann werden sie es auch nicht notwendig haben, 
stundenlang draufcen anzustehen. 

Meine lieben Volksgenossen! 

Noch einmal zusammengefaRt: Verbraucht an Nahrungsmitteln das in erster 
Linie, was wir aus eigener nationaler Produktion befriedigen konnen. 

Denn dadurch lassen sich vorubergehend nun einmal die Spannungen leichter ertragen. 
Diese Spannungen sind ja naturlich oft und rein saisonmaGig bedingt. Sie konnen gar 
nicht anders uberbruckt werden. Eier, Butter, Milch, das sind nun einmal Dinge, deren 
Erzeugung wir nicht beeinflussen konnen! Es gibt gewisse Zeiten, da legen die Huhner 
viel Eier, und Zeiten, da legen sie wieder wenig; und so ist es auch auf den anderen 
Gebieten. Es ist noch keiner menschlichen Weisheit gegluckt, das anders zu gestalten, 
was die Natur gestaltet hat. 

Mit Vernunft, mit gutem Willen und mit einem wahren Beweis von Volksgemeinschaft 
werden wir Deutsche uber diese Spannungen hinwegkommen. Das ist selbstverstandlich. 

Das Wichtige allein ist vor alien Dingen, dafc die breiten Massen unseres Volkes 
so weit geniigend Lebensmittel bekommen, dafc sie in voller Kraft arbeiten und 
schaffen konnen, und dafur ubernehme ich die Verantwortung, das werde ich 
herbeischaffen. 



Ahnlich liegt es auch auf dem Rohstoffgebiet. Auch hier, das ist ganz selbstverstandlich, 
haben wir einen Mangel an Rohstoffen, auch wieder vor allem darum, weil wir nun einmal 
keine Kolonien besitzen. Jetzt kann ich mien damit aber nicht auseinandersetzen. Wir 
haben sie nun mal nicht. Deshalb miissen wir uns uberlegen, welche Rohstoffe wir nun 
kraft der Erfindungsgabe von uns Deutsche von selber machen konnen. Das wird eine der 
Hauptaufgaben sein, die ich und die mit mir verantwortlichen Manner zu leisten und zu 
tragen haben. Und da konnen wir auf vielen Gebieten ganz grofce Arbeit leisten. 

Es werden in den nachsten Zeiten neue Fabriken entstehen, Fabriken, in denen 
wir den eigenen Gummi machen, Fabriken, in denen wir aus Zellstoff-Faser 
eigene Kleider schaffen, in denen wir die Baumwolle dann nicht mehr brauchen, 
die uns heute Millionen von Devisen kostet. 

Wir werden jetzt aus der deutschen Kohle Benzin und Mineralole schaffen, und 
das Wort des Fuhrers: 'I n 18 Monaten ist das deutsche Benzin fertig, sind wir 
mit Benzin unabhangig' - ich werde es einlosen! Mineralole aller Art werden wir 
aus der deutschen Kohle Ziehen. Wir werden unsere eigenen Eisen und Erze 
aufschlieRen und vor alien Dingen eins: Wir haben bis heute Deutschland noch 
gar nicht genugend untersucht. Von jetzt ab werden wir uns nicht damit 
begniigen, dafc geophysikalisch lediglich ein Zehntel Deutschlands untersucht 
ist. 

Das Entscheidende ist ja hier immer nur der Wille, die Dinge zu gestalten und 
die Dinge zu machen. Auf dem Gebiet der Leichtmetalle, des Aluminiums, steht 
uns eine unerschopfliche Basis zur Verf ugung. Kohle, Holz und deutsche Erze 
werden die Grundbasis sein, auf der in Zukunft die Fabriken deutscher eigener 
Erzeugung von Roh- und Werkstoffen entstehen. 

Ein gewaltiges Programm! GroGe Bauten, machtige Fabriken sollen entstehen, um der 
Welt zu zeigen: 

Deutschland kapituliert nicht! 

Aber, meine lieben Volksgenossen, das kann blofc sein, wenn ihr alle mithelft, 
das kann nur sein, wenn auch ihr, jeder einzelne von euch, mit alten 
Vorstellungen brecht, wenn ihr endliche diese alte aus Jahrhunderten 
ubernommene ewige Scheu vor dem Neuen beseitigt. Es miissen nicht immer 
auslandische Stoffe sein. Jawohl, es werden die neuen deutschen Stoffe, die aus 
Holz gefertigt sind, genau so anstandig sein! 

Seid stolz auf eure Erzeugnisse! Seid stolz darauf, was deutsches Hirn und 
deutsche Fauste geschaffen haben. Das adelt euch, nicht das Nachlaufen nach 
dem Ausland! 

Der Wirtschaft aber mochte ich eins sagen: sie hat eine grofce, grofce Verantwortung. Der 
einzelne Unternehmer und Industrielle soil nur nicht darauf warten, was der Staat anregt, 
was der Staat fordert, sondern er soil von sich allein aus Mittel und Wege suchen und 
keine Anstrengung scheuen, um dieses Werk zu unterstutzen. 

Meine Herren Unternehmer! Sie sprechen immer von der freien Initiative der Wirtschaft. 
J etzt haben Sie die freie I nitiative. Wenden Sie sie an. 

Der Einsatz! Vor allem mochte ich jetzt noch eines betonen: Ohne den gesamten 
geschlossenen und leidenschaftlichen Einsatz unserer deutschen Arbeiterschaft ist das 
Werk von vornherein unmoglich. Denn ich muG mir heute den Kopf daruber zerbrechen, 
wie ich den Arbeitermangel ausgleiche. So ergibt es sich, daG die Nationen verschiedene 
Sorgen haben. Wir haben Sorge, genugend Arbeiter zu bekommen, die anderen haben 



die Sorge, wie sie ihre Arbeiter unterbringen konnen. I ch glaube aber, daG unsere Sorge, 
dafc wir nicht genug Arbeiter haben, dabei noch die schonere und die kleinere ist. 

Das ist also heute die Frage: 

Wie schaffe ich die notwendigen Arbeiter heran? 

Und das geht nur, wenn der deutsche Arbeiter versteht, dafc er nur dann mir helfen kann, 
nur dann den Plan des Fuhrers unterstutzen kann, wenn er arbeitet, und immer wieder 
arbeitet, wenn er nicht streitet, sondern wenn Rune in den Betrieben ist und wenn 
geschafft wird vom Morgen bis zum Abend. Ich bitte deshalb, daG man begreift, daG es 
heute darauf ankommt, die notwendige Arbeitsruhe und den notwendigen Arbeitsfrieden 
zu haben, dafc man begreift, daG in den Betrieben Freude und Schaffenslust herrschen 
muG, daG alles Denunziantentum, alle Verleumdung hinaus muG. Das hat in Deutschland 
keinen Platz. 

Um das Werk aufbauen zu konnen, konnen wir in diesem Augenblick das Lohnniveau 
nicht erhohen; es ist unmoglich. Wenn wir aber feste und ruhig bleibende Lohne 
vom Arbeiter fordern, da kann der deutsche Arbeiter von uns feste und sichere 
Preise verlangen. Hier werden wir uns auch mit der ganzen Leidenschaft 
unseres Willens einsetzen. 

Der Fuhrer hat heute einen Preiskommissar bestimmt, wiederum einen alten 
nationalsozialistischen Kampen; ich werde ihm die notwendigen Richtlinien geben und ihn 
mit Vollmachten versehen, daB er unter alien Umstanden Preistreiben und Preiserhohung 
verhindert und, wo es notig ist, hohe Preise herabsetzt. 

Es wird die Aufgabe des Kommissars fur die Preisbildung sein, immer wieder 
festzustellen, ob der Preis berechtigt ist oder Eigennutz und Ichsucht 
entspringt. Ist das der Fall, dann wird rucksichtslos durchgegriffen. Gegen alle, 
die versuchen, die Konjunktur und den Aufschwung Deutschlands auszunutzen, 
gegen Parasiten werde ich mit drakonischen MaRnahmen einschreiten. 

Nochmals appelliere ich an alle: Befolgt meine Anordnungen und MaRnahmen. 
Es ist notwendig, daB sie von alien freudigen Herzens befolgt werden. J eder 
einzelne muB das Gefuhl haben, er hilft, er hilft dem Fuhrer, auf ihn, auf seine 
Mithilfe kommt es entscheidend an. 

Wir miissen eine starke, unabhangige Nation schaffen, dazu setzen wir jetzt alle 
Krafte ein. Ich wende mich in erster Linie um restlose Mitarbeit an alle Erfinder, 
an die Manner der Wissenschaft; an alle Unternehmer und Wirtschaftler. Denkt 
nicht an eure Profite, 

denkt an eine starke, unabhangige deutsche Wirtschaft. 

Ich wende mich an die deutschen Arbeiter. Von euch, von euch vor all em hangt 
das Gelingen ab. Ich wende mich an die Bauern Deutschlands: I hr Bauern 
Deutschlands haltet das Leben der Nation. Euere Verantwortung ist die 
Ernahrung des Volkes. Es ist die grofcte. Sichert die Ernahrung, sichert das Brot! 
I hr Bauern: Deutschland hat vor J ahren alles fur euch getan; seid dankbar, tut 
heute alles fur Deutschland! 

Ich wende mich mit besonderer Leidenschaft an die Nationalsozialistische 
Deutsche Arbeiterpartei und alle ihre Gliederungen. Es gilt euer Reich, es ist 
euer Staat, den ihr erobert habt, den ihr geschaffen habt. Von euch erwarte ich 
Einsatz wie in hochsten Kampfzeiten. Die Alte Garde voran, die Fuhrer der 
Partei, an der Spitze ihre Gauleiter. ReiRt das Volk mit, marschiert, und das 



Werk wird geschaffen. Die nationalsozialistische Bewegung beweist, dafc nichts 
unmoglich ist, dafc sie niemals kapitulieren wird. 

Das ganze Volk aber rufe ich auf: Vorwarts mit aller Kraft! Dankt dem Fiihrer, 
daR er euch ein neues Volk, ein neues Reich, eine neue Nation geschaffen hat! 

Der Fiihrer verlangt von euch nichts Unmogliches. Was er verlangt, ist zu 
schaffen. Das hat er stets bewiesen. Was er versprochen, hat er auch gehalten. 
Seht, Volksgenossen, wenn so mancher von euch glaubt, er muB schwer 
arbeiten und leiden und hat grofte Sorgen, und er wird vielleicht schwach, dann 
werft doch den Blick auf den Fiihrer, seht, wie der Mann arbeitet, denkt daran, 
welch ein Leben dieser Mann fiihrt, unser Fiihrer! Er arbeitet fur uns. Denkt an 
seine Sorgen. Denkt an seine gigantische Verantwortung fur die Zukunft der 
Nation. Der Mann tragt eine Riesenlast fur euch, seid doch bereit, eine kleine 
Last fur ihn zu tragen. Was hat er aus uns, aus dem Deutschland vor der 
Machtergreifung gemacht! Wie hat er uns aus tiefster Nacht emporgefiihrt! Wie 
hat seine Treue zum Volk einzigartig alle Schwierigkeiten uberwinden helfen! Es 
ist eine groRe Zeit, in der wir leben. Seid unsagbar stolz, dafc ihr mit dabei sein 
durft. Weg alles Kleine, weg alle Ichsucht! Eine grofte Zeit verlangt ein groftes 
Volk. Beweist, dafc ihr das grofte Volk seid. Seid wurdig unseres groften Fiihrers 
Adolf Hitler! 

Noch einmal priife sich jeder jeden Tag, was er selbst tun kann und was er 
beitragen kann zu dem Gelingen des Werkes. Beweist, daft das unser Dank sein 
soil, unser Vertrauen zum Fiihrer, unser Glaube an ihn. Er hat uns, er hat das 
deutsche Volk aus Unglauben, aus Verzweiflung ja wieder glauben gelehrt und 
uns dadurch unsagbar stark gemacht. 

Wir glauben an die gewaltige Mission 
des deutschen Volkes. 

Wir glauben leidenschaftlich daran, daft unter dem Fiihrer entstehen wird ein 
Reich der Kraft, eine Nation der Ehre und ein Volk der Freiheit. Das sei in dieser 
Stunde die Parole, und darum flehen wir in dieser Stunde, da wir die Arbeit 
beginnen, voll inbriinstigen Glaubens zum Allmachtigen: Allmachtiger Gott, 
segne den Fiihrer, segne sein Volk und segne sein Werk." 



Jubel und Beifall von Hunderttausenden von Berlinern und von Millionen, die ihn im Reich 
uber den Rundfunk horten, sind Beweis dafur, daB er sich auf dem richtigen Weg befindet 
und das Volk ihn verstanden hat. 

So wie die nationalsozialistische Bewegung Trager des ersten Vierjahresplanes war, ware 
auch der zweite undenkbar ohne sie. Das, was sie angesichts des neuen Marschbefehls 
des Fuhrers bewegt, brachte ihr Zentralorgan, der Volkische Beobachter, am 29. Oktober 
zum Ausdruck: 

"Der neue Vierjahresplan ist grower als der erste, wie uberhaupt jede 
nationalsozialistische Tat grower ist als die vorhergehende. Der 
nationalsozialistische Wille wachst mit den Erfolgen und ermattet nie. Wir 
kapitulieren nicht vor Schwierigkeiten. Nach Siegen binden wir den Helm 
fester fur den neuen Vormarsch. 

Noch nie in der Geschichte sind die Erfinder, I ngenieure und Techniker so 
aufgerufen worden wie jetzt fur den Vierjahresplan. Wahrend der 
Durchfiihrung des Vierjahresplans wird sich der deutsche Erfindergeist so 
stark regen, wie er es einst im Weltkriege getan hat. Die gesamte 



deutsche Erfinderschaft, die Forschung auf dem Gebiete der Technik und 
der Chemie tritt nun in geschlossener Front zum Vormarsch an. Das 
Tempo, mit dem die neuen Erfindungen sich folgen werden, wird auch 
nach der Durchfuhrung des Vierjahresplanes beibehalten werden. 
Die nationalsozialistische Bewegung ist durch das iiberragende Genie, 
das grofce Herz und den eisenharten Willen eines Mannes aufgebaut 
worden. Weshalb soil es nicht moglich sein, daB wir durch die 
Anspannung unserer geistigen Energien am Ende doch mehr erreichen 
werden, als andere Volker von der Natur durch grofce fruchtbare 
Landflachen und reichen Rohstoffsegen geschenkt erhalten haben. 
Wir sind arm an Rohstoffen, und deshalb sind wir diejenigen, die ein 
neues Zeitalter der technischen und chemischen Entwicklung 
heraufbringen. Wir verteilen nicht das Wenige, was wir haben, sondern 
wir erarbeiten so viel, wie wir gebrauchen. Wir lassen uns von niemand 
vorschreiben, wieviel wir gebrauchen durfen, weder von auslandischen 
Machten und jetzt nicht einmal von der Natur. Wir haben den starkeren 
Willen und wir haben den deutschen Erfindergeist. Der 
Nationalsozialismus stellt ihn nur in den Dienst des Volkes und gibt ihm 
deshalb groBere und wuchtigere Schwingen! 

I n der Kampfzeit wurden die Herzen des deutschen Volkes mobilisiert, 
beim ersten Vierjahresplan wurden seine Energien mobilisiert, im zweiten 
Vierjahresplan wird sein Erfindergeist mobilisiert: So marschieren wir hin 
zum Reich der Zukunft, der Volksgemeinschaft und des Sozialismus." 



Vier J ahre sind um: Der Fiihrer spricht! 



Adolf Hitler am vierten J ahrestag 
der nationalsozialistischen Revolution 

Wir schreiben den 30. J anuar 1937. Vier J ahre des Kampfes und der Arbeit sind vorbei. 
I n ganz Deutschland stent an diesem Tage des Volk einen Augenblick Gewehr bei FuG 
und holt tief Atem. 



Um die Mittagsstunde fahrt der Fuhrer durch die 
fahnengeschmuckten, blumenbekranzten StraGen in den 
Reichstag. Vor dem ganzen Volke zieht er Bilanz. Dann weist er 
mit Glaubensgewalt dem Volke den Weg in die Zukunft, in neue 
J ahre des Kampfes und der Arbeit hinein: 



"Manner! Abgeordnete des Deutschen Reichstages! 

An einem fur das deutsche Volk bedeutungsvollen Tage ist der 

Reichstag heute zusammengetreten. Vier J ahre sind vergangen 

seit dem Augenblick, da die groRe innere Umwalzung und 

Neugestaltung, die Deutschland seitdem erlebte, ihren 

Anfang nahm. Vier J ahre, die ich mir vom deutschen Volke 

ausgebeten habe als eine Zeit der Bewahrung und Beurteilung. Was wurde naher 

liegen, als diesen AnlaG zu benutzen, um im einzelnen alle jene Erfolge und Fortschritte 

aufzuzahlen, die diese vier J ahre dem deutschen Volke geschenkt haben? Es ist aber gar 

nicht moglich, im Rahmen einer so kurzen Kundgebung all das zu erwahnen, was als die 

bemerkenswerten Ergebnisse dieser vielleicht erstaunlichsten Epoche im Leben unseres 




&*fe#^, 



Volkes gelten diirfen! Dies ist mehr die Aufgabe der Presse und der Propaganda. 
AuGerdem wird in diesem Jahre in der Reichshauptstadt Berlin eine Ausstellung 
stattfinden, in der versucht werden soil, ein umfassenderes und eingehenderes Bild des 
Geschaffenen, Erreichten und Begonnenen aufzuzeigen, als mir dies in einer 
zweistundigen Rede uberhaupt moglich sein konnte! I ch will daher diese heutige 
geschichtliche Zusammenkunft des Deutschen Reichstages benutzen, um in einem 
Ruckblick auf die vergangenen vier Jahre einige jener allgemeingultigen Erkenntnisse, 
Erfahrungen und Folgerungen aufzuzeigen, die zu verstehen nicht nur fur uns, sondern 
auch fur die Nachwelt wichtig sind. 

I ch will weiter eine Stellung zu jenen Problemen und Aufgaben nehmen, deren 
Bedeutung uns und unserer Umwelt zur Ermoglichung eines besseren Zusammenlebens 
klar sein mussen, und endlich mochte ich auch in kurzesten Zugen die Projekte 
umreiGen, die mir teils fur die nachste, teils auch fur die fernere Zukunft als Arbeit 
vorschweben. 



Die Revolution der Revolutionen 

In der Zeit, da ich noch als einfacher Redner durch die deutschen Lande zog, wurde mir 
oft von burgerlicher Seite die Frage vorgelegt, warum wir an die Notwendigkeit einer 
Revolution glaubten, statt zu versuchen, im Rahmen der bestehenden Ordnung unter 
Mitarbeit bei den vorhandenen Parteien die uns als schadlich und ungesund 
erscheinenden Verhaltnisse zu verbessern. 

Wozu eine neue Partei und wozu vor allem eine neue Revolution? 

Meine damaligen Antworten wurden immer von folgenden Erwagungen bestimmt: 

1. Die Verfahrenheit, der Verfall der deutschen Zustande der Lebensauffassungen und 
der Lebensbehauptung konnen nicht beseitigt werden durch einen einfachen 
Regierungswechsel. Diese Wechsel haben ja schon vor uns mehr als genug 
stattgefunden, ohne dafc dadurch eine wesentliche Besserung der deutschen Not 
eingetreten ware. Alle diese Regierungsumbildungen hatten eine positive Bedeutung nur 
fur die Akteure des Schauspiels, fur die Nation aber fast stets nur negative Ergebnisse. 
Im Laufe einer langen Zeit war das Denken und praktische Leben unseres Volkes in 
Bahnen geraten, die ebenso unnaturlich wie im Ergebnis abtragliche waren. Eine der 
Ursachen dieser Zustande lag aber in der unserem Wesen, unserer geschichtlichen 
Entwicklung und unseren Bedurfnissen fremden Organisation des Staatsaufbaues und der 
Staatsfuhrung an sich. 

Das parlamentarisch-demokratische System war von den allgemeinen Zeiterscheinungen 
nicht zu trennen. Die Heilung einer Not kann aber kaum je erfolgen durch eine 
Beteiligung an den sie verschuldenden Ursachen, sondern nur durch deren radikale 
Beseitigung. Damit aber mufcte der politische Kampf unter den gegebenen Verhaltnissen 
zwangslaufig den Charakter einer Revolution annehmen. 

2. Eine solche revolutionare Um- und Neugestaltung ist weder denkbar durch die Trager 
und mehr oder minder verantwortlichen Reprasentanten des alten Zustandes, das heifct 
also auch nicht durch die politischen Organisationen des fruheren verfassungsmafcigen 
Lebens, noch durch eine Teilnahme an diesen Einrichtungen, sondern nur durch die 
Aufrichtung und den Kampf einer neuen Bewegung mit dem Zweck und Ziel, die 
notwendige Reformation des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens bis in die 
tiefsten Wurzeln hinein vorzunehmen und dies, wenn notig, auch unter Einsatz von Blut 
und Leben! 



Es gehort dabei zum Bemerkenswerten, daG der parlamentarische Sieg durchschnittlicher 
Parteien kaum etwas Wesentliches am Lebensweg und Lebensbild der Volker verandert, 
wahrend eine wahrhafte Revolution, die aus tiefsten weltanschaulichen Erkenntnissen 
kommt, auch nach aufcen hin zu einpragsamsten und allgemein sichtbaren 
Veranderungen fuhrt. 

Wer will aber daran zweifeln, dafc in diesen hinter uns liegenden vier Jahren 
tatsachlich eine Revolution von gewaltigem AusmaR iiber Deutschland 
hinweggebraust ist? Wer kann dieses heutige Deutschland noch vergleichen mit 
dem, was an diesem 30. Januar heute vor vier Jahren bestand, da ich zu dieser 
Stunde den Eid in die Hand des ehrwurdigen Herrn Reichsprasidenten abgelegt 
hatte? 

Allerdings, wenn ich von einer nationalsozialistischen Revolution spreche, dann lag es in 
der besonderen Eigenart dieses Vorganges in Deutschland, wenn vielleicht gerade dem 
Auslande und vielleicht auch manchem unserer Mitburger das Verstandnis nicht ganz 
erschlossen wurde fur die Tiefe und das Wesen dieser Umwalzung. Ich bestreite auch 
nicht, daG gerade diese Tatsache, die fur uns das Bemerkenswerteste der Eigenart des 
Ablaufs der nationalsozialistischen Revolution ist und auf die wir besonders stolz sein 
durfen, im Ausland und bei einzelnen Mitburgern dem Verstandnis fur diesen einmaligen 
geschichtlichen Vorgang eher hinderlich als nutzlich war. 

Denn diese nationalsozialistische Revolution war zuallererst eine Revolution der 
Revolutionen. 

Ich meine damit folgendes: Durch Jahrtausende hat sich nicht etwa in deutschen 
Gehirnen, sondern noch viel mehr in den Gehirnen der Umwelt die Ansicht gebildet und 
durchgesetzt, daG das charakteristische Merkmal jeder wahren Revolution eine blutige 
Vernichtung der Trager der fruheren Gewalten und in Verbindung damit eine Zerstorung 
von offentlichen und privaten Einrichtungen und Eigentum sein muGten. Die Menschheit 
hat sich daran gewohnt, Revolutionen mit solchen Begleitumstanden irgendwie doch 
wieder als legale Vorgange anzuerkennen, d.h. der tumultuosen Vernichtung von Leben 
und Eigentum, wenn schon nicht zustimmend, so doch wenigstens verzeihend 
gegenuberzutreten als die nun einmal notigen Begleiterscheinungen von Vorgangen, die 
man ja deshalb auch Revolution heifct! 

Hierin liegt vielleicht, wenn ich von der faschistischen Erhebung in Italien absehe, der 
grofcte Unterschied zwischen der nationalsozialistischen und anderen Revolutionen. 

Die nationalsozialistische Revolution ist so gut als vollkommen unblutig 
verlaufen. 

Sie hat in der Zeit, in der die Partei, in Deutschland sicherlich sehr grofce Widerstande 
uberwindend, die Macht ubernahm, uberhaupt keinen Sachschaden angerichtet. Ich darf 
es mit einem gewissen Stolz aussprechen: Dies war vielleicht die erste Revolution, bei 
der noch nicht einmal eine Fensterscheibe zertrummert wurde. 

Ich mochte aber nun nicht falsch verstanden werden: Wenn diese Revolution unblutig 
verlief, dann nicht deshalb, weil wir etwa nicht Manner genug gewesen waren, um auch 
Blut sehen zu konnen! 

Uber vier J ahre lang war ich Soldat im blutigsten Kriege aller Zeiten gewesen. I ch habe in 
ihm in keiner Lage und unter keinen Eindrucken auch nur einmal die Nerven verloren. 
Dasselbe gilt von meinen Mitarbeitern. Allein wir sahen die Aufgabe der 
nationalsozialistischen Revolution nicht darin, Menschenleben oder Sachwerte zu 
vernichten, als vielmehr darin, ein neues und besseres Leben aufzubauen. Es ist unser 
hochster Stolz, die sicherlich grofcte Umwalzung in unserem Volke mit einem Minimum an 



Opfern und an Verlusten durchgefuhrt zu haben. Nur dort, wo die bolschewistische 
Mordlust auch noch nach dem 30. Januar 1933 glaubte, mit Gewalt den Sieg oder die 
Verwirklichung der nationalsozialistischen Idee verhindern zu konnen, haben wir - und da 
naturlich blitzschnell - auch mit Gewalt geantwortet. Andere Elemente wieder, deren 
Unbeherrschtheit in Verbindung mit grofcter politischer Unbildung wir erkannten, nahmen 
wir nur in Sicherheitsverwahrung, um sie im allgemeinen schon nach kurzer Zeit wieder 
in den Besitz ihrer Freiheit zu setzen. Und nur wenige, deren politische Tatigkeit nur der 
Deckmantel fur eine durch zahlreiche Gefangnis- und Zuchthausstrafen bestatigte 
verbrecherische Haltung an sich war, hinderten wir auch spater an einer Fortsetzung 
ihrer verderblichen Zerstorungsarbeit, indem wir sie, wohl zum erstenmal in ihrem 
Leben, zu einer nutzlichen Beschaftigung anhielten. 

Ich weifc nicht, ob es jemals eine Revolution von so durchgreifendem AusmaR 
gegeben hat wie die nationalsozialistische und die trotzdem unzahlige fruhere 
politische Funktionare unbehelligt und in Frieden ihrer Tatigkeit nachgehen liefc, 
ja zahlreichen grimmigen Feinden in oft hochsten Staatsstellen sogar noch den 
vollen GenuR der ihnen zustehenden Renten und Pensionen ausschuttete? 

Wir haben dies getan! Allerdings hat uns vielleicht gerade dieses Vorgehen nach aufcen 
hin nicht immer genutzt. Erst vor wenigen Monaten konnten wir es erleben, wie 
ehrenwerte britische Weltburger glaubten, sich an mich wenden zu mussen mit einem 
Protest wegen der Zuruckbehaltung eines der verbrecherischsten Moskauer Subjekte in 
einem deutschen Konzentrationslager. Es ist wohl meiner Unorientiertheit zuzuschreiben, 
nie erfahren zu haben, ob diese ehrenwerten Manner sich einst auch ebenso gegen die 
blutigen Gewalttaten dieser Moskauer Verbrecher in Deutschland ausgesprochen hatten, 
ob sie gegen die grausame Parole 'Schlagt die Faschisten tot, wo ihr sie trefft Stellung 
nahmen, oder ob sie z.B. jetzt in Spanien gegen die Niedermetzelung, Schandung und 
Verbrennung von Zehn- und aber Zehntausenden von Mannern, Frauen und Kindern 
ebenso ihrer Emporung Ausdruck gaben! Hatte namlich in Deutschland die Revolution 
etwa nach dem demokratischen Vorbild in Spanien stattgefunden, dann wurden diese 
eigenartigen Nichteinmischungsapostel anderer Lander ihrer Muhen und Sorgen wohl 
restlos enthoben sein. Kenner der spanischen Verhaltnisse versichern, dafc die Zahl der 
bestialisch Abgeschlachteten mit 170.000 eher zu niedrig als zu hoch angegeben wird. 
Nach diesen Leistungen der braven demokratischen Revolutionare in Spanien hatte die 
nationalsozialistische Revolution unter Zugrundelegung unserer dreimal grofceren 
Bevolkerungszahl das Recht gehabt, 400.000 bis 500.000 Menschen umzubringen! DaB 
wir dies nicht taten, gilt anscheinend fast als Versaumnis und findet von seiten der 
demokratischen Weltburger - wie wir sehen - eine sehr ungnadige Beurteilung. 

Allerdings, die Macht, dies zu tun, hatten wir gehabt. Die Nerven vielleicht besser als 
jene Meuchelmorder, die vor jedem offenen Kampf feige zuruckschrecken und nur 
wehrlose Geiseln abzuschlachten vermogen. Wir waren Soldaten und haben einst im 
blutigsten Kampf aller Zeiten unseren Mann gestanden. Nur das Herz, und ich darf wohl 
auch sagen die Vernunft haben uns davor bewahrt, so zu verfahren. 

So hat denn die ganze nationalsozialistische Revolution insgesamt weniger 
Opfer gefordert, als allein im Jahre 1932 von unseren bolschewistischen 
Gegnern in Deutschland ohne Revolution Nationalsozialisten ermordet worden 
sind. 

Dies war allerdings nur moglich durch die Befolgung eines Grundsatzes, der nicht nur in 
der Vergangenheit unser Handeln bestimmte, sondern den wir auch in der Zukunft nie 
vergessen wollen: Es kann nicht die Aufgabe einer Revolution oder uberhaupt einer 
Umwalzung sein, ein Chaos zu erzeugen, sondern nur etwas Schlechtes durch Besseres 
zu ersetzen. Dies erfordert aber stets, dafc das Bessere tatsachlich schon vorhanden ist. 
Als mich am 30. J anuar vor vier J ahren der ehrwurdige Herr Reichsprasident berief und 
mit der Bildung und Fuhrung einer neuen Deutschen Reichsregierung betraute, da lag 
hinter uns ein gewaltiger Kampf um die Macht im Staate, den wir mit den damaligen 



streng legalen Mitteln durchgefochten hatten. Tragerin dieses Kampfes war die 
nationalsozialistische Partei. In ihr hat der neue Staat schon langst, ehe er tatsachlich 
proklamiert werden konnte, bereits eine ideelle und formliche Gestaltung erfahren. 

Alle Grundsatze und Prinzipien des neuen Reiches waren die Grundsatze, 
Gedanken und Prinzipien der nationalsozialistischen Partei. 

Sie hat sich auf dem Wege des legalen Ringens um den deutschen Volksgenossen die 
uberwaltigende Stellung in diesem Reichstage geschaffen, und als ihr dann endlich 
tatsachlich die Fuhrung gegeben wurde, da hatte sie diese Fuhrung auch nach 
parlamentarisch-demokratischem Rechte schon uber ein Jahr lang zu beanspruchen das 
Recht gehabt. 

Der Sinn der nationalsozialistischen Revolution lag aber darin, dafc die 
Forderungen dieser Partei eine wahrhaft umwalzende Erneuerung friiher 
allgemein gultiger Auffassungen und Einrichtungen proklamierte. 

Und erst als einzelne Verblendete glaubten, der mit Recht zur Fuhrung des Reiches 
berufenen Bewegung in der Durchfuhrung ihres vom Volk gebilligten Programms den 
schuldigen Gehorsam aufsagen zu konnen, hat sie diesen ungesetzlichen Storenfrieden 
mit eiserner Faust den Nacken unter das Gesetz des neuen nationalsozialistischen 
Reiches und Staates gebeugt. 

Damit aber, meine Parteigenossen und Abgeordnete des Deutschen Reichstages, war die 
nationalsozialistische Revolution als solche auch schon beendet. Denn von diesem 
Augenblick der sichergestellten Machtubernahme im Reiche durch die Partei an habe ich 
es als selbstverstandlich angesehen, dafc damit die Revolution ubergefuhrt wird in die 
Evolution. 

Diese dadurch eingeleitete Entwicklung beinhaltet allerdings einen ideellen und 
tatsachlichen Umbruch, der auch heute noch von manchen Zuruckgebliebenen als 
auGerhalb des geistigen Horizontes des Auffassungsvermogens oder uber dem Egoismus 
der eigenen Interessen liegend abgelehnt wird. Denn: die nationalsozialistische Lehre hat 
auf unzahligen Gebieten unseres Lebens ohne Zweifel revolutionierend gewirkt und auch 
demgemaG oft eingegriffen und gehandelt. 

Grundsatzlich: Unser nationalsozialistisches Programm setzt an Stelle des liberalistischen 
Begriffes des Individuums und des marxistischen Begriffes der Menschheit das 
blutbedingte und mit dem Boden verbundene Volk. Ein sehr einfacher und lapidarer Satz, 
allein von gewaltigen Auswirkungen. 

Zum erstenmal vielleicht, seit es eine Menschengeschichte gibt, ist in diesem 
Lande die Erkenntnis dahin gelenkt worden, dafc von alien Aufgaben, die uns 
gestellt sind, die erhabenste und damit fur den Menschen heiligste die 
Erhaltung der von Gott gegebenen blutgebundenen Art ist. 

Zum erstenmal ist es in diesem Reiche moglich, dafc der Mensch die ihm vom 
Allmachtigen verliehene Gabe des Erkennens und der Einsicht jenen Fragen zuwendet, 
die fur die Erhaltung seiner Existenz von gewaltigerer Bedeutung sind als alle siegreichen 
Kriege oder erfolgreichen Wirtschaftsschlachten! Die grofcte Revolution des 
Nationalsozialismus ist es, das Tor der Erkenntnis dafur aufgerissen zu haben, dafc alle 
Fehler und Irrtumer der Menschen zeitbedingt und damit wieder verbesserungsfahig sind, 
aufcer dem einzigen: dem I rrtum uber die Erhaltung seines Blutes, seiner Art und damit 
der ihm von Gott gegebenen Gestalt und des ihm von Gott geschenkten Wesens. 



Wir Menschen haben nicht da ruber zu rechten, warum die Vorsehung die 
Rassen schuf, sondern nur zu erkennen, dafc sie den bestraft, der ihre 
Schopfung miRachtet. 

Unsagbares Leid und Elend sind uber die Menschheit gekommen, weil sie diese im 
I nstinkt zutiefst verankerte Einsicht durch eine schlechte intellektuelle Halbbildung verlor. 
Heute leben in unserem Volk Millionen und aber Millionen Menschen, denen diese Gesetze 
klar und verstandlich geworden sind. Was einzelnen Sehern oder unverdorbenen 
Ahnenden aber als Erkenntnis aufging, ist heute Arbeitsgebiet der deutschen 
Wissenschaft geworden. Und ich spreche es hier prophetisch aus: 

So wie die Erkenntnis des Umlaufs der Erde um die Sonne zu einer 
umwalzenden Neugestaltung des allgemeinen Weltbildes fiihrte, so wird sich 
aus der Blut- und Rassenlehre der nationalsozialistischen Bewegung eine 
Umwalzung der Erkenntnisse und damit des Bildes der Geschichte der 
menschlichen Vergangenheit und ihrer Zukunft ergeben. 

Und dies wird nicht zu einer Entfremdung der Volker, sondern im Gegenteil zum ersten 
Male zu einem wahren gegenseitigen Verstehen fuhren! Es wird dann allerdings aber 
auch verhindern, dafc das judische Volk unter der Maske eines biederen Weltburgers alle 
anderen Volker innerlich zu zersetzen und dadurch zu beherrschen versucht! 

Die Folgen dieser - wie wir uberzeugt sind - wahrhaft umwalzenden Erkenntnis sind fur 
das deutsche Leben von revolutionarer Bedeutung geworden. Wenn zum erstenmal in 
unserer Geschichte das deutsche Volk den Weg zu einer grofceren Einheit als je zuvor 
gefunden hat, dann nur unter dem zwingenden Banne dieses inneren Erlebnisses. 
Unzahlige Vorurteile wurden davon zerbrochen, zahlreiche Hemmungen als wesenlos 
beiseitegeschoben, schlechte Traditionen verblassen, alte Symbole werden entwertet, 
aus der Ohnmacht einer stammesmaGigen, dynastischen, weltanschaulichen, religiosen 
und parteilichen Zerrissenheit erhebt sich das deutsche Volk und tragt vor sich her das 
Banner einer Einigung, die symbolisch nicht den Sieg eines staatlichen, sondern eines 
rassischen Prinzips dokumentiert. Im Dienste des Sieges dieser Idee stand nun 4 1 /? Jahre 
lang die deutsche Gesetzgebung. So wie am 30. Januar 1933 durch meine Berufung zur 
Reichskanzlerschaft ein an sich schon bestehender Zustand seine Legalisierung erhielt, 
namlich die damals ohne Zweifel Deutschland beherrschende Partei mit der Fuhrung des 
Reiches und der Gestaltung des deutschen Schicksals beauftragt wurde, so ist die 
deutsche Gesetzgebung seit diesen vier Jahren nur die Festlegung einer ideenmafcig 
geklarten und durchgesetzten Auffassung nach der allgemein bindenden rechtlichen Seite 
hin. 

Wie diese Blutsgemeinschaft des deutschen Volkes damals staatlich verwirklicht wurde, 
wird uns alien wohl die schonste Erinnerung des Lebens sein. Wie ein Fruhlingssturm 
brauste es vor vier Jahren uber das deutsche Land hinweg. Die Kampftruppen unserer 
Bewegung, die das Banner des Hakenkreuzes vier Jahre lang gegen eine 
Uber mac ht der Gegner verteidigt und es in 14 langen Jahren immer weiter 
vorwarts getragen hatten, stieften es nun tief hinein in den Boden des neuen 
Reiches. 

In wenigen Wochen waren die staatlichen Ruckstande sowohl als die gesellschaftlichen 
Vorurteile einer lOOOjahrigen Vergangenheit in Deutschland ausgeraumt und beseitigt 
worden. 

Oder kann man nicht von einer Revolution sprechen, wenn in kaum drei 
Monaten ein parlamentarisch-demokratisches Durcheinander verschwindet und 
an seine Stelle ein Regime der Ordnung, der Disziplin, aber auch der Tatkraft 
kommt, wie es Deutschland in solcher geschlossenen Einheitlichkeit und 
umfassenden Machtfulle noch nie besalS? 



Sozialismus wird Wirklichkeit 

So groG war die Revolution, dafc ihre geistigen Grundlagen selbst jetzt von der 
oberflachlich urteilenden Umwelt noch gar nicht erkannt worden sind. Man redet von 
Demokratien und Diktaturen und hat noch gar nicht begriffen, dafc sich in diesem Lande 
eine Umwalzung vollzogen hat, deren Ergebnis, wenn Demokratie uberhaupt einen Sinn 
haben soil, im hochsten Sinne des Wortes als demokratisch zu bezeichnen ist. Mit 
unfehlbarer Sicherheit steuern wir auf eine Ordnung hin, die - so wie im gesamten 
ubrigen Leben - auch auf dem Gebiete der politischen Fuhrung der Nation einen 
naturlichen und vernunftgemaGen AusleseprozeG sicherstellt, durch den die wirklich 
fahigsten Kopfe unseres Volkes ohne Rucksicht auf Geburt, Herkunft, Namen oder 
Vermogen nur gemaG der ihnen gegebenen hoheren Berufung zur politischen Fuhrung 
der Nation bestimmt werden. Des grofcen Korsen schonste Erkenntnis, daG jeder Soldat 
den Marschallstab im Tornister tragen musse, wird in diesem Land die politische 
Erganzung finden. 

Gibt es einen herrlicheren und schoneren Sozialismus und eine wahrhaftigere 
Demokratie als jenen Nationalsozialismus, der es dank seiner Organisation 
ermdglicht, dafc unter Millionen deutschen Knaben jeder, wenn sich die 
Vorsehung seiner bedienen will, den Weg finden kann bis an die Spitze der 
Nation? 

Und dies ist keine Theorie! Dies ist im heutigen nationalsozialistischen Deutschland eine 
uns alien selbstverstandliche Wirklichkeit. Ich selbst, als der durch das Vertrauen 
des Volkes berufene Fiihrer, komme aus ihm. Alle die Millionen deutscher 
Arbeiter, sie wissen es, dafc an der Spitze des Reiches kein fremder Literat oder 
internationaler Revolutionsapostel steht, sondern ein Deutscher aus ihren 
eigenen Reihen. 

Und zahlreiche einstige Arbeiter- und Bauernkinder, sie stehen in diesem 
nationalsozialistischen Staat heute an fuhrenden Stellen, ja manche unter ihnen sind als 
Minister, Reichsstatthalter und Gauleiter mit die hochsten Leiter und Reprasentanten des 
Volkes. Freilich sieht der Nationalsozialismus auch hier nur das ganze Volk und niemals 
eine Klasse. 

Der Zweck der nationalsozialistischen Revolution war es nicht, aus einem 
bevorrechteten Stand fur die Zukunft einen rechtlosen zu machen, sondern aus 
einem rechtlosen einen gleichberechtigten. 

Wir haben nicht Millionen Burger vernichtet, um sie zu Zwangsarbeitern zu degradieren, 
sondern unser Ziel war es, aus Zwangsarbeitern deutsche Burger zu erziehen. Denn 
eines werden alle Deutschen verstehen: Revolutionen konnen als Gewaltakte nur von 
kurzer Dauer sein. Wenn sie nicht Neues aufzubauen vermogen, werden sie als Exzesse 
das Vorhandene in kurzer Zeit verzehren. Aus dem gewalttatigen Akt der Ubernahme der 
Macht muG sich in kurzer Zeit eine segensreiche Arbeit des Friedens entwickeln. Wer aber 
Klassen beseitigt, um neue Klassen zu schaffen, legt den Keim zu neuen Revolutionen! 
Was heute Bourgeois ist und diktiert, wird morgen als Zwangsarbeiter in Sibirien wieder 
Proletarier sein und dann einmal genau so auf die Befreiung hoffen wie der Proletarier, 
der erst unterdruckt war und nun zu diktieren glaubt.Die nationalsozialistische Revolution 
hat daher nie beabsichtigt, eine bestimmte Klasse des deutschen Volkes in den Besitz der 
Macht zu setzen, um eine andere auszuschalten, sondern im Gegenteil: 

Es war nur ihr Ziel, dem ganzen deutschen Volk durch ihre organisatorische 
Erfassung der Massen die Moglichkeit nicht nur einer wirtschaftlichen, sondern 
auch einer politischen Betatigung sicherzustellen. 



Sie beschrankt sich dabei allerdings auf die zu unserem Volk gehorigen Elemente und 
lehnt es ab, einer fremden Rasse EinfluG auf unser politisches, geistiges oder kulturelles 
Leben zu geben, oder ihm eine wirtschaftliche Vorrangstellung einzuraumen. 

I n dieser blutmafcigen Verbundenheit unseres Volkes und in der durch den 
Nationalsozialismus erfolgten Erweckung des Verstandnisses dafur liegen die tiefsten 
Ursachen fur das wunderbare Gelingen unserer Revolution. 

Vor diesem neuen gewaltigen Ideal verblafcten alle staatlichen, dynastischen, 
stammesmaGigen, aber auch parteilichen I dole und Ruckstande der Vergangenheit. So 
war es moglich, daG in wenigen Wochen die ganze Welt unserer alten Parteien zugrunde 
ging, ohne dafc auch nur einen Augenblick das Gefiihl der Leere entstand. Denn eine 
neue bessere Erkenntnis hatte sie verdrangt. Eine neue Bewegung nahm ihren Platz ein. 
Eine neue Organisation unseres Volkes der arbeitenden und schaffenden Nation schob die 
alten Unternehmer- und Arbeitnehmerorganisationen und Verbande einfach beiseite. Und 
als die symbolischen Zeugen deutscher Vergangenheit und damit deutscher Zerrissenheit 
und deutscher Ohnmacht entfernt wurden, da geschah es nicht durch den BeschluG eines 
Komitees, das wie im Jahre 1918 oder 1919 - wenn moglich durch Preisausschreiben - 
das neue Symbol des Reiches herauszufinden hatte, sondern durch die Flagge, die uns 
als Wahrzeichen der nationalsozialistischen Kampfzeit in die Erhebung hineinbegleitet hat 
und die nun seitdem zu Lande, zu Wasser und in der Luft das Zeichen der Erhebung der 
Nation geworden ist! 

Wie sehr aber diesen Wechsel und diese Wandlung das deutsche Volk begriffen und in 
seiner Bedeutung erfafct hat, wird durch nichts mehr erhartet als durch die Zustimmung, 
die die Nation uns seitdem so viele Male gegeben hat. Denn von all jenen, die sich so 
oft und so gerne bemuhen, die demokratischen Regierungen als vom Volke 
getragene I nstitutionen zum Unterschied der Diktaturen hinzustellen, hat 
keiner mehr Recht im Namen seines Volkes zu reden als ich! 



Nicht Diktatur, sondern Volksstaat 

Als das Ergebnis dieses Teiles der nationalsozialistischen Revolution mochte ich folgendes 
feststellen: 

1. Es gibt im deutschen Volk seitdem nur mehr einen Trager der Souveranitat, 
und dies ist das gesamte deutsche Volk selbst. 

2. Der Wille dieses Volkes findet seinen Ausdruck in der Partei als der 
politischen Organisation dieses Volkes. 

3. Es gibt entsprechend dem auch nur einen einzigen Gesetzgeber. 

4. Es gibt nur eine Gewalt der Exekutive. 

Wer das Deutschland vor dem Januar 1933 dem gegenuber zum Vergleich heranzieht, 
wird ermessen, welch eine gewaltige Wandlung diese kurzen Feststellungen enthalten. 

Diese Umwalzung ist aber ebenfalls nur das Ergebnis der Durchfuhrung eines 
Grundsatzes der nationalsozialistischen Lehre, dafc namlich der vernunftige Sinn und 
Zweck alles menschlichen Denkens und Handelns nicht in der Schaffung oder Erhaltung 
einer von Menschen ersonnenen Konstruktion, Organisation oder Funktion liegen kann, 
sondern nur in der Sicherung und Entwicklung des von der Vorsehung gegebenen 
volkischen Bausteines an sich. 



Daher wurde durch den Sieg der nationalsozialistischen Bewegung das Volk als 
das Seiende und das Bleibende iiber jede Organisation, Konstruktion und 
Funktion gestellt. 

Sinn und Zweck der Existenz der von der Vorsehung erschaffenen Rassen vermogen wir 
Menschen weder zu erkennen noch festzustellen. Allein Sinn und Zweck der menschlichen 
Organisationen sowie aller Funktionen sind meGbar an ihrem Nutzen, den sie fur die 
Erhaltung des seienden und bleibenden Volkes besitzen. Daher ist das Volk das Primare. 
Partei, Staat, Armee, Wirtschaft, J ustiz usw. sind sekundare Erscheinungen, Mittel zum 
Zweck der Erhaltung dieses Volkes. In eben dem MaGe, in dem sie dieser Aufgabe 
gerecht werden, sind sie richtig und nutzlich. Wenn sie dieser Aufgabe nicht genugen, 
sind sie schadlich und mussen entweder reformiert oder beseitigt und durch Besseres 
ersetzt werden. 

Die Anerkennung dieses Grundsatzes allein kann die Menschen auch davor bewahren, in 
starre Doktrinen zu verfallen dort, wo es keine Doktrinen gibt, Mittel in Dogmen 
umzufalschen, wo nur der Zweck als einziges Dogma gelten darf. 

Sie alle, meine Abgeordneten, Manner des Reichstages, verstehen den Sinn dessen, was 
ich hier ausspreche. Allein ich rede ja in dieser Stunde zum ganzen deutschen Volk und 
ich mochte daher an einigen Beispielen die Bedeutung dieser Grundsatze erlautern, die 
sie in dem Moment erhielten, da wir sie am praktischen Leben anzuwenden begannen. Es 
wird fur viele erst dann verstandlich werden, warum wir von einer nationalsozialistischen 
Revolution reden, auch wenn es sich hier nicht um die Vernichtung von Gut und Blut 
gehandelt hat. 

Im Laufe einer langen Zeit istteils durch Ubernahme fremden Gedankengutes, teils durch 
das Fehlen einer eigenen klaren Einsicht unser Rechtsleben in eine Verwirrung geraten, 
die ihren pragnantesten Ausdruck fand in der Unklarheit uber den inneren Zweck des 
Rechtes an sich. Zwei polare Extreme kennzeichnen diesen Zustand: 

1. Die Auffassung, dafc das Recht als solches seine eigene Existenzberechtigung in sich 
trage und daher uberhaupt keinerlei Prufung uber die Nutzlichkeit im einzelnen oder im 
gesamten zulasse. Das Recht bestehe, selbst wenn die Welt daruber zugrunde ginge. 

2. Die Auffassung, dafc das Recht im wesentlichen berufen sei, dem Schutz des 
Individuums in der Person und in seinem Eigentum zu ubernehmen und zu sichern. 
Zwischen beiden meldet sich in verschamter Verbramung die Vertretung grofcerer 
Gemeinschaftsinteressen zumeist nur als Konzession an die sogenannte Staatsraison an. 

Die nationalsozialistische Revolution hat demgegenuber dem Rechte, der 
Rechtswissenschaft sowohl als der Rechtsprechung, einen eindeutigen klaren 
Ausgangspunkt gegeben: 

Es ist die Aufgabe der J ustiz, mitzuhelfen an der Erhaltung und Sicherung des 
Volkes vor jenen Elementen, die sich als Asoziale entweder den gemeinsamen 
Verpflichtungen zu entziehen trachten oder sich an diesen gemeinsamen 
I nteressen versundigen. Damit steht iiber der Person und der Sache auch im 
deutschen Rechtsleben von jetzt ab das Volk. 

Diese kurze Feststellung fuhrt in ihrer Berucksichtigung zu der grofcten Reform, die unser 
deutsches Rechtsleben und Rechtswesen bisher erlebt haben. Entsprechend dem 
Ausgangspunkt war die erste einschneidende Wirkung die Proklamierung nicht nur eines 
einzigen Gesetzgebers, sondern auch einer einzigen Rechtsausubung. Die zweite 
MaGnahme ist noch nicht abgeschlossen, wird aber in wenigen Wochen der Nation 
verkundet. 



In einem neuen deutschen Strafgesetzbuch erhalt zum erstenmal aus 
dieser grolien Gesamtperspektive heraus die deutsche Rechtspflege jene 
Crundlagen, die sie fur alle Zeiten in den Dienst der deutschen 
Volkserhaltung stellen werden. 



Die Bilanz von 1933 

Wie groG auch die Wirrnisse gewesen sind, die wir auf den einzelnen Lebensgebieten im 
Jahre 1933 vorfanden, so wurden sie doch noch ubertroffen von dem Verfall der 
deutschen Wirtschaft. Dies war auch jene Seite des deutschen Zusammenbruchs, die der 
breiten Masse unseres Volkes am deutlichsten und unmittelbarsten zum BewuGtsein kam. 
Der sachliche Zustand ist Ihnen und wohl auch dem ganzen deutschen Volk noch in 
Erinnerung. Wir fanden als Dokument dieser Katastrophe vor allem zwei Erscheinungen: 

1. Liber sechs Millionen Erwerbslose, 

2. einen ersichtlich zum Untergang bestimmten Bauernstand. 

Die Gesamtflache der damals bereits vor der Zwangsversteigerung stehenden deutschen 
landwirtschaftlichen Guter umfafcte einen Umfang, der etwas grower war als das Land 
Thuringen. Endlich konnte es nicht verwunderlich sein, daG bei einer so allgemeinen 
Herabsetzung der Produktion einerseits und der Kaufkraft andererseits auch die breite 
Masse unseres Mittelstandes in kurzem dem Zusammenbruch und damit der Vernichtung 
anheimfallen muGte. Wie schwer diese Seite der deutschen Not damals 
empfunden wurde, konnen wir noch nachtraglich daraus ermessen, dafc ich mir 
gerade zur Behebung der Arbeitslosigkeit sowie zur Behinderung einer weiteren 
Vernichtung des deutschen Bauerntums die bekannte Zeit der vier Jahre 
ausgebeten hatte. 

I ch darf weiter hier feststellen, daG der Nationalsozialismus im J ahre 1933 nicht in 
irgendeine Erfolg versprechende Handlung anderer eingegriffen hat, sondern daG die 
Partei mit der Fuhrung des Reiches erst in dem Augenblick beauftragt wurde, als auch die 
letzte Moglichkeit einer anderen Rettung als gescheitert angesehen werden muftte, 
als insbesondere alle Versuche einer Behebung der wirtschaftlichen Not sich als 
Fehlschlage erwiesen hatten. 

Wenn ich heute nach vier Jahren vor das Angesicht des deutschen Volkes trete, 
und auch vor I hnen selbst, meine Abgeordneten, Manner des Deutschen 
Reichstages, Rechenschaft ablege, dann werden Sie mir und der 
nationalsozialistischen Regierung nicht die Bestatigung versagen, dafc ich mein 
damaliges Versprechen eingelost habe. 

Dies war kein leichtes Unterfangen. Ich spreche nichts Unbekanntes aus, wenn ich hier 
die Feststellung treffe, daG gerade die sogenannten 'Fachleute' damals an eine solche 
Rettung nicht mehr glaubten. 

Wie ich dazu kam, angesichts dieser furchtbaren und - wie schon betont - gerade fur 
Fachleute aussichtslosen Lage dennoch an die deutsche Wiederauferstehung und 
besonders an die wirtschaftliche Gesundung zu glauben, liegt in zweierlei begrundet. 

1. Ich habe immer nur Mitleid empfunden mit jenen aufgeregten Menschen, die bei jeder 
schwierigen Lage sofort vom Zusammenbruch eines Volkes reden. Was heifct 
Zusammenbruch? Das deutsche Volk hat schon vor der Zeit gelebt, da es uns 
geschichtlich sichtbar zum BewuGtsein kommt. Allein, wenn wir seine fruheren Schicksale 
ganzlich unberucksichtigt lassen, so steht doch folgendes fest, daG seit diesen nunmehr 
rund 2.000 Jahren uber jenen Teil der Menschheit, den wir heute als deutsches Volk 



bezeichnen, unsagbare Katastrophen und unsagbares Leid ofter als einmal gekommen 
sind. Hungersnote, Kriege und Pestilenz haben in unserem Volke schaurige Einkehr 
gehalten und eine furchtbare Ernte gemaht. MuG man nicht einen unbandigen Glauben an 
die Lebenskraft einer Nation besitzen, wenn man sich uberlegt, dafc erst vor wenigen 
Jahrhunderten in einem dreifcigjahrigen Kampf von uber 18 Millionen Menschen unser 
deutsches Volk auf nicht einmal mehr 4 Millionen zusammenschmolz! Wenn wir 
bedenken, daG dieses fruher so bluhende Land damals ausgeplundert, zerrissen und 
verelendet war, dafc seine Stadte niedergebrannt, seine Ortschaften und Dorfer 
verwustet, die Felder unbebaut und verodet waren? Und wenige Jahrzehnte spater 
begann unser Volk wieder zu wachsen, die Stadte fullten sich mit neuem Leben, die 
Acker wurden wieder gepflugt und im gewaltigen Rhythmus erklang das Lied jener Arbeit, 
die uns eine neue Existenz und neues Leben gab! 

Verfolgen wir doch einmal den uns nur bekannten Teil des Lebensweges unseres Volkes 
aus grauer Vorzeit bis heute und ermessen wir dann die ganze Lacherlichkeit des Getues 
jener blassen Schwatzer, die, wenn irgendwo in der Welt ein Stuck Papier eine 
Abwertung erfahrt, sofort vom Zusammenbruch der Wirtschaft und damit wohl auch vom 
Zusammenbruch des menschlichen Lebens reden. 

Deutschland und das deutsche Volk sind schon sehr schwerer Katastrophen 
Herr geworden. Freilich - ich gebe es zu - es waren immer Manner notwendig, 
um die dann erforderlichen Maftnahmen zu treffen und sich ohne Rucksicht auf 
Verneiner oder Besserwisser durchzusetzen. Ein Haufen parlamentarischer 
Angsthasen eignet sich allerdings schlecht zur Fuhrung eines Volkes aus Not 
und Verzweiflung! 

Ich hatte den festen Glauben und die heiligste Uberzeugung, daG die Uberwindung der 
deutschen Wirtschaftskatastrophe in dem Augenblick gelingen wird, in dem man an die 
Unverganglichkeit eines Volkes glaubt und der Wirtschaft die Rolle als Dienerin am Leben 
des Volkes zuweist, die ihr gebuhrt! 

2. Ich war kein Wirtschaftler, das heifct vor allem, ich bin in meinem Leben noch niemals 
Theoretiker gewesen. 

Ich habe aber leider gefunden, daG die schlimmsten Theoretiker sich immer gerade dort 
eingenistet haben, wo die Theorie gar nichts und das praktische Leben alles ist. Es ist 
selbstverstandlich, dafc sich auch im wirtschaftlichen Leben im Laufe der Zeit nicht nur 
bestimmte Erfahrungsgrundsatze ergeben haben, sondern auch bestimmte zweckmafcige 
Methoden. Allein, alle Methoden sind zeitgebunden. Aus Methoden Dogmen machen 
wollen, heifct der menschlichen Fahigkeit und Arbeitskraft jene elastischen Moglichkeiten 
nehmen, die sie allein in die Lage setzt, wechselnden Anforderungen mit wechselnden 
Mitteln entgegenzutreten und ihrer so Herr zu werden. Der Versuch, aus wirtschaftlichen 
Methoden ein Dogma zu formulieren, wurde von vielen mit jener grundlichen Emsigkeit, 
die den deutschen Wissenschaftler nun einmal auszeichnet, betrieben und als 
Nationalokonomie zum Lehrfach erhoben. Und nur nach den Feststellungen dieser 
Nationalokonomie war Deutschland ohne Zweifel verloren. Es liegt im Wesen aller 
Dogmatiker, sich auf das scharfste zu verwahren gegen ein neues Dogma, d.h. eine neue 
Erkenntnis, die dann als Theorie abgetan wird. Seit 18Jahren konnen wir das kostliche 
Schauspiel erleben, daG unsere wirtschaftlichen Dogmatiker in der Praxis auf fast alien 
Gebieten des Lebens widerlegt worden sind, allein nichtsdestoweniger die praktischen 
Uberwinder des wirtschaftlichen Zusammenbruchs als Vertreter ihnen fremder und daher 
falscher Theorien ablehnen und verdammen. 

Sie kennen ja den bekannten Fall, in dem ein Kranker seinem Arzt begegnet, der ihm 
zehn Jahre vorher nur mehr fur sechs Monate das Leben zusagte und der nun seinem 
Erstaunen uber die trotzdem durch einen anderen Arzt erfolgte Heilung nur dadurch 



Ausdruck verleihen konnte, dafc er diese unter solchen Umstanden als eine sichere 
Fehlbehandlung erklarte. 



Nationalsozialistische Wirtschafts- 
und Sozialpolitik 

Meine Abgeordneten! Die deutsche Wirtschaftspolitik, die der Nationalsozialismus im 
Jahre 1933 einleitete, geht auf einige grundsatzliche Erwagungen zuruck. 

In den Beziehungen zwischen Wirtschaft und Volk gibt es nur etwas Unveranderliches, 
und dies ist das Volk. Wirtschaftsbetatigung aber ist kein Dogma und wird nie ein solches 
sein 

Es gibt keine Wirtschaftsauffassung oder Wirtschaftsansicht, die irgendwie Anspruch auf 
eine Heiligkeit erheben konnte. Entscheidend ist der Wille, der Wirtschaft stets die 
dienende Rolle dem Volke gegenuber zuzuweisen und dem Kapital die dienende Rolle 
gegenuber der Wirtschaft. 

Der Nationalsozialismus ist, wie wir wissen, der scharfste Gegner der liberalistischen 
Auffassung, dafc die Wirtschaft fur das Kapital da sei und das Volk fur die Wirtschaft. Wir 
waren daher auch vom ersten Tage an entschlossen, mit dem TrugschluG zu brechen, 
dafc etwa die Wirtschaft im Staat ein ungebundenes, unkontrollierbares und 
unbeaufsichtigtes Eigenleben fuhren konnte. 

Eine freie, das heiftt eine ausschliefSlich sich selbst uberlassene Wirtschaft kann 
es heute nicht mehr geben. Nicht nur, dafc dies etwa politisch untragbar ware, 
nein, auch wirtschaftlich wurden unmogliche Zustande die Folge sein. 

So wie Millionen einzelne Menschen ihre Arbeit nicht nach ihren eigenen Auffassungen 
und Bedurfnissen einteilen oder ausuben konnen, so kann auch die gesamte Wirtschaft 
nicht nach eigenen Auffassungen oder im Dienste nur eigensuchtiger Interessen tatig 
sein. Denn sie ist auch nicht in der Lage, die Konsequenzen eines Fehlschlages heute 
noch irgendwie selbst zu tragen. Die moderne Wirtschaftsentwicklung konzentriert 
ungeheure Arbeitermassen auf bestimmte Erwerbszweige und in bestimmte 
Gebiete. Neue Erfindungen oder der Verlust der Absatzmarkte konnen mit 
einem Schlage ganze Industrien zum Erliegen bringen. 

Der Unternehmer kann ja vielleicht die Tore seiner Fabriken schlieRen, er wird 
mdglicherweise versuchen, seinem Tatigkeitsdrang ein neues Feld zu offnen. Er 
wird auch zumeist nicht so ohne weiteres zugrunde gehen, und aufSerdem, es 
handelt sich hier nur um wenige Einzelwesen. Diesen gegenuber aber stehen 
Hunderttausende Arbeiter mit ihren Weibern und mit ihren Kindern! Wer nimmt 
sich ihrer an und wer sorgt fur sie? 

Die Volksgemeinschaft! 

Jawohl! Sie muG es tun. Allein geht es dann nicht an, der Volksgemeinschaft nur die 
Verantwortung fur die Katastrophe der Wirtschaft aufzuburden, ohne den EinfluG und die 
Verantwortung fur jenen Einsatz und fur jene Uberwachung der Wirtschaft, die die 
Katastrophe zu vermeiden geeignet sind? 

Meine Abgeordneten! Als die deutsche Wirtschaft im J ahre 1932 auf 1933 endgultig zum 
Erliegen zu kommen schien, da wurde mir noch mehr als in fruheren Jahren folgendes 
klar: 



Die Rettung unseres Volkes ist nicht ein Problem der Finanzen, sondern 
ausschlieRlich ein Problem der Verwendung und des Einsatzes unserer 
vorhandenen Arbeitskraft einerseits und der Ausnutzung des vorhandenen 
Bodens und der Bodenschatze andererseits. 

Es ist dies damit zu allererst ein Organisationsproblem. Es handelt sich daher auch nicht 
um Phrasen, wie z.B. Freiheit der Wirtschaft, sondern es handelt sich darum, durch alle 
vorhandenen MaGnahmen der Arbeitskraft die Moglichkeit einer Produktion und 
produktiven Betatigung zu geben. Solange die Wirtschaft, das heifct die Gesamtsumme 
der eigenen Unternehmer dies aus eigenem fertigbringen, ist es gut. 

Wenn sie dies aber nicht mehr konnen, dann ist die Volksgemeinschaft, d.h. in diesem 
Falle der Staat verpflichtet, ihrerseits fur den Einsatz der vorhandenen Arbeitskrafte zum 
Zwecke einer nutzlichen Produktion Sorge zu tragen bzw. die dazu notigen MaGnahmen 
zu treffen. Und hier kann der Staat alles tun, nur etwas nicht, namlich - wie dies 
der Fall war - Liber 12.000 Millionen Arbeitsstunden J ahr fur J ahr einfach 
verlorengehen lassen! 

Denn die Volksgemeinschaft lebt nicht von dem fiktiven Wert des Geldes, 
sondern von der realen Produktion, die dem Gelde erst seinen Wert verleiht. 

Diese Produktion ist die erste Deckung einer Wahrung und nicht eine Bank oder 
ein Tresor voll Gold! 

Und wenn ich diese Produktion steigere, erhohe ich das Einkommen meiner Mitburger 
wirklich und indem ich sie senke, vermindere ich das Einkommen, ganz gleich, welche 
Lohne ausbezahlt werden. 

Und meine Abgeordneten! Wir haben in diesen vier Jahren die deutsche Produktion auf 
alien Gebieten aufcerordentlich erhoht. Und die Steigerung dieser Produktion kommt den 
deutschen Menschen in ihrer Gesamtheit zugute. Denn wenn heute z.B. unzahlige 
Millionen Tonnen Kohle mehr gefordert werden, dann dienen sie nicht etwa dazu, um ein 
paar Millionaren die Zimmer meinetwegen auf ein paartausend Grad zu erhitzen, 
sondern um Millionen deutscher Volksgenossen die auf sie treffende Quote erhohen zu 
konnen. 

So hat die nationalsozialistische Revolution durch den Einsatz einer fruher brachliegenden 
Millionenmasse deutscher Arbeitskraft eine so gigantische Steigerung der deutschen 
Produktion erreicht, daG der Erhohung unseres allgemeinen Nationaleinkommens der 
sachliche Gegenwert gewahrleistet ist! Und nur dort, wo wir diese Steigerung aus 
Grunden, deren Behebung auGerhalb unseres Bemuhens liegt, nicht durchfuhren konnen, 
sind von Zeit zu Zeit Verknappungen eingetreten, die aber in keinem Verhaltnis stehen 
zu dem Gesamterfolg der nationalsozialistischen Wirtschaftsschlacht. 

Den gewaltigen Ausdruck findet diese planmaGige Lenkung unserer Wirtschaft in der 
Aufstellung des Vierjahresplanes. 

Durch ihn wird besonders fur die aus der Rustungsindustrie einst wieder 
zuruckstromenden Massen der deutschen Arbeiterschaft eine dauernde 
Beschaftigung im inneren Kreislauf unserer Wirtschaft sichergestellt. 

Es ist jedenfalls ein Zeichen dieser gewaltigen wirtschaftlichen Entwicklung unseres 
Volkes, dafc wir heute auf vielen Gebieten nur sehr schwer gelernte Arbeiter zu 
bekommen vermogen. Ich begriifce dies besonders aus dem Grund, weil dadurch 
mitgeholfen wird, die Bedeutung des Arbeiters als Mensch und als Arbeitskraft in das 
richtige Licht zu setzen und weil dadurch - wenn auch aus anderen Motiven heraus - die 



soziale Tatigkeit der Partei und ihrer Verbande auf leichteres Verstandnis stofct und eine 
starkere und willigere Unterstutzung erfahrt! 

So wie wir die Aufgaben der Wirtschaft in einem so hohen volklichen Sinn verstehen, wird 
von selbst die fruhere Trennung in Arbeitgeber und Arbeitnehmer hinfallig. Auch der 
neue Staat wird und will nicht Unternehmer sein. Er will nur den Einsatz der 
Arbeitskraft der Nation insoweit regeln, als es zum Nutzen aller notwendig ist. 
Und er wird den ArbeitsprozeR nur soweit beaufsichtigen, als es im I nteresse 
aller Beteiligten sein muB. Er wird dabei unter keinen Umstanden versuchen, 
das wirtschaftliche Leben zu verbeamten. Jede wirkliche und praktische 
I nitiative kommt in ihrer wirtschaftlichen Auswirkung alien Volksgenossen 
zugute. Der Wert eines Erfinders oder eines erfolgreichen wirtschaftlichen 
Organisators ist im Augenblick oft fur die gesamte Volksgemeinschaft gar nicht 
abzuschatzen. Es wird in der Zukunft erst recht eine Aufgabe der 
nationalsozialistischen Erziehung sein, alien unseren Volksgenossen ihren 
gegenseitigen Wert klarzumachen. Dem einen zu zeigen, wie unersetzbar der 
deutsche Arbeiter ist, den deutschen Arbeiter aber auch zu belehren, wie 
unersetzbar der Erfinder und der wirkliche Wirtschaftsfiihrer sind. 

Daft in einer Sphare solcher Auffassungen weder Streik noch Aussperrung 
geduldet werden konnen, ist klar. Der nationalsozialistische Staat kennt kein 
wirtschaftliches Faustrecht. Uber den Interessen aller Kontrahenten steht das 
Gesamti nteresse der Nation, d.h. unseres Volkes! 

Die praktischen Ergebnisse dieser unserer Wirtschaftspolitik sind Ihnen bekannt. Ein 
ungeheurer Schaffensdrang gent durch unser Volk. Uberall entstehen gewaltige Werke 
der Produktion und des Verkehrs. Wahrend in anderen Landern fortgesetzte Streiks 
oder Aussperrungen die Stetigkeit der nationalen Produktionen erschuttern, 
arbeitet in unserem Volk die Millionenmasse aller Schaffenden nach dem 
hochsten Gesetz, das es fur sie auf dieser Welt geben kann, nach dem Gesetz 
der Vernunft. 

Wenn es uns in diesen vier Jahren gelungen ist, die wirtschaftliche Rettung unseres 
Volkes durchzufuhren, so wissen wir, dafc die Ergebnisse dieser wirtschaftlichen Arbeit in 
Staat und Land auch gesichert werden mussen. Die erste Gefahr droht den Werken der 
menschlichen Kultur zunachst stets aus den eigenen Reihen, dann namlich, wenn 
zwischen der GroGe der menschlichen Leistungen und der Einsicht der sie schaffenden, 
erhaltenden und betreuenden Volksgenossen kein inneres Verhaltnis mehr besteht. 



Erziehung zur Gemeinschaft 

Die nationalsozialistische Bewegung hat dem Staate die Richtlinien fur die Erziehung 
unseres Volkes gegeben. Diese Erziehung beginnt nicht in einem gewissen Jahr und 
endet nicht in einem anderen. Die menschliche Entwicklung brachte es mit sich, daB von 
einem bestimmten Zeitpunkt an die Weiterbildung des Kindes aus der Obhut der engsten 
Zelle des Gemeinschaftslebens, der Familie, genommen und der Gemeinschaft selbst 
anvertraut werden muG. 

Die nationalsozialistische Revolution hat dieser Gemeinschaftserziehung bestimmte 
Aufgaben gestellt und sie vor allem unabhangig gemacht von Lebensaltern, d.h.: die 
Belehrung des einzelnen Menschen kann niemals ein Ende finden! Es ist daher 
die Aufgabe der Volksgemeinschaft, dafur zu sorgen, dal5 diese Belehrung und 
Weiterbildung stets im Sinne ihrer Interessen, d.h. der Erhaltung des Volkes 
liegt. 



Wir konnen deshalb auch nicht zugeben, dafc irgendein taugliches Mittel fur diese 
Volksausbildung und Erziehung von dieser Gemeinschaftsverpflichtung ausgenommen 
werden konnte. 

J ugenderziehung - J ungvolk - Hitlerjugend - Arbeitsdienst - Partei - Wehrmacht, 
sie sind alle Einrichtungen dieser Erziehung und Ausbildung unseres Volkes. Das 
Buch, die Zeitung, der Vortrag, die Kunst, das Theater, der Film, sie sind alle 
Mittel dieser Volkserziehung. 

Was die nationalsozialistische Revolution auf diesen Gebieten geleistet hat, ist erstaunlich 
und gewaltig. Bedenken Sie allein folgendes: 

Unser ganzes deutsches Erziehungswesen einschliefclich der Presse, des Theaters, des 
Films, der Literatur wird heute ausschliefclich von deutschen Volksgenossen geleistet und 
gestaltet. Wie oft konnten wir fruher nicht horen, dafc die Entfernung des Judentums aus 
diesen Institutionen zum Zusammenbruch oder ihrer Verodung fuhren mufcte! Und was 
ist nun eingetreten? Auf all diesen Gebieten erleben wir ein ungeheures Aufbluhen 
des kulturellen und kunstlerischen Lebens. Unsere Filme sind besser als je 
zuvor, unsere Theaterauffuhrungen stehen heute in unseren Spitzenbuhnen auf 
einer einsamen Welthohe. Unsere Presse ist ein gewaltiges Instrument im 
Dienste der Selbstbehauptung unseres Volkes geworden und hilft mit, die 
Nation zu star ken. Die deutsche Wissenschaft ist erfolgreich tatig, und 
gewaltige Dokumente unseres schopferischen Bauwillens werden einst von 
dieser neuen Epoche zeugen! 

Es ist eine unerhorte Immunisierung des deutschen Volkes erreicht worden gegenuber all 
den zersetzenden Tendenzen, unter denen eine andere Welt zu leiden hat. Manche 
unserer Einrichtungen, die noch vor wenigen Jahren nicht verstanden worden sind, 
kommen uns heute schon als selbstverstandlich vor. J ungvolk, Hitler-Jugend, BDM., 
Frauenschaft, Arbeitsdienst, SA., SS., NSKK. und vor allem die Arbeitsfront in ihrer 
gewaltigen Gliederung sind Steine des stolzen Baues unseres Dritten Reiches. 

Dieser Sicherung des inneren Lebens unseres deutschen Volkes mufcte zur Seite treten 
die Sicherung nach aufcen. Und hier, meine Abgeordneten und Manner des Deutsche 
Reichstages, glaube ich, hat die nationalsozialistische Erhebung das grofcte 
Wunder ihrer Leistungen vollbracht! 



Der Fiihrer zieht die Unterschrift 
unter Kriegsschuldluge zuriick 

Als ich vor vier Jahren mit der Kanzlerschaft und damit mit der Fuhrung der Nation 
betraut wurde, ubernahm ich die bittere Pflicht, ein Volk wieder zur Ehre zuruckzu fuhren, 
das 15 Jahre lang das Leben eines Aussatzigen unter den anderen Nationen zu fuhren 
gezwungen worden war. Die innere Ordnung des deutschen Volkes schuf mir die 
Voraussetzung zum Wiederaufbau des deutschen Heeres, und aus beiden zugleich 
erwuchs die Moglichkeit, jene Fesseln abzustreifen, die wir als tiefstes Schandmal 
empfanden, das jemals einem Volk aufgebrannt worden war. Ich habe, am heutigen Tage 
diesen ProzeG abschliefcend, nur wenige Erklarungen zu geben: 

Erstens: Die Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung war ein 
ausschlielSlich Deutschland selbst beriihrender und es betreffender Vorgang. 
Wir haben keinem Volk dadurch etwas genommen und keinem Volk damit ein 
Leid zugefiigt! 



Zweitens: Ich verkunde I hnen, dafc ich im Sinne der Wiederherstellung der 
deutschen Gleichberechtigung die Deutsche Reichsbahn und die Deutsche 
Reichsbank ihres bisherigen Charakters entkleiden und wieder restlos unter die 
Hoheit der Regierung des Deutschen Reiches stellen werde. 

Drittens: Ich erklare hiermit, dafc damit jener Teil des Versailler Vertrages seine 
natiirliche Erledigung gefunden hat, der unserem Volke die Gleichberechtigung 
nahm und es zu einem minderwertigen Volke degradierte. 

Viertens: Ich ziehe damit vor a Mem aber die deutsche Unterschrift feierlichst 
zuriick von jener damals einer schwachen Regierung wider deren besseres 
Wissen abgepreftten Erklarung, dafc Deutschland die Schuld am Kriege besitze! 

Meine Abgeordneten, Manner des Deutschen Reichstages! 

Diese Wiederherstellung der Ehre unseres Volkes, die ihren aufterlich 
sichtbarsten Ausdruck fand in der Einfuhrung der Wehrpflicht, Erschaffung einer 
neuen Luftwaffe, dem Wiederaufbau einer deutschen Kriegsmarine, der 
Wiederbesetzung des Rheinlandes durch unsere Truppen, war die schwerste 
und wagemutigste Aufgabe und Arbeit meines Lebens. 

Ich muG an diesem Tage demutsvoll der Vorsehung danken, deren Gnade es mir, dem 
einstigen unbekannten Soldaten des Weltkrieges, gelingen liefc, unserem Volke damit 
wieder seine Ehre und Rechtschaffenheit zuruckzuerkampfen! 

Alle die hierzu notwendigen MaGnahmen waren leider nicht auf dem Wege von 
Verhandlungen zu erreichen. Aber abgesehen davon: Die Ehre eines Volkes kann 
iiberhaupt nicht ausgehandelt, sondern sie kann nur genommen werden. So 
wenig wie man sie ihr weghandeln, sondern auch nur nehmen kann! 

DaG ich die dazu notwendigen Handlungen tat, ohne unsere fruheren Gegner im 
einzelnen zu befragen oder auch nur zu verstandigen, hatte aber auch seinen Grund in 
der Erkenntnis, das so oder so notwendige Hinnehmen unserer Entscheidungen der 
anderen Seite dadurch nur erleichtert zu haben. Im ubrigen will ich diesen Erklarungen 
nun aber noch eine weitere anschliefcen, namlich, daG damit die 

Zeit der sogenannten Uberraschungen abgeschlossen ist. 

Als gleichberechtigter Staat wird Deutschland, seiner europaischen Aufgabe 
bewuftt, nunmehr in Zukunft in loyaler Weise mitarbeiten an der Behebung der 
Probleme, die uns und die anderen Nationen bewegen. 



Deutschlands AuRenpolitik seit 1933 

Wenn ich nun zu diesen allgemeinen Fragen derGegenwart Stellung nehme, dann 
geschieht es vielleicht am zweckmafcigsten in Anlehnung an jene AuGerungen, die vor 
kurzem im englischen Unterhaus durch Mister Eden gemacht worden sind. 

Denn in ihnen ist auch im wesentlichen enthalten, was zum Verhaltnis Deutschlands zu 
Frankreich zu sagen ist. 

Ich mochte an dieser Stelle meinen wirklichen Dank aussprechen fur die Moglichkeit einer 
Antwort, die mir geboten wurde durch die so freimutigen wie bemerkenswerten 
Ausfuhrungen des Herrn englischen AuGenministers. 



I ch habe diese Ausfuhrungen, wie ich glaube, genau und richtig gelesen. I ch will mich 
naturlich nicht in Details verlieren, sondern ich mochte versuchen, die grofcen 
Gesichtspunkte der Rede Mister Edens herauszugreifen, um meinerseits sie entweder zu 
klaren oder zu beantworten. 

Ich will dabei zuerst versuchen, einen, wie es mir scheint, sehr bedauerlichen Irrtum 
richtig zu stellen. Namlich den Irrtum, daG Deutschland irgendeine Absicht habe, sich zu 
isolieren, an den Geschehnissen der ubrigen Welt teilnahmslos vorbeizugehen oder dafc 
es etwa keine Rucksicht auf allgemeine Notwendigkeiten nehmen wolle. 

Worin soil die Auffassung, Deutschland treibe eine Isolierungspolitik, ihre Begrundung 
finden? 

Soil diese Annahme der Isolierung Deutschlands gefolgert werden aus vermeintlichen 
deutschen Absichten, dann mochte ich dazu folgendes bemerken: 

Ich glaube uberhaupt nicht, daG jemals ein Staat die Absicht haben konnte, sich bewufct 
an den Vorgangen der ubrigen Welt als politisch desinteressiert zu erklaren. Besonders 
dann nicht, wenn diese Welt so klein ist wie das heutige Europa. Ich glaube, daG, wenn 
wirklich ein Staat zu einer solchen Haltung Zuflucht nehmen muG, er es dann hochstens 
unter dem Zwang eines ihm selbst aufoktroyierten fremden Willens tun wird. Ich mochte 
Herrn Minister Eden hier zunachst versichern, dafc wir Deutschen nicht im geringsten 
isoliert sein wollen. Deutschland hat in den letzten Jahren eine ganze Anzahl politischer 
Beziehungen aufgenommen, wieder angeknupft, verbessert und mit einer Reihe von 
Staaten ein - ich darf wohl sagen - enges freundschaftliches Verhaltnis hergestellt. 
Unsere Beziehungen in Europa sind von uns aus gesehen zu den meisten Staaten 
normale, zu einer ganzen Anzahl von Staaten sehr freundschaftliche. Ich stelle hier an 
die Spitze die ausgezeichneten Beziehungen, die uns vor allem mit jenen Staaten 
verbinden, die aus ahnlichen Leiden wie wir zu ahnlichen Folgerungen gekommen sind. 

Durch eine Reihe von Abkommen haben wir fruhere Spannungen beseitigt und damit 
wesentlich zu einer Verbesserung der europaischen Verhaltnisse beigetragen. Ich 
erinnere nur an unsere Abmachung mit Polen, die beiden Staaten zum Vorteil gereicht, 
an unsere Abmachung mit Osterreich, an unsere ausgezeichnete und enge Beziehung zu 
Italien, an unsere freundschaftlichen Beziehungen zu Ungarn, J ugoslawien, zu Bulgarien, 
zu Griechenland, zu Portugal, zu Spanien usw. und endlich aber auch an die nicht minder 
herzlichen Beziehungen zu einer ganzen Reihe von Staaten aufcerhalb Europa. 

Die Abmachung, die Deutschland mit Japan zur Bekampfung der Kominternbewegung 
getroffen hat, ist ein lebendiger Beweis dafur, wie wenig die deutsche Regierung daran 
denkt, sich zu isolieren und wie wenig sie sich daher auch tatsachlich als isoliert fuhlt. Im 
ubrigen habe ich ofters als einmal den Wunsch und die Hoffnung ausgesprochen, mit 
alien unseren Nachbarn zu einem ahnlich guten und herzlichen Verhaltnis zu kommen. 

Deutschland hat, und ich wiederhole dies hier feierlich, immer wieder 
versichert, dafc es z.B. zwischen ihm und Frankreich uberhaupt keinerlei 
menschlich denkbaren Streitpunkt geben kann. Die deutsche Regierung hat 
weiter Belgien und Holland versichert, dafc sie bereit ist, diese Staaten jederzeit 
als unantastbare neutrale Gebiete anzuerkennen und zu garantieren. 

Ich sehe angesichts all der von uns fruher gegebenen Erklarungen und des tatsachlichen 
Zustandes nicht recht ein, wieso also Deutschland sich isoliert fuhlen soil oder gar eine 
Isolierungspolitik betriebe. 

Allein auch wirtschaftlich gibt es nicht den geringsten Anhaltspunkt dafur, zu behaupten, 
dafc Deutschland sich der internationalen Zusammenarbeit etwa entzoge. Es ist ja doch 
wohl umgekehrt. Wenn ich so die Rede mancher Staatsmanner in den letzten Monaten 



ubersehe, dann kann nur zu leicht aus ihnen der Eindruck entstehen, als ob etwa eine 
ganze Welt darauf warte, Deutschland mit wirtschaftlichen Gefalligkeiten zu 
uberschwemmen, und nur wir verstockte Isolierungspolitiker an diesen Genussen nicht 
teilnehmen wollten. 

I ch mochte zur Richtigstellung dessen ein paar ganz nuchterne Tatsachen anfuhren: 

1. Seit J ahr und Tag muht sich das deutsche Volk ab, mit seinen Nachbarn bessere 
Handelsvertrage und damit einen regeren Guteraustausch zu erreichen. Und diese 
Bemiihungen waren auch nicht vergeblich, denn tatsachlich ist der deutsche Aufcenhandel 
seit dem Jahre 1932 sowohl dem Volumen als auch dem Werte nach nicht kleiner, 
sondern grower geworden. Dies widerlegt am scharfsten die Meinung, dafc Deutschland 
eine wirtschaftliche Isolierungspolitik betriebe. 

2. I ch glaube aber nicht, dafc es eine wirtschaftliche Zusammenarbeit der Volker 
auf einer anderen Ebene, und zwar von Dauer geben kann als auf der eines 
gegenseitigen Waren- und Guteraustausches. 

Kreditmanipulationen konnen vielleicht fur den Augenblick ihre Wirkung ausuben, auf die 
Dauer aber werden die wirtschaftlichen internationalen Beziehungen immer bedingt sein 
durch den Umfang des gegenseitigen Warenaustausches. Und hier ist es ja nun nicht so, 
daG die andere Welt etwa mit ungeheuren Auftragen oder Perspektiven einer Steigerung 
des wirtschaftlichen Austauschverkehrs aufzuwarten in der Lage ware, dann, wenn ich 
weiG nicht was fur Voraussetzungen erfullt sein wurden. Man soil die Dinge wirklich nicht 
mehr komplizieren, als sie es an sich sind. Die Weltwirtschaft krankt nicht daran, dafc 
Deutschland sich etwa an ihr nicht beteiligen will, sondern sie krankt daran, daG in die 
einzelnen Produktionen der Volker sowohl als auch in den Beziehungen zueinander eine 
Unordnung gekommen ist. Beides hat nicht Deutschland verschuldet. Am wenigsten das 
heutige nationalsozialistische Deutschland. Denn als wir zur Macht kamen, war die 
Weltwirtschaftskrise wohl noch schlimmer als heute. 

Ich befurchte allerdings, den Worten Mister Edens entnehmen zu mussen, daG er als ein 
Element der Ablehnung internationaler Beziehungen von seiten Deutschlands die 
Durchfuhrung des deutschen Vierjahresplanes ansieht. Ich mochte daher daruber 
keinen Zweifel aufkommen lassen, dal5 der EntschluR, diesen Plan 
durchzufiihren, keine Anderung zulaRt. Die Grunde, die uns zu diesem EntschluR 
veranlaftten, waren zwingende. Und ich habe in der letzten Zeit nichts 
entdecken konnen, was uns irgendwie von der Durchfuhrung dieses 
Entschlusses hatte abzubringen vermdgen. 

Ich nehme nur ein praktisches Beispiel: 

Die Durchfuhrung des Vierjahresplanes wird durch die synthetische Erzeugung von 
Benzin und Gummi allein eine jahrliche Mehrforderung von 20-30 Millionen Tonnen Kohle 
in unserem Lande sicherstellen! Das heifct aber die Beschaftigung von vielen 
Zehntausenden von Kohlenbergarbeitern fur die ganze Zukunft ihres Lebens. Ich muG 
mir wirklich die Frage erlauben: Welcher Staatsmann wurde in der Lage sein, mir im Falle 
der Nichtdurchfuhrung des deutschen Vierjahresplanes die Abnahme von 20 oder 30 
Millionen Tonnen Kohle durch irgendeinen anderen Wirtschaftsfaktor aufcerhalb des 
Reiches zu garantieren? Und darum handelt es sich. 

I ch will Arbeit und Brot fur mein Volk! 

Und zwar nicht vorubergehend durch Gewahrung meinetwegen von Krediten, 
sondern durch einen soliden, dauernden ProduktionsprozelS, den ich entweder 
in Austausch bringen kann mit Giitern der anderen Welt oder in Austausch 
bringen muB mit eigenen Giitern im Kreislauf unserer eigenen Wirtschaft. 



Wenn Deutschland heute durch irgendeine Manipulation diese 20 oder 30 Millionen 
Tonnen Kohle in der Zukunft auf den Weltmarkt werfen wollte, so wurde dies doch nur 
dazu fiihren, daG andere Lander ihre bisherige Kohlenausfuhr wesentlich senken mufcten. 
I ch weiG nicht, ob ein englischer Staatsmann z.B. ernstlich eine solche Moglichkeit fur 
sein Volk ins Auge fassen konnte. Dies aber ist das Entscheidende. 

Denn Deutschland hat eine ungeheuere Zahl von Menschen, die nicht nur arbeiten, 
sondern auch essen wollen. Auch der ubrige Lebensstandard unseres Volkes ist ein 
hoher. Ich kann die Zukunft der deutschen Nation nicht aufbauen auf den 
Versicherungen eines auslandischen Staatsmannes iiber irgendeine 
internationale Hilfe, sondern ich kann sie nur aufbauen auf den realen 
Grundlagen einer laufenden Produktion, die ich entweder im I nnern oder nach 
aufSen absetzen muB! Und hier unterscheide ich mich vielleicht in meinem MiGtrauen 
von den optimistischen Ausfuhrungen des englischen AuGenministers. 

Wenn Europa namlich nicht aus dem Taumel seiner bolschewistischen Infektionen 
erwacht, dann, furchte ich, wird der internationale Handel trotz allem guten Willen 
einzelner Staatsmanner nicht zu-, sondern am Ende sogar eher noch abnehmen. Denn 
dieser Handel baut sich nicht nur auf der ungestorten und damit gesicherten Produktion 
eines einzelnen Volkes auf, sondern auf der Produktion aller Volker. Zunachst aber steht 
nur das eine fest, dafc jede bolschewistische Erschutterung zwangslaufig zu einer mehr 
oder weniger lange andauernden Vernichtung einer geordneten Produktion fuhrt. Und ich 
kann daher die wirtschaftliche Zukunft Europas leider nicht so optimistisch beurteilen, 
wie dies vielleicht Mister Eden zu tun konnen glaubt. Ich bin der verantwortliche Leiter 
des deutschen Volkes und habe nach bestem Wissen und Gewissen seine Interessen auf 
dieser Welt wahrzunehmen. Ich bin daher auch verpflichtet, die Dinge so einzuschatzen, 
wie ich sie eben mit meinen Augen glaube sehen zu konnen. 

Ich konnte niemals einen Freispruch vor der Geschichte meines Volkes erhalten, wenn ich 
- ganz gleich aus welchen Grunden - etwas versaumen wurde, was zur Forterhaltung 
dieses Volkes notwendig ist. Ich bin glucklich, und wir alle sind es, uber jede Steigerung 
unseres AuGenhandels. Allein, ich werde angesichts der ungeklarten politischen Lage 
nichts versaumen, was dem deutschen Volk die Lebensexistenz auch dann noch 
garantieren wird, wenn andere Staaten vielleicht das Opfer der bolschewistischen 
I nfektion geworden sein werden. I ch muG es auch ablehnen, dafc diese Auffassung 
einfach als eine Ausgeburt einer blassen Phantasie abgetan wird. Denn zunachst steht 
doch folgendes fest: Der Herr englische AuGenminister eroffnet uns theoretische 
Lebensperspektiven, wahrend z.B. in der Praxis sich ganz andere Vorgange abspielen. 
Zum Beispiel: Die Revolutionierung Spaniens hat 15.000 Deutsche aus diesem Lande 
vertrieben und unserem Handel einen schweren Schaden zugefugt. 

Sollte diese Revolutionierung Spaniens auf andere europaische Staaten 
iibergreifen, dann wurde dieser Schaden nicht vermindert, sondern vergroBert 
werden. 

Ich muG aber nun einmal als verantwortlicher Staatsmann auch mit solchen 
Moglichkeiten rechnen. Es ist daher mein unabanderlicher EntschluG, die deutsche 
Arbeitskraft so oder so nutzlich fur die Erhaltung meines Volkes anzusetzen. Wir werden 
jede Moglichkeit wahrnehmen, dessen kann Herr Minister Eden versichert sein, unsere 
wirtschaftlichen Beziehungen zu den anderen Volkern zu starken, aber ebenso auch jede 
Moglichkeit, den inneren Kreislauf unserer Wirtschaft zu verbessern und zu vertiefen! 

Sollte aber - ich muG auch dies untersuchen - die Ursache fur die Meinung, Deutschland 
treibe eine Isolierungspolitik, etwa unser Austritt aus dem Volkerbund sein, dann mochte 
ich doch darauf hinweisen, dafc die Genfer Liga niemals ein wirklicher Bund aller Volker 
war, dafc eine Anzahl grower Nationen ihr entweder uberhaupt nicht angehorten oder 



schon vor uns den Austritt vollzogen hatten, ohne daG deshalb jemand behaupten wird, 
diese trieben eine I solierungspolitik. 

I ch glaube also, daG Mister Eden in diesem Punkt die deutschen Absichten und unsere 
Auffassungen sichtlich verkennt. Denn nichts liegt uns ferner als, sei es politisch oder 
wirtschaftlich, die Beziehungen zur anderen Welt abzubrechen oder auch nur zu 
vermindern. Im Gegenteil, das Umgekehrte ist richtiger. 

Ich habe so oft versucht, zu einer Verstandigung in Europa einen Beitrag zu 
leisten und habe besonders oft dem englischen Volke und seiner Regierung 
versichert, wie sehr wir eine herzliche und aufrichtige Zusammenarbeit mit 
ihnen wunschen. Und zwar wir alle, das ganze deutsche Volk, und nicht zuletzt 
ich selbst! 

Ich gebe aber zu, daG in einem Punkt eine tatsachliche und, wie mir scheint, 
unuberbruckbare Verschiedenheit zwischen den Auffassungen des englischen 
AuGenministers und unseren besteht. 



Nationalsozialismus 

rettet Europa vor dem Bolschewismus 

Mister Eden betont, dafc die britische Regierung unter keinen Umstanden wunsche, 
Europa in zwei Halften zerrissen zu sehen. Leider hatte man diesen Wunsch nicht schon 
fruher geaufcert und gehort. Heute ist dieser Wunsch nur eine Illusion. 

Denn tatsachlich ist die ZerreilSung in zwei Halften nicht nur Europas, sondern 
der Welt eine vollzogene Tatsache. 

Es ist bedauerlich, dafc die britische Regierung nicht schon fruher ihre heutige Auffassung 
vertreten hat, daG eine ZerreiGung Europas unter alien Umstanden vermieden werden 
musse, denn dann ware es nie zum Versailler Vertrag gekommen. Dieser Vertrag hat 
tatsachlich die erste ZerreiGung Europas eingeleitet: namlich die Aufteilung der Nationen 
in Sieger und Besiegte und damit Rechtlose. Niemand hat mehr unter dieser ZerreiGung 
Europas zu leiden gehabt als das deutsche Volk. DaG wenigstens dieser RiG, soweit 
Deutschland in Frage kommt, wieder beseitigt wurde, ist im wesentlichen das Verdienst 
der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland und damit irgendwie wohl auch 
mein eigenes! 

Die zweite ZerreiRung erfolgte durch die Proklamation der bolschewistischen 
Lehre, deren integrierender Bestandteil es ist, sich nicht auf ein Volk zu 
beschranken, sondern alien Volkern aufgezwungen zu werden. 

Es handelt sich hier nicht um eine besondere Form des arteigenen Lebens etwa des 
russischen Volkes, sondern es handelt sich um den bolschewistischen 
Weltrevolutionsanspruch. Wenn Herr Minister Eden den Bolschewismus nicht so sehen 
will, wie wir ihn sehen, dann mag dieses vielleicht mit der Lage GroGbritanniens in 
Zusammenhang stehen, vielleicht auch mit sonstigen Erfahrungen, die uns unbekannt 
sind. Allein ich glaube, man kann uns, die wir uber diese Dinge nicht als Theoretiker 
sprechen, auch nicht die Aufrichtigkeit der Uberzeugung bestreiten. Fur Herrn Eden ist 
der Bolschewismus vielleicht ein Ding, das in Moskau sitzt, fur uns ist dieser 
Bolschewismus aber eine Pest, gegen die wir uns in Deutschland selbst blutig zur Wehr 
setzen muBten. Eine Pest, die es versucht hat, aus unserem Lande dieselbe Wuste zu 
machen, wie es in Spanien der Fall ist, die dieselben Geiselerschiefcungen anfing, wie wir 
es in Spanien erleben! Nicht der Nationalsozialismus hat seine Beruhrung mit dem 



Bolschewismus in Rutland gesucht, sondern der judisch-internationale Moskauer 
Bolschewismus versuchte, nach Deutschland einzudringen! Und er versucht es heute 
nochl 

Und diesem Versuch gegenuber haben wir in schwerem Kampf nicht nur die 
Kultur unseres Volkes, sondern vielleicht auch die von ganz Europa behauptet 
und damit verteidigt. 

Wenn in den Januar- und Februartagen des Jahres 1933 in der letzten 
Entscheidungsschlacht Deutschland gegenuber dieser Barbarei unterlegen ware, und das 
bolschewistische Trummer- und Leichenfeld sich uber Mitteleuropa ausgebreitet haben 
wurde, hatte man vielleicht auch an der Themse andere Auffassungen uber das Wesen 
dieser furchtbarsten Menschheitsgefahr erhalten. Denn nachdem England ohnehin am 
Rheine verteidigt werden muG, wurde es sich jetzt wohl schon in engster Beruhrung mit 
jener harmlosen demokratischen Moskauer Welt befinden, deren Ungefahrlichkeit uns 
immer so warm einzureden versucht wird. Ich mochte daher hier noch einmal in aller 
Form folgendes erklaren: 

Der Bolschewismus ist eine Lehre der Weltrevolution, d.h. der Weltzerstorung. 
Diese Lehre als einen gleichberechtigten Lebensfaktor in Europa aufzunehmen, 
heiftt ihm Europa ausliefern. I nsoweit andere Volker sich der Beruhrung mit 
dieser Gefahr auszusetzen belieben, unterliegt keiner deutschen 
Stellungnahme. I nsoweit aber Deutschland selbst in Frage kommt, mochte ich 
keinen Zweifel da ruber lassen, dafc wir 1. im Bolschewismus eine unertragliche 
Weltgefahr erblicken, und 2. daft wir diese Gefahr von unserem Volke mit alien 
Mitteln fernzuhalten versuchen, und 3. daft wir daher uns bem linen, das 
deutsche Volk gegen diese I nfektion so gut als moglich immun zu machen. 

Dazu gehort es auch, daG wir jede engere Beziehung mit den Tragern dieser Giftbazillen 
vermeiden und daG wir insonderheit nicht gewillt sind, dem deutschen Volk das Auge fur 
diese Gefahr dadurch zu truben, daG wir selbst uber die notwendigen staatlichen oder 
wirtschaftlichen Beziehungen hinaus engere Verbindungen damit aufnehmen. 

Ich halte die bolschewistische Lehre fur das grofcte Gift, das einem Volk gegeben werden 
kann. Ich wunsche daher, daG mein eigenes Volk mit dieser Lehre in keine Beruhrung 
kommt. Ich will aber dann als Burger dieses Volkes auch selbst nichts tun, was ich bei 
meinen Mitburgern verurteilen muG. Ich verlange vom deutschen Arbeiter, daG er keinen 
Verkehr und Umgang mit diesen internationalen Schadlingen betreibt, und er soil aber 
auch mich niemals mit ihnen pokulieren oder zechen sehen. Im ubrigen wurde jede 
weitere deutsche vertragliche Verbindung mit dem derzeitigen bolschewistischen Rutland 
fur uns ganzlich wertlos sein. Weder ware es denkbar, dafc nationalsozialistische 
Deutsche jemals zum Schutz des Bolschewismus eine Hilfspflicht erfullen, noch wollen wir 
selbst von einem bolschewistischen Staat eine Hilfe entgegennehmen. Denn ich furchte, 
daG jedes Volk, dem eine solche Hilfe zuteil wird, daran seinen Untergang findet. 

Ich mochte weiter hier aber auch gegen die Auffassung Stellung nehmen, als konnte der 
Volkerbund als solcher im Falle der Not, ja durch seine Hilfe rettend, den einzelnen 
Mitgliedsstaaten unter die Arme greifen. Nein, daran glaube ich nicht. Herr Minister Eden 
erklarte in seinen letzten Ausfuhrungen, daG das Entscheidende die Taten und nicht die 
Reden seien. Ich darf aber darauf hinweisen, daG das entscheidende Merkmal des 
Volkerbundes bisher weniger Taten als vielmehr gerade die Reden gewesen sind. 
Ausgenommen den einzigen Fall, da es vielleicht besser gewesen ware, es beim Reden 
bewenden zu lassen. Und dieses einzige Mai ist daruber hinaus - wie vorauszusehen - der 
Tat der Erfolg versagt geblieben. 



Um Deutschlands Gleichberechtigung 

So wie ich daher wirtschaftlich gezwungen bin, die eigene Kraft und die eigenen 
Moglichkeiten zur Erhaltung meines Volkes in erster Linie in Rechnung zu stellen, so bin 
ich dies auch politisch. Und gerade daran tragen wir wahrhaft keine Schuld. 

Ich habe dreimal sehr konkrete Angebote zu einer Rustungsbeschrankung oder 
zumindest Riistungsbegrenzung gemacht. Diese Angebote verfielen der 
Ablehnung. 

I ch darf darauf hinweisen, dafc das grofcte Angebot damals der Vorschlag war, 
Deutschland und Frankreich mochten ihre Armeen gemeinsam auf einen Stand von 
300.000 Mann bringen; Deutschland, England und Frankreich mochten gemeinsam ihre 
Luftwaffe auf einen gleichen Stand bringen, und Deutschland und England mochten ein 
Abkommen treffen fur das Verhaltnis der Kriegsflotten. Davon wurde nur der letzte Teil 
akzeptiert und damit auch als einziger Beitrag einer wirklichen Riistungsbegrenzung in 
der Welt verwirklicht. 

Die anderen Vorschlage Deutschlands fanden ihre Beantwortung 

teils durch eine glatte Ablehnung, teils aber auch durch den AbschluG jener Bundnisse, 
durch die die Riesenmacht Sowjetrufclands auf das mitteleuropaische Spielfeld der Krafte 
geworfen wurde. Mister Eden spricht von den deutschen Rustungen und erwartet eine 
Begrenzung dieser Rustungen. Diese Begrenzung haben wir selbst einst vorgeschlagen. 
Sie scheiterte daran, daG man lieber die grofcte Militarmacht der Welt vertraglich und 
tatsachlich nach Mitteleuropa hineinzuschleusen versuchte, als auf unseren Vorschlag 
einzugehen. Es wurde daher richtig sein, wenn man von Rustungen redet, in 
erster Linie die Rustung jener Macht zu erwahnen, die den Ma testa b abgibtfur 
das Riisten all der anderen. 

Mister Eden glaubt, dafc in Zukunft alle Staaten nur die Rustung besitzen sollten, die fur 
ihre Verteidigung notwendig sei. Ich weifc nicht, ob und inwieweit uber die Realisierung 
dieses schonen Gedankens mit Moskau bereits Fuhlung genommen wurde und inwieweit 
von dort aus schon Zusicherungen ergangen sind. 

Ich glaube aber eins aussprechen zu mussen: Es ist ganz klar, dafc das AusmaG der 
Rustung fur eine Verteidigung bestimmt wird von dem AusmaG der Gefahren, die ein 
Land bedrohen. Daruber zu urteilen, ist jedes Volk selbst zustandig, und zwar allein 
zustandig. Wenn also GroGbritannien heute das AusmaG seiner Rustung festlegt, so wird 
dies in Deutschland jedermann verstehen, denn wir konnen es uns nicht anders denken, 
als daG fur die Bemessung des Schutzes des Britischen Weltreichs ausschliefclich London 
selbst zustandig ist. 

Ebenso mochte ich aber betonen, date auch die Bemessung des Schutzes und 
damit der Verteidigungswaffe fur unser Volk unserer Zustandigkeit unterliegt 
und damit ausschliefSlich in Berlin entschieden wird. 

Ich glaube, dafc eine allgemeine Anerkennung dieser Grundsatze nicht zu einer 
Erschwerung, sondern nur zu einer Entspannung beitragen kann. Deutschland jedenfalls 
ist glucklich, in Italien und in J apan Freunde gefunden zu haben, die gleicher Ansicht sind 
wie wir, und es wurde noch glucklicher sein, wenn sich diese Uberzeugung in Europa 
ausbreiten wurde. Daher hat auch niemand warmer als wir die sichtbare Entspannung im 
Mittellandischen Meere durch das italienisch-englische Abkommen begruBt. Wir glauben, 
dafc dadurch auch am ehesten eine Verstandigung erreicht werden wird uber die 
Behebung oder zumindest Begrenzung der Katastrophe, die das arme Spanien betroffen 
hat. Deutschland hat dort keine Interessen, aufcer die Pflege jener wirtschaftlichen 
Beziehungen, die Mister Eden selbst als so wichtig und nutzlich erklart. 



Es ist versucht worden, die deutsche Sympathie fur das nationale Spanien mit 
irgendwelchen kolonialen Wunschen in Verbindung zu bringen. 

Deutschland hat an Lander, die ihm keine Kolonien genommen haben, 
auch keine kolonialen Anspruche. 

Deutschland hat weiter unter der bolschewistischen Not selbst so stark gelitten, dafc es 
nicht diese Not mifcbrauchen wird, um einem unglucklichen Volk in der Stunde seiner 
Schwache etwas zu nehmen oder fur die Zukunft abzupressen. 

Unsere Sympathien fur General Franco und seine Regierung liegen erstens im 
allgemeinen Mitgefuhl und zweitens in der Hoffnung, daG durch eine Konsolidierung eines 
wirklich nationalen Spaniens eine Starkung der europaischen wirtschaftlichen 
Moglichkeiten entstehen wird, umgekehrt aber von dort eine noch groGere Katastrophe 
ihren Ausgang nehmen konnte. Wir sind daher bereit, alles zu tun, was irgendwie zu 
einer Wiederherstellung geordneter Verhaltnisse in Spanien beitragen kann. 

Ich glaube aber, folgende Ausfuhrungen nicht unterlassen zu durfen: 

In Europa sind in den letzten hundert Jahren eine Anzahl neuer Nationen geboren 
worden, die fruher in ihrer Zerrissenheit und Ohnmacht nur geringe wirtschaftliche und 
fast gar keine politische Bedeutung erhielten. Durch das Entstehen dieser neuen Staaten 
sind naturliche Spannungen entstanden. Allein eine wahre Staatskunst wird Realitaten 
nicht ubersehen, sondern sie berucksichtigen. Das italienische Volk, der neue italienische 
Staat, sie sind eine Realitat. Das deutsche Volk und das Deutsche Reich, sie sind 
desgleichen eine Realitat. Und fur meine eigenen Mitburger mochte ich es aussprechen, 
das polnische Volk und der polnische Staat sind ebenso eine Realitat geworden. Auch auf 
dem Balkan sind Nationen erwacht und haben sich ihre eigenen Staaten geschaffen. Die 
Volker dieser Staaten wollen leben, und sie werden leben. Mit einer geistlosen 
Aufteilung der Welt in Besitzende und Habenichtse wird dieses Problem aber 
genau so wenig gelost oder gar abgetan, als man auch die inneren sozialen 
Probleme der Volker nicht einfach durch mehr oder weniger witzige Phrasen zu 
erledigen vermag! 

Im Laufe der Jahrtausende erfolgte die Durchsetzung der Lebensanspruche der Volker 
durch die von ihnen ausgehende Gewalt. Wenn nun heute an Stelle dieser Gewalt eine 
andere regelnde Institution treten soil, dann muG diese, von der Berucksichtigung der 
naturlichen Lebenserfordernisse ausgehend, ihre Entscheidungen treffen. Wenn es die 
Aufgabe des Volkerbundes z.B. nur sein soil, den bestehenden Weltzustand zu 
garantieren und in alle Ewigkeit sicherzustellen, dann kann man ihm genau so auch noch 
die Aufgabe zuweisen, Ebbe und Flut zu bewachen oder in Zukunft den FluG des 
Golfstromes festzuhalten. 

Er wird aber weder dies noch das andere konnen. Sein Bestand hangt auf die Dauer 
ab von der Grofce der Einsicht, notwendige Reformen, die die Beziehungen der 
Volker beruhren, zu uberlegen und zu verwirklichen. 



Deutschland braucht Kolonien 

Das deutsche Volk hat sich einst ein Kolonialreich aufgebaut, ohne irgend jemand zu 
berauben oder ohne irgendeinen Vertrag zu verletzen. Und es tat dies ohne einen Krieg. 
Dieses Kolonialreich wurde uns genommen. Die Begrundungen, mit denen heute versucht 
wird, diese Wegnahme zu entschuldigen, sind nicht stichhaltig. 



Erstens: "Die Eingeborenen wollten nicht bei Deutschland sein." 

Wer hat sie gefragt, ob sie bei jemand anderem sein wollen, und wann sind 
uberhaupt die kolonialen Volker befragt worden, ob sie bei den fruheren Kolonialmachten 
zu sein Lust und Liebe besafcen? 

Zweitens: "Die deutschen Kolonien sind von den Deutschen gar nicht richtig verwaltet 
worden." 

Deutschland hat diese Kolonien erst wenige Jahrzehnte vorher erhalten. Sie wurden 
mit grofcen Opfern aufgebaut und waren in der Entwicklung begriffen, die heute zu ganz 
anderen Resultaten gefuhrt haben wurden, wie etwa im Jahre 1914. Aber immerhin 
waren die Kolonien durch uns doch so entwickelt, daG man sie fur wert genug hielt, um 
uns in blutigen Kampfen entrissen zu werden. 

Drittens heifct es: "Diese Kolonien besafcen gar keinen wirklichen Wert." 

Wenn dies der Fall ist, dann wird diese Wertlosigkeit ja auch fur die anderen Staaten 
zutreffen, und es ist nicht einzusehen, weshalb man sie uns dann erst recht vorenthalten 
will. 

Im ubrigen: Deutschland hat niemals Kolonien gefordert zu militarischen 
Zwecken, sondern ausschlieRlich zu wirtschaftlichen. 

Es ist klar, daB in Zeiten einer allgemeinen Prosperitat der Wert eines bestimmten 
Gebietes sinken mag, es ist aber auch ebenso klar, dafc in Zeiten der Not eine solche 
Bewertung eine sofortige Anderung erfahrt. Und Deutschland lebt heute in Zeiten eines 
schweren Kampfes um Lebensmittel und Rohstoffe. Ein genugender Einkauf ware nur 
denkbar bei einer fortgesetzten und dauernden Steigerung unserer Ausfuhr. 

Also wird die Forderung nach Kolonien in unserem so dicht besiedelten Land als 
eine selbstverstandliche sich immer wieder erheben. 

Ich mochte aber abschliefcend nun zu diesen Erklarungen noch in wenigen Punkten eine 
Auffassung aufcern uber die moglichen Wege, die zu einer wirklichen Befriedung nicht nur 
Europas, sondern daruber hinaus zu fuhren vermogen: 

1. Es liegt im Interesse aller Nationen, daG die einzelnen Staaten im Innern stabile und 
geordnete politische und wirtschaftliche Verhaltnisse besitzen. 

Sie sind die wichtigsten Voraussetzungen fur die Anbahnung dauerhafter und solider 
wirtschaftlicher und politischer Beziehungen der Volker untereinander. 

2. Es ist notwendig, dafc die Lebenserfordernisse der einzelnen Volker offen gesehen und 
auch freimutig zugegeben werden. Nur der gegenseitige Respekt vor diesen 
Lebensbedingungen kann Wege finden lassen zur Befriedigung der Lebensbedurfnisse 
aller. 

3. Der Volkerbund wird - wenn er seiner Mission gerecht werden will - sich zu einem 
Organ evolutionarer Vernunft und nicht reaktionarer Tragheit umgestalten mussen. 

4. Die Beziehungen der Volker untereinander konnen nur dann eine gluckliche Regelung 
und Losung finden, wenn sie auf der Grundlage der gegenseitigen Achtung und damit 
absoluter Gleichberechtigung geordnet werden. 

5. Es ist unmoglich, fur Rustungssteigerung oder Rustungsbegrenzung nach Belieben 
bald die eine oder die andere Nation haftbar zu machen, sondern es ist notwendig, auch 
diese Probleme in jenem gesamten Rahmen zu sehen, der ihre Voraussetzungen schafft 
und sie damit auch wirklich bestimmt. 



6. Es ist unmoglich, zu einer wirklichen Befriedung der Volker zu kommen, solange der 
fortgesetzten Verhetzung durch eine internationale, unverantwortliche Clique von 
Brunnenvergiftern und Meinungsfalschern nicht Einhalt geboten wird. Vor wenigen 
Wochen erst mufcten wir erleben, wie es dieser organisierten Kriegshetzergilde fast 
gelungen ist, zwischen zwei Volkern durch eine Flut von Lugen ein Mifctrauen zu 
erzeugen, das leicht auch zu schlimmeren Folgen hatte fiihren konnen. 

I ch habe sehr bedauert, daG der englische Aufcenminister nicht in einer kategorischen 
Weise festgestellt hat, dafc an den Marokko betreffenden Verleumdungen und Lugen 
dieser internationalen Kriegshetzer auch nicht ein wahres Wort war. Es ist in diesem 
eklatanten Fall gelungen, dank der Loyalitat eines auswartigen Diplomaten und seiner 
Regierung, die sofortige Aufklarung zu schaffen. Ware es nicht denkbar, dafc aus einem 
anderen AnlaG es einmal auch miGlingen konnte, der Wahrheit so schnell zum Erfolg zu 
verhelfen, und was dann? 

7. Es hat sich erwiesen, daG die Regelung der europaischen Fragen zweckmafcig immer in 
dem Rahmen und in dem Umfang vollzogen wird, die moglich sind. Deutschland ist 
glucklich, heute mit Italien ein enges und freundschaftliches Verhaltnis hergestellt zu 
haben. Moge es doch gelingen, diese Beziehungen auch auf ahnlichem Wege mit anderen 
europaischen Nationen anzubahnen! 

Das Deutsche Reich wird mit seiner starken Armee uber seine Sicherheit und seine 
Ehre wachen. Allein es wird auch, erfullt von der Uberzeugung, dafc es fur Europa kein 
hoheres Gut als den Frieden geben kann, stets ein verantwortungsvoller und 
verantwortungsbewufcter Trager dieses europaischen Friedensgedankens sein. 

8. Es wird dem europaischen Frieden insgesamt nutzen, wenn in der Behandlung der 
Nationalitaten, die als Minoritat in fremden Volkern zu leben gezwungen sind, eine 
gegenseitige Rucksicht auf die berechtigte Empfindung des nationalen Stolzes und 
BewuGtseins der Volker genommen wird. 

Dies wurde zu einer tiefgreifenden Entspannung zwischen den Staaten fuhren, die 
durch das Schicksal gezwungen sind, nebeneinander zu existieren und deren staatliche 
Grenzen sich nicht mit den Volksgrenzen decken. 

Ich mochte nun am Schlusse dieser Ausfuhrungen noch zu einem Dokument Stellung 
nehmen, das die britische Regierung anlafclich der Besetzung des Rheinlandes an die 
deutsche Regierung gerichtet hat. Ich mochte vorweg erklaren, dafc wir glauben und 
uberzeugt sind, daG die englische Regierung damals alles getan hat, um eine 
Verscharfung der europaischen Krise zu vermeiden, und daG das in Frage stehende 
Dokument auch nur dem Wunsche die Entstehung verdankt, einen Beitrag zu leisten fur 
die Entwirrung der damaligen Lage. 

Trotzdem war es der deutschen Regierung nicht moglich, aus Grunden, die 
sicherlich auch die Regierung GroRbritanniens wurdigen wird, eine Antwort auf 
diese Fragen zu geben. Wir haben es vorgezogen, durch die praktische 
Ausgestaltung unserer Beziehungen zu unseren Nachbarstaaten einen Teil 
dieser Fragen auf die naturlichste Weise zu erledigen, und ich mochte heute nun 
nach der Wiederherstellung der vollen deutschen Souveranitat und 
Gleichberechtigung nur abschlieGend erklaren, daft Deutschland niemals mehr 
einen Vertrag unterzeichnen wird, der mit seiner Ehre, mit der Ehre der Nation 
und der es vertretenden Regierung irgendwie unvereinbar ist, oder der sonst 
sich mit den deutschen Lebensinteressen nicht vertragt und daher auf die Dauer 
nicht gehalten werden konnte. 

Ich glaube, diese Erklarung wird des Verstandnisses aller sicher sein. 

Im ubrigen hoffe ich zutiefst, daG es der Einsicht und dem guten Willen der 
verantwortungsbewufcten europaischen Regierungen trotz aller Widersacher gelingen 



mag, Europa dennoch den Frieden zu bewahren. Er ist unser allerhochstes Gut. Was 
Deutschland im einzelnen dazu an Beitragen leisten kann, wird es leisten. 



Der zweite Vierjahresplan 

Wenn ich nun diesen Teil meiner Ausfuhrungen beschlieGe, mochte ich den Blick noch 
ganz kurz werfen auf die Aufgaben der Zukunft: 

An der Spitze steht die Durchfuhrung des Vierjahresplanes. 

Er wird gewaltige Anstrengungen erfordern, allein unserem Volke einst auch von grofcem 
Segen sein. Er umfafct eine Starkung unserer nationalen Wirtschaft auf alien Gebieten. 
Seine Durchfuhrung ist sichergestellt. Die groGen Arbeiten, die aufcer ihm begonnen 
worden sind, werden weitergefuhrt. Ihr Ziel wird sein, das deutsche Volk gesunder und 
sein Leben angenehmer zu machen. Als aufceres Zeugnis fur diese grofce Epoche der 
Wiederauferstehung unseres Volkes aber soil nunmehr der planmaGige Ausbau einiger 
grower Stadte des Reiches treten. Und an der Spitze die Ausgestaltung Berlins zu 
einer wirklichen und wahren Hauptstadt des Deutschen Reiches. Ich habe daher 
an diesem heutigen Tage ahnlich wie fur den Bau unserer StraGen, fur Berlin einen 
Generalbauinspektor ernannt, der fur die bauliche Ausgestaltung der Reichshauptstadt 
verantwortlich ist und dafur Sorge tragen wird, in das Chaos der Berliner Bauentwicklung 
jene grofce Linie zu bringen, die dem Geist der nationalsozialistischen Bewegung und dem 
Wesen der deutschen Reichshauptstadt gerecht wird. Fur die Durchfuhrung des Planes ist 
eine Zeit von 20 J ahren vorgesehen. 

Moge der allmachtige Gott uns den Frieden schenken, um das gewaltige Werk in ihm 
vollenden zu konnen. Parallel damit wird eine groRzugige Ausgestaltung der 
Hauptstadt der Bewegung, der Stadt der Reichsparteitage und der Stadt 
Hamburg stattfinden. 

Dies soil aber nur die Vorbilder geben fur eine allgemeine Kulturentwicklung, die wir dem 
deutschen Volke als Bekronung seiner inneren und aufceren Freiheit wunschen. 

Und endlich wird es die Aufgabe der Zukunft sein, das wirkliche Leben unseres 
Volkes, wie es sich nun staatlich ausgebildet hat, durch eine Verfassung fur 
immer und ewig zu besiegeln und damit zum unverganglichen Grundgesetz aller 
Deutschen zu erheben. 

Wenn ich auf das grofce Werk der hinter uns liegenden vier Jahre zuruckblicke, dann 
werden Sie verstehen, daG meine erste Empfindung nur die des Dankes sein kann 
gegenuber unserem Allmachtigen, der uns dieses Werk gelingen lieG. 

Er hat unsere Arbeit gesegnet und unser Volk durch all die Fahrnisse glucklich 
hindurchschreiten lassen, die diesen Weg umdrohten. 

Ich habe in meinem Leben drei ungewohnliche Freunde gehabt: In meiner J ugend wares 
die Not, die mich durch viele Jahre begleitete. Als der grofce Krieg zu Ende ging, da war 
es das tiefe Leid uber den Zusammenbruch unseres Volkes, das mich nun erfafcte und 
meinen Weg vorschrieb. Seit diesem 30. J anuar vor vier J ahren habe ich als dritten 
Freund die Sorge kennengelernt. Die Sorge fur das meiner Fuhrung anvertraute Volk und 
Reich. Sie hat mich seitdem nicht mehr verlassen und wird mich wohl nun begleiten bis 
an mein Ende. Wie konnte aber ein Mann diese Sorge zu tragen vermogen, wenn er nicht 
in glaubigem Vertrauen auf seine Mission mit der Zustimmung dessen rechnen wurde, 



der uber uns alien stent. Es ist das Schicksal, das Menschen mit besonderen Aufgaben so 
oft zwingt, einsam und verlassen zu sein. 

I ch will auch hier der Vorsehung danken, dal5 sie mich eine Schar treuester 
Mitkampfer finden liefc, die ihr Leben an meines angeschlossen haben und die 
nun seitdem an meiner Seite fur die Wiederauferstehung unseres Volkes 
kampfen. Ich bin so glucklich, dafc ich nichtals Einsamer durch das deutsche 
Volk zu schreiten brauche, sondern dafc neben mir sich eine Garde von Mannern 
befindet, deren Name in der deutschen Geschichte ein bleibender sein wird. 

Ich mochte an dieser Stelle danken meinen alten Kampfgefahrten, die durch die langen, 
langen Jahre unentwegt an meiner Seite standen, und die mir nun, sei es als Minister, sei 
es als Reichsstatthalter oder Gauleiter oder an anderen Stellen der Partei und des 
Staates, ihre Hilfe schenken. Es spielt sich in diesen Tagen in Moskau ein Schicksal ab, 
das uns erst zeigt, wie hoch die Treue zu werten ist, die fuhrende Manner miteinander 
verbindet. Ich mochte auch jenen meinen aufrichtigen Dank aussprechen, die, nicht aus 
den Reihen der Partei kommend, in der Fuhrung der Reichsregierung und im ubrigen 
Volke mir in diesen J ahren treue Heifer und Gefahrten geworden sind. Sie gehoren heute 
alle zu uns, auch wenn ihnen in diesem Augenblick aufcerlich noch das Zeichen unserer 
Gemeinschaft fehlt. Ich mochte den Mannern und Frauen danken, die unsere 
Organisation der Partei aufbauten und so erfolgreich fuhrten. Ich muG aber hier vor allem 
danken den Fuhrern unserer Wehrmacht. Sie haben es ermoglicht, dem 
nationalsozialistischen Staat ohne jede Erschutterung die nationalsozialistische Waffe zu 
geben. 

So sind heute Partei und Wehrmacht 
die beiden fur ewig verschworenen Garanten 
der Behauptung des Lebens unseres Volkes. 

Wir wissen aber auch, dafc unser allerTun vergeblich geblieben ware, wenn nicht 
Hunderttausende von politischen Fuhrern, unzahlige Beamte des Reiches und zahllose 
Soldaten und Offiziere im Sinne unserer Erhebung in Treue zu uns gestanden waren. Und 
noch mehr, wenn nicht hinter uns gestanden ware die breite Front des ganzen deutschen 
Volkes. 

An diesem geschichtlichen Tag muG ich wieder jener Millionen unbekannter deutscher 
Menschen gedenken, die in alien Lebensschichten, die in alien Berufen und Betrieben und 
in alien Gehoften fur das neue Reich ihr Herz und ihre Liebe und ihre Opfer gegeben 
haben. Und wir alle, Manner und Abgeordnete des Reichstages, wollen gemeinsam 
danken vor allem der deutschen Frau, den Millionen unserer Mutter, die dem Dritten 
Reich ihre Kinder schenkten. Denn welchen Sinn hatte alle unsere Arbeit, welchen Sinn 
die Erhebung der deutschen Nation ohne unsere deutsche J ugend. Jede Mutter, die in 
diesen vier J ahren unserem Volk ein Kind gegeben hat, tragt durch ihren Schmerz und ihr 
Gluck bei zum Gluck der ganzen Nation. Wenn ich dieser gesunden J ugend unseres 
Volkes gedenke, dann wird mein Glaube an unsere Zukunft zu einer freudigen 
Gewiftheit. Und ich empfinde in tiefer Inbrunst die Bedeutung des einfachen 
Wortes, das Ulrich von Hutten schrieb, ehe er zum letzten Male die Feder 
weglegte: 

Deutschland."